Autor/in: Claudia

Hospiz

Referenten:
Anke S.
Claudia F.

» Einleitung:
Wir haben uns das Referat zum Thema Sterben und Tod ausgesucht, weil wir schon oft in der Praxis damit konfrontiert wurden. Wir kamen in Situationen, womit wir nicht so recht umzugehen wussten.
Das Referat begrenzt sich auf das Hauptthema „Hospiz“, da der Bereich Sterben und Tod so umfassend und schlecht einzugrenzen ist.
Beginnen möchten wir mit einer kurzen Wiederholung der Sterbephasen nach Elisabeth Kübler-Ross. Zur Einstimmung haben wir ein kleines Gedicht ausgesucht, sowie eine Definition für den Begriff „Hospiz“. Danach möchten wir gerne auf die „Geschichte der Hospizbewegung“ eingehen. Darauf folgen die Prinzipien, Ziele und Grundsätze der Hospizarbeit. Zur Auflockerung zwischendurch haben wir noch ein Gedicht. Dann erzählen wir von der Begleitung eines Sterbenden, bevor wir zum Video „Leben dürfen bis zum Tod“, kommen. Nach dem Video gehen wir auf das Thema „Was brauchen Sterbende“ ein. Als nächstes kommen wir zum stationären und zum ambulanten Hospiz, in Verbindung mit einem Erfahrungsbericht eines Seelsorgers im St. Christophers Hospiz in London. Einen wichtigen Punkt fanden wir die Patientenverfügung, worauf wir kurz eingehen werden. Danach sprechen wir noch das Projekt der KASA an, ehe wir unser Referat mit einer kleinen Geschichte beenden.

» Die 5 Sterbephasen nach Elisabeth Kübler-Ross

Phase: 1

Kennzeichen: » Nichtwahrhabens-Wollen, Verweigerung– “Nicht ich”

– Konfrontation mit der Wirklichkeit des unabwendbaren Todes
Verhalten:

  • Wahrheit wird verdrängt, möglichen Bestätigungen wird ausgewichen
  • Auffallende Aktivitäten, Arztwechsel
  • Rückzug und Isolation mit Suizidgefahr, wenn Wahrheit nicht mehr zu verleugnen ist

Helfendes begleiten:

  • aufmerksames, einfühlendes Beobachten
  • nicht mit “vernünftigen” Argumenten “unvernünftige” Reaktionen kommentieren
  • zum Gespräch bereit sein, erkannte Wahrheit einfühlend bestätigen

Phase: 2

Kennzeichen: » Zorn — Auflehnung– heftiger Widerspruch “warum ich?”
Verhalten:

  • Aggressives Verhalten, bei alten Menschen oft nicht mehr so deutlich
  • Nörgelnd und unzufrieden, beschimpfen Angehörige und/oder Pflegekräfte als Lügner

Helfendes begleiten:

  • Anschuldigungen und Beschimpfungen nicht persönlich nehmen
  • Einfühlende Zuwendung
  • Viel Geduld
  • Kranken nicht für sein Verhalten verantwortlich machen
  • Helfen Ängste und negative Gefühle zu äußern

Phase: 3

Kennzeichen: » Verhandeln– “Jetzt noch nicht”

– subjektive Besserung Optimismus und Selbstenttäuschung
Verhalten:

  • sich abfinden mit der unabänderlichen Wirklichkeit
  • Hoffnung auf eine günstigere Wende durch entsprechendes Verhalten

Helfendes begleiten:

  • verstehen, aber Verhalten nicht unterstützen
  • vorsichtige Realitätsarbeit, Hoffnung nicht nehmen aber auch keine falschen Hoffnungen machen

Phase: 4

Kennzeichen: » Depression– “Was bedeutet das für mich?”

