Autor/in: Jennifer E.

Louis Pasteur

Kindheit:

Louis Pasteur wird am 27.12.1822 als Sohn eines Gerbers in Dôle(Frankreich) geboren. Er lebte die ersten 3 Jahre seines Lebens in der Rue des Tanneurs(Gerberstraße). Diese wurde so genannt, weil alle Bewohner dieser Straße von Beruf Gerber waren. Heute trägt die Straße jedoch den Namen Pasteurs. Als Pasteur 3 Jahre alt war zogen seine Eltern nach Arbois. In seiner Kindheit deutet nichts darauf, dass er einmal Wissenschaftler werden würde, da er kaum Interesse für die Wissenschaft zeigte oder einen Forscherdrang entwickelte. Er zeigte eher Talent in künstlerischen Dingen. Mit 13 Jahren porträtierte er seine Familie oder malte Landschaftsskizzen.

Schulzeit:

Sein Berufswunsch war Lehrer, jedoch verwarf er diese Idee nach seinem 1. Parisbesuch. Die Großstadt war für ihn zu laut und umtriebig. Er kehrte nach etwa 8 Wochen zurück nach Arbois. Zu diesem Zeitpunkt war Pasteur etwa 16 Jahre alt. In Arbois besuchte er die Hochschule, wechselte dann aber nach Besancon, um sich dort der Malerei zu widmen. Er war nun auf der Collège Royal in Besancon und bereitete sich voller Vorfreude auf die Ecole Normale vor. Die Schule in Besancon gefiel ihm jedoch nicht so sehr und er wechselte nach Paris auf die Hochschule, um dort dann zu studieren. In Paris lebte er wieder an der Barbet-Schule, an der er bereits mit 16 Jahren Erfahrungen gesammelt hatte. Von 6.00Uhr bis 7.00Uhr unterrichtete er Schulanfänger, ging anschließend in den eigenen Unterricht am berühmten St. Louis Gymnasium um dann am Nachmittag seinem persönlichen Höhepunkt entgegenzutreten: den Vorlesungen an der Universität Sorbonne. Dort verfestigten sich seine Zukunftspläne als Wissenschaftler, da er wissenschaftliche Methoden und wissenschaftliches Arbeiten kennenlernte. Seine wichtigsten Eindrücke sammelte er in den Chemiekursen von Professor Monsieur Dumas. In späteren Briefen schrieb er über die Faszination die von seinem befreundeten Professor Dumas ausging.
Im Gegensatz zu seinem 1.Parisbesuch kam er diesesmal gut zurecht in der Großstadt und fühlte sich sichtlich wohl, trotz des Lärms und der Entfernung zu seiner Familie.
Als 4.-Bester bestand er die Aufnahmeprüfung und konnte im Oktober 1843 an der Ecole Normale die Ausbildung zum Chemie- und Physiklehrer beginnen.
Gegen Ende des Studiums musste er für sich selbst sein eigenes Forschungsgebiet entdecken, dachte aber damals in keinster Weise an Mikrobenforschung.
An erster Stelle stand für ihn, dass er ein erstklassiger Lehrer wird, der genauso engagiert den Studenten und Schülern den Lehrstoff beibringen kann, wie Professor Dumas es bei ihm getan hatte.
Durch den Hinweis eines Lehrers wurde Pasteur darauf aufmerksam, dass sich an einer Salzprobe Kristalle gebildet hatten. Er führte den sogenannten Weinsäurekristalltest durch. Damit setzte er den Grundstein für eine neue Wissenschaft: die Stereochemie.

Karriere&Familie:

Im Jahre 1849 wurde er Chemiedozent an der Universität Straßburg. Dort traf er Marie Laurant, die Tochter des Universitätsrektors und verliebte sich in sie. Er schrieb einen Brief an den Rektor und hielt um die Hand von Marie an. Am 29.05.1849 heiratete er Marie Laurant, die später auch zu eine seiner besten Mitarbeiterinnen wurde und viel bei den Experimenten mithalf. 5 Jahre lebten sie in Straßburg, wo Pasteur Vorlesungen und Studien über Kristalle hielt. 3 der 5 gemeinsamen Kinder wurden in Straßburg geboren, sie hießen Jeanne, Jean-Baptiste und Cecile.
Im September 1854 wurde er als Professor der Chemie und als Dekan an die wissenschaftlichen Fakultät in Lille berufen. Er war zu der Zeit 32 Jahre alt und ein sehr engagierter Lehrer.
1856 wendete sich der Fabrikinhaber Monsieur Bigo an Pasteur um ihn um Rat zu fragen: Bei der Weinherstellung wurden einige Fässer zu gutem Wein, die anderen wurden sauer und mussten entsorgt werden. Pasteur untersuchte Proben beider Fässer und gelang nach langen Studien und Versuchen zu dem Ergebnis, dass die Hefe, welche dem Traubensaft zur Gärung zugefügt wurde, Alkohol produziert und die in dem sauren Traubensaft gefundenen „Stäbchenbazillen“ Milchsäure erzeugen. Der Gärungsprozess war nun kein Rätsel mehr für die Wissenschaft und Pasteur hielt darüber im Jahr 1857 einen Vortrag. Durch diese Ergebnisse wurde Pasteur auf Mikroben aufmerksam und interessierte sich nun vermehrt für diese. Er bereitete sich nach dem Vortrag in Lille auf einen Auftritt vor der Akademie der Wissenschaft in Paris vor.
Nachdem er herausgefunden hatte, dass Mikroben die Qualität von Lebensmitteln zerstören, musste er nun nur noch herausfinden, welche genaue Temperatur nötig war, um die Mikroben abzutöten, jedoch die Qualität des Produktes zu erhalten. Nach mehreren Versuchen kam er auf ein Ergebnis: ein kurzzeitiges Erhitzen von Lebensmitteln bei 100°C konserviert diese. Diesen Prozess wird heute noch nach ihm benannt: die Pasteurisierung.,
Ende 1857 wurde er Verwalter und Direktor an seiner alten Schule, der Ecole Normale in Paris.
Er begann mit der Studie der Urzeugung, die schon seit Jahrhunderten von Wissenschaftlern vor Pasteurs Zeit untersucht wurde. Er kam zu dem Schluss, dass Mikroben auch in der Luft sind und nur mit Hilfe von Mikroben Verwesung stattfinden kann.
Den Staub in der Luft enthielt seiner Meinung nach die Mikroben und nicht die Luft selbst. Er erfand durch Versuche mit Professor Balard einen schwanenhalsartigen Flaschenhals, in dem die Mikroben sozusagen stecken bleiben und nicht nach oben gelangen. Der damals im Experiment verwendete Kolben steht heute noch im Institut Pasteur in Paris und ist bis heut noch keimfrei!
Außerdem stellte er die These auf, dass Staubteilchen in der Luft von Ort zu Ort verschieden sind. Er testete im Keller, auf dem Hinterhof, auf einem Hügel in Arbois und auf dem Mont Blanc. Seine Ergebnisse des Tests stellte er im November 1860 an der Akademie der Wissenschaften in Paris vor.
Im Jahr 1862 wurde er in der Akademie der Wissenschaft aufgenommen. Von Wissenschaftlern aller Welt kamen nun keine Leugnungen mehr bezüglich seiner Ergebnisse. Er wurde als ernsthafter und ernstzunehmender Wissenschaftler anerkannt.
Für die Wissenschaft waren die 50/60er Jahre eine aufregende Zeit, für Pasteur war es aber auch eine schwierige Zeit, da im Jahre 1859 seine Tochter Jeanne im Alter von 9 Jahren an Typhus starb.
April 1864: Pasteur hielt einen Vortrag in Sorbonne. Er löschte im Vorlesungsraum das Licht und zeigte an Hand eines einzigen Lichtstrahls wie viel Staub im Raum herumfliegt, und wie viel darin verborgene Keime sind.

Erfolge:

Durch die Erkenntnisse Pasteurs konnte der schottische Chirurgieprofessor Joseph Lister die enorm hohe Sterberate nach Operationen von über 50% auf minimale 3% senken. Er desinfizierte ab dem Jahr 1867 alle Operationsmaterialien mit Karbolsäurelösung, die Ärzte mussten Karbolsäurelösung zur Händedesinfektion benutzen und Wunden wurden antiseptisch verbunden. Im Jahre 1874 bedankte er sich bei Pasteur in einem Brief für dessen Erkenntnisse, dass Keime in der Luft zu finden sind. Ab etwa dem Jahr 1870 wurde dieselbe Operationsweise mit Desinfektion und antiseptischen Wundeverbänden auch in Frankreich angewandt.

Rückschläge:

Die Seidenraupenepidemie im Jahr 1865 in Südfrankreich führte Pasteur nach Arbois zurück. Nach monatelangen Studien an den Raupen stieß Pasteur auf zwei verschieden Krankheiten.
Gleichzeitig herrschte in Paris und Marseille die Cholera, die täglich etwa 200 Tote forderte. Im September 1865 starb seine Tochter Camille daran und wenige Monate später seine Tochter Cecile an Typhus.
Im Oktober 1868 war er wieder in Paris. Am 19.10.1868 verspürte er ein Kribbeln in der linken Körperseite, litt an Schüttelfrost. Nachts konnte er bereits nicht mehr sprechen und sich bewegen: er hatte im jungen Alter von 46 Jahren einen Schlaganfall.
Er erlernte das Sprechen neu, jedoch konnte er seinen linken Arm und das linke Bein nicht mehr bewegen. Das bedeutete jedoch nicht, dass die Arbeit von Pasteurs Experimenten beeinträchtigt wurden. Bereits 3 Monate nach seinem Schlaganfall war er bereits wieder in Alais, bei den Seidenraupen. Er konnte zwar seine Apparate nicht selbst bedienen, aber er hatte jede Menge Mitarbeiter die mit derselben Sorgfalt wie er die Experimente durchführten.

