Qualitätsmanagement Handbuch
Konzept eines Qualitätshandbuches
Inhalte:
Kapitel I: Grundpflege
inkl. Ausscheidungen und Ernährung ............................................
ab Seite 2
Kapitel II: Prophylaxen
........................................................................................................
ab Seite 31
Kapitel III: Indirekte
Pflege inkl. Notfallintervention ..............................................................
ab Seite 52
Kapitel IV: Problematik
gerontopsychiatrischer Betreuungsformen ...................................
ab Seite 66
Standard I / 1
Haut- und Körperpflege
Ganzkörperwaschung im Bett
Problem:
- Bettlägerige
Kunden, die ihre Hautreinigung und Hautpflege nicht oder nur in
kleinen Teilbereichen selbst durchführen können
Ziel:
- Saubere,
geschmeidige, intakte Haut. Steigerung des Selbstwertgefühls,
der Körperorientierung und der Körperwahrnehmung. Aktivierung
individueller Ressourcen
Vorbereitung/Material:
- Information über besondere Gewohnheiten des Kunden einholen
(Dokumentationssystem, Pflegeprozessplanung)
Für Waschung:
- Waschschüssel,
sanfte PH-neutrale Waschseife, Hautpflegemittel nach Wunsch, Waschlappen,
Einmalwaschlappen, Handtuch, frische Wäsche
Für Mund- und Zahnpflege:
- Zahnbecher,
Nierenschale, Zahnpasta, ggf. Prothesenreiniger, Mundwasser, Lippenbalsam
etc
Für Haarpflege / Rasur:
- Bürste,
Kamm, Rasierapparat, ggf. Utensilien zur Nassrasur, individuelle
Pflegeartikel, evtl. Kosmetika
- Für Prophylaxen und Lagerung:
- Materialien
nach Bedarf und betreffendem Pflegestandard
Pflegerische Maßnahme:
- Pro
Waschung Handtuch, Waschlappen,
Intimbereich ausgenommen, verwenden und danach verwerfen. Bett
in Arbeitshöhe bringen
- Zuerst Gesicht und Augen, mit klarem Wasser waschen. Augen, dem
Tränenfluss folgend, von außen nach innen. Weiter vom
Kopf bis zu den Füßen, wobei zur Intimpflege Einmalwaschlappen
und frisches Wasser verwendet werden
Hinweis:
- Wünsche
bezüglich Wassertemperatur, Ausführung und Lagerung berücksichtigen
- Für angepasste Raumtemperatur und Sichtschutz
zur Wahrung der Intimsphäre sorgen
- Information und Kommunikation mit dem Kunden während
der Durchführung
- Kunde aktivieren, nur so viel Hilfe wie nötig!
- Zur Erhaltung der Körperwahrnehmung- und -orientierung
Berührungen möglichst wenig unterbrechen, mit dem Körperstamm
beginnen, danach die Extremitäten
- Eindeutige und feste Ausführung der Berührung,
da leichte, oberflächliche Berührungen Abwehrreaktionen
mobilisieren können
- Die Hand der Pflegeperson passt sich dem Körper
an und wäscht in eine Richtung
- Auf fließende, rhythmische, wiederholende Bewegungen
achten, sodass der Kunde den nächstfolgenden Berührungspunkt
erahnen kann
- Generell nur die Körperseite aufdecken, die
gerade gewaschen wird
- Beim Abtrocknen auf Hautfalten, Finger- und Zehenzwischenräume
achten
- Auf mögliche Hautveränderungen achten,
bei Bildung von Feuchtkammern trockene Mullkompressen verwenden
- Eine Flachlagerung erst bei Pflege des Intimbereichs
oder bei erforderlicher Drehung zur Seite!
Nachsorge:
- Lagerung
auf angenehmes Befinden des Kunden überprüfen
- Dokumentation der durchgeführten
Maßnahmen inkl. Prophylaxen
- Waschwasser entsorgen, Waschutensilien verräumen,
Waschschüssel und Arbeitsplatz entsprechend desinfizierend
reinigen
Qualitätssicherung:
- Durch Einsatz des Standards kontinuierliche, gleiche
Vorgehensweise. Vertrauen und Sicherheit für Kunden Bedürfnisorientierter
Einsatz von Hilfs- und Arbeitsmitteln
- Fachlich kompetente und professionelle Handlungsweise
- Evaluation erfolgt lt. Pflegeplan
- Einsatz der Pflegediagnose zur Erkennung, Vermeidung
und Behandlung von Hautläsionen
Pflegediagnose I / 1
Hautschädigung
Definition:
- Hautläsionen,
ausgelöst durch Druckeinwirkung, z.B. durch Bettlägerigkeit,
Bettruhe oder langes Sitzen
- Geschädigte
Haut durch allergische Reaktionen, Pergamenthaut, Mazerationen,
bei Inkontinenz oder starkem Schwitzen, Intertrigo, krankheitsbedingt,
z.B. fettig, großporig, glänzend bei Morbus Parkinson
- Trockene,
schuppige Haut, z.B. Altershaut, falsche Hautpflege oder
Hautpflegemittel, Flüssigkeits- und / oder Ernährungsmangel
Kennzeichen:
- Trockene,
schuppige Haut
- Stehende Hautfalten
- Juckreiz
- Rötung, Risse, Blasenbildung
- Hautläsionen, Infektionen, Ulzerationen
- Defekte in verschiedenen Hautschichten
Ätiologische oder beeinflussbare Faktoren:
- Durchblutungsstörungen
- Stoffwechselsituation
- Ernährungszustand
- Hypo- oder Hyperthermie
- Feuchtigkeitsgehalt
- Pigmentstörungen
- Harn- und / oder Stuhlinkontinenz
- Cortisonbehandlung
- Morbus Parkinson
- Intertrigo
- Elektrolytverschiebungen (durch Seifenanwendung)
- Altershaut, Veränderung des Hautturgors (Spannungszustand)
- Verändertes Hautmilieu, z.B. bei Diabetes
Risikogruppen:
- Bettlägerige Kunden
- Kunden mit verändertem Ernährungszustand,
Kachexie, Adipositas
- Bewusstseinsgetrübte, bewusstlose Kunden
- Kunden nach Cortison- und Bestrahlungstherapien
- Kunden mit oder nach Psychopharmakatherapie
- Kunden mit Allergien
- Inkontinente Kunden
- Kunden mit hautveränderten Grunderkrankungen,
wie z.B. Morbus Parkinson
Evaluation erfolgt:
Standard I / 1.2
Haut- und Körperpflege
Hautpflege
Problem:
- Belastung
der Haut durch tägliche Ganzwaschung, häufiges Duschen
oder Baden
- Belastung
bestimmter Hautregionen, z.B. durch Inkontinenz
- Zerstörung
der Schutzschicht der Haut durch Zerstörung des natürlichen
Säureschutzmantels. Hiermit verbundene Anfälligkeit zur
Ekzembildung, sowie Eindringen von Bakterien und Pilzen
Ziel:
- Prioritätensetzung:
Nicht wie oft, sondern was und wie, sind entscheidend bei der Erbringung
- der Pflegeleistung
- Erhaltung einer altersentsprechend, intakten Haut
- Vermeidung von Hautschädigungen (Dekubitus,
Mykosen, Ekzembildung)
- Erstellung eines individuellen Pflegeplans
Vorbereitung / Material:
- Raum und persönliche Vorbereitung, siehe Standard
III / 2
- Individuell zusammengestellte Pflegeutensilien, lt.
Pflegeplan
Pflegerische Maßnahme:
- Vorgehensweise wie Standard I / 1, mit den individuell
gewählten, vorzugsweise rückfettenden Hautpflegemitteln.
Wünsche / Bedürfnisse des Kunden beachten
- Lt. einer Studie vom Deutschen Institut für Pflegehilfsmittelforschung,
Göttingen vom Oktober 1998 hat Franzbranntwein keine schädliche
Auswirkung auf die Haut älterer Kunden
- Folgende Mittel sind für die Pflege der älteren
Haut geeignet:
- Kinderpflegemittel, da sie mehr rückfettende
Substanzen enthalten und PH-neutral sind
- W/Ö-Präparate (Wasser-Ion-Öl-Emulsionen)
sind fetthaltig, Wasser spendend und gewähren Luftdurchlässigkeit
und Wärmeaustausch der Haut
- Öl-Bäder, max. 2 x wöchentlich
- Zur optimalen Hautpflege müssen Reinigung, Pflege und Flüssigkeitszufuhr
im Einklang stehen! Positiv wirken gezielte Mobilisation, Bewegung
an der frischen Luft!
