Autor/in: TMeißner

,,Was bietet das Betreute Wohnen?

Soviel Selbständigkeit wie möglich, so viel Hilfe wie nötig

Ein unabhängiges, selbständiges Wohnen in den eigenen vier Wänden mit der Möglichkeit, flankierende Serviceleistungen zu buchen, bietet Betreutes Wohnen. Bei dieser Wohnform mietet der Bewohner eine vollwertige Wohnung mit Bad und Kücheneinrichtung.
Die Wohnung ist den altersspezifischen Bedürfnisse angepasst und vorausschauend auf einen sich verschlechternden Gesundheitszustand des Bewohners, behinderten- und zum Teil auch rollstuhlgerecht ausgestattet (DIN 18025, Teil I/II). Kulturelle Betreuung, hauswirtschaftliche Hilfe und Pflege bei Bedarf gehören zum Konzept. Zusätzlich können weitere Leistungen abgerufen werden. Die Pflegeleistungen werden über ambulante Dienste erbracht (ambulante Pflegeleistungen nach § 71 Abs. 1 SGB XI).
Grundsatz für Betreutes Wohnen ist: Soviel Selbständigkeit wie möglich, so viel Hilfe wie nötig. Auch Service-Wohnen, Wohnen plus u. a. lassen sich der Kategorie Betreutes Wohnen zuordnen.
Zu beachten ist, dass nach dem neuen Heimgesetz, in Kraft getreten am 1.1.2002, Betreutes Wohnen unter ganz bestimmten Voraussetzungen unter das Heimgesetz fällt. Dies ist der Fall, wenn die Mieter vertraglich verpflichtet sind, Verpflegung und weitergehende Betreuungsleistungen von bestimmten Anbietern anzunehmen (§1 Abs. 2 Heimgesetz).

Die 10 Qualitätsmerkmale für Betreutes Wohnen

Nehmen Sie sich Zeit für die Prüfung Ihres künftigen Zuhauses.
Ein unabhängiges, selbständiges Wohnen in den eigenen vier Wänden mit der Möglichkeit, flankierende Serviceleistungen zu buchen, bietet Betreutes Wohnen. Nachfolgenden Anforderungen gelten für Betreutes Wohnen:

  • Wohnlage: Erreichbarkeit von Einkaufsmöglichkeiten und Freizeiteinrichtungen
  • Erschließung: Verkehrsanbindung und barrierefreier Zugang
  • Wohnumfeld: Ausstattung und Grundrissgestaltung ermöglicht Selbständigkeit
  • Wohnsituation: Grundrissgestaltung gewährt hohes Maß an Privatsein
  • Gesellschaftliches Leben: unverbindliche Angebote, keine Zwangskontakte
  • Serviceangebote: dauerhaft garantierte Dienstleistungen z.B. für Haushalt und Verpflegung
  • Pflegeangebote: hausinterne Versorgung im Bedarfsfall durch qualifiziertes Personal
  • Vertragsgestaltung: uneingeschränkte Wahlfreiheit bei Service- und Pflegeangeboten
  • Information und Beratung: individuelle Beratung über verschiedene Angebote
  • Preise: Transparenz aller angebotenen

Betreutes Wohnen – acht Vorteile

Für Sie auf einen Blick zusammengestellt

  1. Die Bewohner haben eine seniorengerechte und barrierefreie Wohnung.
  2. Die Einrichtungen bieten Ihnen Sicherheit rund um die Uhr. Bei vielen ist das nicht nur auf Notfälle beschränkt, sondern gilt auch für einfache Servicewünsche und pflegerische Probleme.
  3. Die Häuser bieten vier Mahlzeiten am Tag an. Kochen und Einkaufen werden also zu einer frei wählbaren Angelegenheit.
  4. Nicht zu vergessen: das Gemeinschaftsleben: Tür an Tür lernt man sich schnell kennen.
  5. Die Einrichtungen bieten Freizeit- und teilweise Weiterbildungsprogramme an.
  6. Sie erfahren auch Hilfe bei allgemeinen Problemen des Alltags und verwaltungstechnischen Angelegenheiten.
  7. Die meisten Einrichtungen kommen auch bei einer Verschlechterung des Allgemeinzustandes nicht an ihre Leistungsgrenzen und können eine Pflegeheimaufnahme verhindern oder verzögern.
  8. Außerdem bietet die Einrichtung einen gewissen Schutz vor aufdringlichen Werbebesuchern und anderen unerwünschten Gästen.

Nachteil
Was ist zu beachten?

Es gibt keine bundeseinheitliche Prüfung dieser Seniorenwohnanlagen von Behörden oder Verbraucherzentralen. Das heisst, man muss selbst darauf achten, dass die versprochenen Leistungen auch erbracht werden, und zwar im Vorfeld eines Vertragsabschlusses

.Bewertung und Ausblick

Betreutes Wohnen ist durchaus eine geeignete Wohnform für Senioren, die sich insbesondere dann anbietet, wenn die eigene Wohnung aus gesundheitlichen, finanziellen oder sozialen Gründen für den Lebensabend nicht geeignet ist bzw. wenn man in die Nähe seiner Kinder ziehen möchte.

