Autor/in: B. Pafel

Soziale Einzelfallhilfe

Definition (Sozial Casework)

Soziale Einzelfallhilfe ist ein Prozess, der von bestimmten Sozialdienststellen eingesetzt wird, um Menschen zu helfen, mit ihren Problemen besser fertig zu werden.

Die Hauptkriterien

  • Die soziale Einzelfallhilfe lokalisiert die Probleme in den Individuen
  • SEH versteht sich als Hilfe zur Persönlichkeitsentwicklung
  • Wichtigstes Medium der SEH ist die helfende Beziehung
  • Ziel ist die Steigerung des Wohlbefindens des Klienten und eine bessere Anpassung an die Umwelt

Die vier Elemente der SEH

3.1 Der ethische Bezugsrahmen = 10 Gebote der Sozialarbeit
Du sollst :

  • jeden Menschen in seiner Gesamtheit sehen
  • seine Selbsthilfekräfte entdecken und fördern
  • ihm zum Partner am Hilfeprozess werden lassen
  • jeden Klienten so akzeptieren wie er ist und ihm Grenzen setzen die er braucht
  • nicht voreingenommen urteilen
  • mit dem Klienten dort anfangen, wo er steht
  • mit seinen Stärken arbeiten
  • es jedem Klienten ermöglichen sich frei zu äußern
  • ihm helfen, sein Recht auf Selbstbestimmung und seine Pflicht zur Selbstverantwortung zu verwirklichen
  • ihm helfen, sich selbst und seine Lage besser zu verstehen

3.2 Die Phasen des Hilfeprozesses

  • Anamese (Sammlung von Daten und Fakten zur Person und sein Problem
  • Soziale Diagnose (Zusammenfassung und Deutung der Befunde / Plan zur Abhilfe)
  • Therapie (helfende Beziehung, Beratungsgespräche mit dem Klienten und gegebenenfalls seines Umfeldes » Familie, Arbeitsplatz, Freunde und weiterverweisen an Spezialeinrichtungen)

3.3 Erschließung von Hilfsquellen

  • Sozialgesetzgebung
  • Kontakte zu anderen Hilfeeinrichtungen
  • Kontakte zu Ärzten, Beratern, Behörden

3.4 Methoden der Gesprächsführung

  • „Klientenzentrierte Gesprächsführung“
  • Techniken des Fragens
  • Non- verbale Unterstützung (Augenkontakt, Nicken)
  • Atmosphärische Unterstützung
  • Zuhören und beobachten

4. Kritik an der Methode

  • Es gibt nur eine Methode, nämlich das Beratungsgespräch
  • Der Sozialarbeiter / Berater ist auch „Subjekt“ das heißt nicht immer wertneutral, manchmal auch persönlich betroffen
  • Die Problematik ist oftmals nicht ausschließlich am Betroffenen festzumachen, sondern betrifft oft auch das Umfeld
  • Die „Nomenklatur“ wird oft als zu hochtrabend empfunden (= entlehnt an die Medizin)

5. Anwendung in der Altenarbeit

  • Beratungsgespräch bei Heimplatz, Kosten
  • Suchtgefahr
  • Depression
  • Gespräche mit Angehörigen
  • Beratung / Vermittlung in andere Bereiche
  • Sexuelle Probleme
  • Isolation / Einsamkeit
  • Verwahrlosung
  • Beratung bei Partnerverlust
  • Beratung bei Pensionierungsschock
  • Finanzielle Beratung / Behördengänge

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