Autor/in: Teddy

Essen und Trinken

Der Weg durch den Körper

Mundhöhle:

Zähne – Speichel mit Amylase aus Ohrspeicheldrüse (Glandula Parotis), Unterkieferdrüse (Glandula submandibularis), Unterzungendrüse (Glandula sublingualis)

› Zerkleinerung und Einweichung der Nahrung
› Amylase leitet die Kohlenhydratverdauung ein

Rachen (Pharynx):

› Kehldeckel schließt sich beim Schlucken, damit nichts in die Trachea gelangt

Ösophagus (Speiseröhre):

› durch Peristaltik Transport in den Magen


Magen (Ventriculus / Gaster):

– Magensaft (H₂O, Salzen, Schleim, Salzsäure und Enzyme)

› Auffangen der Nahrung, Durchmischen mit Verdauung wirksamen Magensaft, sowie Desinfektion der Nahrung

Dünndarm:

  • Duodenum
  • Jejunum
  • Ileum
  • Ausführungsgänge von Pankreas

(Bauchspeicheldrüse) und Leber / Gallenblase mit Verdauungsenzymen

› weitere Aufspaltung verdaulicher Teile der Nahrung
› Resorption durch die Darmwand ins Blut
› durch Peristaltik Weitertransport zum

Dickdarm

Colon (Dickdarm) :

  • aufsteigender Dickdarm (C. ascendens)
  • quer verlaufender Dickdarm (C. transversum)
  • absteigender Dickdarm (C. descendens)
  • Rektum (Mastdarm)
  • enthält reichlich Bakterien

› Rückresorption von Wasser und Elektrolyten, dadurch Eindickung
›Stuhl (Fäzes) wird im Rektum gespeichert und über den After ausgeschieden
› unverdauliche Nahrungsreste werden durch Gärungs- und Fäulnisvorgänge abgebaut

Bedeutung von Essen und Trinken

1. physiologisch:

  • Zellwachstum
  • Aufrechterhaltung der Körperfunktion

Das ist lebensnotwendig für das Zellwachstum und zur Aufrechterhaltung der Körperfunktionen, ohne feste Nahrung kommt der Körper einen längeren Zeitraum aus, ohne Schaden zu nehmen, die Flüssigkeitszufuhr dagegen muss kontinuierlich sein, ohne existiert er höchstens drei Tage.

2. psychologisch:

  • Geschmackserlebnis
  • Geborgenheit
  • Gefühl des Geliebt werden / Zuwendung

Befriedigung nicht nur durch Stillung des Hungers, sondern auch durch das Wahrnehmen von Gefühlen und Erlebnissen in diesen Zusammenhang

› enger Zusammenhang zwischen Essen und Befindlichkeit, z. B. Ersatzbefriedigung

3. soziokulturell:

  • kommunikatives Geschehen
  • gesellschaftliche Bedeutung
  • Nahrungszubereitung und Nahrungsaufnahme, körperbezogene Vorstellungen
  • Nahrungszubereitung und Nahrungsaufnahme hängt von der Kultur ab, in der man aufgewachsen ist. Z. B. was gegessen wird, wie es zubereitet wird, wie wir es zu uns nehmen, auch Konsum von Alkohol, besondere Anlässe, Geselligkeit fördern, religiöse Alkoholabstinenz, Alkoholabusus als Betäubungs- oder Verdrängungsmittel
  • Kulturabhängig ist auch die körperbezogene Vorstellung und Gefühle:

› westliche Kultur: Schlank sein = positiv = Jugend und Schönheit,

Übergewicht = negativ = Unästhetische Erscheinung, Zeichen fehlender Selbstkontrolle

› in Teilen von Afrika und Asien: Übergewicht = positiv = Zeichen des Wohlstandes

Welche altersbedingten Einschränkungen (körperlich und Psycho – sozial bedingt) können auftreten?