Entdeckung der Immunologie:

Die Wissenschaftler glaubten nicht daran, dass eine Mikrobe dafür verantwortlich sein konnte, eine Epidemie auszulösen wie zum Beispiel die Cholera oder den Milzbrand bei Tieren. Erst als Robert Koch diese Aussage bestätigte, glaubten sie Pasteurs Aussagen.
Pasteur erkannte, dass die Mikrobe und das körperliche Gewebe einen „Kampf“ ausübten. Dies machte er an Hand einer erkrankten Kuh fest, die nicht am Milzbrand starb, sondern gesund wurde und auch nicht erkrankte, nach dem man ihr die Bazillen injiziert hatte. Es musste also  ein körperlicher Widerstand entstanden sein.
1873 wurde er in die Akademie der Medizin aufgenommen.
Die Entstehung der Schutzimpfung im Jahre 1878 kam nur durch einen Zufall zustande. Pasteur experimentierte mit den Bazillen der Hühnercholera. Diese züchtete er, vergaß jedoch eine Probe in seinem „Brutschrank“. Diese wollte er zuerst verwerfen, entschied sich dann aber doch dazu, diese einer Henne zu injizieren. Diese Henne zeigte nicht die normalen Symptome der Cholera und erholte sich schnell von der Krankheit. So entdeckte Pasteur durch eine Versehen, dass man eine Immunisierung des Körpers hervorrufen kann, durch die Impfung von abgeschwächten Bazillen. Er nannte diese Behandlung Schutzimpfung. In seinen weiteren Experimenten beschäftigte sich Pasteur mit der Herstellung von Impfstoffen gegen weitere Epidemien.
Zwischen 1877 und 1881 entwickelte er den Impfstoff gegen Milzbrand, nach langjährigen Studien an Schafen.

Erfolg mit hohem Einsatzrisiko:

Nach der Entwicklung des Milzbrandimpfstoffes befasste er sich mit der Immunisierung gegen Tollwut. Er war bereits soweit, dass er Hunde impfen konnte, aber der Impfstoff für Menschen war noch nicht hergestellt. Als am 6.07.1885 der 9-Jährige Joseph Meister in Begleitung seiner Mutter bei Pasteur auftauchte und um Hilfe bat, musste er eine schwierige Entscheidung treffen. Der Junge wurde zuvor von einem tollwütigen Hund gebissen worden und nun der Gefahr ausgesetzt, auch an Tollwut zu erkranken und zu sterben. Wenn er ihm den unfertigen Impfstoff injizieren würde, wäre es möglich, dass der Junge  stirbt, weil der Impfstoff noch zu stark konzentriert ist. Aber wenn er ihm nicht helfen würde, müsste der Junge mit höchster Wahrscheinlichkeit sterben oder wäre am ganzen Körper gelähmt.
Pasteur entschied sich dazu, ihm den Impfstoff zu injizieren. Der Junge erkrankte nicht an Tollwut und seine Bisswunden verheilten ohne Komplikationen.
Auf Grund dieses Erfolges wurde das Institut Pasteur gegründet, dass sich mit der Tollwutbehandlung beschäftigen sollte.

Das Ende eines Wissenschaftlers:

Im Jahr 1887 war Pasteur 64 Jahre alt und erlitt seinen zweiten Schlaganfall.
Er konnte nicht mehr weiterarbeiten, jedoch führten seine Mitarbeiter seine Arbeit fort. Im November 1888 wurde das Institut Pasteur offiziell eröffnet.
Am 28.09.1895 verstarb Pasteur im Alter von 72 Jahren in Villeneuve L´Etang.
Etwa ein ½ Jahrhundert wurde die Wissenschaftswelt von Pasteur beherrscht, rund ein ¼ Jahrhundert arbeitete er trotz seiner Körperlähmung weiter in seinem Beruf und errang viele Erfolge.

Weiterführung seines Werkes:

Dr. Roux und Dr. Yersin arbeiteten an Pasteurs Werken weiter und erarbeiteten gemeinsam Behandlungsmethoden gegen Diphtherie. Dr. Yersin entdeckte die Ursachen der Pest. Metchnikov, einer seiner Assistenten, erläuterte später, wie der Körper die Immunität gegen Mikroben aufbaut.
Am Ende des Jahrhunderts wurden die meisten Krankheitserreger gefunden, meist in den Laboren von Pasteur und Robert Koch. Bereits vor dem Tod Pasteurs wurden Viruserkrankungen nachgewiesen, jedoch wurde erst im Jahre 1938 mit Hilfe eines Elektronenmikroskops der Virus entdeckt.
Im Jahre 1896 entdeckte Robert Koch das Tetanus-Toxin.
Auf Grund Pasteurs Entdeckungen konnten Antibiotika, infektionen-eindämmendes Medikament, entwickelt werden.

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