Pflegediagnose II / 11
Intertrigo
Definition: Intertrigo
- Wundsein: Bezeichnung stammt aus dem Lateinischen: Wundreiben.
Lokal entstehen rote, juckende ggf. nässende Hautdefekte in
Hautfalten
Kennzeichen:
Hautrötung
- Hauterhebung
- sog. "aufgequollene" Haut
- Nässende
Hautstellen
- Bildung
von Fissuren
Infektionszeichen:
Lokal: - Rötung,
Schwellung, ggf. weißliche Beläge durch Mykosen Pustelbildung,
bei nässenden Hauterosionen durch bakterielle Superinfektion
- Juckreiz
- Brennender
Schmerz
Ätiologische oder beeinflussbare Faktoren:
Hyperhidrosis:
- =
generalisierte oder lokale Steigerung der Schweißsekretion
z.B. durch Fieber, Hyperthyreose, Adipositas, Apoplex, M.
Parkinson
- Durch
Grunderkrankungen oder Fieber kann der Organismus soweit geschwächt
werden, das ubiquitäre (überall verbreitet) Keime pathogene
Wirkung bekommen und zu Entzündungen an der bereits vorgeschädigten
Haut fuhren
- Inkontinenz: Urin erzeugt ein feucht-warmes
Klima, in dem sich Bakterien und Pilze gut vermehren
- Einfluss
nehmen auch Ammoniak und Harnstoffgehalt, welche die Haut schädigen
- Verdauungsenzyme
des Stuhls, insbesondere bei Diarrhö, schädigen die Haut
- Plastikfolien
zum Bettschutz bzw. in Inkontinenzversorgungsartikeln nehmen der
Haut die Möglichkeit zum Atmen und Feuchtigkeit kann nicht
verdunsten
Hautpflege: Falsch:
- Häufiges,
heißes langes Baden - Säureschutzmantel der Haut wird
angegriffen, der Schutzmechanismus der Haut wird reduziert
- Alkalische
Seifen verändern den pH-Wert der Haut - dies fördert
die Austrocknung und Entfettung der Haut. Auch pH-neutrale Seifen
entziehen der Haut Fett und trocknen sie aus. Die enthaltenen rückfettenden
Substanzen reichen nicht aus. Unzureichendes Abtrocknen führt
zur Feuchtigkeitsansammlung in Hautfalten und gefährdeten
Regionen. Chemische Zusätze in Seifen, Hautschutzsprays usw.
fuhren immer häufiger zu allergischen Reaktionen, die dann
Ausgangsbasis für Infektionen darstellen
Bettlägerigkeit:
- Bewegungseinschränkung nimmt dem Körperschweiß die
Möglichkeit zu verdunsten. An viele Körperregionen kommt
keine Luft. Es entstehen feuchte Kammern, in denen Bakterien und
Pilze gut gedeihen
- Feuchte
Kammern entstehen bei Lähmungen und Kontrakturen vor allem
in: Achselhöhle, Ellenbeuge, Leistenbeuge, Kniekehle, Handballen
- durch starke Kontrakturen in den Fingern und Händen
Risikogruppen:
- Kunden
mit Erkrankung, die mit Schwitzen einhergehen: Fieber, Apoplex,
M. Parkinson, SHT - z.B. Apallisches Syndrom, Hyperthyreose,
vegetative Dystonie (fehlender Spannungszustand des vegetativen
Nervensystems), Adipositas
- Kunden
mit Bewegungseinschränkungen, z.B. Bewusstlose, Gelähmte,
Kunden mit Kontrakturen, spastischen Lähmungen oder schlechtem
Allgemeinzustand
Evaluation erfolgt:
- Bei
Veränderung täglich
- Bei
Bedarf täglich
Standard III / 1
Indirekte Pflege
PEG-Versorgung
Probleme:
- Druckgefühl
im Oberbauch, Blässe, Schweißausbruch, Übelkeit,
Erbrechen, Diarrhö, Dehydratation, Meteorismen (Blähungen),
Obstipation
Ursachen:
- Druckgefühl:
zu schnelle Applikation
- kontaminierte
Nahrung
- zu
viel Nahrung, in kurzer Zeit
Erbrechen:
- verdorbene,
kontaminierte Nahrung
- Erkrankungen
im Verdauungs- oder Mund-, Zahn-, Kieferbereich
Diarrhö:
- ballaststoffarme
Nahrung
- zu
viel Nahrung, in zu kurzer Zeit appliziert, zu kalte Nahrung
- medikamentöse
Ursache, z.B. Antibiotikagabe
Dehydratation:
- Herz
und Niereninsuffizienz mit Ödembildung
- ungenügende
Flüssigkeitszufuhr
Obstipation:
- ballaststoffarme
Kost
- endogene
Ursachen
- zu
wenig Flüssigkeit
Ziel:
- Verhinderung
von Kontaminationen, Verdauungsstörungen
- Qualitativer
und quantitativer Ausgleich bei Nahrungskarenz oder ungenügender
Nahrungsaufnahme
- Sorgfältige
gepflegte PEG-Anlage
Vorbereitung / Material:
- Steriles
Verbandsset für den Verbandwechsel
- Mundpflegeset
für die Durchführung der Mundpflege 3-5 x tägl.
lt. Standard I / 3 / 4
- Sondenkost,
laut Ernährungsplan
- Flüssigkeitszufuhr
ebenfalls nach genauem Plan
Pflegerische Maßnahme
- Verbandwechsel, bei reizfreier Einstichstelle 3 x wöchentlich,
bei Infektionen oder beginnenden Reizungen tägl., Mundpflege
lt. Standard III / 4 3-5 x täglich
- Verabreichung der Sondenkost lt. Ernährungsplan, mit Bilanzierung,
Kontrolle der Vitalzeichen und Gewichtskontrolle
- Genaueste Dokumentation der durchgeführten Maßnahmen
- Hinweis: - Erhöhte
Lagerung während der Sondenkostverabreichung
- Vermeidung
von Luft / Luftblasen im Überleitungssystem, Wechsel 1 x in
24 h
- Bei
Medikamentenverabreichung zu beachten: zermörsert, mit Tee,
vorheriges und anschließendes Durchspülen der Sonde
mit Tee
- Keine
Fruchttees oder Obstsäfte verwenden, Sondenkost kann ausflocken
- Kontaminationsgefahr:
angebrochene Flaschen mit Datum versehen im Kühlschrank max.
24 h lagern; laufende Sondenkost nicht in der Nähe von Heizkörpern
oder ungeschützt vor Sonneneinstrahlung; Sauberkeit des Umfeldes
und des Gerätes zur Applikation beachten
- Sondenkost
und Flüssigkeitsmenge werden vom Arzt verordnet, Erstellung
eines Ernährungsplans gibt Aufschluss über Anwendung,
Gewichtskontrollen etc
- Erhöhte
Soor und Parotitisgefahr berücksichtigen, Prophylaxen einleiten
- Bei
Verdacht auf Aspiration Nahrungs- und Flüssigkeitszufuhr sofort
unterbrechen, den Schlauch öffnen, sodass zurückgestaute
Nahrung / Flüssigkeit ablaufen kann
Qualitätssicherung:
Eine
einheitliche Vorgehensweise wird gewährleistet. Risiken und
der daraus resultierende Einsatz von Prophylaxen werden erkannt,
durchgeführt und dokumentiert. Einsatz der Pflegediagnose
zur Erkennung des Vorliegens erhöhter Infektionsgefahr
Pflegediagnose III / 1
Infektionsgefahr bei liegender PEG-Sonde
Definition:
- PEG = Perkutane
endoskopische Gastrostomie
- Die
Ernährungssonde wird implantiert und die innere Halteplatte
bildet eine Verbindung zwischen der Magenvorderwand und der Bauchwand.
Die Befestigung erfolgt durch Nahtfixation und eine äußere
Halteplatte aus Silikonkautschuk. Somit entsteht eine minimale
Hautöffnung nach außen
Kennzeichen:
- Erhöhtes Risiko
für das Eindringen von pathogenen Mikroorganismen in den Körper
ist vorhanden
- Rötung
- Schwellung
- Austritt
von eitrigem Sekret
- Ulzerationen
in umliegendes Hautgewebe
- Druckstellen
Ätiologische oder beeinflussbare Faktoren:
- Unsachgemäßer
Verbandwechsel
- Kontaminierung
- Ungenügende
Händedesinfektion
- Feuchtkammerbildung
durch unkorrekte Verbandtechnik
- Kontamination
mit Inkontinenzartikeln
- Allergische
Reaktionen auf prophylaktisch aufgebrachte Salben, Tinkturen etc
- Veränderungen
der normalen Körperflora
- Chronische
Krankheiten
- Hautzerstörung
durch Druckeinwirkung (Sondenschlauch)
- Verminderter
Hämoglobin und Sauerstofftransport
Risikogruppen:
- Kunden
mit liegender PEG-Sonde
Evaluation erfolgt:
- Mindestens
1 x täglich
- Bei
jeder Veränderung
Individuelle Besonderheiten:
................................................................................................................................................
Standard III / 1 a
Indirekte Pflege
Verbandwechsel PEG
PEG = Perkutane endoskopische Gastro-jejunostomie
Häufigkeit:
- Nach frischer
Anlage täglich
- Bei
reizfreien Wundverhältnissen 2-3 Mal pro Woche, nach ärztlicher
Anordnung
Ziel:
- Primäre
Wundheilung
- Intakte
Haut
- Keine
Entzündung, Infektionen
Material, Vorbereitung:
- Händedesinfektionsmittel
- Hautdesinfektionsmittel,
z.B. Kodan ®, Dibromol ®
- Sterile
/ unsterile Handschuhe
- Fixationsmaterial,
z.B. Fixmull
- Sterile
Kompressen
- Sterile
Schlitzkompressen
- Ggf.