– Endgültigkeit der Situation wird erkannt

– Verdrängen und Ausflüchte werden aufgegeben

– Abschiedsschmerz, Todesangst
Verhalten:

  • Rückzug in die eigene Gedankenwelt
  • Erinnern und bewusstes Abschiednehmen von Menschen und Situationen
  • Erkennen von Schuld
  • Realitätsarbeit
  • Nachlassregelung

Helfendes begleiten:

  • akzeptierende Haltung
  • Trauer und Schmerz zulassen
  • Wünsche nach Begegnungen mit Freunden und Verwandten erfüllen
  • Auf Wunsch Seelsorger hinzuziehen
  • Notar und Angehörige verständigen

Phase: 5

Kennzeichen: » Zustimmung– wenn es sein muss, ja

– große Müdigkeit und Erschöpfung, ruhige Gelassenheit
Verhalten:

  • Loslösung von sozialen Bindungen
  • Letzte Anweisungen zum Begräbnis
  • Sehr sensibel für die Umwelt, auch wenn kaum Reaktionen wahrnehmbar sind

Helfendes begleiten:

  • Gewissenhaftes umgehen mit den Verfügungen
  • Mit ihm sein, Dasein, Einfühlungsvermögen aufzeigen
  • Hautkontakt und körperliche Nähe spüren lassen, Hektik vermeiden
Wenn der Tod naht„Wenn der Tod
naht,
so sollte er niemanden
überrascht antreffen.
Er sollte ein Teil
Dessen sein, was wir von einem
Vollen Leben erwarten.“

(Muriel Spark)

» Definition des Begriffs „Hospiz“

Die Bezeichnung „Hospiz“ steht nicht für krankenhausähnliche Häuser für Sterbende, sondern für ein bestimmtes Konzept medizinischer, pflegerischer und spiritueller Fürsorge, eine bestimmte Einstellung zum Tod und der Fürsorge für den sterbenden Menschen. Mit der tödlichen Krankheit wird so umgegangen, dass der Patient bis zu seinem Tode angenehm leben kann, umsorgt von Familie und Freunden. Die Angehörigen werden in der Phase der Trauer weiterbegleitet.
Hospizarbeit will einerseits dem Sterbenden zu einem menschenwürdigen, möglichst schmerzfreien sterben verhelfen, andererseits will sie aber auch durch Öffentlichkeitsarbeit das Sterben als zum Leben gehörend wieder in das Bewusstsein unserer Gesellschaft bringen.

