Autor/in: N. Meyer



Akute Pankreatitis

› plötzlich einsetzende Entzündung der Bauchspeicheldrüse mit Selbst andauung (da die Verdauungsenzyme bereits in dem Pankreas aktiviert werden)

Folge: Beeinträchtigung der Pankreas Funktion

Hauptursachen:

  • Alkoholabusus
  • Gallenwegs Erkrankungen
  • Medikamente (z. B.: Glucocorticoide, Zytostatika)
  • Infektionen

Symptome:

  • plötzlicher Beginn mit schweren Oberbauchschmerzen strahlen oft gürtelförmig in den Rücken aus
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Subiliues, Ileus
  • Evtl. Fieber
  • In schweren Fällen› Ikterus, Aszites, Pleuraergüsse, Schock, Sepsis Anzeichen
  • Druckschmerzhaftes Abdomen, „Gummibauch“ durch Meteorismus

Komplikationen und Verlauf:

  • Verlauf der meisten Pankreatiden ist relativ leicht
  • Komplikation›
  • RR-Versagen mit Nierenversagen
  • Schocklunge
  • Abszesse
  • Pseudozysten (krankhafter Hohlraum)

Behandlung:

  • bei der akuten Pankreatitis wird konservativ behandelt

› parenterale Ernährung mit Elektrolyt- und Volumenersatz
› Schmerzbekämpfung z. B.: Procain über Perfusor, evtl. Paracetamol, Tramadol, Temgesic, Dolantin
› bei Verdacht auf Gallenstein Einklemmung im Papillen Bereich OP

Prognose:

  • leichte Form heilbar
  • schwere Form bis zu 80 % tödlich

Chronische Pankreatitis:

  • Kontinuierlich fortschreitend oder in Schüben
  • Endokriner und exokriner Verlust der Pankreas Funktion
  • In 75 % bedingt durch Alkoholabusus

Symptome:

  • Leitsymptom› wiederholt auftretende Schmerzattacken über stunden bis Tage, meist ausgelöst durch fettige Mahlzeiten oder Alkohol
  • Schmerzen sind typischerweise im Oberbauch und strahlen gürtelförmig in den Rücken aus

Komplikationen:

  • v.a. Pseudozysten, mit Ikterus durch Kompression der Gallenwege
  • Duodenalstenosen
  • Abszesse
  • Milzvenen Thrombose
  • Aszites

Behandlung:

akute Schübe werden wie eine akute Pankreatitis behandelt

Ansonsten gelten folgende Grundsätze:

  • absolute Alkoholabstinenz
  • kleine Mahlzeiten, kohlenhydratreich, fettarm
  • fehlende Pankreasenzyme werden substituiert
  • bei einem Diabetes mellitus, ist Insulin erforderlich
  • evtl. Vitamingabe
  • vielfach Analgetika notwendig

Das Pfortadersystem:

  • Das Pfortadersystem verbindet zwei Kapillar gebiete, die des Magen-Darm-Kanals, mit dem der Leber
  • O₂-armes, nährstoffreiches Blut wird ohne Umweg, über den großen Kreislauf, zur Leber geführt

Leber:

Sie ist unterteilt in zwei Lappen, größter Teil liegt unter der rechten Zwerchfell Kuppe.
Versorgung durch die Leberarterie und die Pfortader.

  • Größtes Stoffwechselorgan
  • Bildung der Galle
  • regelt das Eiweiß-Kohlenhydrat und Fettstoffwechsel
  • Entgiftungsfunktion

Aufgaben im Kohlenhydratstoffwechsel:

  • Auf- und Abbau von Glykogen
  • Speicherung von Glykogen

Aufgaben im Fettstoffwechsel:

  • Auf- und Abbau von Fettsäuren
  • Aufbau von Plasma Lipoproteinen (dienen dem Transport von Triglyzeriden, Phospholipiden und Cholesterin)
  • Ketonkörpersynthese (die Ketonkörper werden nicht in der Leber, sondern in den peripheren Organen, z. B.: Muskeln zum Zwecke der Energiefreisetzung restlos abgebaut)