Körperlich:

  • Bewegungsmangel wegen Veränderungen oder Erkrankungen im Bewegungsapparat (z. B. Arthrose)
  • Müdigkeit und nachlassende Leistungsfähigkeit des Herzens (z. B. Herzinsuffizienz)
  • Atemnot, z. B. wegen chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen (Lungenemphysem)
  • Kau – oder Schluckprobleme
  • Vermindertes Geruchs – oder Geschmacksempfinden
  • Störung bei den Verdauungsvorgängen
  • Infektionen und Erkrankungen im Magen-Darm-Trakt Erkrankungen (Ca), auch sie führen zur Appetitlosigkeit und Abneigung gegen bestimmte Speisen
  • Medikamente

Psycho – sozial:

  • Einsamkeit, Trauer
  • Depression
  • Demenz
  • finanzielle Einschränkungen
  • Medikamente
  • Was ist bei der Ernährung im Alter zu beachten?
  • Essgewohnheiten kennen / Biografiearbeit
  • Ernährungszustand ermitteln und berücksichtigen
  • Anamnesebogen: wo liegen mögliche Störungen vor?
  • Vollwertige, ausgewogene Kost: Nährstoffdichte↑, ausreichende Flüssigkeitszufuhr (1,5 – 2 l)
  • Essen appetitlich anrichten und vorbereiten:

– mit Kräutern würzen

– Patés (Förmchen) für Bewohner/in mit Schluckstörungen (auch in unterschiedlichen Formen) und Mouse

– Tisch dekorieren, saubere Tischdecken, nettes Geschirr, für Ambiente sorgen

– Warme Vorsuppe

  • besser mehrere kleine Mahlzeiten als drei große, auch an Spät – und Nachtmahlzeiten / Getränke denken
  • Buffet-Form und Aktionen, z. B. Weinabend, italienischer Abend, für Abwechslung sorgen
  • gute Planung und Fort -, Weiterbildung der Mitarbeiter (auch Küche!)
  • Einbinden der Bewohner/in und / oder Angehörige
  • Was sind Folgen einer zu geringen Flüssigkeitszufuhr?

Symptome:

  • trockene Mundschleimhaut (Schluckstörungen, Appetitlosigkeit, Borkenbildung auf der Zunge, Mundgeruch)
  • Hauttugor ↓, Haut sieht trocken aus, schuppt und reißt ein
  • Schlappheit
  • Verwirrtheit
  • Obstipation
  • geringe Mengen Urin, die dunkel sind
  • Krämpfe (Magnesiummangel)
  • Schwindel, Gehunfähigkeit

Spätfolgen:

  • Thrombose
  • Atemnot
  • Krämpfe
  • eingeschränkte Nierenfunktion
  • Delirium
  • Tod
  • Wie kann eine Trinkförderung aussehen?
  • Angehörige nach gewohnten Getränken fragen, wenn der alte Mensch keine Auskunft mehr geben kann
  • appetitliche Gefäße in Reichweite bereitstellen
  • Handhabung der Gefäße beachten: Gefäße den Fähigkeiten des alten Menschen anpassen
  • Eigengewicht der Gefäße beachten
  • Gefäße nicht bis zum Rand füllen
  • regelmäßiges Angebot kleiner Trinkmengen
  • Getränkewecker
  • beim Trinken unbedingt Zeit lassen – nicht drängen! Das Angebot soll einladend sein.
  • Es kann hilfreich sein, wenn Pflegende mittrinken
  • Geselligkeit kann fördernd wirken
  • salzige Getränke wie Brühe, ungesüßter Tee und Bier werden bevorzugt
  • Kaffee soll frisch gebrüht sein, denn für alte Menschen ist Kaffee ein Feiertagsgetränk
  • Unterschiedliche Getränke anbieten
  • Auf Geschmacksrichtungen achten
  • Getränke verdünnen / mischen
  • Getränke sind Appetitanregend

Übergewicht

erhebliche Überschreitung des Normalgewichts (über 10 %). Bei Übergewicht von mindestens 20 % über dem Normalgewicht spricht man von Adipositas und es nimmt die Gefahr von Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Schlaganfall und Herzinfarkt stark zu. Die Schäden betreffen aber nicht nur die Gefäße, sondern auch den chronischen überbeanspruchten Bewegungsapparat (z. B. erhöhtes Arthrose Risiko), sodass die Lebenserwartung und die Lebensqualität der Betroffenen deutlich abnehmen. Der Normalisierung des Gewichtes und eines pathologisch veränderten Fettstoffwechsels kommt deshalb größte Bedeutung zu.

