Autor/in: Kathrin

Arzneimittel Seite 3

1. Heparin

FAM: + Liquemin® (=unfraktioniertes Heparin)
+ Fraxiparin®, + Clexane® (=fraktionierte Heparine)
Wirkung:
Heparin bildet im Körper einen Komplex mit Antithrombin, dadurch wird die Blutgerinnung gehemmt, vor allem die Umwandlung von Fibrinogen in Fibrin.

Low-dose-Heparinisierung (Niedrigdosierung):

Anwendung: zur Thromboseprophylaxe nach Operationen oder bei überwiegend bettlägerigen Patienten
Verabreichung: s.c.-Injektionen

High-dose-Heparinisierung (Vollheparinisierung):

Anwendung: – Lungenembolie
– akute  Venenthrombose
– akuter („frischer“) Herzinfarkt
Verabreichung: i.v.
Bei der Pflege zu beachten:
– keine i.m.-Injektionen
– auf Blutungen achten
– bei Überdosierung Gabe von Antidot (= Gegenmittel): Protamin® (i.v.-Injektion)
– bei Schmerzen keine Gabe von Aspirin®/ASS ―› steigert Blutungsgefahr!
Blutbildkontrolle:
Blutbildkontrolle wegen heparininduzierter Thrombopenie (= durch Heparingabe ausgelöster Abfall der Blutplättchen)
Heparinzubereitungen zur lokalen Anwendung:
– bei Blutergüssen, Prellungen, Verstauchungen
FAM: Heparin 30 000 Lichtenstein®

2. Coumarine

FAM: +Marcumar®, +Marcoumar®
Wirkung:
Coumarine hemmen die Herstellung bestimmter Gerinnungsfaktoren in der Leber, indem sie das dazu notwendige Vitamin K verdrängen.
―› Blutgerinnung wird herabgesetzt.
Die volle Wirkung tritt erst nach 1-3 Tagen ein.
Anwendung:
Marcumar® dient vor allem zur Langzeitbehandlung nach (z.B.):
– Venenthrombosen
– Lungenembolien
– Herzklappenersatz
– Herzinfarkt
Nebenwirkung:
– Blutungen
Hinweise zur Therapie:
1. individuelle Dosierung
2. regelmäßige Kontrolle der Dosierung durch den Quick-Wert oder INR-Wert
―› Quick- und INR-Wert sind ein Maß für die Gerinnungsfähigkeit des Blutes
3. bei Überdosierung Gabe von Vitamin K: Konakion®
4. vor geplanten Operationen muss Marcumar® abgesetzt werden
5. andere Medikamente nur nach Rücksprache mit dem Arzt
6. bei Schmerzen keine Gabe von Aspirin®/ASS

3. Thrombozytenaggregationshemmer (= TAH)

FAM: Aspirin® 100
ASS100-ratiopharm®
Wirkung:
Thrombozytenaggregationshemmer hemmen die Zusammenballung der Thrombozyten (= Blutplättchen) und verhindern so die Thrombusbildung. Sie wirken vor allem im arteriellen System.
Anwendung:
– Herzinfarkt- bzw. Reinfarktprophylaxe
– Schlaganfallprophylaxe
Nebenwirkungen:
– Magen-Darm-Blutungen
– Verengung der Atemwege
Wechselwirkung:
– keine gleichzeitige Behandlung mit Heparin und Marcumar®
Neuere Thrombozytenaggregationshemmer:
FAM: + Tiklid®, + Plavix®
Psyopharmaka
» Medikamente die psychische Vorgänge im Gehirn beeinflussen
» Psyopharmaka entfalten ihre Wirkung über Einfluss auf Neurotransmitter ( = Nervenbotenstoffe ) im ZNS

1. Antidepressiva

Wirken stimmungsaufhellend und angstlösent bei depressiv Erkrankten und verstärken Noradrenalin und Serotonin. Wirkung tritt oft erst nach 2 – 3 Wochen ein

  • pflanzlich:
    Johanneskraut; soll Serotoninwirkung verstärken

Nebenwirkung: Hautreaktionen, Haut wird empfindlicher

  • chemisch:
    1. Trizyklische Antidepressiva: ( verstärken Sympathikus ) verstärken Noradrenalin
    und Serotoninwirkung Bsp.: Aponal ®
    Nebenwirkungen: Mundtrockenheit, Tachykardie, Harnverhalt, Zittern und Schwindel
    2. Serotonin – Wiederaufnahmehemmer: Bsp.: Tagonis ®, Fluctin ®
    Nebenwirkungen: Übelkeit, Kopfschmerzen, Unruhe
  • MAO Hemmer:
    selten eingesetzt

2. Neuroleptika:

wirken primär antipsychotisch d.h. wirken gegen Psychosen wie Bsp.: Manie, Delier, gegen Verwirrtheit, Schizophrenie und sie wirken sedierend (» dämpfen Wahn, Angst, Erregbarkeit )
Neuroleptika blockieren die Dopaminrezeptoren im Gehirn