› Hunger, Fasten, Diabetes mellitus führen zu einem extremen Konzentrationsanstieg von Ketonkörpern, sodass diese in den Urin übertreten

Aufgaben im Eiweißstoffwechsel:

  • Aufbau der körpereigenen Plasmaproteine (z. B.: Transportproteine, Gerinnungsfaktoren, osmotisch wirksame Teilchen)
  • Harnstoffsynthese aus Amino Stickstoff

Produktion der Galle:

  • Fettverdauung
  • Abbau überalterter Blutzellen (entstehen beim Hämoglobin Abbau, letztlich Bilirubin, welches über die Gallenflüssigkeit in den Darm gelangt)

Entgiftungsfunktion:

  • körpereigene oder körperfremde Stoffe (z. B.: Medikamente)

Dünndarm:

  • reicht vom Magenausgang bis zum Blinddarm

Abschnitte:

  • Duodenum (Zwölffingerdarm)
  • Jejunum (Leerdarm)
  • Ileum (Krummdarm)

Aufgaben:

  • Bildung enzymhaltiger Verdauungssekrete
  • Endgültige Verdauung des im Mund und Magen vorverdautem Speisebreis
  • Abgabe von Nährstoffmolekülen über das Epithel der Dünndarmschleimhaut an den Kreislauf

Enterohepatischer Kreislauf:

Im letzten Abschnitt des Dünndarms, dem Ileum, wird die Gallensäure zu etwa 90 % rück resorbiert. Gelangt über das Pfortader Blut wieder zur Leber. Wird an die Galle erneut abgegeben, dieses entlastet die Leber, da durch das „Recycling“ nur wenig Gallensäure neu hergestellt werden muss.

Kolon (Dickdarm):

  • reicht vom Blinddarm bis zum Mastdarm/Rektum

Aufgaben:

  • Eindickung des Darminhalts durch Rückresorption von Wasser
  • Weiterer Abbau unverdaulicher Nahrungsreste durch Darmbakterien

Mastdarm/Rektum (Enddarm):

  • letzter Abschnitt des Verdauungsorgans

Aufgaben:
– Dient der Speicherung des halbfesten Stuhls, der schließlich über den Anus ausgeschieden wird.

Hernien:

› Eingeweide – oder Weichteilbruch, oft mit Durchtritt eines Bruchsacks (sackartige Ausstülpung des Peritoneum) durch eine Bruchpforte (Bauchwandlücke) und Bruchinhalt (Eingeweide o. Organteile)

Man unterscheidet:

  • angeborene oder erworbene Hernie
  • äußere oder innere Hernie (Lokalisation)
  • nach ihrer Komplikation › reponibel

› Irreponibel
› Inkarzeriert

Im Gegensatz zum Prolaps ist eine echte Hernie immer vollständig vom Peritoneum überzogen.

Krankheitsentstehung:

Angeborene Hernie› fehlender Verschluss embryonal bestehender Peritoneal Ausstülpungen (z. B.: Nabel Hernie)
Erworbene Hernie› anlagebedingt oder durch Verletzung bedingte Schwäche der Bauchwand → begünstigt durch Adipositas, chronische Obstipation
Symptomatische Hernie›ist Ausdruck einer krankhaften Erhöhung des intraabdominellen Druckes z. B.: infolge von Aszites oder Darmtumoren

Behandlung:

Reponibel Hernien können meist manuell zurückverlagert werden, dies ist jedoch keine dauerhafte Lösung, da die Gefahr einer inkarzerierten Hernie weiterhin besteht (inkarzerierte Hernien müssen sofort operiert werden), deshalb wird auch deshalb meist OP gleichsam nach OP auf weichen Stuhlgang achten. Anspannung der Bauchdecke für ca. 6–12 Wochen nach der OP vermeiden.

Formen:

  • Leistenhernie
  • Schenkel Hernie
  • Nabel Hernie
  • Narben Hernie

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