Autor/in: K.Biesgen

Wohnen im Alter

Hilfsbedürftigkeit

Bezieht sich im Wesentlichen aus Hauswirtschaftlichen Verrichtungen.  Viele alte Menschen sind noch sehr selbstständig, können aber körperlich anstrengende Hausarbeiten nicht mehr leisten z.B. putzen, Schnee räumen, schwere Einkäufe tragen oder sie sind mit finanziellen Dingen oder Verwaltungsarbeiten überfordert z.B. Briefe schreiben, Geldanlagen überwachen.
Alte Menschen haben oft auch Angst alleine zu baden oder Treppen zu steigen.

Pflegebedürftigkeit

Ist im Pflegeversicherungsgesetz genau geregelt. Da heißt es: Pflegebedürftig sind Personen die wegen einer körperlichen, geistigen oder seelischen Krankheit oder Behinderung für die gewöhnlichen und regelmäßig wiederkehrenden Verrichtungen im Ablauf des täglichen Lebens auf Dauer voraussichtlich für mindestens 6 Monate in erheblichen oder höheren Maße der Pflege bedürfen. Hauswirtschaftliche Hilfen oder  Hilfen bei der Mobilität sind eingeschlossen. Entscheidend ist die Dauer.

Wohnen im Alter

Wohnsituation im Alter:

  • ca. 85 % leben selbstständig mit dem Partner oder ganz allein
  • ca. 10 % leben in Mehrgenerationsfamilien, die Tendenz ist rückläufig
  • ca. 5 % leben in Einrichtungen der Altenhilfe, davon leben ca. 1 % in Altenwohnungen, ca. 3 % in Altenheimen und ca. 1 % in Pflegeheimen, Tendenz steigend (in Bezug Pflegeheimen)

Wohnverhältnisse spielen bei Hilfsbedürftigkeit und Pflegebedürftigkeit eine große Rolle. Die Wohnung sollte Altersgerecht und Barrierefrei (festgeschriebene Standards) sein.

Selbstständiges wohnen im Alter hängt ab:

  • vom Gesundheitszustand
  • der Miete und weitere Kosten für Hilfe evtl. Wohngeld
  • Ausstattung der Wohnung » Altersgerecht z.B. mit Haltegriffen im Bad, keine Türschwellen
  • Erreichbarkeit der Wohnung z. B. Fahrstuhl oder Paterwohnung
  • Vom Wohnumfeld » Infrastruktur z.B. Einkaufsmöglichkeiten, öffentliche Verkehrsmittel, Ärzte
  • Soziale Netzwerke » Familie, Kontakt im direktem Umfeld
  • Möglichkeiten eines ambulanten Pflegedienstes

selbstständiges Wohnen wird erschwert, wenn mehrere Probleme gleichzeitig auftreten, z.B.

  • gesundheitliche Probleme
  • wenn man schlecht gehen kann
  • Wohnungsmängel gegeben sind (Bad Haltevorrichtung)
  • Wohnung sich in der 3. Etage befindet und kein Fahrstuhl vorhanden ist
  • mangelhafte soziale Netze (Freunde, Bekannte oder Verwandte nicht vorhanden) oder
    professionelle Hilfe (Wohnungsbauweise abhängig) kaum möglich ist.

Besonders betroffen von der aufgeführten Problematik sind:

  • 1 Personen Haushalte
  • hochbetagte (ab 75 Jahre) Menschen
  • allein lebende ältere Frauen
  • Mieterhaushalte (wohnt nur zur Miete)
  • pflegebedürftige Menschen

Besondere Einschränkungen bei den Alltagsaktivitäten ergeben sich im Bereich:

  • Bad/ Dusche
  • waschen
  • Toilette
  • Zugang zur Wohnung
  • Treppen steigen

Schichtunterschiede bezüglich des Wohnens:

Höhere Schicht

  • bessere Einkommenssituation
  • bessere Wohnbedingung,
  • z.T. Eigentum vorhanden
  • mobiler, öfter Umzug durch Beruf und Lebenssituation

Untere Schicht

  • schlechte Wohnqualität
  • oft in alten Wohnvierteln lebend
  • hat mehr Nachbarschaftskontakte und eine höhere Fähigkeit selbst oder gegenseitiger Hilfe, etwas Auszubessern, weil sie stärker in ihrer Umgebung verhaftet sind

 Drei Generationsfamilien

Die Dreigenerationsfamilie verliert zunehmend an Bedeutung, diese Entwicklung ist überwiegend zurückzuführen auf:
  • die Arbeitsbedingungen haben sich verändert (Trennung von Arbeit und Leben)
  • die räumliche Trennung der Generationen (ist von beiden Seiten gewollt)
» innere Nähe durch äußere Distanz
  • die Arbeitsmarktsituation hat sich verändert, Arbeitnehmer sind flexibler, mobiler, nicht mehr so ortsgebunden wie früher (vor 40/50 Jahren)

Leben in Einrichtungen der Altenhilfe:

Der typische Heimbewohner ist weiblich (86 %9, über 80 Jahre alt, allein stehend, zumindest hilfsbedürftig und häufig dementiell erkrankt. Die Hauptformen stationärer Altenhilfe sind Alten(wohn)heime, immer mehr betreute Wohnen und Pflegeheime.
Hauptgründe für eine Heimeinweisung sind Inkontinenz, dementielle Erkrankung, Mutimorbilität, ungünstige Wohnverhältnisse bzw. Verlust der Wohnung durch Kündigung, Fehlen von sozialer Unterstützung. Der Umzug in ein Pflegeheim erfolgt oft sehr plötzlich, z.B. nach einem Unfall oder einem Schlaganfall. Der Einzug in ein Pflegeheim entspricht fast nie dem eigenen Wunsch, wird aber als unabwendbares Schicksal hingenommen.

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