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Mitglied im Pflegenetz
Autor: Kathy
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Stationäre Altenhilfe

Teil 1 / Teil 2

11. Nennen Sie fünf Demenzarten.

  • Primär- degenerative Demenzprozesse (Erkrankungen der Nervenzelle selbst)
  • Vasculäre Demenzen durch Verschluss kleiner und kleinster Blutgefäße im Gehirn
  • Demenzen infolge metabolischer Störungen (Stoffwechselerkrankungen)
  • Demenzen bei Chromosomenerkrankungen
  • Demenzen infolge chronischer Intoxikation z.B. bei Alkoholmissbrauch
  • Demenzen bei entzündlichen Erkrankungen (Hirnentzündungen)
  • Demenzen bei Erweiterung der Hirnkammer (Hydrocephalus)
  • Demenzen bei Anfallsleiden (Epilepsie)
  • Demenzen bei Hirntumoren und anderen organischen Hirnerkrankungen
  • Demenzen nach Schädel- Hirn- Traumen
  • Demenzen bei psychischen Erkrankungen

12. Nennen Sie fünf Möglichkeiten, den Weglauftendenzen von Frau Höffken zu begegnen, um Sie zu vermeiden oder zu verringern.

  • Eine klare und sich wiederholende Strukturierung des Tagesablaufes vorgeben
  • Orientierungshilfen anbieten (Uhr, Kalender, Fotos ect.).
  • Schaffung einer Wohnatmosphäre auf der gesamten Station, unter Einbeziehung der Flure (Schaffung von kleinen Sitzecken, Aufstellen von Pflanzen, Aufhängen von Bildern, Öffnung der Zimmertüren).
  • Besetzung des Eingangsbereiches im Sinne einer Pforte, möglichst rund um die Uhr.
  • Häufige und ausgedehnte Spaziergänge unternehmen.
  • Sinnvolle Beschäftigung geben (keine produktive Arbeit).
  • Versuchen, mit der Bewohnerin über die starke emotionale Beteiligung bei den Weglauftendenzen zu sprechen.
  • Im Gespräch mit ihr die Erinnerung statt der Gegenwart wichtig nehmen, und die Vergangenheit als Überleitung zur Gegenwart benutzen.

13.Nennen Sie fünf wichtige Kriterien, die für das biografische Arbeiten mit Frau Höffken wichtig sind.

  • Familiengeschichte
  • Berufsleben
  • Aktuelle Kontakte, Freundschaften
  • Schwere Schicksalsschläge
  • Finanzielle Aspekte
  • Krankheiten, auch solche, die in der Familie gehäuft auftreten
  • Frühere Unfälle, Operationen
  • Langjährig eingenommene Medikamente
  • Sexualität, Wunsch nach Zuwendung und Zärtlichkeit
  • Grund der Heimaufnahme

14. Nennen Sie drei Formen der senilen Demenz vom Alzheimer Typ (SDAT).

  • Eine familiäre Alzheimer – Erkrankung mit frühem Krankheitsbeginn
  • Eine Alzheimer- Erkrankung ohne weitere Erkrankungen im familiären Umfeld.

15. Nennen Sie drei Kriterien, die Sie beim Anlegen und Einstellen eines Hinter-dem- Ohr-Hörgerätes berücksichtigen.

  • Wenn das Ohrpassstück richtig im Ohr sitzt, fasst man das Hörgerät am unteren Ende an und legt es von oben hinter das Ohr. Dabei darf der Hörschlauch nicht verdreht werden.
  • Vor dem Einsetzen das Gerät auf Funktion überprüfen.
  • Vor dem Einsetzen das Gerät auf – o – Stellen.
  • Wenn das Gerät eingesetzt und angestellt ist, die Lautstärke langsam hochregulieren.
  • Dabei zurücktreten und langsam und leise sprechen und den Menschen nach der richtigen Lautstärke befragen.

16. Nennen Sie drei mögliche Ursachen dafür, dass das Hörgerät piepst, wenn es im Ohr sitzt.

  • Im Schlauch ist Wasser.
  • Das Ohrstück sitzt nicht richtig im Ohr oder ist wackelig.
  • Es ist zuviel Ohrenschmalz vor dem Trommelfell.
  • Durch eine Rückkopplung des Gerätes.
  • Der Schallschlauch ist gerissen.
  • Das Gerät ist zu laut eingestellt.

17. Nennen Sie drei mögliche Ursachen dafür, wenn das Hörgerät plötzlich zu leise ist.

  • Die Batterie hat zu wenig Leistung.
  • Das Ohrpassstück oder der Hörschlauch ist verstopft.
  • Das Hörvermögen hat nachgelassen.
  • Es ist zuviel Cerumen im Gehörgang.
  • Die Elektronik ist defekt.