Verbandsset, z.B. nach Hermann
- Filzschreiber
- Müllabwurf
Durchführung:
- Kunden
informieren
- Material
vorbereiten
- Hände
waschen und desinfizieren
- Verband
entfernen
- Äußere
Halteplatte öffnen, Sonde lösen, Halteplatte zurückziehen
- Einstichstelle,
Halteplatte und Sonde mit Hautdesinfektionsmittel einsprühen
- Händedesinfektion,
Handschuhwechsel
- Mit
steriler Mullkompresse Haut von zentral nach peripher reinigen
- Mit
zweiter sterilen Mullkompresse die Sonde und äußere
Halteplatte reinigen
- Einstichstelle
nochmals desinfizieren gut trocknen lassen
- Sonde
etwas vor und zurückschieben - leicht drehen und bis zum spürbaren
Widerstand anziehen
- Schlitzkompresse
unterlegen und Halteplatte bis auf die Schlitzkompresse zurückschieben
- Mit
dem Verschluss der Halteplatte fixieren
- Mullkompresse
zur Abdeckung auflegen und mit Fixmull fixieren
- Dokumentation
der Maßnahme, ggf. Beschreibung der Einstichstelle
Nachsorge:
- Material entsorgen
- Arbeitsfläche
desinfizieren
- Dokumentation
Hinweis:
- Entzündungszeichen
dokumentieren und Information an den Arzt weiterleiten
- Duschen
und Baden ist ohne Verband ca. 2 Wochen nach Neuanlage möglich.
Voraussetzung sind reizlose Wundverhältnisse
- Präparate
mit Povidon-Jod-Komplex sind aufgrund eventueller auftretender
Wechselwirkung mit der PEG zu meiden
Standard III / 1 b
Indirekte Pflege
Medikamentengabe und Spülung PEG
PEG = Perkutane endoskopische Gastro-jejunostomie
Häufigkeit:
- Medikamentengabe
nach ärztlicher Verordnung. Da nicht alle Medikamente für
die Sondenapplikation geeignet sind, bedarf es der jeweiligen ärztlichen
Rücksprache und Verordnung!
Spülungen:
- vor
und nach jeder Nahrungszufuhr
- vor,
zwischen und nach der Gabe von Medikamenten
- bei
applikationsfreien Intervallen mindestens einmal täglich
Ziel:
- Erhalt
der Sondendurchgängigkeit
- Versorgung
des Kunden mit ärztlicher verordneten Medikamenten
Material, Vorbereitung:
- 20
ml Luer - Spritze
- Adapter,
je nach Sondenfabrikat
- Wasser
- Medikamente
- einzeln zermörsert und in Wasser aufgelöst
Durchführung:
- Kunden informieren
- Material
vorbereiten
- Hände
waschen und desinfizieren
- Schlauchklemme
an der Sonde schließen
- Überleitgerät
ggf. von der Sonde entfernen
- Adapter
und Spritze aufsetzen
- Schlauchklemme
an der Sonde wieder öffnen
- 20
ml Wasser injizieren
- Sondenansatz
verschließen
Medikamentengabe:
- Vorgang
wie oben, nach der Spülung Verabreichung des Medikaments -
anschließend wiederum Sonde spülen
Nachsorge:
- Material entsorgen
- Arbeitsfläche
desinfizieren
- Dokumentation
Hinweis:
- Zum
Spülen keine Obstsäfte oder Früchtetees verwenden
- Fruchtsäure bewirkt Ausflockung von Nahrungsbestandteilen
- Verstopfungsgefahr!
- Sondenansatz
aus hygienischen Gründen mindestens 1 x täglich mit klarem
Wasser reinigen
- Keine
schwarzen Tees verwenden - verfärbt die Sonde - keine Sichtkontrolle
mehr möglich
- Menge
der applizierten Spülflüssigkeiten mit in die Bilanz
einrechnen!
- Die
Schlauchklemme verhindert das Austreten von Magensekreten, wenn
die Sonde offen ist
- Bei
desorientierten, unruhigen Kunden aus Sicherheitsgründen in
Applikationspausen schließen
Lagerung des Kunden:
- Oberkörperhochlagerung
30 0 während und mindestens 30 Minuten nach der Nahrungsaufnahme!
Aspirationsgefahr!
Standard III / 2
Indirekte Pflege
Suprapubischer Blasenverweilkatheter
Problem:
- Infektionsgefahr,
Entzündung an der Punktionsstelle
- Verstopfung
des Katheters, kein Urinabfluss
- Verletzung
nahe liegender Organe durch die Punktion, Blutungen
- Falscher
Umgang mit dem Ableitungssystem
- Urin
fließt neben dem Katheter
- Krampfartige
Schmerzen
Hinweis:
- Die
suprapubische Blasendrainage ist dem transurethralen Katheterisieren
vorzuziehen. Die mechanische Verletzungsgefahr, sowie die Infektionsgefahr
ist geringer
Ursachen:
Harnwegsinfektion:
- unsauberes
Arbeiten beim Legen des Katheters
- falscher
Umgang mit dem Ableitungssystem
Blutiger Urin :
- unmittelbar nach dem
Legen des Katheters
Gerötete Einstichstelle:
- durch
mechanische Reizung, Manipulation durch Kunden
- Missachtung
der aseptischen Vorgehensweise beim Verbandwechsel
Kein Urinabfluss:
- Verstopfung
des Katheterlumens
- Abknicken
des Katheters
Urin läuft aus der Punktionsstelle:
- Verstopfung
des Katheterlumens
- Abknicken
des Katheters
Ziel:
- Störungsfreies,
permanentes Ablaufen von klarem Urin
- Intakthaltung
der Blasen und Ureteraschleimhaut
- Reizlose
Einstichstelle und sauberer, trockener Verbandwechsel
- Frühzeitige
Erkennung und Vermeidung von Komplikationen
Vorbereitung / Material
- Steriles Verbandsset, mit sterilen Handschuhen, Schlitzkompressen,
Tupfern, Hautdesinfektionsmittel, Benzin für Pflasterreste
und hautfreundliches Pflaster
- Pflegerische Maßnahme:
- Bei frischer Anlage des Katheters Verbandwechsel täglich
- Bei problemlosen Wundverhältnissen Verbandwechsel alle 3
Tage
- Inspektion der Punktionsstelle bei jedem Verbandwechsel
- Wenn die Punktionsstelle frei von Blut und Sekret ist, kann auch
ein durchsichtiger Hydrokolloidverband aufgebracht werden, dieser
verbleibt, bei täglicher Beobachtung der Punktionsstelle bis
zu 7 Tagen
- Händedesinfektion, alten Verband vorsichtig abnehmen, erneute
Händedesinfektion, Verbandsset öffnen, Einmalhandschuhe
anziehen, Punktionsstelle inspizieren, bei reizfreiem Befund ist
eine Hautdesinfektion nicht nötig. Neue, trockene, sterile
Kompresse aufbringen, mit Fixmull fixieren. Katheter mit einem
Pflasterzügel zusätzlich gegen Zug sichern. Abschlusshändedesinfektion.
Auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten!
Hinweis:
- Auf
trockenen Ablassschlauch und saubere Umgebung achten
- Beutelwechsel
nach ca. 14 Tagen oder wenn der Beutel verschmutzt ist
- Bei
unbeabsichtigter Dekonektion: Katheterende mit Alkoholtupfer abwischen,
mit alkoholischer Desinfektionslösung absprühen und trocknen
lassen. Neuen Beutel anhängen
- Krampflösend
wirken feuchtwarme Wickel oder Bauchkompressen
- Hautpflege
erfolgt zum Schutz vor um mit weicher Zinkpaste
- Nur
geschlossene Urinallaufsysteme mit Tropfkammer und Rückschlagventil
verwenden
- Beim
Leeren des Urinbeutels Ablaufschlauch anschließend mit alkoholischer
Desinfektionslösung einsprühen; Spülungen, Instillationen
nur auf schriftliche Anordnung des Arztes
- Urinbeutel
nicht über Blasenniveau heben, Zug und Abklemmen des Katheters
vermeiden; Katheter nicht am Anus vorbeiführen; Tropfkammer
muss senkrecht stehen und darf nicht voll laufen; nicht abklemmen
und dekonnektieren; kontinuierlicher Urinfluss ist die beste Zystitisprophylaxe!
- Wechsel
des suprapubischen Katheters alle 6-8 Wochen
Standard III / 3
Indirekte Pflege
Legen eines Blasenverweilkatheters bei der Frau
Problem:
- Enormer
Eingriff in die Intimsphäre des Kunden
- Harnwegsinfekte
sind auf Dauer kaum zu vermeiden
Ziel:
- Erhaltung
der Lebensqualität, weit gehend ungehinderte Bewegung im sozialen
Umfeld
- Einhaltung
der Hygienerichtlinien und Minimierung des Infektionsrisikos
- Ausreichende
Flüssigkeitszufuhr
- Information über
Handhabung und Umgang für Kunden
- Steriles
Material, saubere Umgebung, keimarmes Milieu im Genitalbereich
- Richtige
Katheterlage, gute Fixation
Vorbereitung / Material:
- Dauerkatheter
(Größe nach Arztabsprache), Ersatzkatheter bereitlegen,
Katheterset, Urin-ableitungssystem, Auffangbehälter
- Händedesinfektionsmittel
Pflegerische Maßnahme:
- Lagerung: Rückenlage,
Beine gespreizt aufstellen lassen, Gesäß mit einem kleinen
Kissen leicht erhöht lagern
- Intimpflege: durchführen, bzw. durchführen
lassen
Sterile Handschuhe:
- Nach
Händedesinfektion, Handschuhe anziehen - Rechtshänder
2 Handschuhe auf die rechte Hand, Linkshänder auf die Ii.
Hand;
- Abdecken: Schlitztuch über
den Unterbauch, kleines Tuch vor das Gesäß;
- Desinfektion: Vulva: mit einer Pinzette, den mit
Betaisadonalösung getränkten Kugeltupfer aufnehmen und
in Strichrichtung vom Schambein zum Damm, mit jedem Tupfer einen
Strich ausführen. Mit der anderen Hand die Schamlippen spreizen.