» Geschichte der Hospizbewegung

Die Bezeichnung „Hospiz“ knüpft bewusst an die mittelalterlichen Herbergen an, die von den kirchlichen Ordensgemeinschaften geführt wurden und Pilgern auf ihrer Reise Unterkunft, Pflege und Stärkung anboten.
Mitte des 19. Jahrhunderts stellte Mary Akinhead ihr eigenes Haus in Dublin als erstes Hospiz zur Verfügung. Sie gründete einen Nonnenorden, der „Irish Sisters of Charity“ (Irische Schwestern der Barmherzigkeit). Eine der Aufgaben, die sie ihnen gab, war die Pflege und Sorge sterbender Menschen. Mary Akinhead war es auch, die für dieses spezielle Pflegeheim den Namen „Hospiz“ fand. Sie fand diesen Namen sehr passend, da Hospize einen Ort darstellen sollten, wo Menschen alles finden konnten, was sie für ihre letzte Pilgerreise in diesem Leben brauchten.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts eröffneten einige ihrer Schwestern ein ähnliches Haus in London, das „St. Josephs Hospice“. Gleichzeitig wurden zwei weitere Hospize eröffnet, wovon das eine von anglikanischen Nonnen und das andere von der Methodistischen Westlondoner Mission geführt wurde.
Während sich diese Entwicklung in Europa ausbreitete, erkannte man auch in Amerika die Notwendigkeit dieser speziellen Pflegeheime. Rose Hawthorne gründete einen Orden von Dominikanerinnen, die sich der Pflege unheilbar kranker Menschen widmeten. Ihr erstes Hospiz eröffnete sie 1899 in New York. Noch sechs weitere Hospize entstanden, als sich dieser Orden weiter ausbreitete.
Eine Gruppe New Yorker Sozialarbeiterinnen gründete in den 50er Jahren die Gesellschaft „Cancer Care Inc.“, die Menschen halfen, die zu Hause sterben wollten.
Doch damit war der Hospizgedanke noch nicht in seiner vollen Blüte, denn zwei weitere Entwicklungen in den 50er Jahren brachten den nötigen Schwung.
Die erste Entwicklung war die Errichtung der „Marie-Curie-Stiftung“, die daranging, die Folgen bösartiger Krankheiten zu bekämpfen. Aus den Berichten dieser Stiftung ging die Notwendigkeit dieser Hospize hervor.
Die zweite Entwicklung in den 50er Jahren wurde durch David Tasma angestoßen. Er war ein polnischer Jude, Anfang Vierzig, der unheilbar an Krebs erkrankt war. Das Schicksal dieses Patienten berührte die Krankenschwester Cicily Saunders, die auf einer überfüllten Station in einem Londoner Krankenhaus arbeitete, zutiefst. Beide kamen sich in vielen Gesprächen näher und entwickelten die Vision von einem Ort für Sterbende, an dem Menschen wie er besser leben und versorgt werden könnten. Einen Ort, an dem sterbende nicht nur medizinisch betreut werden, sondern wo man sich auch um ihre persönlichen Bedürfnisse kümmert. Als David Tasma 1948 starb, hinterließ er Cicily Saunders sein kleines Vermögen, mit der Bitte, einen solchen Ort zu schaffen. “ Ich will ein Fenster sein in ihrem Heim“, so Tasma. Als nächster absolvierte Cicily Saunders eine Ausbildung als Sozialarbeiterin und studierte Medizin. Danach arbeitete sie als Amtsärztin im St. Josephs Hospiz. Sie arbeitete dort mit der Überzeugung, dass sterbende keine Schmerzen mehr haben sollten und machte sich daran, dies zu beweisen. Sie entwickelte ein System für die Pflege unheilbar kranker Menschen.
Knapp 20 Jahre später konnte sie ihren Traum verwirklichen und gründete 1967 das „St. Christoper`s Hospice“ in London. Das Hospiz sollte ganz auf die Bedürfnisse Sterbender und deren Angehörigen ausgerichtet sein. Hier halfen die Erfahrungen aus ganz Europa und Amerika, die zusammengefasst wurden.
1971 rief die Ärztin Sylvia Lack in New Haven die „Hospice Inc.“ Ins Leben, worauf sich diese Dienstleistung in den USA in Windeseile ausbreitete. Überall wurden Hospize und Hospizstationen gegründet.
Inzwischen bestehen Weltweit über 2000 solcher Einrichtungen für Sterbende, davon allein 1700 in den USA. In Deutschland konnte sich die Hospizidee nur schwer durchsetzen. Vor allem von Seite der katholischen Kirche wurde befürchtet, dass hier Stätten des organisierten Sterbens oder gar der Euthanasie geschaffen wurden. 1985 gründete sich in Deutschland der „Christopherus Hospiz Verein“, die älteste Hospizinitiative Deutschlands. Zu dieser Zeit war die Finanzierung in keiner Weise gesichert. Von einem kleinen Büro, das der Caritasverband zur Verfügung stellte, wurden Ehrenamtliche Helfer zu Einsätzen geschickt. Zwei Jahre später wurde die erste Mitarbeiterin, eine Sozialpädagogin, eingestellt. Bald wurde der Hospizverein als notwendiges Glied in der Krankenversorgung akzeptiert.
1991 begann eine Schwester ihre Arbeit beim Christopherus Hospiz Verein. Sie wurde für drei Monate nach Schottland in ein Lehrhospiz geschickt, da es in Deutschland noch keine entsprechende Ausbildung gab. Inzwischen hat sich die Hospizidee auch in Deutschland durchgesetzt. Spenden, Stiftungen und Sponsoren sind heute die wichtigsten Geldquellen der Hospize.

» Entwicklung der Hospizidee in Hessen

Der erste ambulante Hospizdienst entstand 1974 in Marburg. Er machte sich die Pflege und Betreuung von Tumorpatienten zur Aufgabe. Die zweite hessische Hospizinitiative entstand 1988 in Wiesbaden. Seit 1990 befindet sich die Hospizbewegung in ihrer Wachstumsphase, die ihren Höhepunkt noch nicht erreicht hat. Zur Zeit befinden sich noch mehrere Hospizinitiativen in der Gründungsphase.