Nachsorge:
- Nachbeobachtung
beim Kunden auf Verträglichkeit von Pflegemitteln
- Dokumentation der durchgeführten Maßnahmen
- Evaluation täglich, bei Hautdefekten
Pflegediagnose I / 2
Hautschädigung
Definition:
- Hautläsionen,
ausgelöst durch Druckeinwirkung, z. B. durch langes Sitzen
und eingeschränkter Mobilität
- Geschädigte
Haut durch allergische Reaktionen, Pergamenthaut, Mazerationen,
bei Inkontinenz oder starkem Schwitzen, Intertrigo, krankheitsbedingt,
z. B. fettig, großporig glänzend bei Morbus Parkinson
- Trockene,
schuppige Haut, z.B. Altershaut, falsche Hautpflege oder Hautpflegemittel,
Flüssigkeits- und / oder Ernährungsmangel
Kennzeichen:
- Trockene, schuppige Haut
- Stehende Hautfalten
- Juckreiz
- Rötung, Risse, Blasenbildung
- Hautläsionen, Infektionen, Ulzerationen
- Defekte in verschiedenen Hautschichten
Ätiologische oder beeinflussbare Faktoren:
- Durchblutungsstörungen
- Stoffwechselsituation
- Ernährungszustand
- Hypo- oder Hyperthermie- Feuchtigkeitsgehalt
- Pigmentstörungen
- Harn- und/oder Stuhlinkontinenz
- Cortisonbehandlung
- Morbus Parkinson
- Intertrigo
- Elektrolytverschiebungen (durch Seifenanwendung)
- Altershaut, Veränderung des Hautturgors (Spannungszustand)
- Verändertes Hautmilieu, z.B. bei Diabetes
mellitus
Risikogruppen:
- Bettlägerige Kunden- Kunden mit verändertem
Ernährungszustand, Kachexie, Adipositas
- Bewusstseinsgetrübte, bewusstlose Kunden
- Kunden nach Cortison- / Bestrahlungstherapien
- Kunden mit oder nach Psychopharmakatherapie
- Kunden mit Allergien
- Inkontinente Kunden
- Kunden mit hautveränderten Grunderkrankungen,
wie z.B. Morbus Parkinson
Evaluation erfolgt:
Individuelle Besonderheiten:
.................................................................................................................................................
Standard I / 3
Haut- und Körperpflege
Allgemeine Mundpflege
Problem:
- Pflegebedürftige
Kunden, die nicht in der Lage sind, Mundpflege selbstständig
auszuführen. Potenzielle Probleme: Karies, Mundgeruch, Zahnfleischentzündungen,
Prothesenprobleme durch schlechten Sitz, Druckstellen, Wundreiben
Ziel:
- Saubere
Zähne, bzw. Prothesen, angenehmer Geschmack und Geruch, intakte,
feuchte Schleimhäute, geschmeidige Lippen, gut sitzende Prothese
- Vermeidung
von durch mangelnde Mundhygiene entstehenden Zusatzerkrankungen,
wie z.B.: Schluckstörungen, Aspirationsgefahr, Kiefersperre,
Kieferverformung, Mundatmung, Soor und Parotitis etc
- Sicherstellung
einer beschwerdefreien Flüssigkeits- und Nahrungsaufnahme
Vorbereitung / Material:
- Mundpflegetablett, täglich frisch gerichtet
- Zahnbürste und Zahnpasta, Zahnputzbecher
- Prothesenschale mit Deckel, Prothesenreinigungsmittel
nach Wunsch
- Nierenschale, Holzspatel, Tupfer, Abwurfbehältnis
- Handschuhe, ggf. Taschenlampe
- Lippenpflegestift, Gesichtscreme, Prothesenhaftcreme
nach Wunsch
Pflegerische Maßnahme:
- Zahnpflege
mit Massage-Effekt durch kreisende Bürstenbewegung
- Prothesenpflege über
Nierenschale oder gefülltem Waschbecken mit reichlich warmem
Wasser und weicher Zahnbürste
- Mundpflege:
Zunächst Backentaschen säubern, mittels Tupfer, ggf.
Plastikklemme, Mundspülung wenn möglich mit Nierenschale
oder Tupfer
Hinweis:
- Heißes
Wasser kann zur Prothesenverformung fuhren
- Prothesenbecher bei desorientierten Kunden mit Namen
beschriften - Verwechslungsgefahr!
- Bei der Benutzung von Klemmen auf die Bedeckung der
Spitze achten, um Verletzungen auszuschließen
- Information und Kommunikation mit dem Kunden während
der Durchführung
- Eine Anregung der Speichelbildung kann durch das
Kauen von festen Speisen, zuckerfreiem Kaugummi oder Pfefferminztee,
erfolgen
- Bei Kunden mit Hemiplegie ist auf die sorgfältige
Säuberung der Mundhöhle, besonders in den Backentaschen
der betroffenen Seite, nach jeder Mahlzeit unbedingt zu achten
- Nach Mund- und Kiefer-Operationen kann die Mundpflege
nur mittels Mundspülungen durchgeführt werden
- Anleitung und Aktivierung zur Eigenständigkeit
mit Geduld und Zuwendung
Nachsorge:
- Lagerung,
gegebenenfalls lt. Lagerungsplan überprüfen
- Mundpflegetablett richten, gebrauchte Artikel entsorgen
bzw. desinfizieren, fehlende Artikel ersetzen
- Zahnbürsten alle 4-6 Wochen erneuern
- Dokumentation der durchgeführten Maßnahmen
Qualitätssicherung:
- Durch Einsatz des Standards kontinuierliche, gleiche
Vorgehensweise
- Vertrauen und Sicherheit für Kunden durch fachlich
kompetente und professionelle Handlungsweise. Evaluation lt. Pflegeplan
- Steigerung des Wohlbefindens durch saubere, gepflegte
Zähne und reizlose Mundschleimhaut
- Bedürfnisorientierter Einsatz von Hilfs- und
Arbeitsmitteln
- Einsatz der Pflegediagnose zur Erkennung, Vermeidung
und Behandlung von Veränderungen der Mundschleimhaut
Pflegediagnose I / 3
Veränderungen der Mundschleimhaut
Definition:
- Veränderungen
der Mundschleimhaut; der Speichelproduktion oder der Mundhöhlenstruktur,
die Schmerzen und Unbehagen für den Kunden auslösen
Kennzeichen:
- Schmerzempfindung
im Bereich der Mundschleimhaut
- Sichtbare Schleimhautschädigungen wie:
- Bläschen, Ulzerationen, Abschilferungen, Blutungen
- Leukoplakie (weiße Beläge), (Gingivitis,
Zahnfleischentzündung)
- Stomatitis (Entzündung der Mundschleimhaut)
- Fehlende oder verminderte Speichelbildung
- Karies
- Plaques
- Schwellung der Mundschleimhaut
- Mundtrockenheit (Xerostomie)
- Belegte Zunge
- Herpes Labiales
- Parotitis (Speicheldrüsenentzündung)
- Rhagaden (schmerzhafte Einrisse an Mund- und Nasenwinkel)
- Soor (grau-weißer, fleckiger, haftender Belag
- Ursache: Candida albicans)
Nebenkennzeichen:
- Halitosis (Mundgeruch)
- Unwohlsein
Ätiologische oder beeinflussbare Faktoren:
- Ungenügende Mund- und / oder Zahnpflege
- Reizung der Mundschleimhaut durch den Einsatz von
alkoholischen Mundspülungen
- Säurehaltige Pflegeartikel, z.B. Zitronenstäbchen
- Bestimmte Medikamente
- Alkoholkonsum
- Ernährungsmangel
- Unzureichende Flüssigkeitszufuhr / Mundtrockenheit
- Mundatmung
- Fehlende bzw. unzureichende Speichelbildung
- Schlecht passende Zahnprothesen
- Operative Maßnahmen in der Mundhöhle
- Einsatz von endotrachealen Tuben oder Magensonden
Risikogruppen:
- Kunden mit Infektionen
- Kunden mit mangelndem Allgemein- und Ernährungszustand
- Kunden mit Bestrahlungstherapie im Kopf- und Nackenbereich
- Kunden mit bereits geschädigter Mundschleimhaut
Evaluation erfolgt:
Standard I / 4
Haut- und Körperpflege
Spezielle Mundpflege
Problem: Trockene
Mundschleimhaut durch Dehydratation, Mundatmung, Borkenbildung,
gerötete, geschwollene, schmerzhafte Schleimhaut, verminderter,
zäher Speichelfluss, Infektionen, schmerzhafte Bläschenbildung,
Herpes, Zahnfleischbluten
Ziel: Feuchte,
glatte, rosige Mundschleimhaut, feuchte Zunge mit normalem Belag,
Schmerzfreiheit, Möglichkeit zur ausreichenden Flüssigkeits-
und Nahrungsaufnahme, intaktes Zahnfleisch
Vorbereitung / Material:
- Zur Mundspülung: Fencheltee, Kaugummi, Multibiontalösung
(Kontraindikation: Nierenerkrankungen) Salbeitee
- Weiche Zahnbürste
- Ärztlich verordnete Vitamin C-Gabe, Tinkturlösung
zur Behandlung von Aphthen (runde, rötlich geränderte
Defekte der Mundschleimhaut)
- Zur Anregung des Speichelflusses:
- Tee mit frischer Zitrone, zuckerfreie säuerliche
Bonbons, erhöhte Trinkmenge (2-3 Liter), keine schleimenden
Nahrungsmittel (z.B. Milch)
- Zur Infektionsbehandlung:
- Abstriche, gezielte, ärztliche Therapie, täglich
Evaluation
Pflegerische Maßnahme:
- Mundspülung mehrmals täglich durchführen, Tinktur
nach Verordnung auftragen, Flüssigkeitszufuhr steigern und überwachen,
Nahrungsaufnahme bei Bedarf flüssig, weich, säure- und
gewürzarm, wenig Salz, Vitaminreich
- Reinigung der Zähne mit weicher Zahnbürste und sehr
behutsam
- Sorgfältiges, gründliches Auswischen von Mundhöhle,
Zähnen, Wangeninnenfläche, Wangentaschen, Zunge, unter
der Zunge, hartem Gaumen. Lippen mit Salbe eincremen z.B.