  • starke Neuroleptika: sind wenig sedierend; Bsp. Haldol ®
  • mittelstarke Neuroleptika: sind stärker sedierend; Bsp. Psyquil ®
  • schwache Neuroleptika: sind stark sedierend; Bsp. Atonsil ®; Truxal ®; Dipiperon ®; Melleril ®; Leponex ®
    Nebenwirkungen: ortostatische Hypotonie ( = beim Aufstehen ist einem schwindelig ), Blutdruckregulationsstörungen, Mundtrockenheit, Obstipation, Allergien, Hautreizungen, Dyskinesien ( = spontan auftretende unkontrollierbare Bewegungen ), bei hoher Dosierung Schlund- und Blickkrämpfe, Gewichtszunahme durch erhöhten Appetit, medikamentöses Parkinsonsyndrom

3. Beruhigungsmittel ( auch Tranquilizer oder Anxiolytika genannt )

  • pflanzlich:
    Baldrian, Hopfen, Kava – Kava – Wurzel (» ist eine Pflanze ) die sehr gut verträglich ist
    Bsp. Laitan ®
    Nebenwirkungen: Leberschaden bei langer Einnahmezeit
  • chemisch:
    Benzodiazepine: Bsp.: Valium ®, Adumbran ®, Tavor ®, Lexotanil ®, Dormicum ®
    wirken angstlösent, sedierend, schlafffördernd, Antiepileptisch und in hoher Dosierung narkotisierend
    Nebenwirkungen: Konzentrationsstörungen, Reaktionsstörungen, Müdigkeit, bei langer Einnahme ist eine Sichtgefahr gegeben, bei älteren Menschen kann es zu einer paradoxen Erregung kommen, evtl. Verwirrtheit

4. Schlafmittel ( = Hypnotika )

   a)   pflanzlich:
         Bsp.: Hopfen, Baldrian
b)   chemisch:
Benzodiazepine ( in stärkerer Dosierung )
Barbiturate Bsp.: Luminal ®
   c)   Verschiedenes:
Chloraldurat ® » dürfen nur herzgesunde alte Menschen nehmen

5. Nootropika: ( » Mittel, die die Hirnleistung verbessern sollen )

Sind umstritten ob sie wirklich gut wirken

  • pflanzlich:
    Gingoextrakte » Tebonil ®, Rökan ®
  • chemisch:
    Piracetan » Normabrain ®, Norotop ®
    Pyritind » Encephabol ®

Anämie
= Mangel an Erythrozyten und/oder Hämoglobin
Therapie:
Eisen2-Salze (oral):
FAM: Ferrosanol duodenal®
Lösferron®
Eryfer®
Dosierung: 100-200 mg/Tag
Dauer: 2-3 Monate
―› Tabletten nüchtern nehmen 30-60 Minuten vor dem Essen mit Orangensaft oder Vitamin C (nicht mit
Milch, Tee, Kaffee einnehmen, weil diese Eisen binden!)
Eisen3-Salze (parenteral):
FAM: Ferrlecit®
Bei Anämie durch Vitamin B12-Mangel:
FAM: Vitamin B12-Steigerwald-Ampullen
Nebenwirkungen:
– schwarzer Stuhl
– Magen-Darm-Störungen
– Verstopfung
Antihistaminika
Antihistaminika sind Arzneimittel, die bei allergischem Schnupfen, allergischer Bindehautentzündung und allergischen Ekzemen eingesetzt werden.
Wirkung:
Antihistaminika hemmen die Wirkung des Histamins.
Histamin ist ein Botenstoff, der für die allergischen Reaktionen verantwortlich ist.
Symptome:
– Juckreiz
– Rötung
– Nase schwillt an, Schnupfen
– Verengung der Bronchien
FAM:
a) bis zum Hals wirkend:  Zyrtec® (AS: Cetirizin)
Lorano® (AS: Loratadin)
Fenistil®
+ Xusal®
+ Aerius®
+ Telfast®
Livocab® (Nasensprays, Augentropfen)
b) bis in die Bronchien wirkend: + Zaditen®
c) lokale Wirkung: AS: Cromoglicinsäure (Nasensalbe, Augentropfen, Dosieraerosol)
FAM: Viridin®
DNCG Stada®
Nebenwirkung:
– Sedierung (Müdigkeit)
Wundbehandlung

1. Wundreinigung

―› Entfernung von Fremdkörpern, Belägen, …
– Ringer®Lösung, NaCl, Wasser

2. Wunddesinfektion

―› immer wenn Wunde infiziert ist oder Infektionsgefahr besteht
a) PVP-Jodhaltige Lösungen:

  • Betaisodona®
  • Braunol®
  • Traumasept®
  • Freka-cid®

Vorteil:
– gut verträglich, brennt kaum
– breites Wirkungsspektrum (Pilze, Bakterien, Viren)
– hohe Abtötungsrate nach kurzer Wirkungszeit
Nachteil:
– werden durch Blut und Eiter inaktiviert
– können Allergien auslösen
– dürfen bei Personen mit Schilddrüsenerkrankungen und Schwangeren nicht großflächig angewendet
werden
b) Octenisept®
―› besser verträglich, ohne Jod

3. Wundabdeckung

– bei Dekubitus besser feuchte Versorgung als trockene

4. Wundheilungsfördernde Medikamente

AS: Dexpanthenol

  • Bepanthen® (wirkt heilungsfördernd)

AS: Zinkoxid

  • Zinkpaste, Zinksalbe (wirken austrocknend)
  • Lebertran: (fördert Zellwachstum)

Mitosyl®
Mirfulan®


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