» Die Prinzipien des Hospizes

Das ursprüngliche Konzept des Hospizes hat sich organisatorisch weiterentwickelt. Neben dem eigenständigen Hospiz gibt es Einrichtungen, die zwar räumlich getrennt, organisatorisch aber an ein Krankenhaus angeschlossen sind, sowie Hospiz- oder Palliativstationen innerhalb einer Klinik. Vor allem in Großstädten gibt es auch zunehmend ambulante Hospizprojekte.

» Grundsätzlich lassen sich drei Grundelemente der Fürsorge benennen, die das Gemeinsame und eigentlich Besondere der Hospizbewegung ausmachen:

1. Der sterbende Mensch und seine Angehörigen sind gemeinsame Adressaten des Hospizdienstes. Was im Krankenhaus und im Altenheim leider nur schwer zu verwirklichen ist, gehört zu den Grundprinzipien der Hospize: die Bewohner eines Hospizes sollen nach Möglichkeit im Beisein von Familien, Verwandten und Freunden ihre letzte Lebensphase verbringen. Trennungen sollten möglichst reduziert werden. Deshalb stehen die Türen des Hospizes für Besucher offen. Auch wenn Angehörige Hilfe brauchen, wenn sie z. B. Ängste und Unsicherheiten haben, oder wenn sie mit ihrer Trauer nicht zurechtkommen, können sie sich an die Hospizhelfer wenden. Hospize gewährleisten so ein hohes Maß an Kontinuität und Betreuung. So können sich Angehörige und Freunde sicher sein, dass sie rund um die Uhr Mitarbeiter des Hospizdienstes erreichen können. Gerade für Angehörige, die den Mut aufbringen, einen Sterbenden zu Hause zu pflegen, ist dies ein hohes Maß an Sicherheit. Auch nach dem Tod ist die Betreuung durch das Hospizteam nicht zu Ende. Zur Kontinuität der Hospizarbeit gehört auch, die Hinterbliebenen in ihrer Trauer zu unterstützen. Durch Hausbesuche, Gesprächskreise und andere Anregungen wird die Isolation der Trauernden durchbrochen.

2. Die Betroffenen werden durch ein interdisziplinär arbeitendes Team von Fachleuten und Laienhelfern unterstützt. Dazu gehören mindestens ein Arzt, Krankenschwestern/Pfleger, Sozialarbeiter und ein Seelsorger. Damit wird den Bedürfnissen des Sterbenden und seinen Angehörigen nach Unterstützung in medizinisch-pflegerischer, psychosozialer und spiritueller Hinsicht Rechnung getragen. Die Teammitglieder unterstützen sich auch gegenseitig in fachlicher und emotionaler Hinsicht. Ein liebevoller Umgang mit den Teammitgliedern untereinander ist die Voraussetzung für ihre tägliche Arbeit mit sterbenden Menschen. Bewusst werden freiwillige Helfer in den Hospizdienst einbezogen. Die ausgebildeten Laien sind ein entscheidender Bestandteil des Hospizteams. Sie repräsentieren gewissermaßen die „Normalität“ des Sterbens im Hospiz und sollen dazu beitragen, den Hospizgedanken in die Gesellschaft zu tragen.

3. Das Hospizteam verfügt über spezielle Kenntnisse und Erfahrungen in der Schmerzbehandlung und lindernden Therapie. Die größte Angst sterbender Menschen und deren Angehörigen bezieht sich meist darauf, unter quälenden Schmerzen leiden zu müssen. Moderne Behandlungsmethoden haben dazu geführt, dass diese Angst fast immer unbegründet ist. Die Schmerzbehandlung bei Sterbenden erfordert aber ein profundes Wissen. Erfahrung in der Schmerztherapie hat dem Renommee der Hospize im Gesundheitswesen beigetragen. Die entscheidende Basis für alle Hospizarbeit neben der Schmerzbehandlung ist aber das liebevolle und zärtliche Umgehen mit den Sterbenden. Es geht im Hospiz nicht um das Sterben, sondern um ein erfülltes Leben bis zuletzt. Dazu gehört z. B. das Glas Wein oder die Zigarette nach der Mahlzeit wenn der Patient dies wünscht. Ebenso, dass die Körperpflege nicht der Sauberkeit, sondern in erster Linie dem Wohlbefinden dient. Dazu gehört schließlich, dem Sterbenden zu ermöglichen, soviel als möglich am sozialen Leben teilzuhaben und das Versprechen, dass er nicht allein sterben wird. Für den tätigen Arzt im Hospiz bedeutet das, den Tod als natürlichen Endpunkt des Lebens zu akzeptieren und den Menschen so würdevoll, schmerzfrei und bewusstseinsklar sterben zu lassen. Jeder Mensch nähert sich dem Tod auf seine Weise. Wir können ihn dabei nur unterstützen und ihm ein Begleiter beim Übergang vom Leben zum Tode sein. Das sollte uns bescheiden machen und helfen, jedem Menschen sein eigenes Sterben, seinen eigenen Tod zu lassen. Aufnahme in ein Hospiz finden Menschen, die unheilbar krank sind oder bei denen ein unabsehbarer Tod absehbar geworden ist. Wichtig ist, dass Betroffene und Angehörige das Prinzip der Pflege und Behandlung kennen und billigen. Sie müssen also zustimmen, dass keine eingreifenden Untersuchungen und Therapieversuche unternommen werden.