Bepanthen®
Hinweis:
- Anregung
des Speichelflusses durch Massage, kreisende Bewegung auf der Wange
in Höhe des Kiefergelenks durchführen. Alternativ mit
drei Fingern vom Kiefergelenk in Richtung Kinn fest streichen
- Bei Candidose: Einsatz von Moronal-Suspension
- Verwendung von Einmalartikeln bei Infektionen oder
Infektionsgefahr
- Bei starken Schmerzen, mit ärztlicher Absprache
Einsatz von Lokalanästhetikum vor der Nahrungsaufnahme
- Nach Mund- und Kiefer-Operationen kann die Mundpflege
nur mittels Mundspülungen durchgeführt werden
- Anleitung und Aktivierung zur Eigenständigkeit
mit Geduld und Zuwendung
- Nachsorge: - Lagerung
des Kunden, ggf. lt. Lagerungsplan überprüfen
- Unmittelbare Entsorgung von benutzten Einmalartikeln
- Zahnbürsten alle 4 - 6 Wochen erneuern
- Dokumentation der durchgeführten Maßnahmen
Qualitätssicherung:
- Durch Einsatz des Standards kontinuierliche, gleiche
Vorgehensweise
- Vertrauen und Sicherheit für Kunden durch fachlich
kompetente und professionelle Handlungsweise. Evaluation lt. Pflegeplan
- Linderung der Schmerzen durch gezielt eingesetzte
Pflege
- Bedürfnisorientierter Einsatz von Hilfs- und
Arbeitsmitteln
- Einsatz der Pflegediagnose zur Behandlung von Veränderungen
und Erkrankungen der Mundschleimhaut
Pflegediagnose I / 4
Veränderungen der Mundschleimhaut
Definition: Veränderungen
der Mundschleimhaut, der Speichelproduktion oder der Mundhöhlenstruktur,
die Schmerzen und Unbehagen für den Kunden auslösen
Kennzeichen:
- Schmerzempfindung
im Bereich der Mundschleimhaut
- Sichtbare Schleimhautschädigungen wie: Bläschen,
Ulzerationen, Abschilferungen, Blutungen Leukoplakie (weiße
Beläge), Gingivitis (Zahnfleischentzündung)
- Stomatitis (Entzündung der Mundschleimhaut)
- Fehlende oder verminderte Speichelbildung
- Karies
- Plaques
- Schwellung der Mundschleimhaut
- Mundtrockenheit (Xerostomie)
- Belegte Zunge
- Herpes Labialis
- Parotitis (Speicheldrüsenentzündung)
- Rhagaden (schmerzhafte Einrisse an Mund- und Nasenwinkel)
- Soor (grau-weißer, fleckiger, haftender Belag - Ursache:
Candida albicans)
Nebenkennzeichen:
- Halitosis (Mundgeruch)
- Unwohlsein
Ätiologische oder beeinflussbare Faktoren:
- Ungenügende Mund- und / oder Zahnpflege
- Reizung der Mundschleimhaut durch den Einsatz von
alkoholischen Mundspülungen
- Säurehaltige Pflegeartikel, z.B. Zitronenstäbchen
- Bestimmte Medikamente
- Alkoholkonsum
- Ernährungsmangel
- Unzureichende Flüssigkeitszufuhr / Mundtrockenheit
- Mundatmung
- Fehlende bzw. unzureichende Speichelbildung
- Schlecht passende Zahnprothesen
- Operative Maßnahmen in der Mundhöhle
- Einsatz von endotrachealen Tuben oder Magensonden
Risikogruppen:
- Kunden mit Infektionen
- Kunden mit mangelndem Allgemein- und Ernährungszustand
- Kunden mit Bestrahlungstherapie im Kopf- und Nackenbereich
- Kunden mit bereits geschädigter Mundschleimhaut
Evaluation erfolgt:
Standard I / 5
Haut- und Körperpflege
Augenpflege
Problem:
- Klient
kann seine Augen nicht selbstständig reinigen und pflegen,
dadurch entstehen Verkrustungen, Verklebungen oder Entzündungen
- Fehlender
Lidschlag z.B. bei Bewusstlosigkeit, Augenlidlähmung
z.B. nach Apoplexie
- Eine
Einschränkung des Sehvermögens stellt eine damit verbundene
Einschränkung in fast allen AEDL-Bereichen dar
Ziel:
- Feuchte,
saubere Augenschleimhäute
- Keine Reizungen, keine Infektionen
Vorbereitung / Material:
- Klares Wasser
- Frischer Waschlappen
- Frisches Handtuch
Pflegerische Maßnahme:
- An erster Stelle steht: Vor der Augenreinigung immer Hände
desinfizieren!
- Augen mit klarem, lauwarmem Wasser auswaschen. Vom äußeren
zum inneren Augenwinkel wischen, dem Tränenkanal folgend
- Bei der Verwendung von Tupfern wird für jeden Wischvorgang
ein frischer Tupfer verwendet
Hinweis:
- Immer
Handschuhe tragen!
- Verklebte bzw. entzündete Augen mit sterilen
Tupfern und 0,9 %-iger NaCI reinigen
- Bei infizierten Augen immer vom anderen Auge wegspülen,
um Kreuzinfektionen zu vermeiden - d.h. von innen nach außen
spülen!
- Verwendung von Einmalartikeln bei Infektionen oder
Infektionsgefahr
- Bei fehlendem Lidschlag Tränenersatzflüssigkeit
oder Augensalbe applizieren (ärztliche Verordnung)
- Bei Anwendung von Augentropfen und -salben immer
auf das Verfallsdatum achten. Anbruchdatum muss auf der Packung
vermerkt sein.
- Augentropfen oder -salben in den unteren Bindehautsack
eingeben. Tube oder Fläschchen dürfen nicht kontaminieren
(ärztliche Verordnung)
- Brillenpflege ist wichtig und erfolgt täglich
- Nachsorge: - Aufbewahrungsart
von angewandten Tropfen oder Salben beachten (dunkel, trocken)
- Unmittelbare Entsorgung von benutzten Einmalartikeln
- Dokumentation der durchgeführten Maßnahmen
Qualitätssicherung:
- Durch Einsatz des Standards kontinuierliche, gleiche
Vorgehensweise
- Vertrauen und Sicherheit für Kunden durch fachlich
kompetente und professionelle Handlungsweise
- Evaluation lt. Pflegeplan
- Erhaltung der Lebensqualität durch die Berücksichtigung
von Bedürfnissen, Möglichkeiten und Defiziten, in Bezug
auf die Auswirkung auf die ATL's/AEDL's
- Einsatz der Pflegediagnose, zur Erkennung von krankhaften
Veränderungen der Augen und die daraus resultierenden Einschränkungen
in anderen Lebensbereichen
Pflegediagnose I / 5
Veränderungen des Sinnesorgans Auge
Definition:
- Veränderungen
des visuellen Wahrnehmungsvermögens, zugeordnet dem ATL/AEDL-
Bereich "Kommunikation"
Kennzeichen:
- Einschränkung oder Unfähigkeit zur Umweltwahrnehmung
- Krankheitsbedingte Einschränkungen des Sehvermögens
- Angst, Unsicherheit, Isolation
- Schmerzhafte Entzündungen / Infektionen
- Fehlender oder unvollständiger Lidschluss
- Augenjucken, Augenbrennen
- Behindertes Sehvermögen durch die Gabe von Augensalben,
erhöhte Sturzgefahr!
Ätiologische oder beeinflussbare Faktoren:
- Unsachgemäße Augenpflege, ungenügendes
aseptisches Arbeiten
- Verminderung der Tränenflüssigkeit, verringerter
Lidschlag
- Fehlender oder unvollständiger Lidschluss
- Grauer Star: Trübung der Augenlinse durch Stoffwechselstörung
- Grüner Star: erhöhter Augeninnendruck,
Sehnervschädigung bis zur Erblindung
- Bindehautentzündung durch Allergien oder Infektionen
- Austrocknung der Hornhaut, bei bewusstlosen / stark
bewusstseinsgetrübten Kunden oder bei Fazialislähmung
Risikogruppen:
- Ältere Menschen
- Kunden mit reduziertem oder verlorenem Sehvermögen
- Bewusstlose / bewusstseinsgetrübte Kunden
- Kunden nach Schlaganfall
Evaluation erfolgt:
- Bei
jeder Veränderung
- Individuelle Besonderheiten:
.................................................................................................................................................