Ursachen:

  • Fehl – oder Überernährung, häufig in Verbindung mit mangelnder Bewegung
  • Hormonelle oder stoffwechselbedingte Ursachen (z. B. Funktionsstörungen der Hypophyse) < 5 %

Übergewicht begünstigt Fettstoffwechselstörungen, Hypertonie und Diabetes mellitus.

– Untergewicht

Von Untergewicht spricht man, wenn eine Unterschreitung des Körpergewichts von 10 – 20 % vorliegt oder der BMI bei 15 – 19 liegt.

Kennzeichen:

  • fehlende Fettpolster
  • tief liegende Augen (fehlendes Fettpolster hinter dem Augapfel)
  • dünne Extremitäten, feingliedrige Finger
  • stärker hervortretende Knochen im Gesicht, am Becken, an der Wirbelsäule und an den Rippen

Die Haut wirkt schlaff, die Oberhaut wirkt pergamentartig, faltig und schuppig, die Schleimhäute sind ebenfalls trocken und neigen zu rissen. Der alte Mensch klagt über Leistungsminderung, Müdigkeit und Mattheit.

Ursachen:

  • Akute und chronischen Erkrankungen
  • Hyperthyreose
  • Falsche Essgewohnheiten
  • Anorexie
  • Desorientiertheit

Kachexie:

Von einer Kachexie spricht man, wenn das Körpergewichts 75 % unter dem Normalgewicht liegt.

Anzeichen:

  • eingefallene Wangenknochen
  • reduzierte Hautspannung
  • starker Kräfteverfall

Diese Zeichen sind bei Magersüchtigen, Tumorkranken, alkoholkranken oder sehr betagten Menschen beobachten.

Dehydratation

Es ist ein Wassermangel, Unterwässerung, auch Volumendefizit genannt.

(Entzug von Wasserstoff unter Zufuhr von Sauerstoff).

Als Exsikkose, von lat. siccus trocken, oder auch Dehydratation wird in der Medizin die Austrocknung durch Abnahme des Körperwassers bezeichnet.

Ursachen alle Formen der Durchfallerkrankungen können im Säuglingsalter aufgrund mangelnder Flüssigkeitsreserven schnell und in jedem Lebensalter schlussendlich zur Exsikkose führen – das mangelnde Durstempfinden sowie die mangelhafte Flüssigkeitsaufnahme beim Durstempfinden ist eine Hauptursache bei betagten Personen. Folgen, die Folge der Exsikkose ist stets eine kombinierte Störung des Wasser-Elektrolyt-Haushalts. Dies kann zu veränderten Fließeigenschaften des Blutes führen.

Bei alten Patienten bestehen die hauptsächlichen klinischen Folgen einer Exsikkose in einer

  • Reduktion des Allgemeinzustands und daraus folgender Bettlägerigkeit,
  • Somnolenz,
  • möglicher Agitiertheit,
  • Oligurie mit der daraus folgenden Ansammlung ausscheidungspflichtiger Substanzen
  • Trockenheit der Haut und Schleimhäute sowie
  • orthostatischer Hypotonie und damit verbundener Sturzgefahr.

Dabei werden die Abnahme des Allgemeinzustands fälschlicherweise oft mit dem Alter des Patienten selbst oder bestehenden Begleiterkrankungen erklärt. An heißen Sommertagen kann bei alten Patienten die Exsikkose rasant auftreten. Als pflegender Angehöriger sollte man also durch Notizen oder durch Markierungen unbedingt einen Überblick behalten, was tatsächlich getrunken wurde. Und man sollte als pflegender Angehöriger, notfalls darauf drängen, dass die aufgebauten Getränke auch getrunken werden. Eine gute Kontrollmöglichkeit ist die Urinproduktion, eine Abnahme der Ausscheidungsmenge sollte schon eine Warnung sein.