1. und 2. Tupfer: große Schamlippen rechts und links, 3.
und 4. Tupfer: kleine Schamlippen rechts und links. 5. Tupfer Urethraöffnung.
Mit dem 6. Tapfer den Vaginaleingang abdecken
- Gleitmittel: Ca. 3 ml Instilla-Gel
langsam in die Harnröhre instillieren - zur Anästhesie
einwirken lassen; Kunden könnte leichtes Brennen verspüren;
Katheter legen:
- Schutzhülle
vom Katheter entfernen, zweiten Handschuh abziehen lassen, mit
steriler Hand Katheter vorsichtig in die Harnröhre einführen,
bis Urin läuft; dann nochmals 2 - 3 cm weiter vorschieben.
Harnableitungssystem anschließen;
- Nicht mehr als 500 ml Urin ablaufen lassen - 30 Min. abklemmen
Rest, bzw. nochmals 500 ml ablaufen lassen
Blocken:
- Mit
10 ml Aqua dest blocken; den Katheter vorsichtig bis zum Blasenboden
zurückziehen
Nachsorge:
- Tupfer vom Vaginaleingang
entfernen, Genital mit Kompressen trocknen. Katheterbeutel unter
Blasenniveau befestigen; Harnableitungssystem ohne Zug befestigen;
Hinweis:
- Nicht
immer liegt der Harnröhreneingang genau in der Mitte, manchmal
seitlich;
- Assistenz
einer 2. Pflegeperson in Anspruch nehmen;
- Nach
einem Katheterwechsel bei der gleichen Größe bleiben;
- No-Touch-Methode:
Besser 2 sterile Pinzetten verwenden, statt 3 sterilen Handschuhen
Qualitätssicherung:
- Eine
einheitliche Vorgehensweise wird gewährleistet. Risiken und
der daraus resultierende Einsatz von Prophylaxen werden erkannt,
durchgeführt und dokumentiert
- Die
Pflegediagnose weist auf diese Prophylaxen hin und beschreibt deren
Kennzeichen
Pflegediagnose,
siehe III / 2 Zystitisprophylaxe
Standard III / 4
Indirekte Pflege
Legen eines Blasenverweilkatheters beim Mann
Problem:
- Enormer
Eingriff in die Intimsphäre des Kunden
- Harnwegsinfekte
sind auf Dauer kaum zu vermeiden
Ziel:
- Erhaltung
der Lebensqualität, weit gehend ungehinderte Bewegung im sozialen
Umfeld
- Einhaltung
der Hygienerichtlinien und Minimierung des Infektionsrisikos
- Ausreichende
Flüssigkeitszufuhr
- Information über
Handhabung und Umgang für Kunden
- Steriles
Material, saubere Umgebung, keimarmes Milieu im Genitalbereich
- Richtige
Katheterlage, gute Fixation
Vorbereitung / Material:
- Dauerkatheter
(Größe nach Arztabsprache), Ersatzkatheter bereitlegen,
Katheterset
- Urinableitungssystem,
Auffangbehälter, Händedesinfektionsmittel
Pflegerische Maßnahme:
Lagerung:
- Rückenlage,
zur besseren Entspannung der Bauchmuskulatur ein kleines Kissen
unter das Gesäß legen; Beine leicht gespreizt anstellen
lassen
- Intimpflege durchführen,
bzw. durchführen lassen
Sterile Handschuhe:
- Nach
Händedesinfektion, Handschuhe anziehen
Abdecken:
- Schlitztuch
um den Penis legen
Desinfektion:
- Penis mit einer sterilen
Kompresse anheben und Vorhaut bis hinter die Glanzfurche zurückziehen;
Pinzette aufnehmen; Eichel und Harnröhrenöffnung mit
Betaisadonalösung getränkten Kugeltupfern desinfizieren,
dabei mit jedem Tupfer einen Strich, von der Harnröhrenöffnung
weg, ausfuhren; 1., 2. und 3. Tupfer um die Eichel herum, 4. Tupfer:
Harnröhreneingang vorsichtig spreizen und desinfizieren; Pinzette
verwerfen
Gleitmittel:
- 8 bis
10 ml Instilla-Gel bei hochgehaltenem Penis langsam in die Harnröhre
einführen; zur Anästhesie wirken lassen. Kann leichtes "Brennen" verursachen;
Penis auf steriler Kompresse ablegen;
Katheter legen:
- Schutzhülle
vom Katheter entfernen. Neue Pinzette mit der sauberen Hand aufnehmen;
Katheter hinter dem Ballon aufgreifen. Den Penis zur Decke hin
strecken und unter leichtem Zug Katheter vorsichtig mit der Pinzette
einschieben, bis Widerstand zu spüren ist; dann den Penis
fußwärts 30-45°C senken und noch etwas mehr strecken;
Katheter weiter schieben bis Urin läuft; dann nochmals 2-3
cm weiter vorschieben
- Harnableitungssystem
anschließen
- Nicht mehr als 500 ml um ablaufen lassen -30 Min. abklemmen Rest
bzw. nochmals 500 ml ablaufen lassen
Blocken:
- Mit
5 bis max. 10 ml Aqua dest blocken; den Katheter vorsichtig bis
zum Blasenboden zurückziehen
Nachsorge:
- Genital mit Kompressen
trocknen und die Vorhaut zurückschieben; Katheter unter Blasenniveau
befestigen; Harnableitungssystem unter Einhaltung der Asepsis,
ohne Zug befestigen
Hinweis:
- Durch
Prostatavergrößerung kann es zu einer Verengung der
Harnröhre kommen. Bei Schmerzen und / oder Widerstand ist
der Arzt zu verständigen und der Vorgang abzubrechen
- Assistenz
einer 2. Pflegeperson in Anspruch nehmen
- Nach
einem Katheterwechsel bei der gleichen Größe bleiben
- No-Touch-Methode:
Besser 2 sterile Pinzetten verwenden, statt 3 sterilen Handschuhen
- Auf
Paraphimose achten (ödematöse Schwellung hinter dem Eichelkranz)
Qualitätssicherung:
- Eine
einheitliche Vorgehensweise wird gewährleistet. Risiken und
der daraus resultierende Einsatz von Prophylaxen werden erkannt,
durchgeführt und dokumentiert
- Die
Pflegediagnose weist auf diese Prophylaxen hin und beschreibt deren
Kennzeichen
Pflegediagnose,
siehe III / 2 Zystitisprophylaxe
Pflegediagnose III / 3
Zystitisprophylaxe bei transurethralen
Kathetern
Definition: Zystitisprophylaxe
dient der Verhinderung einer Harnblasenentzündung, welche
durch aufsteigende Erreger (Escherichia coli, Enterokokken, Viren)
oder mechanische Reize bei liegenden Blasenverweilkathetern entstehen
Info:
Auftritt von Harnwegsinfektionen:
- Bei
transurethralen Dauerkathetern 50
% nach 7 Tagen
- 95
% nach 12 Tagen
- Bei
suprapubischen Kathetern: 10
% nach 15 Tagen
- 15
% nach 25 Tagen
Kennzeichen:
- Schmerzhafter Harndrang
- Tenesmen
(schmerzhafte Krämpfe der Blasenmuskulatur)
- Dysurie-Brennen
beim Wasserlassen
- Fieber
Ätiologische oder beeinflussbare Faktoren:
- Flüssigkeitszufuhr
- Ablagerungen am Kathetersystem
- Verunreinigungen
- Intimpflege, vor allem nach Defäkation
- Harnröhrenschleimhautsekret, welches durch Fremdkörperreizung
entsteht
- Reflux von abgeleitetem Urin Stehender Urin
- Aufsteigende Keime zwischen Harnröhre und Katheterwand -
sog. Flüssigkeitsschiene
- Geöffnetes System, z.B. beim Beutelwechsel (Keimeintritt)
- Zytostatikatherapie
Geschlecht
- bei Frauen, aufgrund der anatomischen Lage der Harnblase,
häufiger
- Östrogenspiegel (niedriger Östrogenspiegel, z.B.
bei älteren Kunden verursacht eine Atrophie der Ureteraschleimhaut,
wodurch Keime leichter in die Blase aufsteigen können)
Risikogruppen:
- Kunden
mit mangelnder oder geschwächter Abwehrlage
- Kunden
mit Blasenverweilkathetern
- Bettlägerige
/ lnkontinente Kunden
Evaluation erfolgt:
- Täglich,
bei liegenden Verweilkathetern, über Haut- / Wundzustand,
Urinbeschaffenheit - Geruch, Farbe
- Bei
jeder Veränderung
Individuelle Besonderheiten:
................................................................................................................................................
Standard III / 5.1
Indirekte Pflege
Notfall-Interventionen Seite 1
Problem:
- Nicht
rechtzeitig erkannte und / oder bemerkte Notfallsituationen können
zu Schädigungen, unter Umständen zu irreversiblen Schäden
führen
- Falsche,
oder nur teilweise richtige Maßnahmen können eine Verschlechterung
des Zustandes und ebenfalls irreversible Schäden hervorrufen
Symptomatik:
- Die
häufigsten Notfälle im häuslichen Bereich sind:
Unfälle aller Art, Herz und Kreislaufkollaps, zerebrale Krampfanfälle,
akute Luftnot, akute Schmerzzustände und Hypoglykämie;
- Sofortiges
fachlich kompetentes Handeln ist nötig
Hinweis: Invasive
Maßnahmen und Medikamentengabe sind ärztliche Tätigkeiten
Delegation ist im Notfall möglich!!