Standard I / 6
Haut- und Körperpflege
Nasenpflege / Ohrenpflege
Problem:
- Kunde
kann seine Nase bzw. seine Ohren nicht selbst reinigen und pflegen
Ziel:
- Saubere
und feuchte Nasenschleimhaut. Störungsfreie Atmung
- Sauberer und freier Gehörgang. Intaktes Hören
Vorbereitung / Material:
- Nasenpflege: Ohrenpflege:
- Papiertücher Waschlappen
- Watteträger Waschlotion
- Ggf.
Nasensalbe Dünne
Wattestäbchen
- Einmalhandschuhe
- Ggf.
Nasentropfen zur Befeuchtung
Pflegerische Maßnahme:
- Nasenpflege 1 mal täglich bei starker
Verborkung mehrmals. Kunden wenn möglich vorher schnäuzen
lassen
- Reinigung
wird vorsichtig mit Watteträgern, getränkt mit 0,9 %-igem
NaCl, alternativ mit reinem warmen Wasser durchgeführt
Hinweis:
- Für
jeden Reinigungsvorgang einen neuen Watteträger verwenden
- Borken ggf. mit milder Nasensalbe erst aufweichen
- Bei durch Sekretion verstopfter Nase Nasenschleimhäute
z.B. mit Emser Sole anfeuchten. Inhalationen mit ätherischen Ölen
dienen ebenfalls der Sekretlösung. Der Einsatz von Luftbefeuchter
oder Ultraschall-Vernebler kann hilfreich sein
- Bei liegenden Sonden behutsame, gleiche Vorgehensweise,
Einsatz von pflegenden Nasensalben
- Ohrenpflege: Anheben der Ohrmuschel nach oben, Waschung
mit weichem Teil des Waschlappens inkl. des Bereichs hinter dem
Ohr. Mit Wattestäbchen und evtl. etwas Öl den von außen
sichtbaren Ohrenschmalz entfernen. Wasser und Waschlotion sollen
nicht ins Ohr eindringen!
Hinweis:
- Für
jedes Ohr separates Wattestäbchen verwenden (Infektionsübertragung)
- Watteträger auf keinen Fall in den Gehörgang
einführen. Verletzungsgefahr!
- Lauter sprechen hilft bei Schwerhörigkeit nicht
immer! Töne bestimmter Frequenzen werden nicht gehört
- Ohrpassstücke von Hörgeräten müssen
täglich gereinigt werden. Hörgeräte dürfen
nicht vertauscht (falsches Ohr) werden
ACHTUNG :
Husten beim Ohrreinigen löst
ggf. einen Vagusreiz aus - Gefahr der bradykarden Herzrhythmusstörung!
Nachsorge:
- Dokumentation
der durchgeführten Maßnahmen
- Leere Knopfzell-Batterien werden in der Recyclingbox
entsorgt
- Unmittelbare Entsorgung von benutzten Einmalartikeln
Qualitätssicherung:
- Durch Einsatz des Standards kontinuierliche, gleiche
Vorgehensweise
- Vertrauen und Sicherheit für Kunden durch fachlich
kompetente und professionelle Handlungsweise
- Evaluation lt. Pflegeplan
- Erhaltung der Lebensqualität durch die Berücksichtigung
von Bedürfnissen, Möglichkeiten und Defiziten, in Bezug
auf die Auswirkung auf die AEDL' s
- Einsatz der Pflegediagnose zur Erkennung von krankhaften
Veränderungen der Nasenschleimhaut, der Hörfähigkeit
und der daraus resultierenden Einschränkungen in anderen ATL/AEDL
Bereichen
Pflegediagnose I / 6
Veränderungen der Sinnesorgane Nase
und Ohren
Definition:
Kennzeichen:
Nase:
- Einschränkung der Nasenatmung durch Fremdkörper- oder
Borkenverlegung
- Starke Borkenbildung durch mangelnde Nasenpflege
- Besonderer Pflegeanspruch bei liegenden Sonden
Ohren:
- Einschränkung oder Unfähigkeit zur akustischen Umweltwahrnehmung
- Eingeschränktes Hören durch unzureichende
/ unsachgemäße Ohrenpflege
Ätiologische oder beeinflussbare Faktoren:
Nase:
- Hautdefekte durch liegende Sonden
- Aspirationsgefahr
- Nasendekubitus
- Behinderte Nasenatmung durch Borkenbildung
- Schmerz
- Angst
Ohren:
- Kommunikationsprobleme durch unsachgemäßen Einsatz von
Hörhilfen
- Falsche Ernährung, Alkohol, Nikotin, Hypertonie,
Diabetes
- Vertigo (Schwindel)
- Hörsturz
- Blutung aus dem Ohr - Hinweis auf Schädel-Basis-Fraktur,
z.B. nach Sturz
Risikogruppen:
- Ältere Menschen
- Kunden mit reduziertem oder verlorenem Hörvermögen
- Bewusstlose / bewusstseinsgetrübte Kunden
- Kunden mit bestimmter medikamentöser Behandlung
Evaluation erfolgt:
Bei
jeder Veränderung
Standard I / 7
Haut- und Körperpflege
Nagelpflege
Problem:
- Klient
kann seine Nägel nicht selbst reinigen und pflegen
Ziel:
- Saubere und gepflegte Hände und Füße. Reflexzonenpflege
- Verhinderung der Keimverschleppung durch hygienische
Vorgehensweise
Vorbereitung / Material:
- Handtuch
- Schüssel mit warmem Wasser, bzw. Waschbecken
- Ggf. milde Waschlotion
- Nagelbürste
- Nagelschere, Nagelzange
- Nagelfeile
- Individuelle Pflegemittel, wie Handkreme etc
- Falls vorhanden immer kundeneigene Utensilien verwenden
- Schutzhandschuhe, bei Nagelmykosen
- Händedesinfektion prinzipiell vor und nach der
Maßnahme
Pflegerische Maßnahme:
- Handpflege 1 x wöchentlich oder bei Bedarf, Fußpflege
lx wöchentlich oder bei Bedarf. Reinigung der Nägel durch
Hand- bzw. Fußbad
- Kürzung der Nägel: Fingernägel rund schneiden,
Fußnägel gerade schneiden, günstig mit einer Nagelzange.
Nägel ggf. feilen. Nagelhaut behutsam zurückschieben.
Handkreme verwenden, nach individuellem Bedarf kosmetische Pflege,
z.B. Nagellack
- Einzelne Finger und die Hände in Richtung von den Händen
weg massieren
Hinweis:
- Spitze
Gegenstände zur Reinigung der Nagelränder vermeiden.
Verletzungsgefahr!
- Harte und dicke Nägel können auf schlechte
Durchblutung hinweisen. Vorsicht bei diesen Patienten - bei Verletzungen,
z.B. Einschneiden - kann es zu extrem schwieriger und verzögerter
Heilung kommen
- Bei Diabetikern oder Menschen
mit peripheren Durchblutungsstörungen sollte die Nagelpflege
/nur durch die fachlich geschulte Fußpfleger/in durchgeführt
werden
- Bei medizinischer Indikation,
w.o. werden die Kosten der Behandlung durch eine qualifizierte
Fußpflegefachkraft von den Krankenkassen übernommen
- Nägel feilen ist eine
unproblematische Methode, da es hierbei kaum zu Verletzungen kommen
kann
- Eingewachsene Nägel bedürfen
ebenfalls der besonderen, fachlichen Behandlung
- Verletzungen des Nagelbettes
müssen in jedem Fall vermieden werden!
- Nachsorge: - Benutzte
Utensilien gründlich desinfizieren und reinigen
- Dokumentation im Pflegeplan
Qualitätssicherung:
- Die wöchentlich festgeschriebene
Maßnahme sichert den gepflegten Hand- und Fußzustand
- Risikominimierung durch den Einsatz
qualifizierter Fußpflegefachkräfte
- Allgemeine Einhaltung der Hygienemaßnahmen
- Steigerung der Lebensqualität
und ein angenehmes Gefühl für den Kunden
Pflegediagnose I / 7
Problemstellung bei der Hand- und Fußpflege
Definition:
- Verletzungsprobleme
und medizinische Auffälligkeiten, in Bezug auf die Nagelpflege.
