Autor/in: Anonym

Gedächtnistraining Waschtag

Biografie

Frau G. ist am 22.6. in Nordrhein-Westfalen geboren. Sie ist evangelisch. Ihre Eltern waren sehr liebevoll und großzügig. Ihre Mutter war Hausfrau und ihr Vater Gruppenbetriebsleiter. Sie hatte noch einen jüngeren Bruder, Joachim. Nach dem Abitur hat Frau G. eine Ausbildung zur technischen Zeichnerin gemacht.
Ihren späteren Mann (war nur 2 Jahre älter) lernte sie bereits in der Schule kennen. Sie heiratete mit ca. 18 Jahren und zog mit ihrem Mann nach Baden-Baden.
Aus der Ehe gingen eine Tochter und ein Sohn hervor. Ihr Mann hatte eine Apotheke in Baden-Baden, die von der Tochter übernommen wurde. Ihr Sohn ist Orthopäde und lebt nicht in Baden-Baden. Frau G. hatte immer Haushaltshilfen und Kindermädchen, dadurch konnte sie ihre Zeit ganz ihrem Mann widmen.


Früher ist Frau G. mit ihrer kleinen Familie gerne nach Sylt und nach Mallorca in den Urlaub gefahren. Heute hat Frau G.  Zwei Betreuerinnen. Frau G. hat früher gerne gelesen, war viel spazieren und ging gerne tanzen. Frau G. besucht jeden Montag, Mittwoch und Freitag die Altentagesstätte der AWO in Baden-Baden.

Gedächtnistraining mit 4 Gästen
Thema „Waschtag“

Arbeitsablaufplan

1. Vorbereitung

a) Gäste

  • über geplantes Vorhaben informieren
    und einladen
  • Getränke und Toilettengang anbieten
  • zum Therapieraum begleiten

b) Eigene Person

  • ressourcengerechte Auswahl der
    Übungen
  • nach Absprache im Team Gäste zusammenstellen
  • benötigte Materialien bereitstellen
  • Tagesverfassung der Gäste beachten

c) Material

  • 7 Gegenstände zum Thema
  • Schälchen mit verschiedenen
    Waschmittelarten
  • 7 Kopien „Alle Vögel sind schon da.“
  • Gläser und Getränke

d) Raum

  • ruhiger Raum für störungsfreies
    Arbeiten wählen
  • Raum lüften
  • angenehme Raumtemperatur
  • für genügend Licht sorgen

2. Durchführung

a) Einstieg

  • Ich begleite die Gäste in den vorbereiteten Raum und teile die Plätze ressourcengerecht zu
  • Nun begrüße ich die Gäste einzeln mit Handschlag, Blickkontakt und Namen und bedanke mich für ihr Kommen
  • Dann stelle ich den Gästen meine Lehrerin, Frau Zehe, vor und informiere die Gäste über den Grund ihrer Anwesenheit
  • Als Nächstes erarbeiten wir gemeinsam, warum es so wichtig ist, Gedächtnistraining zu machen
  • Des Weiteren erkläre ich den Gästen, dass die Übungen speziell für sie auserwählt wurden
  • Jetzt informiere ich die Gäste über Tag, Monat und Jahr, und stelle das Thema „Waschtag“ vor

b) Hauptteil

1. Übung zur Wortfindung und Formulierung.

Jeder Gast bekommt eine Frage zum Thema gestellt.

2. Übung zur Wortfindung und Formulierung.

Jeder Gast bekommt einen Gegenstand in die Hand, benennt ihn und erklärt, wozu man ihn gebraucht hat. Durch gezielte Fragen gebe ich Hilfestellung.

3. Übung

Jeder Gast erklärt den Unterschied seines Gegenstandes von früher zu heute

4. Übung zur olfaktorischen und haptischen Wahrnehmung.