Anorexia nervosa = Magersucht

Lebensbedrohliche psychisch bedingte Essstörung mit zwanghaftem Fasten und einer Gewichtsabnahme von mindestens 15 % des Ausgangsgewichts, die eine krankhafte Abmagerung mit weitgehender Auflösung des Unterhautfettgewebes mit sich bringt. Oft geht sie mit einer Bulimie einher.

Es betrifft insbesondere junge Mädchen und Frauen zwischen 10 – 25 Jahren und hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Magersucht kommt als Reaktion auf Konflikte mit der Umwelt vor und kann bis zum Tode führen.

Eine geeignete psychologische Betreuung gehört unbedingt zur Behandlung.

Körperveränderungen:

  • Veränderungen der Blutelektrolyte (v. a. eine Hypokaliämie)
  • verlangsamter Puls
  • niedriger Blutdruck
  • trophische Störungen der Haut und der Haare

Bulimia nervosa = Bulimie

Es ist eine psychisch bedingte Essstörung, die durch heimliche „Fressanfälle“ im Wechsel mit Erbrechen oder Fasten gekennzeichnet ist. Kann sowohl als Komplikation im Verlauf einer Anorexie nervosa als auch als eigenständige Erkrankung auftreten und betrifft v. a. Frauen zwischen 18 – 35 Jahren, aber immer zunehmender auch Männern.

Die Betroffenen haben typischerweise Heißhungeranfälle, während derer sie Unmengen hochkalorischer Nahrungsmittel innerhalb weniger Stunden förmlich in sich hineinschlingen. Um eine Gewichtszunahme zu verhindern, erbrechen sie unmittelbar danach, nehmen Abführmittel oder halten eine strenge Diät.

Die Betroffenen streben eine „Ideale – weibliche“ Figur an. Die Behandlung besteht in erster Linie aus Psychotherapie.

Die Behandlung erfolgt durch Erlernen normalen Essens mit Ernährungsplänen und begleitender Psychotherapie, die das Körperbild und das Selbstbewusstsein stärken soll.

Appetitlosigkeit

Lustlosigkeit zu essen.

Beschreibt den Zustand, wenig Drang nach Nahrungsaufnahme zu verspüren. Gründe können akut sein (Stress, Hektik, Hitze) oder länger dauernd. Länger dauernde Appetitlosigkeit ist ein typisches Symptom von depressiven Erkrankungen, kann aber auch unspezifisches Symptom (sogenanntes B-Symptom) einer körperlichen Erkrankung sein.

Schluckstörungen

Es sind ca. 30 – 40 % davon betroffen.

Oft wird eine Schluckstörung nicht richtig erkannt und daher auch nicht genügend beachtet.

Das Verschlucken(Aspirieren) von Speisen, Speiseteilen oder Getränken ist gefährlich, weil diese Stoffe in der Regel mit Keimen kontaminiert sind. Wenn sie in der Luftröhre gelangen, anstatt in den Magen, kann dies zu einer bedrohlichen Atemnot führen. Dadurch kann, besonders bei älteren Menschen, eine gefährliche Aspirationspneumonie entstehen.

Der beim Verschlucken ausgelöste Hustenreiz ist ein Schutzreflex des Körpers, der die Atemwege von dem Fremdkörper befreien soll.

Anzeichen einer Schluckstörung:

  • häufiges verschlucken beim Essen
  • Husten und Würgen
  • erhöhter Speichelfluss
  • Sensibilitätsverlust im Mundbereich
  • Ansammlung von Nahrungsresten in den Backentaschen
  • die Lippen schließen nicht richtig
  • primitive Saug -, Schluck – und Beißreflexe

gurgelnde Laute beim Schlucken, Schwierigkeiten beim Atmen und eine heisere oder raue Stimme können eine Schluckstörung begleiten

Mangelernährung

Zustand der Auszehrung des Organismus mit Abmagerung, Kräfteverfall und zunehmender Störung der Organfunktionen. Häufige Begleiterscheinung bei fortgeschrittenen Tumor-Erkrankungen, aber auch bei chronisch er Mangelernährung, Stoffwechselerkrankungen, chronischen Infektionen und im hohen Alter.