Kennzeichen:
- Nagelbettverletzungen
- Nagelbildungsstörungen
- Nagelinfektionen
- Störungen im Berührungskontakt
- Nagelbrüchigkeit
- Verletzungen durch unsachgemäße
Durchführung
Ätiologische oder beeinflussbare Faktoren:
- Ernährungsdefizite
- Nagelbildungsstörungen durch mangelhafte Durchblutung
- Nagelbrüchigkeit durch: Eisenmangel
- Schilddrüsenüberfunktion
- Mangelernährung
- Nägel dienen als Infektionsüberträger
- Nosokomialinfektionen! (=Im Krankenhaus oder Pflegeheim, aufgrund
mangelnder Hygienemaßnahmen und geschwächtem Immunsystem
erworbene Infektionen)
- Uhrglasnägel mit dem Hinweis auf: Lebererkrankungen
- Lungenerkrankungen
- Herzfehler
- Nagelmykosen - mit der großen Gefahr der Übertragung
durch / auf Pflegekräfte
- Selbstständige, unsachgemäße Durchführung
(Kunden mit eingeschränktem Sehvermögen)
- Unsachgemäße Durchführung durch Angehörige
Risikogruppen:
- Menschen mit bestimmten Grunderkrankungen,
z.B. Diabetes
- Kunden mit eingeschränktem
Sehvermögen, bei selbstständiger Durchführung
- Fehl-, bzw. mangelernährte
Kunden
- Kunden mit peripheren Durchblutungsstörungen
Evaluation erfolgt:
- Bei
jeder Veränderung
- Individuelle Besonderheiten:
.................................................................................................................................................
Standard I / 8
Haut- und Körperpflege
Baden
Problem:
- Kunde
braucht Hilfestellung, Anleitung oder die Übernahme der Körperpflege
beim Baden
Ziel:
- Körperliches
und psychisches Wohlbefinden durch Reinigung und Entspannung
- Anregung der Durchblutung von Haut und Muskulatur
- Therapeutischer Zweck, z.B. Bewegungsbad, medizinische
Badezusätze
Vorbereitung / Material:
- Individuell
- Badewasser mit einer Temperatur von 34 ° - 36 °C
- Hilfsmittel nach Bedarf: Badelifter (sitzend / liegend),
Haltegriffe, Haltegurte, rutschfeste Badematten vor und in der
Badewanne
- Kopf- und Nackenstütze
- Toilettenartikel, wie Badezusatz, Haarshampoo, Hautpflegeartikel
- Waschlappen / 1 Badetuch / 1 Handtuch / 1 Vorlagetuch
- Frische Wäsche / Kleidung, evtl. Bademantel
- Bei Bedarf Inkontinenzartikel, Verbandsmaterialien,
Urinbeutel, wasserfeste Pflaster etc
- Materialien zur Nagelpflege lt. Stand. 1/7
- Raumtemperatur, gemäß der Jahreszeit angepasst. Überprüfung
der Badewassertemperatur mit dem Ellenbogen, Abstimmung mit individuellen
Wünschen/Erfordernissen des Kunden bei allen Arbeitsschritten
- An- und Auskleiden des Kunden unter Berücksichtigung und
Aktivierung der vorhandenen Fähigkeiten und Möglichkeiten
- Badezusatz nach medizinischer Verordnung oder auf Kundenwunsch
zusetzen
- Toilettenbesuch anbieten oder durchführen
- Hilfestellung beim Einsteigen in die Badewanne, bei Bedarf Einsatz
oben genannter Hilfsmitteln
- Bei Übernahme der pflegerischen Leistung Waschung vom Körperstamm
aus durchführen
- Nach dem Bad warm abduschen und sorgfältig abtrocknen. Hautfalten
beachten!
- Finger- und Fußnagelpflege, ebenso das Fönen der Haare
im Zimmer durchführen
Niemals elektrische Geräte, bei Feuchtigkeit im Bad
oder sonst wo benutzen!!!
- Verordnete Verbandwechsel nach Ruhezeit durchführen
Hinweis:
- 2.
Pflegeperson bei Bedarf hinzuziehen - Hilfestellung beim Einstieg
in die Badewanne oder zum Machen des Bettes
- Beobachtung
der Kreislaufsituation und ggf. Kreislaufkontrolle
- Kontraindikationen:
Herz- und Kreislauferkrankungen, Anfallsleiden etc. - hier Durchführung
nur nach Rücksprache mit dem Arzt, mit 2. Pflegeperson, verkürzter
Badezeit, Badewasser nur bis zum Bauchnabel
- Hautbeobachtung,
Badewirkung beobachten
- Bei
immobilen Kunden passive Bein- und Fußbewegungsübungen
durchführen
- Entspannte
Körpersituation zur Kontrakturenprophylaxe nutzen
- Beim
transurethralen Verweilkatheter sind keine zusätzlichen Schutzmaßnahmen
erforderlich
- Zeitpunkt
und Dauer des Bades nach Abstimmung mit dem Kunden, ca. 10-15 Min
Nachsorge:
- Badewanne,
benutzte Hilfsmittel desinfizierend bzw. reinigen. Bad lüften
und aufräumen
- Nachbeobachtung beim Kunden auf Verträglichkeit
des Bades (Haut, Kreislauf)
- Dokumentation der durchgeführten Maßnahmen
- Unmittelbare Entsorgung von benutzten Einmalartikeln
Qualitätssicherung:
- Einhaltung der Hygienemaßnahme, mit therapeutischem
Effekt (keine Hautschädigung)
- Einbezug und Erhaltung bestehender Lebensgewohnheiten
- Einsatz der Pflegediagnosen zur Erkennung von Hautveränderungen
Pflegediagnose I / 8
Hautschädigung
Definition:
- Hautläsionen,
ausgelöst durch Druckeinwirkung, z.B. durch Bettlägerigkeit,
Bettruhe oder langes Sitzen. Geschädigte Haut durch allergische
Reaktionen, Pergamenthaut, Mazerationen, bei Inkontinenz oder starkem
Schwitzen, Intertrigo, krankheitsbedingt, z.B. fettig, großporig,
glänzend bei Morbus Parkinson
- Trockene,
schuppige Haut, z.B. Altershaut, falsche Hautpflege oder
Hautpflegemittel, Flüssigkeits- und / oder Ernährungsmangel
Kennzeichen:
- Trockene, schuppige
Haut
- Stehende Hautfalten
- Juckreiz
- Rötung, Risse, Blasenbildung
- Hautläsionen, Infektionen, Ulzerationen
- Defekte in verschiedenen Hautschichten
Ätiologische oder beeinflussbare Faktoren:
- Durchblutungsstörungen
- Stoffwechselsituation
- Ernährungszustand
- Hypo- oder Hyperthermie
- Feuchtigkeitsgehalt
- Pigmentstörungen
- Harn- und / oder Stuhlinkontinenz
- Cortisonbehandlung
- Morbus Parkinson
- Intertrigo
- Elektrolytverschiebungen (durch Seifenanwendung)
- Altershaut, Veränderung des Hautturgors (Spannungszustand)
- Verändertes Hautmilieu, z.B. bei Diabetes
Risikogruppen:
- Bettlägerige Kunden
- Kunden mit verändertem Ernährungszustand,
Kachexie, Adipositas
- Bewusstseinsgetrübte / bewusstlose Kunden
- Kunden nach Cortison-Bestrahlungstherapien
- Kunden mit oder nach Psychopharmakatherapie
- Kunden mit Allergien
- Inkontinente Kunden
- Kunden mit hautveränderten Grunderkrankungen,
wie z.B. Morbus Parkinson
Evaluation erfolgt:
Standard I / 9
Haut- und Körperpflege
Duschen
Problem:
- Kunden
braucht Hilfestellung, Anleitung oder die Übernahme der Körperpflege
beim Duschen
Ziel:
- Körperliches
und psychisches Wohlbefinden durch Reinigung und Erfrischung. Anregung
der Durchblutung von Haut und Muskulatur durch Massageeffekt der
Wasserstrahlen
Vorbereitung / Material:
- Hilfsmittel n. Bedarf
- Duschhocker / Duschstuhl
- Haltegriffe, Haltegurte
- Badematten, Kopf- und Nackenstütze
- Toilettenartikel, wie Duschgel, Haarshampoo, Hautpflegeartikel
- 2 Waschlappen
- 1 Badetuch, 1 Handtuch, 1 Vorlagetuch
- Frische Wäsche / Kleidung, evtl. Bademantel
- Inkontinenzartikel, Verbandsmaterialien, Urinbeutel,
wasserfeste Pflaster etc
- Materialien zur Nagelpflege lt. Stand. 1 / 7
Pflegerische Maßnahme:
- Raumtemperatur, gemäß den individuellen Bedürfnissen
/ Wünschen des Kunden angepasst
- Einstellung und Überprüfung der Wassertemperatur, in
Abstimmung mit den individuellen Wünschen des
- Kunden
- An- und Auskleiden des Kunden unter Berücksichtigung und
Aktivierung der vorhandenen Fähigkeiten und Möglichkeiten.