Gerade weil es sich meist um den letzten Umzug handelt, sind eine sorgfältige Prüfung und ein Vergleich verschiedener Anlagen und ihrer Angebote wichtig! Einer Vielzahl von seriösen Anbietern stehen durchaus schwarze Schafe gegenüber, die ihre Zusagen nur bedingt einlösen. Seit September 2006 gibt es die DIN-Norm 77800 „Betreutes Wohnen“, die es erstmalig ermöglicht, die angebotenen Dienstleistungen nach einem einheitlichen Maßstab zu vergleichen. Es liegt jedoch in der freien Entscheidung der Träger, ob sie ihre Anlage zertifizieren lassen.

Nach Schätzungen von Fachkreisen gibt es in Hamburg ungefähr 7000 Wohnungen im Betreuten Wohnen; davon sind ca. 5000 öffentlich gefördert, jeweils etwa 1000 Wohnungen gibt es in mittleren und hochpreisigen frei finanzierten Anlagen. Auch wenn der Senat den Bau von Betreuten Wohnungen weiterhin öffentlich fördert und neue frei finanzierte Anlagen entstehen, bleibt das Angebot, bezogen auf die rund 320.000 Menschen in Hamburg, die das 65. Lebensjahr erreicht haben, begrenzt.

Individuell hilft nur eine rechtzeitige Anmeldung. In begehrten Anlagen beträgt die Wartezeit teilweise 4 Jahre und länger. Vor dem Hintergrund eines wachsenden Anteils älterer Menschen in der Stadt sind Politik, soziale Träger und Wohnungsanbieter gefordert, weitere Modelle zur Betreuung zu entwickeln, die vor allem die Wohnquartiere in den Mittelpunkt stellen. Wichtige Anregungen und Handlungsvorschläge bietet u.a. die Ergebnisanalyse des Werkstatt-Wettbewerbs „Quartier“ der Bertelsmann-Stiftung und des Kuratoriums Deutsche Altershilfe, in der am Beispiel einzelner Modellprojekte notwendige Strukturveränderungen in der Altenhilfe aufgezeigt werden (Kuratorium Deutsche Altershilfe, Köln 2007). Hier gibt es auch in Hamburg noch viel zu tun

Vor und nachteile
Vorteil ist, daß du in einem Haus mit „Gleichaltrigen“ wohnst, aber nicht in einem Heim, sondern in der eigenen Wohnung und dadurch eine gewisse Selbstständigkeit und Unabhängigkeit bewahrst. Du kannst alles noch selbst machen oder dir verschiedene Dienstleistungen (wie Essen-, Wäsche- oder Reinigungsdienst) dazu „kaufen“. Außerdem ist immer eine Person im Haus (meistens eine Schwester), die im Notfall alarmiert werden kann. Der Nachteil sind eindeutig die sehr hohen Kosten.

Von der WG bis zum Heim

Umziehen oder nicht umziehen? Dies ist im Alter oft die Kardinalsfrage. Ein Überblick über die Möglichkeiten kann die Entscheidung erleichtern.

Wohngemeinschaft
Sie wird entweder privat organisiert oder in Trägerschaft von Sozialeinrichtungen geführt.
Vorteile: Der Wohnraum kann selbst gestaltet werden, es gibt enge soziale Kontakte.
Nachteile: Bei schwerer Pflegebedürftigkeit wird meist ein schneller Umzug nötig.
Kosten pro Monat: Es fallen die Miete für den eigenen Wohnraum und unter Umständen zusätzliche Kosten für Gemeinschaftsräume und Organisationsaufwand an.
Zuschüsse: in der Regel wie bei eigener Wohnung
Weiterführende Informationen: Forum Gemeinschaftliches Wohnen e.V.: www.fgwa.de

Betreute Wohngruppe
Sie ist eine relativ neue Wohnform, zurzeit gibt es erst einige Hundert derartige Einrichtungen in Deutschland.
Vorteile: Sie kombiniert die Vorzüge der Wohngemeinschaft mit Hilfe- und Pflegeleistungen.
Nachteile: Es kann bürokratische Hürden bei der Beantragung von Zuschüssen geben.
Kosten pro Monat: ohne Pflegeleistungen: rund 370 bis 3000 Euro, mit Pflegeleistungen 530 bis 6400 Euro
Zuschüsse: Sie müssen im Einzelfall mit der Pflegekasse oder dem Sozialamt geklärt werden.
Weiterführende Informationen: Eine Übersicht über bestehende Initiativen bietet das Kuratorium Deutsche Altershilfe: www.kda.de/catalog/product_info.php?products_id=203

Betreutes Wohnen
Für diese Wohnform gibt es keine verbindlichen Standards. Häufig werden Ein- oder Zweizimmerwohnungen mit Küche und Bad angeboten. Grundservice ist meist ein Notruf und eine ständig verfügbare Fachkraft. Wahlleistungen wie Wäschewaschen können zusätzlich gebucht werden.
Vorteile: Der Wohnraum kann selbst gestaltet werden. Soziale Kontakte, Freizeitangebote und Hilfe sind verfügbar.
Nachteile: Nicht alle Einrichtungen versorgen Senioren bei schwerer Pflegebedürftigkeit.
Kosten pro Monat: Preise und Leistungen schwanken stark. Preiswertere Anbieter verlangen die ortsübliche Miete plus eine Pauschale von 70 bis 130 Euro für Notruf und stets verfügbare Ansprechpartner.
Zuschüsse: in der Regel wie bei eigener Wohnung

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