Jeder Gast bekommt ein Schälchen zum Riechen und Fühlen.

c) Schluss

  • Zunächst reiche ich den Gästen ein Getränk, damit wir zusammen anstoßen können
  • Dann bedanke ich mich für die gute Mitarbeit und die Unterstützung
  • Jetzt schlage ich das Lied „Alle Vögel sind schon da“ vor und teile die Lied-Kopien zum Mitsingen aus
  • Zum Abschluss verabschiede ich mich persönlich von jedem Gast mit Handschlag, Namen und Blickkontakt. Danach werden die Gäste zurück in den Aufenthaltsraum gebracht.
3. Nachbereitung

a) Gäste

  • Toilettengang anbieten

b) Eigene Person

– Dokumentation der Tätigkeit

c) Raum/ Material

  • Ordnung wieder herstellen
  • Material aufräumen
  • Zimmer lüften

Fragen

  • Gab es bei Ihnen früher einen Waschtag in der Woche?
  • Wurde der Waschkessel schon am Tag vorher vorbereitet?
    Kennen Sie das Waschbrett?
  • Mit welchem Waschmittel wurde gewaschen?
  • Riecht die Kernseife noch wie früher?
  • Wie wurde die Wäsche gebleicht?
    Wie haben sie Flecken entfernt?

Früher/ Heute

  • Leine – Trockner
  • Wäscheklammern aus Holz – Wäscheklammern aus Plastik
  • Waschbrett – Waschmaschine
  • Waschwanne – Waschmaschine/ Badewanne
Der Ist – Zustand nach AEDL

Kommunizieren

Frau G. hat etwas Schwierigkeiten mit der Wortfindung und mit der Formulierung. Sie unterhält sich gerne mit anderen Gästen an ihrem Tisch und geht auch auf PK zu, wenn sie Fragen hat. Bei dem Biografie orientierten Gedächtnistraining in kleiner Runde kann sie in der Regel sinnvolle Beiträge einbringen.

Sich bewegen

Frau G. geht sicher (ohne Hilfen), hat jedoch manchmal kleine Gleichgewichtsstörungen. Sie kann Bewegungsarten selbst durchführen. Sie sitzt sehr gerne.

Vitale Funktionen des Lebens aufrechterhalten

Frau G. hat Bluthochdruck und ist mit einem ACE-Hemmer (Ramipril) eingestellt. Regelmäßige Kontrollen des Blutdrucks sind nicht angeordnet.

Sich pflegen

Frau G. kann die Körperpflege mit Anleitung durch eine Pflegekraft durchführen.

Essen und Trinken

Frau G. isst und trinkt selbstständig.

Ausscheiden

Frau G. benötigt nur Hilfe beim Auffinden der Toilette.

Sich kleiden

Frau G. kommt aus gutem Hause und legt daher sehr großen Wert auf ihr äußeres Erscheinungsbild. Deshalb hat sie auch immer wunderschöne Kleidung an.

Ruhen und Schlafen

Frau G. hält Mittagsruhe in der Tagesstätte mit den anderen Gästen.

Sich beschäftigen

Frau G. nimmt regelmäßig an Seniorengymnastik und Gedächtnistraining teil. Sie singt auch sehr gerne.

Sich als Frau fühlen

Frau G. ist sich ihrer Rolle als Frau bewusst und fühlt sich damit auch wohl. Ihr äußeres Erscheinungsbild (Kleidung, Haare, …) ist ihr sehr wichtig.

Für Sicherheit sorgen

Eine Aufsicht und ein ständiger Ansprechpartner sind notwendig, da sie häufig desorientiert zu Raum, Zeit und Situation ist. Sie benötigt Hilfe beim Auffinden der Toilette.

Soziale Bereiche des Lebens sichern

Frau G. besucht dreimal in der Woche die AWO Tagesstätte in Baden-Baden. Sie nimmt aus eigener Initiative Kontakt zu den anderen Gästen auf. Frau G. hat zwei Betreuerinnen, die täglich für sie da sind. Ihre Tochter kommt gelegentlich mal vorbei und ihr Sohn wohnt außerhalb Baden-Badens, diesen sieht sie nicht so oft.

Mit existenziellen Erfahrungen des Lebens umgehen

Da Frau G. vergisst, dass sie durch den Fahrer der Tagesstätte abgeholt und nach Hause gefahren wird, hat sie manchmal Angst. Sie geht gerne zum evangelischen Gottesdienst, wenn man es ihr anbietet.

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