Toilettenbesuch vorschlagen / ermöglichen
- Duschempfehlung:
- beginnend mit der Handdusche Unterschenkelbereich / Beinvorderseite
bis zum Rumpfansatz, Rückseite folgend, dann von den Händen
zur Schulter, danach Rücken und Brustbereich abwärts,
abschließend Körper von oben nach unten abbrausen
- Nach dem Duschen sorgfältig abtrocknen. Hautfalten beachten!
- Finger- und Fußnagelpflege, ebenso das Fönen der Haare
im Zimmer durchführen
Niemals elektrische Geräte, bei Feuchtigkeit
im Bad oder sonst wo , benutzen!!!
- Verordnete Verbandwechsel nach Ruhezeit durchführen. Ankleiden
im Zimmer
Hinweis:
- 2.
Pflegeperson bei Bedarf hinzuziehen
- Beobachtung der Kreislaufsituation und ggf. Kreislaufkontrolle
- Vorteile des Duschens: keine zusätzliche Beanspruchung
der Haut durch lange Wassereinwirkung. Fließendes Wasser
ist hygienischer. Geringere körperliche und psychische Belastung
für Kunden Stimulierung der sensorischen Hautnerven
- Hautbeobachtung
- Je wärmer die Wassertemperatur, desto intensiver
ist die Hautentfettung und die Zerstörung des Säureschutzmantels
der Haut
- Vermeidung von Feuchtkammern durch sorgfältiges
Abtrocknen
- Beim transurethralen Verweilkatheter sind keine zusätzlichen
Schutzmaßnahmen erforderlich
- Zeitpunkt und Dauer des Duschens nach Abstimmung
mit dem Kunden
- Nachsorge: - Dusche
und benutzte Hilfsmittel desinfizieren bzw. reinigen. Dusche lüften
und aufräumen
- Nachbeobachtung beim Kunden auf Verträglichkeit
des Duschens (Haut, Kreislauf)
- Dokumentation der durchgeführten Maßnahmen
Qualitätssicherung:
- Einhaltung der Hygienemaßnahme, mit therapeutischem
Effekt (keine Hautschädigung)
- Einbezug und Erhaltung bestehender Lebensgewohnheiten
- Einsatz der Pflegediagnosen zur Erkennung von Veränderungen
Pflegediagnose I / 9
Hautschädigung
Definition:
- Hautläsionen,
ausgelöst durch Druckeinwirkung, z.B. durch Bettlägerigkeit,
Bettruhe oder langes Sitzen
- Geschädigte
Haut durch allergische Reaktionen, Pergamenthaut, Mazerationen,
bei Inkontinenz oder starkem Schwitzen, Intertrigo, krankheitsbedingt,
z.B. fettig, großporig, glänzend bei Morbus Parkinson
- Trockene,
schuppige Haut, z.B. Altershaut, falsche Hautpflege oder
Hautpflegemittel, Flüssigkeits- und / oder Ernährungsmangel
Kennzeichen:
- Trockene,
schuppige Haut
- Stehende Hautfalten
- Juckreiz
- Rötung, Risse, Blasenbildung
- Hautläsionen, Infektionen, Ulzerationen
- Defekte in verschiedenen Hautschichten
Ätiologische oder beeinflussbare Faktoren:
- Durchblutungsstörungen
- Stoffwechselsituation
- Ernährungszustand
- Hypo- oder Hyperthermie
- Feuchtigkeitsgehalt
- Pigmentstörungen
- Harn- und / oder Stuhlinkontinenz
- Cortisonbehandlung
- Morbus Parkinson
- Intertrigo
- Elektrolytverschiebungen (durch Seifenanwendung)
- Altershaut, Veränderung des Hautturgors (Spannungszustand)
- Verändertes Hautmilieu, z.B. bei Diabetes
Risikogruppen:
- Bettlägerige Kunden
- Kunden mit verändertem Ernährungszustand,
Kachexie, Adipositas
- Bewusstseinsgetrübte, bewusstlose Kunden
- Kunden nach Cortison- und Bestrahlungstherapien
- Kunden mit oder nach Psychopharmakatherapie
- Kunden mit Allergien
- Inkontinente Kunden
- Kunden mit hautveränderten Grunderkrankungen,
wie z.B. Morbus Parkinson
Evaluation erfolgt:
Standard I / 10
Haut- und Körperpflege
Hautpflege
Problem: Belastung
der Haut durch tägliche Ganzwaschung, häufiges Duschen
oder Baden
Belastung
bestimmter Hautregionen, z.B. durch Inkontinenz
Zerstörung
der Schutzschicht der Haut durch Zerstörung des natürlichen
Säureschutzmantels. Hiermit verbundene Anfälligkeit zur
Ekzembildung, sowie Eindringen von Bakterien und Pilzen
Ziel: - Prioritätensetzung:
Nicht wie oft, sondern was und wie, sind entscheidend bei der Erbringung
- der Pflegeleistung
- Erhaltung einer altersentsprechend, intakten Haut
- Vermeidung von Hautschädigungen (Dekubitus,
Mykosen, Ekzembildung)
- Erstellung eines individuellen Pflegeplans
Vorbereitung / Material:
- Raum und persönliche Vorbereitung, siehe Standard
III / 2
- Individuell zusammengestellte Pflegeutensilien, lt.
Pflegeplan
Pflegerische Maßnahme:
- Vorgehensweise siehe Standard I / 1 / 2
Hinweis:
- Folgende
Mittel sollten vor allem bei älteren Kunden vermieden werden:
- Seifen mit den alkalischen Bereich erreichendem pH-Wert
von über 6,0 Norm-PH-Wert der Haut: 4,6 - 6,0 (saurer Bereich)
- Parfumöle, -seifen etc., können Allergien
auslösen
- Syndets (=synthetische Detergenzien, d.h. Stoffe,
die die Oberflächenspannung des Wassers herabsetzen und damit
die Wasserbenetzbarkeit der Oberflächen erhöhen). Sie
wirken entfettend, hautreizend und austrocknend
- Melkfett, Vaseline, durch die Verstopfung der Hautporen
kein geeigneter Hautschutz
- Pinementhol-Transpulmin schließen die Poren
und vermindern die Durchblutung
- Lt. einer Studie vom Deutschen Institut für Pflegehilfsmittelforschung,
Göttingen vom Oktober 1998 hat Franzbranntwein keine schädliche
Auswirkung auf die Haut älterer Kunden
•
Folgende Mittel sind für die Pflege der älteren
Haut geeignet:
- Kinderpflegemittel, da sie mehr rückfettende
Substanzen enthalten und PH-neutral sind
- W/Ö-Präparate (Wasser-Ion-Öl-Emulsionen)
sind fetthaltig, Wasser spendend und gewähren Luftdurchlässigkeit
und Wärmeaustausch der Haut
- Öl-Bäder, max. 2 x wöchentlich
- Zur optimalen Hautpflege müssen Reinigung, Pflege und Flüssigkeitszufuhr
im Einklang stehen! Positiv wirken gezielte Mobilisation, Bewegung
an der frischen Luft!
Nachsorge:
- Siehe
Stand. 1 / 1 / 2
- Dokumentation im Pflegeplan
- Evaluation täglich, bei Hautdefekten
Pflegediagnose I / 10
Gefahr einer Hautschädigung
Definition:
- Vorliegen
von Risikofaktoren für die Ausbildung von Hautschädigungen,
wie Ulzerationen, Abschürfungen, etc
Kennzeichen:
- Verletzungen der Hautoberfläche
- Zerstörung von Hautschichten
- Schädigung von Körperstrukturen (tiefe
Ulzerationen)
Ätiologische oder beeinflussbare Faktoren:
- Ernährungsdefizite
- Durchblutungsveränderungen
- Hypo- oder Hyperthermie
- Feuchte Kammern
- Veränderungen des Hautturgors, der Hautelastizität
- Pigmentveränderungen
- Psychogene Faktoren
- Exogene Faktoren (Sonne, Wind, falsche Hautpflege)
- Endogene Faktoren (Krankheiten)
- Verzögerungen der Regenerationsfähigkeit
- Viruserkrankungen, z.B. Herpes Zoster
Risikogruppen:
- Immobilität, Unfähigkeit Lagerungswechsel
selbstständig auszuführen
- Veränderte Gewebedurchblutung - Hautrötung,
z.B. an Knochenvorsprüngen
- Kunden mit Fixiergurten, Gipstherapie - Auftreten
von Scherkräften, Druck, Reibung
- Bewusstseinsgetrübte-, bewusstlose Kunden
- Medikamententherapien, die Hautschädigungen
hervorrufen, z.B. Cortisontherapien etc
- Morbus Parkinson - "typisch glänzendes
Salbengesicht",
durch erhöhte Talgproduktion
- Kunden mit Ernährungsstörungen, Adipositas,
Kachexie
- Veränderte Stoffwechsellage, Anämie
- Ältere Kunden: Durch verminderte Wasserbindungsfähigkeit
der Haut verliert die Haut an Schutzfunktion und Elastizität,
es entstehen Falten, rissige, spröde Haut, die Regenerationsfähigkeit
ist verzögert
- Kunden mit vermindertem Durstgefühl - dies führt
zum Turgorverlust
- Kunden mit Lebererkrankungen Alkoholismus
- Kunden mit Diabetes, Hypertonie, Durchblutungsstörungen
- Kunden mit allgemeiner Abwehrschwäche - Begünstigung
zur Entstehung von Mykosen
Evaluation erfolgt:
- Bei Hautdefekten und behandlungsbedürftigen
Ekzemen täglich, mit genauer Dokumentation von
- Größe und Ausmaß der Erkrankung
- Bei jeder Veränderung
Standard I / 11
Haut- und Körperpflege
Blasenentleerung
Problem:
- Störung
der regelmäßigen Miktion, die zur Harninkontinenz führt
Ursachen:
- Organisch: Psychisch:
- sensorische
lnkontinenz: plötzlich Funktionelle
Störung: unkontrollierter
- starker
Harndrang, krampfartige Urinabgang
z.B. beim Husten, Niesen
- Schmerzen.
