Autor/in: B. Pafel

Soziale Gruppenarbeit

2. Soziale Gruppenarbeit

Definition:

Soziale Gruppenarbeit ist eine Methode der Sozialarbeit die den Einzelnen durch sinnvolle Gruppenerlebnisse hilft, ihre soziale Funktionsfähigkeit zu steigern und ihren persönlichen Problemen, ihren Gruppenproblemen oder den Problemen des öffentlichen Lebens besser gewachsen zu sein.

2.2 Drei Hauptkriterien:

  • Die Gruppe ist nicht Selbstzweck, sondern Ort und Mittel der Pädagogik:
    Es geht um Entwicklung, Reifung, Bildung, Heilung und Eingliederung Einzelner. Die Gruppe ist das Instrument pädagogischer Einflussnahme.
  • Soziale Gruppenarbeit findet erst dann statt, wenn ein Experte als Leiter fungiert.
  • Ziel ist:
    Steigerung der sozialen Funktionsfähigkeit.

Die Elemente der sozialen Gruppenarbeit

Ethische Bezugsarbeit (» Wie die 10 Gebote der sozialen Einzelfallhilfe)

  • jeden Menschen in seiner Gesamtheit sehen
  • seine Selbsthilfekräfte entdecken und fördern
  • ihm zum Partner am Hilfeprozess werden lassen
  • jeden Klienten so akzeptieren wie er ist und ihm Grenzen setzen die er braucht
  • nicht voreingenommen urteilen
  • mit dem Klienten dort anfangen, wo er steht
  • mit seinen Stärken arbeiten
  • es jedem Klienten ermöglichen sich frei zu äußern
  • ihm helfen, sein Recht auf Selbstbestimmung und seine Pflicht zur Selbstverantwortung zu verwirklichen
  • ihm helfen, sich selbst und seine Lage besser zu verstehen

Die Phasen des Gruppenprozesses

  • Orientierung innerhalb der Gruppe (Jeder Teilnehmer schaut zunächst, wie die Gruppe zusammengesetzt ist, zu welchen Menschen er sich hingezogen oder sich abgestoßen fühlt.
  • Rollenfindung und Position finden (Eigene Position suchen, ausprobieren, festigen. Rollen verteilen, gegebenenfalls auch wieder überdenken und ändern.)
  • Rangordnung / Machtkampf (Verteilung von Macht, Kompetenz, Autorität, Unterwerfung und Anpassung innerhalb der Gruppenmitglieder).
  • Vertrautheit / Intimität (Wenn Vertrauen innerhalb der Gruppe herrscht, kann jeder Einzelne frei und offen reden, sich gegebenenfalls fallen lassen, Probleme besprechen.
  • Identifikation / Teil der Gruppe (Man fühlt sich angenommen, hat Vertrauen in die Gruppe, findet Rückhalt in der Gruppe, entwickelt ein Wir- Gefühl, schöpft neue Kraft aus der Gruppe).
  • Ablösung von der Gruppe / Auflösung der Gruppe (Ist das Gruppenziel erreicht oder kann die Gruppe dem Betroffenen nicht mehr weiterhelfen, löst man sich ab oder die Gruppe wird aufgelöst. Das muss aber nicht heißen, das alle Kontakte abgebrochen werden.
  • Techniken und Verfahrensweisen (Steuerung des Gruppenprozesses)
  • Soziometrische Verfahren (Analyse von Gruppen- und Interaktionsstrukturen) –> Messen von sozialen Verhältnissen z.B. mit einen Soziogramm. (Ein Soziogramm ist die graphische Darstellung von sozialen Beziehungen innerhalb einer Gruppe
  • Beobachtung (Fremd- und Selbstwahrnehmung)
  • Methoden der Gesprächsführung und Gesprächsmotivation (Vorstellungsrunde, Brainstorming, Rollenspiele, Referate, Diskussionen)
  • Entwicklung von Auswertungsmethoden (Statistik, mehrere Soziogramme, Fragebögen)
  • Kritik an der Methode
  • Subjektivität des Gruppenleiters
  • Methode ist hauptsächlich aus anderen Wissenschaftsbereichen entlehnt (Soziologie, Psychologie)
  • Anwendung in der Altenarbeit
  • Gruppenfreizeitgestaltung (z.B. mit Unterstützung eines Ergotherapeuten)
  • „Kleine“ Fortbildungs- oder Infoveranstaltung mit anschließender Auswertung
  • Integration Einzelner in bestehende Gruppen
  • Gruppenarbeit mit Angehörigen
  • Angeleitete Selbsthilfegruppe

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