Sodbrennen

Brennendes Gefühl in der Magengegend, das in die Speiseröhre aufsteigt.

Das Brennen wird durch Magensäure hervorgerufen, die bei Störungen im Schluss des Mageneingangs hauptsächlich beim Liegen in die Speiseröhre gelangt, die keinen Schutzfilm besitzt und somit verätzt wird. Im Laufe vieler Jahre können dadurch chronische Schäden der Speiseröhre auftreten, die als Präkanzerose zu werten sind.

Ursache:

  • Meist Muskelkrämpfe oder Rückfluss (Reflux) von saurem oder gallehaltigem Magen – oder Duodensaft. Oft entwickelt sich daraus eine Speiseröhrenentzündung.

Pflege:

  • keine säurehaltigen und Säure lockenden Nahrungsmittel wie Zitrusfrüchte, Kaffee und Süßigkeiten reichen
  • nach ärztlicher Absprache Antazida (Ulkus Therapeutika) zwischen den Mahlzeiten geben
  • Einen Joghurt anbieten (puffert die Säure aufgrund seines Eiweißgehaltes)

Aufstoßen

Es entweicht Luft aus dem Magen. Diese Luft wird zuvor verschluckt.

Organische Ursachen:

Magenkrankheiten oder Hiatushernie (Zwerchfellbruch, durch den ein Teil des Magens in den Brustkorb verlagert wird). Oft liegt keine organische Ursache vor, sondern eine psychische Ursache.

Pflege:

  • Auf blähende Nahrungsmittel (z. B. Zwiebeln, Kohl) und kohlensäurehaltige Getränke verzichten
  • Langsam essen und gut kauen
  • Wärmflasche oder feuchte Wärme anwenden
  • Einreibung mit Kümmel – Anis – Salbe durchführen
  • Entblähende Tees trinken (z. B. Fenchel – Kümmel – Anis – Tee)
  • Anstatt drei große, mehrere kleine Mahlzeiten anbieten
  • Zu den Mahlzeiten wenig trinken
  • Patient / Bewohner/in zum Bewegen auffordern

Übelkeit = Nausea

Ein unangenehmes Gefühl, das besonders im Magen lokalisiert ist, aber nicht immer mit Brechreiz verbunden sein muss, daneben oft auch Schwindel, Benommenheit, Kopfschmerz und andere Krankheitssymptome. – Die Übelkeit entsteht durch Einwirkungen von Giften oder anderen Reizen auf bestimmte Hirnabschnitte. Außer schlechter Luft kann besonders auch Blutleere im Gehirn und rhythmische Bewegungen des Körpers oder der Umgebung (Reisekrankheit) Übelkeit auslösen. Oft kann sie daher schon durch Hinlegen, frische Luft oder einen kühlen Trunk, einen Magenbitter und dergleichen gebessert werden. Ein alt beliebtes Mittel sind Hoffmanns Tropfen. Auch psychische Reize (Ekel) können Übelkeit auslösen und entgegengesetzte Reize sie beheben. Heftige Nervenreize, wie Erbrechen, bringen durch Anregung der Durchblutung oft Erleichterung. Andauernde Übelkeit ist stets Ausdruck einer chronischen Vergiftung, Infektion oder Gehirnkrankheit, Blutarmut usw. und sollte daher ärztlich geklärt werden.

Pflege:

  • Ursache abklären
  • Ruhig und tief durchatmen lassen
  • evtl. Nahrungskarenz einhalten lassen oder nur Tee und Zwieback geben
  • Unbekömmliche Nahrungsmittel weglassen

Erbrechen

Ist ein Schutzreflex des Körpers, um den Mageninhalt – oft sehr plötzlich – durch den Mund zu entleeren.

Erbrechen kann ein relativ harmloses Ereignis oder aber Zeichen einer ernst zu nehmenden Erkrankung sein.

Das Brechzentrum steht in naher Verbindung zum Atemzentrum. Dies zeigt sich darin, dass in den meisten Fällen dem Erbrechen ein Übelkeitsgefühl mit vermehrter Speichelabsonderung und verlangsamter Atmung sowie ein Würgen unter unkoordinierten Atembewegungen vorausgeht. Tiefes Atmen kann unter Umständen das Erbrechen verhindern.