Ziel:
- Vermeidung
körperlicher Dauerschäden in lebensbedrohlichen Situationen,
Aufrechterhaltung der Atemfunktion bis zum Eintreffen des Notarztes
- Vermeidung
eines psychischen Traumas
- Hilfestellungen spezifisch bei folgenden Situationen:
Herz-Kreislauf-Stillstand:
Mögliche Ursachen:
- Herzinfarkt
starker Blutverlust, 0 2-Mangel;
Symptome:
- Zyanose (blaue
Lippen), Schnappatmung oder aussetzende / keine Atmung, Bewusstlosigkeit;
lichtstarre Pupillen, kein Puls, Pulsarrhythmien
Maßnahmen:
- Atmung aufrecht erhalten:
Mund-zu-Mund oder Mund-zu-Nase-Beatmung, zur äußeren
Herzmassage Brust frei machen harte Unterlage schaffen, 2 x Atemspende,
15 x Herzkompression
Koma bei Altersdiabetes:
Mögliche Ursachen:
- Hyperglykämie
(BZ-Werte über 500) oder Hypoglykämie (unter 50) -Koma
Symptome:
- Coma Diabetikum
= Hyperosmolares Koma: ausgeprägtes Durstgefühl, Polyurie, Übelkeit;
Erbrechen, erhöhte Blutzuckerwerte, Exsikkose, flacher Puls,
Azetongeruch, Bewusstseinseintrübung, Letalität möglich
Hypoglykämisches Koma:
Syptome:
- Unruhe,
Zittern, Blässe, Heißhunger, schweißige, feuchte
Haut, langsamer Puls, niedriger Blutzucker, Verwirrtheit, Bewusstlosigkeit
Maßnahmen:
- Coma Diabetikum: stabile
Seitenlage, Insulin und ggf. Glucoseinfusion nach ärztlicher
Anordnung, BZ-Kontrolle
Hypoglykämisches Koma:
- stabile
Seitenlage bei Bewusstlosigkeit, bei Bewusstsein Traubenzuckerlösung
trinken lassen oder ein Stück Zucker / Traubenzucker im Mund
zergehen lassen. lassen. Ärztlicher Anordnung, BZ-Kontrollen
- Merke: Bei
Unklarheit ob Hyper- oder Hypoglykämie zunächst von Hypoglykämie
ausgehen, eine geringe weitere Erhöhung des BZ-Wertes ist
tolerierbar, eine weitere Senkung bei hypoglykämischem Koma
kann zur Letalität (Tod) führen
Aspiration:
Mögliche Ursachen:
- Speisereste,
feste Gegenstände, Sondenkost, sehr zäher Schleim
Symptome:
- starke Hustenanfälle,
Würgen, Zyanose, Dyspnoe, Stridor (pfeifendes Atemgeräusch),
Glottisödem (Kehlkopfschwellung), Todesangst und Ersticken
Maßnahmen:
- Bei bettlägerigen
Kunden: Kopftieflagerung, Oberkörper seitlich aus dem Bett
hängen lassen
- Im Sitzen: Kopf
nach vorne beugen und Druck auf das Brustbein ausüben
- Im Stehen: Oberkörper
nach vorne beugen, Heimlich-Handgriff ausüben (von unten mit
beiden Armen unterhalb des Brustbein-Schwertfortsatzes fassen und
mit beiden geballten Fäusten wiederholend Druck in Richtung
Zwerchfell ausüben)
- Im Liegen: Mit
gespreizten Beinen auf den Knien über den Kunden beugen, ebenfalls
Heimlich- Handgriff mit übereinander gelegten Händen
in Richtung Zwerchfell drücken
Standard III / 5.2
Indirekte Pflege
Notfall-Interventionen Seite 2
Epileptische Anfälle:
Mögliche Ursachen:
- Hirntumore,
Schädelhirntraumen-offen-gedeckt, subdurable oder infrazerebrale
Hämatome (auch nach Stürzen), Gefäßmissbildungen,
entzündliche Prozesse, Hypoxie
Symptome:
- Krampfanfall, Zungenbiss möglich,
Bewusstlosigkeit, Schaumbildung vor dem Mund, während des
Anfalls Harn- und Stuhlkontinenz nicht möglich, Zyanose, keine
Pupillenreaktion;
Maßnahmen:
- Mundkeil einbringen, Atemwege freihalten,
Sauerstoffapplikation wenn möglich, Gefahrenquellen aus dem
Weg räumen, stabile Seitenlage, nach Beruhigung des Krampfes,
psychische Betreuung - Erinnerungslücken - Amnesie - möglich,
intravenöse Gabe von Diazepam, bei bekannter Epilepsie auch
rektale Applikation möglich. Beachte Hinweis Standard
III 5/1
Sturzverletzungen:
Mögliche Ursachen:
- Hypotonie,
Hypertonie, schlechtes Sehvermögen, Desorientiertheit, Verwirrtheit,
allgemeine Gangunsicherheit, Grunderkrankungen (Demenz, M. Parkinson,
Medikamentenbeeinflussung, Alkoholabusus, fehlende oder ungenügende
Gehhilfen, Gleichgewichtsstörungen, Schwäche, Fieber,
bei Inkontinenz: Ausrutschen im eigenen Harn, etc.)
Symptome:
- Gesichts und Kieferverletzungen,
Platzwunden, Nasenbluten, Verdacht auf Wirbelsäulenverletzung,
V. a. Becken-, Oberschenkel- oder Schenkelhalsfraktur, V. a. Rippenfraktur,
Schlüsselbeinbruch, Comotio et Contusio cerebri oder Blutungen
Maßnahmen:
- Gesichts und Körperverletzung:
stabile Seitenlage, Wundversorgung, V. a. Wirbelsäulenfraktur:
Keine Lageveränderung, außer bei Aspirations- und Erstickungsgefahr,
bis der Arzt eintrifft. V. a. Becken-, Oberschenkel- und Schenkelhalsfraktur:
flache Lagerung auf fester Unterlage, Stellung nicht verändern,
Bein nicht oder nur vorsichtig, unter Streckung bewegen. V. a.
Rippenfraktur: Oberkörperhochlagerung, keine die Atmung beeinträchtigenden
Analgetika verabreichen, beim Atmen und Husten manuelle Abstützhilfe
leisten
Comotio:
- In den
ersten 12 Stunden engmaschige Vitalzeichenkontrolle, Pupillen und
Bewusstseinskontrolle, Bettruhe, Nahrungskarenz, ebenfalls für
mindestens 12 h Gefahr der Einblutung
Blutungen:
- Bei stärkeren
Blutungen oberhalb der Blutungsstelle Arterie komprimieren, Wunde
steril abdecken, verbinden
Volumenmangelschock:
Mögliche Ursachen:
- Blutverlust
durch äußere oder innere Blutung, starkes Erbrechen,
starke Diarrhö, Flüssigkeitsverlust, Allergie, Verbrennungen,
Lungenembolie
Symptome:
- Blässe, zittrig, kalter
Schweiß, Übelkeit, Erbrechen, frieren, Tachypnoe, Tachykardie
Maßnahmen:
- Schocklage, Kopftieflage
- Atemwege
freimachen und freihalten
- Sauerstoff
und Wärmezufuhr
Anaphylaktischer Schock:
Mögliche Ursachen:
- Überreaktion
/ -empfindlichkeit auf bestimmte Allergene (häufig Penicillin)
- Schmerzmedikamente
(Acetylsalicylsäure), jodhaltige Mittel, Insektenstiche, Tierhaare
und Nahrungsmittel (Zitrusfrüchte, Erdbeeren)
Symptome:
- Hautausschlag, Hautschwellung,
Hautjucken, Übelkeit, Erbrechen, Atemnot, Hypoxie, Bronchospasmus,
Hypotonie, Kreislaufstillstand
Maßnahmen:
- Sofortiger Abbruch der Anwendung,
Sauerstoff - Applikation (-4 Liter / min.) Atemspende, Reanimation
- Insektenstiche
kühlen, möglichst Eiswürfel lutschen lassen
Qualitätssicherung:
- Ergibt
sich aus dem Wissen um Symptome und Maßnahmen bei der Notfallintervention
Standard III / 6
Wundbehandlung bei nicht infizierten Wunden
Seite 1
Problem:
- Eine
Wunde ist eine flächenhafte oder begrenzte Gewebsverletzung,
Durchtrennung oder -Zerstörung der Haut- bzw. Körperoberfläche
und / oder der darunter liegenden Organe
Mögliche
Probleme:
- Ankleben / Lösen des Verbandes, feuchter Verband,
Verschmutzung des Verbandes, Schädigung der umliegenden Hautregion,
mangelhafte Ernährung der Zelle, Austrocknung der Haut, sog.
Taschen und Tunnelbildung
Hinweis:
- Jede
Wunde ist mit Keimen besiedelt. Eine Wundinfektion zeigt sich durch
klassische Entzündungszeichen: Rötung, Überwärmung,
Schmerz, Schwellung, Funktionsstörung
Ziel:
- Komplikationslose
Wundheilung, Schutz vor eindringenden Keimen und Flüssigkeitsverlust,
Gefäßneubildung, um das neue Gewebe zu ernähren
und mit Sauerstoff zu versorgen, intakte Wundumgebung, Epithelisierung
vom Wundrand ausgehend, Narbenbildung, guter Sekretabfluss, keine
Taschen und Tunnelbildung durch keimarmes Wundmilieu, gut befestigter,
vor Verschmutzung geschützter Verband
Hinweis:
- Es
ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass das Wachstum der Kapillaren,
die Bildung von Granulationsgewebe und die Epithelisierung der
Wunde in einem feuchten Wundmilieu schneller erfolgt, als unter
Luftexposition und Krustenbildung
Vorbereitung / Material:
Achtung:
- Lokaldesinfektionsmittel üben
eine zelltoxische Wirkung auf das Granulationsgewebe aus und stören
so die Wundheilung. d. h. keine prophylaktische, routinemäßige
Anwendung!