Durch Entzündungen, Tumore (Grad
1 eher tröpfelnd)
- Steinbildung,
Bestrahlung beim
Gehen oder bei körperl. Belastung
- Motorische
Inkontinenz: Miktion kann (Grad
II tröpfelnd oder im Strahl)
- bei
plötzlichem, starkem Harndrang nicht Urinabgang
permanent, auch im
- zurückgehalten
oder unterbrochen werden. Liegen
(Grad III)
- Durch
M. Alzheimer, M. Parkinson, Z. n. =
Stress- und Belastungsinkontinenz
- Apoplexie
- Reflexinkontinenz:
kein Harndrangempfinden, Überlaufblase:
- plötzliche
Blasenentleerung, Schwitzen, Blässe, bei
Prostatahypertrophie, Tumore
- Krämpfe,
Hypertonie. Durch Diabetes mellitus, Steine
in Harnröhre oder Blasen-
- MS,
Querschnittslähmung, Bandscheibenvorfall ausgangsbereich.
Harntröpfeln, Rest-
- harn,
schwacher Harnstrahl
- Überlaufinkontinenz:
- beständiger,
tröpfelnder Harnabgang
- Keine
Empfindung der Blasenfüllung
- Große,
schlaffe Blase mit viel Restharn
- Niedriger
Miktionsdruck
Ziel:
- Kontinenz
so lange wie möglich erhalten
- Kunden so weit wie möglich in geplante Maßnahmen
einbeziehen, Hemmschwelle überwinden und Sicherheit vermitteln
- Blasen und Toilettengangübungen mit der Akzeptanz
und Kooperation des Kunden
- Ausreichende Flüssigkeitszufuhr
Vorbereitung / Material / Maßnahme
- Unterstützung, Hilfestellung und Hilfsmittel richten sich
nach dem ermittelten Bedarf und werden im Pflegeplan festgeschrieben
- Nach jeder Miktion Möglichkeit zur Intimtoilette geben oder
durchführen. Auf sorgfältiges Abtrocknen achten
- Bei Bedarf Hautschutzkreme einsetzen
- Bei Versorgung mit Einlagen genauen Plan einhalten
- Alle prophylaktischen Maßnahmen um eine Inkontinenz zu vermeiden
ausschöpfen!
- » Siehe Pflegediagnose 3 / 11
Hinweis:
- Angst
steigert die Kontraktion des Blasenmuskels, dies erhöht den
Blasendruck und wird als Harndrang empfunden
- Der Windelbenutzung sind anatomisch geformte Vorlagen
in jedem Fall vorzuziehen
- Inkontinenzfördernd: schlaffer Beckenboden,
bei Frauen, durch mehrere Geburten, Adipositas, Nikotin, Östrogenmangel
in der Menopause, Muskeltonusabnahme im Alter
- Kontinenzübungen führen nur bei konsequenter
Durchführung, exakt nach dem erstellten Plan, zum Erfolg
Prophylaktische Maßnahmen:
- Kooperation des Kunden erreichen, Vertrauen aufbauen, ROH
- (=Realitätsorientierungshilfe) geben, Tagesstrukturierung
- Isolationsprophylaxe Urinflasche, Steckbecken, Nachtstuhl etc.
in Reichweite halten
- Vorlagen zur Sicherheit anbieten, nicht prophylaktisch anlegen
- Kunden verschiedene Systeme ausprobieren lassen
- Psychisches Wohlbefinden, Beckenbodengymnastik nach ärztlicher
Verordnung
Pflegediagnose I / 11
Inkontinenz
Definition:
- Unterscheidung
nach funktioneller Inkontinenz, Reflexinkontinenz, Dranginkontinenz,
Stressinkontinenz und totaler lnkontinenz. Jeweils erfolgt die
unkontrollierte Miktion
Kennzeichen:
1. Funktionelle lnkontinenz: (Unwillkürlicher,
unvorhersehbarer Urinabgang) Der
Harndrang oder die Blasenkontraktion ist so stark, dass sie zum
Urinabgang führen, bevor die Toilette erreicht werden kann
2. Reflexinkontinenz: (Unwillkürlicher
Urinabgang, in ca. voraussagbaren Zeitabständen, wenn eine
bestimmte Blasenfüllung erreicht ist) Es
ist kein Harndrang vorhanden, Gefühl für Blasenfüllung
fehlt, ungehemmte Blasenkontraktion, in regelmäßigen
Abständen
3. Stressinkontinenz: (Unkontrollierter
Urinabgang kleiner Urinmengen unter 50 ml, bei abdominell erhöhtem
Druck) Harnträufeln,
durch Schnäuzen, Husten, Lachen, Muskelanspannung beim Aufstehen
4. Dranginkontinenz: (Unkontrollierter
Harnabgang, meist rasch nach einem starken Harndrang) Harndrang
kann nicht unterdrückt werden, Toilette kann nicht rechtzeitig
erreicht werden; Miktion
erfolgt häufiger als 2-stündlich, Blasenkontraktion,
Spasmus, Nykturie (mehr als zwei Mal pro Nacht), kleine Urinmengen
unter 10 ml oder sehr große über 550 ml
5. Totale lnkontinenz: (Unvorhersehbarer,
ständiger Harnabgang) Keine
Blasenkontraktion, kein Gefühl der Blasenfüllung, fehlendes
Bewusstsein für die Inkontinenz, Nykturie, erfolglose lnkontinenzbehandlung
Ätiologische oder beeinflussbare Faktoren:
Funktionelle lnkontinenz:
- Veränderte
Umgebung (Heimaufnahme, Verlust oder starke Einschränkung
der Mobilität)
- Sensorische
Defizite (Vereinsamung, Hilflosigkeit, Angst)
- Kognitive
Defizite (Gedächtnisstörungen, Denkstörungen, Unfähigkeit
zur Abstraktion od. sog. Rigidität, mit Festhalten an einer Überzeugung)
Reflexinkontinenz:
- Grunderkrankungen,
wie Multiple Sklerose, Querschnittslähmung;
Stressinkontinenz:
- Schwache
Beckenmuskulatur
- Schwaches
Stützgewebe
- Überdehnung
zwischen den Miktionen (keine Zeit!)
