Autor/in: Kathrin Sch.

Auch wir werden alt…. Migranten in Deutschland

Nicht repräsentative Studie unter weiblichen Migrantinnen in Münster der FH Münster

Migrantinnen zeigen sich in ihren Bedürfnissen und Altersvorstellungen unterschiedlich

Transkulturelle Identität :

Frauen, die sich in 2 kulturellen Kontexten beheimatet fühlen und Frauen die sich vorwiegend in Deutschland heimisch fühlen. (meistens Frauen die die Entscheidung zur Immigration selbstständig getroffen haben).

Ambivalent geprägtes Selbstbewusstsein :

Frauen, die sich auf ein Leben in Deutschland mit seinen Werten und Anforderungen einerseits eingelassen haben und gleichzeitig einen traditionellen Rollenmodell verpflichtend geblieben sind. ( haben sich in schulischen Kontexten wegen der Kinder z.B. geöffnet, sprechen auch die deutsche Sprache. Treffen Entscheidungen mehr für die Familie als für ein eigenes Berufsleben. Oder Frauen aus familiären Erosionen, z.B. Ehemann trennt sich nach dem 50. LJ, Kinder bekommen keine Arbeit. Frauen stehen vor dem Nichts : „Ich kann nicht mehr zurück“ (materielle Gründe)-> daraus resultieren Enttäuschungen. Auch Veränderungen im Herkunftsland zwingen zum Bleiben in Deutschland. Nach 30-40 Jahren ist das Herkunftsland oft nicht mehr dasselbe, man kommt nicht mehr dort zurecht. ( Ist die größte Gruppe)

Traditionelle Identität :

Frauen, die Norme und Werte , Rollenbildern und dem Leben des Herkunftslandes treu geblieben sind. -> Diese Frauen wollen zurück ! Können sich ein Leben in Deutschland als zu pflegender nicht vorstellen.

Vorstellungen über Lebensorte im Alter
Rückkehr in das Herkunftsland ist für die meisten Frauen keine reale Perspektive

  • Familie im Herkunftsland ist zentral für den Rückkehrwunsch (z.B,. Ehemann und Kinder leben noch im Herkunftsland)
  • Rückkehrwünsche sind hoch ambivalent und mit Unsicherheiten belegt. (Rückkehr wird idealisiert, Rückkehr ist mit Ängsten verbunden hinsichtlich med. Versorgung)
  • Für die ambivalent zeigenden Frauen ist die Rückkehr aus unterschiedlichen Gründen nicht möglich (s.o.)

Bleiben als Ausdruck von Wünschen und Zwängen
Familie gilt für die meisten Frauen auch hier als eine zentrale Bezugsgröße (Kinder leben z.B. im europäischen Ausland, d.h. die Migrantin will nicht undbedingt in Deutschland bleiben, sondern z.B. nach Österreich, Dänemark etc. zu den Kindern umsiedeln)

  • Zugehörigkeitsempfinden zum Einwanderungsland : Betonung der freien Entscheidung
  • Familien Erosion „zwingt“ zum bleiben (Scheidung)
  • Es gibt einen realen und subjektiv erlebten Verlust des Herkunftskontextes

Pendeln zwischen Deutschland und Herkunftsland für viele Idealform

  • Pendeln als Ausdruck einer doppelten zugehörigkeit
  • Pendeln als Ausdruck eines Ambilvalenzerlebnis
  • Pendeln als Nutzung der Ressourcen des jeweiligen nationalen Kontextes
  • Pendeln als Übergangsform (Möglichkeit, sich noch nicht entscheiden zu müssen)

Lebensformen und Unterstützungswünsche für das Alter

  • Primat der selbstständigen Wohnung
  • Wunsch nach Unabhängigkeit
  • Einsicht in die lebenslagen der Kinder
  • Angst, als Störenfried zu gelten
  • Enttäuschung
  • Pflegeerwartungen durch die nachkommende Generation differieren
  • Muster I „Sicherheit“ : Ich denke, meine Kinder werden mich nicht allein lassen“
  • Muster II „ Unsicherheit“ : Wenn mein Sohn ein türkisches Mädchen heiratet, habe ich Glück“
  • Muster III „Enttäuschung“ : „Die Kinder haben ihr eigenes Leben, ich bin nur noch eine Figur zu hause.“

Bezug zu Diensten der Regelversorgung

  • Hohes Informationsdefizit
  • Ausgeprägtes Negativbildder inst. Altenhilfe bei gleichzeitiger Unkenntnis (Bilder des Abschiebens, eines unwürdigen und unmenschlichen Behandlung, einer ausschl. durch monetäre Ansprüche geprägten und teuren Pflege)
  • Kaum eigene Erfahrung mit Diensten der Altenhilfe
  • Kaum Benennung spezifisch ethnischer Bedarfe (in erster Linie geht es um Mitmenschlichkeit und Würde, danach bzw. inklusive sind Wünsche nach gewohnten Essen, der Möglichkeit des religiösen Lebens, eine Verständigungsmöglichkeit)
  • Speziell ethnisch ausgerichtete Wohnformen werden abgelehnt, allenfalls als Teilbereich z.B. stationär gewünscht, Ambulante Dienste wurden kaum einbezogen.

Konsequenzen für die Altenhilfe (in MS)

  • Kein breiter Ausbau spez. Ethnisch orientierter Wohn- und Pflegformen
  • Berücksichtigung diff. Auch kultureller Bedarfslagen in stationären wie auch ambulanten Diensten
  • Intensivierung der Unterstützung von Angehörigen als (noch) vorhandene Ressource und zentrale Bildungsträger
  • Unterstützung ethnischer Gruppen als zentrale Bezugsgröße und (Ver)Mittler zwischen und zu den einzelnen Diensten
  • Entwicklung von Wohn- und Versorgungskonzepten, die dem Bedürfnis nach Pendeln gerecht werden können
  • Intensivierung „Interkultureller Kompetenzen“ in den jeweiligen Diensten.

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