- Die
Häufigkeit u. Art des Verbandwechsels und der Wundbehandlung
wird vom Arzt bestimmt
- VW
immer bei durchnässten, feuchten oder losen Verbänden
- Wunddokumentation,
Verbandtablett, -wagen, Hautpflegemittel zurechtstellen
- Kunden
informieren, bequem lagern
Maßnahme:
- Händedesinfektion durchführen
- Vorsichtiges Entfernen des alten Verbandes mit unsterilen Handschuhen
- beides abwerfen. Inspektion der Wunde: Wundsekret (Menge, Aussehen,
Konsistenz, Geruch), Wundränder, Beläge, Granulation,
Epithelisation
Größenbestimmung durch:
- Abmessen
mit Lineal, Vergleichsgrößen wie z.B. 10 Pfennig,
5 Mark Stück sind relativ ungenau!
- Ausdehnung
und Tiefe und momentane Heilungsphase nach Möglichkeit dokumentieren
Zur Fotodokumentation beachten:
- Immer
gleicher Abstand, Winkel, Belichtung, Lineal neben die Wunde legen,
Datum und Uhrzeitanzeige der Kamera, sofort mit Namen und Geburtsdatum
des Kunden versehen
- Reinigung
der Wundumgebung, Entfernung von Pflasterresten, Hautpflege der
Wundumgebung (mit W / Ö-Emulsion z.B. Bepanthen Lotion),
Wunde selbst nicht berühren!
Wundabdeckung:
- Saubere
Wunden müssen nicht desinfiziert oder gespült werden
- Trockene,
verschlossene Wunden brauchen keine Wundabdeckung!
- Sezernierende
Wunden im "No-Touch" Prinzip behandeln - besser mit sterilen
Pinzetten arbeiten, als die Wunde mit sterilem Handschuh berühren!
- Hydrokolloidverbände
mindestens 3 cm über Wundrand kleben
- Trockene
Wunden mit Ringerlösung anfeuchten - sie enthält Calcium
und Kalium, welche für das Zellwachstum wichtig sind
Bei
Hydrokolloidverbänden erst wechseln, wenn sich der Verband
aufwölbt - kann bis zu 7 Tagen auf der Wunde verbleiben
Fixierung:
- Klebefläche
immer so klein wie möglich halten!
- Ecken
evtl. Abrunden, störende Haare nach steriler Abdeckung der
Wundfläche entfernen
- Verband
mit Datum beschriften
Standard III / 6
Wundbehandlung bei nicht infizierten Wunden
Seite 2
Nachsorge:
- Verbandwagen aufräumen,
kontaminierte Materialien, Arbeitsfläche desinfizieren
- Hände
desinfizieren. Dokumentation - Wundbeschreibung mindestens einmal
pro Woche!
- Lagerung,
ggf. lt. Lagerungsplan überprüfen
- Unmittelbare
Entsorgung von benutzten Einmalartikeln
- Dokumentation
der durchgeführten Maßnahmen
Qualitätssicherung:
- Durch
Einsatz des Standards kontinuierliche, gleiche Vorgehensweise
- Vertrauen
und Sicherheit für Kunden durch fachlich kompetente und professionelle Handlungsweise.
Evaluation lt. Pflegeplan
- Linderung
der Schmerzen durch gezielt eingesetzte Pflege
- Bedürfnisorientierter
Einsatz von Hilfs- und Arbeitsmitteln
- Einsatz
der Pflegediagnose zur Behandlung von Veränderungen und Erkrankungen
der Mundschleimhaut
Pflegediagnosen III / 4
Gefahr / Entstehung von Wundinfektion 1
Definition:
- Das Vorliegen
eines erhöhten Risikos für das Eindringen von pathogenen
Mikroorganismen in den menschlichen Körper, spezifiziert nach
Ursache und Ort der Infektion, z.B. Atemwege, Harnwege, Haut
Kennzeichen bei Wunden:
Definition der Wunde:
- Eine
Wunde ist eine begrenzte oder flächenhafte Gewebsverletzung,
-durchtrennung oder -zerstörung der Körperoberfläche
und / oder darunter liegender Organe
Einteilung von Wunden:
1. nach ihrem Aussehen (Morphologie)
- offene
Wunden z.B. Schürf-, Schnittwunde - Haut oder Schleimhaut
ist nicht intakt
- geschlossene
Wunden: intakte Haut- oder Schleimhaut -z.B. Hämatom
2. nach ihrer Entstehungsursache
- äußere
Einflüsse: - mechanisch durch Schnitt, Stich
- thermisch
durch Hitze, Kälte
- chemisch
durch Veratzung
- physikalisch
durch Strahlung
- innere
Einflüsse: -Durchblutungsstörung
- venös - arteriell, Druck
- Entzündung
- Infektion:
Pilz, Herpes
3. nach dem Heilungsverlauf gemäß dem
Bundesgesundheitsamt
- aseptische
Wunden: durch Naht verschlossen - ohne Wundheilungsstörung
- =
Primäre Wundheilung
- kontaminierte
und potentiell kontaminierte Wunden: alle Wunden ohne Zeichen von
Infektion
- infizierte
Wunden: alle Wunden mit folgenden Zeichen: Rötung, Schwellung,
Schmerz, Überwärmung, Funktionseinschränkung, Fieber,
Leukozytose
=
Sekundäre Wundheilung
Hinweis:
Die
Unterscheidung zwischen Kontamination und Infektion einer Wunde
hat Auswirkungen auf die Wundheilung und die Art der durchzuführenden
Wundbehandlung!
Stadieneinteilung nach Seiler:
- Stadium A: Wunde sauber, Granulationsgewebe,
keine Nekrosen
- Stadium B: Wunde schmierig belegt,
Restnekrosen, keine Infiltration des umgebenden Gewebes
- Stadium C: Wunde wie Stadium B
mit Infiltration des umgebenden Gewebes und / oder Allgemeininfektion
Dekubitusklassifikation:
Nach Daniel - modifiziert:
- Grad 0: Wegdrückbare
Hautrötung
- Grad 1: Fixierte
Hautrötung - evtl. verdicktes Unterhautgewebe
- Grad 2: Oberflächliche
Ulzeration im Dermisbereich
- Grad 3: Ausdehnung
bis in das subkutane Fettgewebe
- Grad 4: Tiefe
Ulkusläsion mit Beteiligung von Fettgewebe, Faszien und Muskulatur
ohne Knochenbeteiligung
- Grad 5: Ulzeration
mit Beteiligung von Knochen, Gelenken, evtl. Einbruch in Beckenorgane
Werden diese Einteilungen kombiniert ist eine relativ genaue Beschreibung
der Wunde in der Dokumentation möglich
Wundheilung:
Primäre
Wundheilung:
Aseptische
Wunden, durch Naht verschlossen - ohne Wundheilungsstörung
Pflegediagnosen III / 4
Gefahr / Entstehung von Wundinfektion 2
Sekundäre Wundheilung:
Die Wundheilung läuft in drei sich überlappenden, sich
gegenseitig beeinflussenden Phasen ab:
1. Reinigungsphase = Exsudationsphase
Ziel:
- Entfernung
von Fremdkörpern, Geweberesten, um die Bildung von Granulationsgewebe
zu ermöglichen
- Lokale
Entzündung entsteht durch die Reaktion des Gerinnungs- und
lmmunsystems zur Säuberung der Wunde
- Abschluss
nach max. 3 - 5 Tagen
Merkmale / Symptome: Rötung, Schwellung, Schmerz, Hitze,
Sekretion
2. Granulationsphase = Proliferationsphase
Ziel:
- Wundverschluss,
Auffüllen des Hautdefektes
- Schutzfunktion
- vor eindringenden Keimen und Flüssigkeitsverlust
- Gefäßneubildung,
um das neue Gewebe mit Nährstoffen und Sauerstoff zu versorgen
• Beginnende Epithelisierung vom Wundrand ausgehend
• Kollagenbildung - zur Erhöhung der Zugfestigkeit
Merkmale / Symptome: rotes, grobkörniges Gewebe
3. Regenerationsphase = Epithelisierungsphase
Ziel:
- Zugfestigkeit
der Narbe
- Rückbildung
des Granulationsgewebes
- Narbenbildung
Ausreifen der Kollagenfasern
- Reepithelisierung
der Wundoberfläche kommt zum Abschluss
- Wundkontraktion
und damit Verkleinerung der Wundfläche Merkmale / Symptome:
erst rotes, dann blasses Fleisch, kompakte, verdickte Haut
Ätiologische oder beeinflussbare Faktoren:
- Ursachen
der Wunde - nehmen in jedem Fall Einfluss auf die Behandlung
- Ernährung
- es ist auf die ausreichende Zufuhr von Eiweiß und Vitaminen
zu achten
- Abwehrschwäche
- Diabetes,
Hauterkrankungen
- Dekubitus
- Drucksituation - in jedem Fall Druckentlastung
- Scherkräfte!
- Ulcus
cruris venosum - in jedem Fall Kompression
- Bedingungen,
die die Vermehrung von Krankheitserregern begünstigen, z.B.