Dranginkontinenz:
- Harnwegs-
und / oder Blaseninfektionen, Alkoholkonsum, Nikotinkonsum, erhöhte
Flüssigkeitszufuhr, erhöhte Urinkonzentration, Blasenüberdehnung;
Totale Inkontinenz:
- Neuropathien
(verhindern die Weiterleitung des Blasenfüllungsreflexes)
- Neurologische
Störungen, die die Urinausscheidung zu unkontrollierbaren
Zeiten auslöst
- Unwillkürliche
Aktivität des Detrusors (zusammenfassende Bezeichnung der
Muskulatur, die die Harnblasenentleerung bewirkt) infolge eines
chirurgischen Eingriffs; z.B. Bandscheibe
Risikogruppen:
- Personen mit neurologischen Beeinträchtigungen
(z.B. Rückenmarksverletzungen)
- Kunden mit degenerativen Veränderungen (altersbedingt)
der Beckenmuskulatur und des Stützgewebes; Kunden mit erhöhtem
Abdominaldruck (Adipositas)
- Kunden mit insuffizientem Blasenausgang
Evaluation erfolgt:
Standard I / 12
Haut- und Körperpflege
Ernährung
Problem:
- Mundgerechte
Zubereitung und Aufnahme der Nahrung sind nicht oder nur teilweise
selbstständig möglich
- Vermindertes
Appetit- und Durstgefühl
Ursachen:
Psychisch bedingt:
Einsamkeit, Isolation, Umstellung auf neue
Umgebung (z.B. Heimeinzug), Depressionen; aus religiösen
oder kulturellen Gründen
Organisch bedingt:
Motorische Störungen der oberen Extremitäten,
Behinderungen, wie Blindheit, stark eingeschränktes Sehvermögen,
Schwerhörigkeit, fehlende Zahnprothesen, fehlende Zähne,
verminderte Kautätigkeit, Bewegungsmangel, Einnahme bestimmter
Medikamente
Krankheitsbedingt:
Erkrankungen der Speiseröhre - Schluckstörungen,
Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes; Tumorerkrankungen; allgemeine
Schwäche bei schweren Erkrankungen; Einschränkungen durch:
Aphasie, Tremor, Armamputation, Mundsoor, Parotitis, kariesbefallene
oder vereiterte Zähne, Fieber, Übelkeit, Erbrechen, chronischer
Herz-, Gefäßerkrankungen, akute Pankreatitis, Pneumonie
Ziel:
Nach
Erhebung der individuellen Fähigkeiten und Probleme Erstellung
des individuellen Pflegeplans, mit der Benennung individueller
Nahziele. Fernziel: ausgewogene Ernährung, ausreichende Trinkmenge,
und die Akzeptanz dieses wichtigen gesellschaftlichen und kommunikativen
Lebensteils, der dem Wohlbefinden und der Zufriedenheit dient
Vorbereitung / Material:
- Speiseplan - für alle zugänglich (betreutes
Wohnen T3/CBS oder TPE) DIN A 3-Format, Menü - Wahl, Diätberatung
- Essensauswahl gemeinsam mit Kunden, beratende Hilfestellung
- Hilfsmittel: Sonderbesteck, rutschfeste Unterlage,
Trinkhilfen, Tellerranderhöhung
- Umfeld: Tischdecke, Kerze, Geschirr appetitlich,
Gläser statt Plastikbecher, Serviette, etc
- Sitzplatzwunsch im Speisesaal / Esszimmer berücksichtigen,
auf Wunsch Essen im Zimmer / Küche etc
- Musik auf Wunsch
Pflegerische Maßnahme:
- Gelegenheit zur Säuberung von Gesicht und Händen
ermöglichen
- Tischgebet, Auswahl und Menge der Mahlzeit werden
von Kunden bestimmt
- Selbstbestimmung und autonomes Handeln anstreben - mundgerechte
Vorbereitung
- Bei der Darreichung der Mahlzeit sitzt die Pflegeperson
in selber Höhe, neben dem Kunden
- Kunden sowie Pflegeperson haben so viel Zeit wie
nötig!
- Medikamententropfen werden unter Berücksichtigung
der Einnahmevorschrift dargereicht
Hinweis:
- Bei
Schluckstörungen Aspirationsgefahr berücksichtigen!
- Ausreichendes Kauen beugt der Aspiration vor und
dient der Parotitisprophyl
- Richten und Zerkleinern der Speisen erfolgt bei Bedarf,
im Blickfeld des Kunden
- Wenn im Bett gegessen werden muss Kunden so weit
wie möglich hoch aufsetzen, sodass er das Essen sehen kann
- Mundgerechte Zubereitung, nur, wenn unbedingt nötig, "Einhänderbrett" und
andere Hilfsmittel sind den Versuch wert
- Delegation dieser Tätigkeit an Schüler
/ Auszubildende nur, wenn keine Schluckstörungen oder andere
Besonderheiten vorliegen
- Kunden mit Hemiplegie bekommen ihr Essen von der
betroffenen Seite aus gereicht
- Nicht nur bei vermindertem Speichelfluss, immer wieder
während des Essens Getränke anbieten
Nachsorge:
- Gelegenheit
zum Händewaschen, Mund- und Zahnpflege geben oder durchführen
- Auf die restlose Beseitigung von Essensresten in
Wangentaschen achten
- Verschmutzte Kleidung wechseln
- Toilettengang und Mittagsschlaf anbieten, bei Bettlägerigen
bequeme Lagerung durchführen
Pflegediagnose I / 12
Selbstversorgungsdefizit Ernährung
Definition:
- Unfähigkeit,
Aktivitäten zur Nahrungsaufnahme auszuführen oder zu
komplettieren
Kennzeichen:
- Eingeschränkte Fähigkeit, Nahrung vom Teller
zum Mund zu führen
- Eingeschränkte Fähigkeit, Nahrung zu schneiden,
Nahrungsmittelverpackungen zu öffnen
- Grad I: Benötigt
Hilfsmittel oder -geräte
- Grad II: Benötigt
die Hilfe einer oder mehrerer Personen zur Unterstützung,
Beaufsichtigung, Anleitung
- Grad III: Benötigt
die Hilfe einer oder mehrerer Personen und Hilfsmittel und -geräte
- Grad IV: Ist
auf die Hilfe anderer angewiesen und kann Nahrung nicht selbstständig
zu sich nehmen
Ätiologische oder beeinflussbare Faktoren:
- Aktivitäts- und Belastungsintoleranz, reduzierte
Körperkraft und / oder Ausdauer
- Schmerzen, Unbehagen, Fieber, Erbrechen
- Körperliche Beschwerden
- Tremor, bei MS und Parkinson
- Fehlende Feinmotorik z.B. nach Apoplexie, Aphasie
- Ernährungsstörungen, Störungen im
Essverhalten
- Kau- und Schluckstörungen
- Infektionen im Mund / Zahnbereich (Soor, Parotitis)
- Karies, fehlende Zähne
- Risikofehleinschätzung bei Mangelernährung
- Depressionen
- Angstgefühle
- Technische Hindernisse (fehlende Spezialeinrichtungen
etc.)
- Reduzierter Energiebedarf (bei älteren Kunden)
Risikogruppen:
- Abwehrgeschwächte Kunden
- Kunden mit oben genannten Grunderkrankungen und /
oder Einschränkungen
- Ältere Kunden
- Psychisch kranke, uneinsichtige Kunden
Evaluation erfolgt:
- Bei
jeder Veränderung und lt. Pflegeplan
Individuelle Besonderheiten:
.................................................................................................................................................
Standard I / 13 a
Schluckstörungen
Problem:
- Schluckreflex
ist gestört; Klient verschluckt sich häufig; Mundschlussstörung
ist vorhanden Mobilitätsstörung der Zunge; Störungen
der Wangenmuskulatur und des Kiefers; komplette oder inkomplette
Lähmung des Gaumensegels; Verschlucken
Ursachen:
- Siehe
Pflegediagnose Aspirationsgefahr 2 / 11
Hinweis:
Nicht anwenden:
- Hohe
Trink-Lern-Becher
- Trinken
und Essen in Rückenlage
- Flüssigkeitsgabe
zum Test der Schluckfähigkeit
- Folgende Nahrungsmittel anbieten: Hackfleisch
- Paniertes
- Grobe
Wurstsorten, Wurst mit Pistazien, Nüssen etc
- Harte
Eier, trockene Rühreier
- Schokolade
mit Keks, Nüssen oder anderen krümeligen Anteilen
- Faserreiches
Obst oder Gemüse z.B. Ananas, Bohnen, Spargel, Porree
- Hülsenfrüchte
- Kohlensäurehaltige
Getränke
- Säfte
mit Fruchtfleisch
Problem:
Häufiges Verschlucken beim Essen und Trinken |
Ziel:
Klient ist informiert, kennt Risiken und Maßnahmen
Kontrollierter Schluckakt
Komplikationslose und ausreichende Flüssigkeits-
und Nahrungsaufnahme. |
Maßnahme:
Lagerung: aufrecht, den Kopf leicht nach vorne geneigt
Nie in Rückenlage Essen Getränke eingeben! Hustenreflex
und Zungenbeweglichkeit testen: Kunden bitten zu husten
Immer mit breiiger Kost beginnen! Nichts Schleimendes,
o. Fäden oder Stückchen. Flüssigkeit nur
eingedickt oder löffelweise; z.B. Stilles Wasser
Riechvorgang ermöglichen - mentale Vorbereitung auf
den Schluckvorgang
Kleine Mengen - Teelöffel
Mit geschlossenem Mund schlucken lassen. Mindestens 1
x zum Nachschlucken auffordern
Bei Verabreichung von Flüssigkeiten, Kopf nicht nach
hinten beugen lassen
Hilfsmittel: Strohhalm, Tasse mit großer Öffnung,
Schnabeltasse. |
Problem:
Mundschlussstörung, z.B. bei Facialisparese.
Dadurch ungenügender Lippenschluss, Flüssigkeits-
und Speichelfluss aus den Mundwinkeln. Kein Lippenspitzen
mögl. Essensreste in den Wangentaschen. |
Ziel:
Leerer Mund nach dem Essen
Unterstützung des Kauvorgangs
Unterstützung des Mundschlusses. |
Maßnahme:
In die "gesunde" Seite Essen eingeben, in der paretischen
Seite beachten, dass sich kein Essen ansammelt
Kunden nach Möglichkeit anleiten, selbst mit der
Zunge oder Finger Reinigung der Wange durchzuführen
Übungen aktiv: Lippenlecken, Gegenstände mit
den Lippen festhalten oder ansaugen. Aktiv / Passiv: Klopfen
der Wange und Lippenstreichen, mit der Serviette vom Mundwinkel
zur Mitte streichen! |
|