Erbrechen ist keine Krankheit, sondern ein Symptom und zählt zu den Hauptbeschwerden bei Magen – Darm – Erkrankungen.

Zerebrales Erbrechen:

Durch direkte Reizungen des Brechzentrums:

  • Erkrankung des Gehirns mit Erhöhung des Hirndrucks durch Entzündung, z. B. Meningitis, Gehirnerschütterung, Tumoren, Migräne
  • chemische Reize von Medikamenten (Digitalis, Narkotika, Zytostatika), Alkohol,

Bakteriengifte, Lebensmittelgifte

Reflektorisches Erbrechen:

Durch indirekte Reizung des Brechzentrums über das vegetative Nervensystem:

  • Erkrankung des Magen-Darm-Traktes, z. B. Magenschleimhautentzündung (Gastritis), Verengung des Magenausgangs (Pylorusstenose), Gallensteinleiden
  • Magendruckerhöhung durch Überfüllung
  • Reizung der Rachenschleimhaut, z. B. beim Einführen einer Sonde oder willkürlich, mit dem Finger ausgelöst
  • Störungen des Innenohrs (Vestibularapparat), Reisekrankheiten
  • psychische Ursachen
  • Starke Sinnesreize (Ekel) über Augen, Geruch, Geschmack
  • Erkrankungen im Verdauungstrakt, z. B. Gastritis, Appendizitis (Wurmfortsatzentzündung), Abflussbehinderungen
  • starke Schmerzen, Koliken

Beobachtungen des Erbrechens:

Um einen Hinweis auf die Ursache zu erhalten, werden Zeitpunkt, Häufigkeit und Begleitsymptome beobachtet:

  • Nüchtern erbrechen tritt v. a. in der Schwangerschaft oder bei chronischen Alkoholabusus auf
  • Erbrechen nach jeder Nahrungsaufnahme bei einer akuten Gastritis
  • Erbrechen nach Einnahme von Medikamenten oder bestimmten Nahrungsmitteln spricht für eine Unverträglichkeit
  • Erbrechen nach Zytostatika Therapie oder Strahlentherapie ist unabhängig von der Nahrungsaufnahme und therapeutisch schwer zu beeinflussen
  • Erbrechen kann auch bei starken Schmerzen (Koliken) auftreten
  • Reflektorisches Erbrechen geht in der Regel einer Übelkeit voraus. Zentrales Erbrechen hingegen kommt plötzlich „im Schwall“.

Beobachtungen des Erbrochenen:

Farbe, Geruch und Beschaffenheit des Erbrochenen sowie evtl. Beimengungen können auf das zugrunde liegende Krankheitsbild hinweisen:

  • unverdaute Nahrungsreste bei Aussackung der Speiseröhre (Divertikel), Verengung des Mageneingangs, nach Verzehr verdorbener Nahrungsmittel oder zu hastigem Essen
  • Angedaute, säuerlich riechende Nahrungsmittel bei Störungen der Magenentleerung (z. B. bei Tumoren oder Pylorusstenose (Magenpförtnerverengung))
  • Schleimbeimengung bei Gastritis
  • Grünlich, gallig bei Abflusshindernissen unterhalb der Mündung des Gallengangs in den Zwölffingerdarm, bei nüchternem Magen oder lang anhaltendem Erbrechen mit leerem Magen
  • Frisches, hellrotes Blut bei einer Blutung aus dem oberen Abschnitt des Magen-Darm-Traktes (obere Gastrointestinale Blutung)z. B. bei Ösophagusvarizenblutung
  • Braun – schwarze Färbung (Kaffeesatzerbrechen) oder Beimengung von geronnenem Blut bei Ulkus – Blutungen oder Magenkarzinom, verschlucktem Blut
  • Koterbrechen (Miserere) bei Ileus

geistige Behinderung / Probleme

Appetitlosigkeit wegen:

  • mangelnder Ansprache und Einsamkeit
  • Trauer, z. B. Verlust des Partners
  • Depression
  • Angst vor Vergiftung des Essens bei Wahn kranken
  • Demenzerkrankungen

körperliche Behinderung / Probleme

Bei Erkrankungen oder Veränderungen im Verdauungstrakt, Stoffwechselstörungen, Über – oder Untergewicht muss die Ernährung angepasst werden:

  • als Schonkost (leicht verdaulich)
  • als spezielle Diät (z. B. purinarm bei Gicht)
  • als Reduktionskost (kalorienreduziert)
  • Ballaststoffreich bei Verstopfung (Obstipation) entsprechende Ernährungsempfehlung zielen darauf ab, bei nicht organisch bedingten Stuhlentleerungsstörungen die Entleerung Häufigkeit durch eine Erhöhung der Ballaststoffzufuhr zu fördern. Ballaststoffe sind unverdauliche Nahrungsbestandteile (z. B. Zellulose), die durch Volumen die Darmbewegungen anregen und den Transport des Darminhalts unterstützen.

Neurogene Behinderung / Probleme:

  • Chronische und akute Schmerzen.
  • Probleme nach einem Schlaganfall, bei Parkinson
  • Verminderung des Schutzreflexes beim Schlucken

Nahrungsverweigerung

Es ist immer ein bedrohliches Ereignis, besonders, wenn auch krankheitsbedingte Kommunikationsstörungen vorliegen. Pflegende werden dabei mit ihrer eigenen Hilflosigkeit und mit ihren therapeutischen Grenzen konfrontiert, es entstehen Unsicherheit und Ängste. Es gibt verschiedene Gründe, warum ein Mensch nicht essen möchte. Manchen fällt es leichter in Gesellschaft (Familie, andere Bewohner/in) zu essen.

Pat / Bewohner/in hat generell keinen Appetit:

  • kleine Portionen richten; große Portionen wirken nicht bezwingbar
  • appetitlich Zubereiten
  • durch Angehörige Lieblingsspeisen herausfinden und anbieten
  • Wunschkost bestellen
  • mehr „einfache“ Speisen wie Grießbrei, Joghurt und Brühe anbieten
  • Appetitanregung durch saure Speisen (z. B. Äpfel, Zitrusfrüchte, Sauermilch), Suppen auf Bouillon Basis und Salate ausnutzen
  • nach ärztlicher Absprache z. B. Pepsinwein (wirkt appetitanregend, enthält aber Alkohol!) verabreichen
  • Angehörige evtl. bitten beim Essen dabei zu sein

Signale einer Nahrungsverweigerung, wenn der Pflegebedürftige:

  • Den Kopf wegdreht und signalisiert: „Lass mich in Ruhe“
  • den Mund nicht aufmacht und die Lippen zusammenpresst
  • den Mund nur einen Spalt öffnet
  • den Mund nur bei Berührungen öffnet
  • die Lippen nicht schließt
  • die Speisen im Mund behält und nicht schluckt
  • die Augen geschlossen hält

Die Gründe für eine Nahrungsverweigerung können vielfältig sein. Es muss herausgefunden werden, ob der Pflegebedürftige das Essen bewusst ablehnt oder ob er aus körperlichen, psychischen, sozialen oder kulturellen Gründen momentan nichts essen will und kann. Z. B. wegen Übelkeit, Müdigkeit, Sorgen oder wegen religiösen Vorschriften bei manchen Speisen, z. B. Schweinefleisch beim Islam.

Bei Sprachgestörten sind nur die nonverbalen Zeichen möglich, was die eigene Unsicherheit noch verstärkt.

Bei Verwirrten kann es sein, dass sie mit ihren Gedanken nicht beim Essen sind.

Nahrungsverweigerung kann ein Signal sein, nicht mehr leben zu wollen. Wenn dieser Wille bei vollem Bewusstsein geäußert wird, muss dies respektiert werden.

Hunger:

Körperliche Empfindung, die im Allgemeinen mit einem starken Verlangen, nach Nahrung einhergeht. Möglicher Auslösemechanismus ist ein abgesunkener Glukosespiegel im Blut.

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