Flüssigkeits- und Sekretansammlungen, Hyperglykämie,
Veränderungen des pH-Wertes der Haut
- Therapeutische
Maßnahmen, die das Eindringen von Krankheitserregern begünstigen,
z.B. Inhalatoren, Sonden, Katheter, Infusionen, Injektionen,
Tracheostoma
- Veränderung
der normalen Körperflora durch Gabe von Antibiotika, Virostatika,
Antimykotika
Risikogruppen:
- Abwehrgeschwächte
Kunden
- Kunden
mit oben genannten Grunderkrankungen und / oder Einschränkungen
- Ältere
Kunden
- Psychisch
kranke Kunden
Evaluation erfolgt:
- Bei jeder Veränderung, spätestens alle 7 Tage
Individuelle Besonderheiten:
Standard IV / 1
Gerontologie
Morbus Alzheimer / Demenz
Problem:
- Degenerative
Hirnschädigung mit unklarer Ursache
- Schleichender
dementieller Abbau
- Funktionsverlust
der Nervenzellen des Gehirns bis zum Absterben
Symptomatik:
- Zunächst Gedächtnislücken,
dann Verlust des Kurzzeitgedächtnisses, schleichend auch Verlust
des Langzeitgedächtnisses und des Urteilsvermögens
- Zeitliche,
räumliche und personelle Orientierung geht verloren
Folge:
- Psychische
und organische Auffälligkeiten:
- Vergesslichkeit,
Orientierungsstörung
- Reizbarkeit,
feindseliges Verhalten mit Zorn und Gewaltausbrüchen, auch
gegenüber Vertrauenspersonen, Eigen- und / oder Fremdgefährdung
- Motorische
Unruhe - Weglauftendenz, unruhiges, zielloses Herumlaufen
- Agnosie
(Störung des Erkennens), Apraxie (Wahrnehmungsstörung
in Bezug auf Handlungen und Bewegung), Euphorie, Depression
- Umkehr
Tag / Nacht-Rhythmus, Schlafstörungen
Ziel:
- Erhaltung
einer selbstbestimmten, selbstverantwortlichen Lebensführung
soweit und so lange wie möglich
- Ermöglichung
und Hilfestellung zum Erhalt selbstständigen Denkens, Fühlens
und Handelns
- Kontaktfähigkeit,
Aktivität erhalten, ermöglichen und fördern
- Klare,
geregelte Tagesstrukturierung
Vorbereitung / Material:
- Räumliche Voraussetzungen schaffen (ruhige, angenehme, ungestörte
Atmosphäre "Snoezelen")
- Optische Orientierungshilfen durch Setzung farbkräftiger
Punkte
- Therapiegruppen zur Beschäftigungs- und / oder Bewegungstherapie
- Strukturierungsplan, der sich an Neigungen und Wünschen des
Kunden orientiert und den Tagesablaufgleichbleibend beschreibt
Pflegerische Maßnahme:
- Aktivitäten
werden je nach Tagesform des Kunden durchgeführt, der Tagesablauf
wird nach Möglichkeit gleichbleibend eingehalten Ruhepausen
werden in ausreichender Form eingeplant
- Kunden,
Bezugspflegepersonen, Angehörige, Therapeuten bilden nach
Möglichkeit ein Team
- Bewegungsdrang,
durch spezielle Angebote, entgegenkommen. Z.B. Spaziergänge
ermöglichen etc., Mithilfe bei täglichen Verrichtungen
wie Tisch decken, abräumen, Staub wischen - situative Orientierung üben
(was müssen wir als nächstes tun?)
- Gedächtnisfördernde
Ratespiele, Kreuzworträtsel etc. Vorlieben berücksichtigen
- Nach
Möglichkeit in der Natur Wahrnehmungsfähigkeit fördern
(Gerüche, Blätter fühlen, Jahreszeit erkennen, etc.)
- Vorlesen,
Erzählen / Erzählen lassen, Zuhören
Hinweis:
- Aus
chronisch verwirrten Menschen können durch keine noch so ausgefeilte
Therapie junge, dynamische Menschen werden, sehen wir uns als "Wegbegleiter" durch
diesen individuellen Wegabschnitt
- Toleranz
gegenüber abweichendem Verhalten sind ein wichtiger Bestandteil
in der gerontopsychiatrischen Begleitung
- Grundsatz "sich
wohl fühlen" geht vom Menschen selbst aus, nicht nur aus der
Beobachtung von außen
- Chronisch
verwirrte Menschen sind überdurchschnittlich sensibel für
ihre Umgebung und ihren Umgang
- Alzheimer
erkrankte Menschen erleben ihren Zustand sehr bewusst, sie sind
ratlos, hilflos und oft verzweifelt
Qualitätssicherung:
- Standard
dient als Leitfaden, Orientierungshilfe und Maßstab, der
die humanistische und ganzheitliche Pflege unterstützt, gewährleistet,
fördert und absichert. Vermeidung von Pauschalisierungstendenzen
in der Geragogik (Seniorenführung)
Pflegediagnosen IV / 1.2
Veränderte Denkprozesse, Chronische
Verwirrtheit
Definition:
- Veränderte
Denkprozesse: Eine Unterbrechung von wahrnehmungsabhängigen
Aktivitäten in Bezug auf die, für das kalendarische Alter
zu erwartenden, Leistungen. Die Art der Veränderung ist sehr
vielseitig und muss individuell genauer definiert werden
Chronische
Verwirrtheit:
- Eine irreversible, schon lange bestehende und / oder
fortschreitende Verschlechterung des Intellekts und Persönlichkeitsveränderung,
gekennzeichnet durch die verminderte Fähigkeit, Umgebungsreize
zu interpretieren sowie eine verminderte Fähigkeit intellektuelle
Denkprozesse auszuführen, angezeigt durch Gedächtnisstörungen,
Orientierungsstörungen und Verhaltensstörungen
Kennzeichen:
Veränderte Denkprozesse:
- Beeinträchtigte
Wahrnehmung, Urteilsfähigkeit, Entscheidung
- Beeinträchtigte
Aufmerksamkeitsspanne, leicht ablenkbar
- Beeinträchtigte
Fähigkeit Vorstellungen zu erfassen (zu konzeptualisieren)
- Beeinträchtigte
Fähigkeit Vorstellungen zu sortieren (Verstand, Reflektion)
- Beeinträchtigtes
Erinnerungsvermögen
- Erhöhter
Selbstbezug, Egozentrik
- Erhöhte
/ verminderte Wachheit des Bewusstseins
Chronische Verwirrtheit:
- Anzeichen
einer organischen Verschlechterung des Zustandes
- Veränderte
Interpretation / Reaktion auf Umgebungsreize
- Fortschreitende
/ lang anhaltende, kognitive Beeinträchtigung
- Beeinträchtigtes
Sozialverhalten
- Störungen
des Langzeit und / oder Kurzzeitgedächtnisses
- Persönlichkeitsveränderung
Ätiologische oder beeinflussbare Faktoren:
Veränderte Denkprozesse:
- Sensorische Überforderung
- Komplexität der Umgebung
Chronische Verwirrtheit:
- Alzheimer-Demenz
- Korsakoff-Syndrom
- Multiinfarkt-Demenz
- Apoplexie
- Schädel-Hirn-Trauma
Risikogruppen:
- Abwehrgeschwächte
Kunden
- Kunden
mit oben genannten Grunderkrankungen und / oder Einschränkungen
- Ältere
Kunden
- Psychisch
kranke Kunden
- Alkohol
und medikamentenabhängige Kunden
Evaluation erfolgt:
- Bei
jeder Veränderung und lt. Pflegeplan
Individuelle Besonderheiten:
................................................................................................................................................
Standard IV / 2 Gerontologie
Stressverhalten / Wut
Problem:
- Kunde
ist wütend, sucht den Angriff, verbal oder auch mit Gegenständen
oder Material
Symptomatik:
- Lautes Schreien
- Lieblose,
unfreundliche Äußerungen
- Unzufriedenheit
mit allen durchgeführten Leistungen
- "Um
sich Schlagen"
- "Gegenstände
werfen"
- Materialien
bewusst zerstören
- Angriff
gegenüber Personen
Ziel:
- Genaue
Situationsabschätzung, wann Fremd- oder Selbstgefährdung
vorliegt - Eingriff durch Pflegepersonen nur dann
- Vorurteile
abbauen, Konflikte respektvoll und verständlich austragen
- Vermittlung
der Bereitschaft zu einer partnerschaftlichen Beziehung mit der
Akzeptanz von Schwächen und Stärken
- Verhaltensgründe
aufdecken und diskutieren
Hilfestellungen:
- Gründe
ermitteln, wann tritt Wutausbruch auf?, in welcher Verbindung steht
er?
- Möglichkeiten
zum Rückzug für den Kunden / Bewohner anbieten Ruhe ermöglichen
- Respekt
und Anerkennung zeigen - Kunden fühlen sich aufgrund körperlicher
und geistiger Einschränkungen oft minderwertig
- Verständnis
für die Situation der betroffenen Person / Station einfordern,
Situationswirkung dem Kunden beschreiben; auf Verständnis
hoffen
- Ablenkung
von der "Wut auslösenden" Situation - Zeit nehmen - frische
Luft - Spaziergang
- Gefühle
beider Seiten versuchen ehrlich anzusprechen
- Psychopharmaka
Einsatz wenn nötig - Wichtig:" Die Dosis macht das Ding zum
Gift!"
- Medikamente
müssen zielgerecht gewählt werden, neurologisches Konsil
- Beschäftigungstherapie
nach individuellen Maßstäben, ohne Überforderung
- Stärkung
des Selbstwertgefühls durch eigenverantwortlich übertragene
Tätigkeiten (z.B. "ich glaube sie könnten die Blumenpflege
2 x wöchentlich. in unserer Tagesstätte übernehmen".)
- Mut
machen, Rückschritte liegen oft an zu hoch gesteckten Zielen!
- Musiktherapie
Snoezelen-Räume Entspannungsübungen
- Gefühl
für das Verständnis und Vertrauen steigern es ist jemand
da, wenn sie jemand brauchen und das möchten
Hinweis:
- Wut
ist oft die Projektion eigener Defizite
- Angriff
ist die Reaktion auf Angst, Unsicherheit, Stress
- Misstrauen,
Umgangston, Umgebungsgestaltung, Wut, Tonfall, Zeitdruck etc. haben
Einfluss auf die Reaktionen des Kunden
- Beziehungsprobleme
zwischen Kunden und Pflegeperson sollten offen diskutiert und behoben
werden
- Durch
Wut zeigen sich Selbststärke, Selbstbestimmung, Integrität
- wurden diese nicht genügend berücksichtigt?