» Ziele der Hospizarbeit

» Ziel der Pflege Sterbender ist es, dem Menschen so lange wie möglich ein Gefühl des Wohlbefindens zu verschaffen
» Ziel ist es, Menschen das Sterben zu Hause zu ermöglichen und ihnen zu helfen, dass die Zeit des Sterbens auch eine Zeit des Lebens ist, d. h. ein Leben mit eigenen Wünschen, Bedürfnissen und auch Ängsten

Grundsätze der Hospizarbeit

1. Hospizarbeit bzw. Hospizerfahrung ist eine Station auf dem Weg in eine erhoffte Zukunft. Sinn und Ziel der Hospizarbeit ist die Begleitung von Menschen in der schwierigsten Endphase ihres Lebens, unabhängig von Hautfarbe, Religion, Nationalität und sozialer Herkunft.

2. Hospiz bezeichnet das Sterben als einen Teil des Lebens und damit als einen Vorgang, der weder verdrängt, noch künstlich verlängert werden muss. Liebevolle Zuwendung kann diese Phase neu mit Sinn erfüllen und die Hoffnung stärken, dass Sterben und Tod nicht das letzte Wort haben müssen.

3. Diese Lebensbejahende Grundhaltung schließt eine aktive Euthanasie aus. Ziel ist es vielmehr, dass der Kranke möglichst ohne Beschwerden bis zuletzt leben kann, umsorgt von Familie, Freunden und Betreuern.

4. Zur Würde des Menschen gehört, dass er bis zuletzt als Mensch ernstgenommen wird. Diese Haltung erfordert Wahrhaftigkeit im Umgang mit dem Kranken, der als Gleichberechtigter und als Lebenslehrer geachtet wird.

5. Hospiz/Sterbebegleitung achtet die religiöse Überzeugung des kranken Menschen. Darum werden Hospizmitarbeiter ihre eigenen religiösen Überzeugungen nicht aufdrängen, sie aber auch nicht verleugnen, wenn sie nach ihnen gefragt werden.

6. Hospizarbeit schließt das soziale Umfeld des Kranken mit ein und bietet Hilfestellungen an, um den bevorstehenden Abschied zu bewältigen. Auf Wunsch wird die Familie über den Tod des Kranken hinaus begleitet.

Jeder, der geht,
belehrt uns ein wenig
über uns selbst.
Kostbarster Unterricht
An den Sterbebetten.
Alle Spiegel so klar
Wie ein See nach großem Regen,
ehe der heutige Tag
die Bilder wieder verwischt.
Nur einmal sterben sie für uns,
nie wieder.
Was wüssten wir je ohne sie?
Ohne die sichtbaren Waagen,
auf die wir gelegt sind,
wenn wir verlassen werden.
Diese Waagen,
ohne die nichts sein Gewicht hat.
Wir,
deren Worte sich verfehlen,
wir vergessen es. Und sie?
Sie können die Lehre nicht wiederholen.
Dein Tod, oder meiner
Der nächste Unterricht?
So hell, so deutlich,
dass es gleich dunkel wird.
(Hilde Domin)

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