Qualitätssicherung:
- Standard
dient als Leitfaden, Orientierungshilfe und Maßstab, der
die humanistische und ganzheitliche Pflege unterstützt, gewährleistet
und fördert. Vermeidung von Pauschalisierungstendenzen
in der Geragogik (Seniorenführung)
Standard IV / 3
Gerontologie
Umgang mit unruhigen, verwirrten Kunden / Weglauftendenz
(Tagespflege)
Problem:
- Aufgelöstheit,
unruhiges Hin und Herlaufen, Angst, Wunsch nach Zuwendung, nicht
benennbare Bedürfnisse (Harn- / Stuhldrang, Durst, Hunger,
Schmerzen), Weglauftendenz
Symptomatik:
- Hin und Herlaufen,
teilweise auch nachts Ruhelosigkeit
- Weglaufen
- Reaktion auf negativen Stress - wie Angriff und Resignation
- Suchender, ängstlicher
Blick
- Verunsicherung
- auf Fragen wie: "Wo wollen Sie denn schon wieder hin?"
- Flucht
- vor der Angst
- Tachykardie
Kurzatmigkeit
Hilfestellungen:
- Vertrauensbrücken
bauen, über Gefühle und Angst sprechen
- Angst
ernst nehmen, Ruhe ausstrahlen - Angstquellen aufzeigen Offenheit
zum Gespräch zeigen - Ruhepole vereinbaren (z.B. jeden
Nachmittag im Musikzimmer, wenn sie möchten)
- Biographieerstellung
ist sehr hilfreich und ermöglicht Pflegepersonen Zusammenhänge
zu erkennen und ihr Handeln danach auszurichten
- Berührung
- Berührung zeigt Freundschaft, Vertrauen, Entgegenkommen
- Hintergründe
und Gefühle ansprechen oft wirkt Kunden erleichtert, wenn
er reden kann
- Keine
Fixierung - Beobachtung - bei Gangunsicherheiten zusätzliche
Gefahrenquellen, wie Stolperfallen, Treppenschutzgitter etc. beheben
- Genaue
Planung erstellen, Angehörige, Therapeuten mit einbeziehen
- Wenn
die Gefahr besteht, dass die Unruhe größer als die Kreislaufbelastbarkeit
ist, nach ärztlicher Verordnung Psychopharmaka in leichter
Dosierung verabreichen - genaueste Evaluation und Dokumentation über
Wirkungspunkt, -dauer etc
Regel:
- Mindert
das Mittel das Problem - ist es richtig indiziert. Sind die Nebenwirkungen
größer als die Problemminderung - ist es contraindiziert!
- Anerkennung
und Wertschätzung immer wieder aussprechen; Lebenssinn bieten
- Erinnerungsbrücken
- durch immer wiederkehrende Handlungen, Lieder, bestimmte Berührungen,
Rituale
- Bei
großer Weglauftendenz Adresse am Kunden kenntlich machen
(in Bekleidung, Tasche, Kette etc.)
Qualitätssicherung:
Standard
dient als Leitfaden, Orientierungshilfe und Maßstab, der
die humanistische und ganzheitliche Pflege unterstützt, gewährleistet
und fördert. Vermeidung von Pauschalisierungstendenzen in
der Geragogik
Der
Leitfaden vermindert durch die Ergründung von Ursachen und
Auswirkungen den hochpotenten Einsatz von Neuroleptika in der Geriatrie
Individuelle Besonderheiten:
................................................................................................................................................
Standard IV / 4
Gerontologie
Umgang mit resignierten. traurigen. teilnahmslosen
Kunden
Problem:
- Tendenz
zum Rückzug, Resignation, Traurigkeit
Symptomatik:
- Inaktivität
(nicht einmal der Versuch etwas zu tun)
- Weinen
- Keinerlei
Bedürfnisäußerungen
Gegenteil:
- Bestimmte
wiederkehrende Bedürfnisse werden regelrecht "umstritten"
- Selbstmitleid,
Rückzug von allen Aktivitätsangeboten
- Heimweh
- "pflegeleicht" -
lassen alles "über sich ergehen"
- Resignation
vor der Erkenntnis bestimmter Defizite ("ich kann mich sowieso
nicht erinnern" / "Warum soll ich mich noch anstrengen?")
Ziel:
- Isolation
durchbrechen
- Aktivität
steigern, unterstützen
- Lebensgefühle
und Lebensqualitäten erwecken
Hilfestellungen:
- Motivation vermitteln
- Kunden in ihrem Tun stärken und bestätigen
- Gesellschaft zu anderen Kunden fördern und unterstützen
- Zur Beteiligung an Veranstaltungen, Beschäftigungsangeboten
anregen, konkret hierzu auffordern
- Negativauswirkungen bei Teilnahmslosigkeit aufzeigen, Möglichkeiten
zur Entgegenwirkung aufzeigen
- Nörgeleien ignorieren und immer wieder Kunden zur Tätigkeit
auffordern
- Körperliche Nähe bieten., wenn sie erwünscht wird
- Förderung der Eigenständigkeit und Kompetenz
- Angehörigenarbeit fördern
- Tränen signalisieren Hoffnung auf Hilfestellungen Hilfe anbieten
- "Eigene Lebensgeschichte" erzählen lassen, zuhören -
akzeptieren - aber auch Wege zum "Weiterleben" und miteinander
Leben aufzeigen
- Wahrnehmungsfindung zur derzeitigen Situation schaffen und unterstützen
Hinweis:
- Erkrankungen,
wie Apoplex, Parkinson etc. berücksichtigen
- Misstrauen,
Umgangston, Umgebungsgestaltung, Wut, Tonfall, Zeitdruck etc. haben
Einfluss auf die Reaktionen des Kunden
- Beziehungsprobleme
zwischen Kunden und Pflegeperson sollten offen diskutiert und behoben
werden
Qualitätssicherung:
Standard dient als Leitfaden, Orientierungshilfe und Maßstab,
der die humanistische und ganzheitliche Pflege unterstützt,
gewährleistet und fördert. Vermeidung von Pauschalisierungstendenzen
in der Geragogik (Seniorenführung)
Individuelle Besonderheiten:
................................................................................................................................................
Pflegediagnose IV / 3
Hoffnungslosigkeit
Definition: Eine subjektive
Wahrnehmung, bei dem eine Person für sich begrenzte oder keine
Alternativen sieht, bzw. ihr keine Alternativen oder persönliche
Auswahlentscheidungen zur Verfügung stehen und sie von sich
aus unfähig ist, Energien zur Aktivität zu entwickeln
Kennzeichen:
Verbale Äußerungen:
- "Ich
fühle mich leer und verbraucht."
- "Hier
ist Endstation."
- "Keinen
interessiert, was mit mir wird."
- "Ich
hab viel im Leben durchgemacht und jetzt ....?
oder ähnliches
- Mangel
an Zielen, keine Zukunftsperspektiven
- Keine,
bzw. mangelnde Beteiligung an der Pflege - passives "Ertragen" der
Pflege
- Keine
oder stark reduzierte Gefühlsäußerungen nach außen
- Traurige
oder "leidende" Gesichtszüge
- Reaktion
auf Kommunikation durch "Zusammenzucken"
- Vermehrter
Schlafrückzug ins Bett -
- Äußere
Reize werden kaum wahrgenommen
- Geschlossene
Augen
- "Lasst
mich in Ruhe" Syndrom
- Sich
abwenden vom Gesprächspartner
- Wenig
Appetit
- Sprachliche Äußerungen
werden minimiert oder schließlich ganz eingestellt
- Ausdruck
der Wahrnehmung, keine Alternativen mehr zu haben
- "Sich
dem Schicksal ergeben"
- Bewusste
Ablehnung von Beschäftigungsangeboten - schafft auf längere
Sicht Isolierung
- Glaubenskonflikte
("nicht mal der da oben hat Mitleid mit mir")
Risikogruppen:
- Kunden
mit schweren chronischen Grunderkrankungen, ohne Akzeptanz oder
Anpassung an diese
- Kunden
mit veränderten Lebenssituationen (Erkrankung / Tod des Lebenspartners,
Einzug ins Heim etc.)
- Kunden
mit erheblichen körperlichen und / oder geistigen Einschränkungen
- Personen
mit Aktivitätsintoleranz
- Personen,
die versagende oder sich verschlechternde physiologische Bedingungen
erleben
- Personen
mit lang anhaltenden psychischen Belastungen / Stress
Qualitätssicherung:
Der
Prozess bis zur Entstehung der Pflegediagnose Hoffnungslosigkeit,
bis zum Einsatz pflegerischer Hilfestellung, ist oft schleichend,
nicht offensichtlich. Biographieerhebung, Gesprächsführung,
Beobachtung und Dokumentation sind hier wichtige Instrumente zur
Erfassung von Defiziten. Dies ermöglicht den Pflegepersonen
rechtzeitiges Handeln
Individuelle Besonderheiten:
................................................................................................................................................
Standard IV / 5
Gerontologie
Distanzierung
Problem:
- Fehl-
bzw. Nichteinschätzung der momentanen Situation
- Oder: Ablehnung
gegenüber jeglicher Abhängigkeit und / oder Krankheit
Symptomatik:
- Fehlende Krankheitseinsicht
- Keine
realistische, tatsächliche Situationseinschätzung
- Verleugnung
des Hilfebedarfs - fühlen sich bedrängt und geärgert
- Absolute
Uneinsichtigkeit bei Aufklärung
- Vergangenheitsorientierte
Lebenseinschätzung
- Ausführung
absolut unsinniger Handlungen
- Selbstgefährdungsgefahr
- Gefahr
der Fremdgefährdung
Ziel:
- Individuelles
Eingehen auf die jeweilige Situation; Vertrauensbasis aufbauen
- Akzeptanz
des Pflegepersonals als Begleiter erreichen
- Schutz
vor Eigen- und Fremdgefährdung
Hilfestellungen:
- Aufklärung über
momentane Situation - Spiegelbild - gemeinsame Lösungen suchen
- Informationen
geben, z.B. aktuelle Tag und Monat und Jahresangabe, Zeitung
vorlesen etc
- Vertrauen
gewinnen, keine Aufzählung von Defiziten, Gedächtnislücken
etc., sondern klare Momentangaben über die jeweilige Situation
- Mut
vermitteln - gemeinsam schaffen wir es -
- Gefahrenquellen
beseitigen, Freiräume schaffen
- Fühlt
der Kunde sich durch das Pflegepersonal und seine Verhaltensweisen
verärgert, mit Geduld und Einfühlungsvermögen zur
Realität hinführen
- Hält
Kunden an seiner Sicht fest nicht um jeden Preis überzeugen
Ruhephasen einräumen, auf ein anderes Thema ablenken
- Gegenwart
und Vergangenheit gegenüberstellen, Vergleiche aufzeigen,
Zeit zum Nachdenken geben, Ruhe einräumen
- Nicht
als die "Besserwisser Person" wirken - wenn das Gespräch stockt
besser nachgeben und zu einem anderen Zeitpunkt das Gespräch
neu aufnehmen
- Fähigkeiten
dem Kunden klar machen und aufzeigen, nicht auf Defizite konzentrieren,
bzw. davon ablenken
- Unsinnig
erscheinende Tätigkeiten unter Aufsicht ausführen lassen,
Probleme mit dem Kunden erkennen, erläutern und besprechen
- Lösungen aufweisen
Qualitätssicherung:
Standard
dient als Leitfaden, Orientierungshilfe und Maßstab, der
die humanistische und ganzheitliche Pflege unterstützt, gewährleistet
und fördert. Vermeidung von Pauschalisierungstendenzen. Der
Umgang mit schwierigen Situationen wird konkretisiert, besprochen
und dokumentiert
Standard IV / 6
Gerontologie
Rückzug ins kindliche Verhalten
Problem:
- Kindliches
Verhalten, welches inaktives Verhalten fördert
- Evtl.
Strategie, aufgrund innerer Ängste, Angst vor dem Umfeld,
Angst vor Sanktionen jeder Art;
- Gefahr
für Pflegepersonen: Verniedlichung dieser "pflegeleichten" älteren
Menschen, fehlendes Wahrnehmen von Selbstwert, Persönlichkeit,
Identität und Integrität dieser Menschen
Symptomatik:
- Für alle (Pflegepersonen, Angehörige,
Besucher) die "nette alte Omi mit der rosa Häkeljacke, die
manchmal den Aufzug nicht findet", drollig!
- Stehen
sehr gerne im Mittelpunkt und genießen die Rolle der immer
lieben, verständnisvollen, verwöhnten Omi
- Sie
ziehen ihren Nutzen aus der Situation - mit ihnen hat nicht nur
jeder Mitleid, sondern verbringt gerne zusätzliche, eigentlich
nicht benötigte Zeit, da sie ja so leicht zufrieden zu stellen
sind
- Ausstattung
mit Kinderbüchern, Kinderspielzeug runden sie das Bild "alte
Menschen werden wie kleine Kinder" ab
- Sie
verweigern nichts, äußern keine "Sonderwünsche",
sind flexibel zum Pflegeablauf, haben Geduld (schließlich
hat die arme Schwester viel zu tun, vor allem mit dem bösen
Hr. Meier)
Gefahr:
- In
sehr kurzer Zeit verlieren diese Kunden jegliche Ressourcen zur
selbstständigen unabhängigen und eigenverantwortlichen
Lebensführung
- Regression
wird gefördert, keine Weiterentwicklung möglich
- Die
Persönlichkeit wird nicht mehr berücksichtigt, da es
sie kaum noch gibt
- Selbstwertgefühl
und Identität sinken bis zur Entstehung schwerwiegender seelischer
Probleme
Hilfestellungen:
- Keine
Förderung des kindlichen Verhaltens
- Prinzipielles "Siezen" von
Kunden, beugt zu engen, verbindlichen Bindungen vor
- Toleranz
des älteren Menschen, als eigenständigen, erwachsenen
Menschen
- Förderung
seiner Individualität
- Selbstwertgefühl
steigern, Ressourcen aus allen Bereichen für die Pflege nutzen
- Mut
geben, Sicherheit vermitteln, aufweisen, dass es nicht für
alle Dinge die "totale Akzeptanz" geben muss; Lösungswege
aus der Situation überlegen - Aufgaben zuteilen, Kunden wieder
an das "Leben" heranführen
- Bewusstseinsstärkung,
dass Pflegeleistungen nur sinnvoll sind, wenn sie von beiden Seiten
hinterfragt und überprüft werden
- Hilfestellung
und Betreuungsausmaß im Pflegeplan genau festlegen, da die
Tendenz der Kunden an ihrer Rolle festzuhalten sicher groß ist
Qualitätssicherung:
Ermöglicht
die Chance auf Weiterentwicklung, Erkennung von Selbstwert, Identität,
Integrität und Persönlichkeit des älteren Menschen
Vermeidung
zur Entstehung eines passiven, defizitbehafteten Menschenbildes
Strukturstandard V / 2
"Biographisches Gespräch"
Allgemein zu beachten:
- Lebenserfahrungen
sind das Gut eines Menschen, der sie gemacht hat
- Er
kann sie offenbaren, teilen oder für sich behalten
- Geprägt
sind diese individuellen Erfahrungen durch ganz unterschiedliche
Erfahrungen, Lebensabschnitte, Zeiten und Vorgänge
- Die
Einmaligkeit einer Erfahrung trägt zu der Einzigartigkeit
und Besonderheit dessen bei, der sie gemacht hat. Erfahrungen bieten
einen Schatz, der Autorität verleiht
Gesprächsführung:
- nicht
jeder Gesprächsversuch löst direkt Erinnerungen aus -
man muss oft geduldig sein und viele Versuche machen
- der
verwirrte Mensch braucht Zeit zum Reagieren!
- ruhige
Atmosphäre schaffen - der Betroffene soll sich auf ein Gespräch
einlassen können, ohne sich gestört oder gedrängt
zu fühlen
- "W-Fragen" (wann,
wer, wo, was, warum) sind schwierig, da sie eine konkrete Antwort
einfordern und so mit Defiziten konfrontieren können. Besser
sind offene Fragen: "Erzählen Sie, wo waren sie in der Schule
?" oder konkrete Aussagen "umschiffen": "Sie sind doch auch in
Differdingen zur Schule gegangen?"
- Gesprächsführung
mit verwirrten alten Menschen erfordert viel Übung - es gelingt
nicht immer gleich am Anfang, sich auf einen schwierigen Gesprächspartner
einzulassen. Mit der Zeit kann man seine Sensibilität schulen
und auch verwirrte Äußerungen besser verstehen
- zeitlichen Rahmen beachten - maximal pro Gespräch
20 - 30 Minuten
Wie komme ich an Inhalte:
- Gewohnheiten
herausfinden
- Prägende
Ereignisse, Erfahrungen herausfinden
- Konkrete
Anknüpfungspunkte nutzen:
- Fotos .
Handarbeiten
- Urkunden .
jahreszeitliche Reize
- Feste .
Musik, Lieder
Anreize
müssen genutzt werden durch:
- zeigen
- ansprechen
- erfahrbar
machen
Unsere Beobachtungen sind subjektiv, weil wir:
- bestimmte
Idealvorstellungen haben
- den
Menschen, den wir beobachten, mehr oder weniger gut kennen
- ein
bestimmtes Selbstbild haben
- uns
in einer bestimmten Stimmung befinden
- viel oder wenig Erfahrungen im Beobachten haben
Eine gute Beobachtung setzt voraus:
- regelmäßig
und auf verschiedene Weise zu beobachten
- so
objektiv wie möglich zu beobachten
- so
unauffällig wie möglich zu beobachten
- so
genau wie möglich zu beobachten
Vorgehensweise:
Man
kann mit dem Ausfüllen des biographischen Erhebungsbogens
beim Erstgespräch mit den Angehörigen oder kurz nach
der Aufnahme beginnen und fehlende Angaben im Lauf der Zeit ergänzen
Wichtig:
Nicht
die Atmosphäre eines "Verhörs" - kein "Abfragen"!
Auch
verwirrten Menschen kann man, zumindest im Ansatz erklären,
warum man so viel über sie wissen will (z.B. damit man
die Gewohnheiten kennt, sie besser kennen lernt...)
Weigerungen, über
bestimmte Dinge Auskunft zu geben, müssen akzeptiert werden!
Getrennte
Erhebung der biographischen Informationen mit Kunden und Angehörigen
- Angehörige greifen oft korrigierend in das Gespräch
ein!
Strukturstandard V / 3
Teamsitzungen
Grundsätzliches zur Teamsitzung:
Der Umfang der Teamsitzung orientiert sich:
- an
der Pflegeintensität der einzelnen Kunden
- am
Informationsstand der einzelnen Mitarbeiter
- an
festgelegten Evaluationspunkten, lt. Pflegeplanung
- an
akuten Ereignissen, Neuaufnahmen etc
Durchführung der Teamsitzung mit Übergabe:
- gleichrangige
Behandlung von pflegerelevanten und medizinischen Informationen
- alle
Kunden werden namentlich erwähnt
- wertende
Informationen / Beurteilungen sind zu vermeiden
- sachliche,
kurze, präzise Formulierung
- Informationen
- stationsübergreifend werden weitergegeben
Zeitliche Struktur:
Übergabezeit insgesamt:
- Allgemeine
Bekanntmachungen ca.
15-30 Minuten
- Je
Pflegegruppe ca.
15-30 Minuten
Inhaltliche Struktur:
- allgemeine
Informationen durch Pflegedienstleitung
- Neuaufnahmen - kurze Zustandsbeschreibung - durch
Pflegedienstleitung
•
Jeder Kunde im einzelnen, wie folgt:
- pflegerelevante
Informationen - Pflegediagnostik
- Pflegebedarfsveränderung
des Kunden
- psychische
und soziale Besonderheiten des Kunden
- Risikopflegediagnosen
- z.B. Lagerung, Ernährung etc
- pathologische
Vitalzeichen
- besondere
Kontrollmaßnahmen
- anstehende
Termine
- besondere
medikamentöse Versorgung
- Festlegung von Evaluationszeiträumen:
- Individuell
nach Pflegeplan
- Bei
Risikodiagnosen ggf. tägliche Evaluierung
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