18. Nennen Sie fünf beschleunigende Faktoren als Ursache für das Entstehen einer Altersschwerhörigkeit.

  • Starke Lärmimpulse, z. B. Fabriklärm
  • Dauerlärm, auch mit geringer Lautstärke, z. B. häufige Benutzung eines Kopfhörers
  • Dauerstress als Ursache für einen Hörsturz
  • Medikamente
  • Hypertonie
  • Stoffwechselstörungen, z. B. Schilddrüsenunterfunktion
  • Zerebrale Durchblutungsstörungen

19. Wann kann es zur Bestellung eines Betreuers für einen Volljährigen nach dem Betreuungsgesetz kommen?

  • Kann ein Volljähriger aufgrund einer psychischen Krankheit oder einer Körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung seine Angelegenheiten ganz oder teilweise nicht besorgen, so bestellt das Vormundschaftsgericht auf seinen Antrag oder von Amts wegen für ihn einen Betreuer (§1896Abs. 1 Satz 1 BGB).

20. Beschreiben Sie die Methode des Realitäts- und Orientierungstrainings (Rot).

  • Jeder Pflegende erinnert bei jeder Routinetätigkeit an Ort, zeit und Situation. Überhörte Worte werden geduldig wiederholt, Antworten abgewartet und gelobt, wenn sie richtig sind oder in einem annehmbaren Ton korrigiert.

Zum Realitäts- und Orientierungstraining (‚Rot) gehört die Strukturierung der Umgebung mit Uhr, Kalender, Orientierungstafel, Farbsystem, Namensschilder an Türen und Kitteln, Bilder aus der Vergangenheit.
In Gruppen mit Nicht- Verwirrten, üben Verwirrte die Orientierung.
ROT bedeutet nicht den Verwirrten aus seiner Welt zu holen.

21. Beschreiben Sie, was es heißt, validierend mit verwirrten Verhaltensweisen oder verwirrten Äußerungen umzugehen.

  • Es wird versucht, das hinter einer verwirrten Äußerung oder Handlung liegende Gefühl (Angst, Trauer, usw.) zu erkennen.

Dieses Gefühl wird zugelassen und angenommen, wertgeschätzt (validiert).
In einem weiteren Schritt wird dieses Gefühl bestätigt.
Durch diesen Umgang fühlt der verwirrte Mensch sich so akzeptiert, wie er ist.
Verwirrte Äußerungen oder Handlungen werden nicht korrigiert, der Verwirrte wird mit seinen Ausfällen nicht konfrontiert und seine Gefühle werden nicht abgeschwächt oder weggenommen.

22. Beschreiben Sie zehn Maßnahmen, mit denen Sie versuchen, eine Atmosphäre zu schaffen, in der sich verwirrte ältere Menschen sicher, aufgehoben, geborgen fühlen, Vertrauen aufbauen und Ängste abbauen können.

  • Demente Bewohner werden in kleinen Gruppen betreut.
  • Für alle Verrichtungen des täglichen Lebens wird viel zeit eingeplant und zur Verfügung gestellt.
  • Eine gleichmäßige Tagesstruktur wiederholt sich und gibt Sicherheit.
  • Beschäftigungen finden nur im Rahmen von bekannten Tätigkeiten aus dem früheren Alltag statt.
  • Gemeinsam erden Teile von mahlzeiten zubereitet.
  • Die Mahlzeiten erden gemütlich gestaltet, schönes oder eigenes Geschirr wird benutzt, die Mitarbeiter essen mit den Bewohnern zusammen.
  • Das (Einkaufen evtl.), Tischdecken, Abwaschen, Aufräumen wird gemeinsam durchgeführt.
  • Eine Kontinenztraining wird im Sinne der Milieutherapie durchgeführt.
  • Sehr behutsame Integration in Gruppen und Aktivitäten von orientierten Bewohnern, z. B. bei der Gymnastik, beim gemeinsamen Singen und beim Gottesdienst.
  • Keine Konfrontation mit Verlusten. Realitätsorientierung, nur im 1. Stadium und nach Absprache im Team.
  • Durchführung von validierenden Gruppensitzungen.
  • Angebote von gemütlicher Betreuung bis Mitternacht.
  • Angehörigen werden mit der validierenden Arbeit vertraut gemacht.
  • Die Möblierung durch alte Möbel wird bevorzugt.
  • Demente Bewohner können nach Möglichkeit in Einzelzimmern oder getrennten Wohnungen wohnen.
  • Die Zimmer werden nach Möglichkeit mit eigenen Möbeln eingerichtet.
  • Eigene Tisch- und Bettwäsche wird benutzt.
  • Der Aufenthalts- und Speiseraum wird als Wohnküche eingerichtet.
  • Für Gruppensitzungen wird ein ruhiger Raum eingerichtet.
  • Badezimmer werden wohnlich gestaltet, z. B. mit Grünpflanzen in Hydrokultur, Bildern und Farben.

23. Nennen Sie sechs Hauptproblembereiche oder Verhaltensauffälligkeiten, die in stationären Einrichtungen häufig auftreten, in denen Demente und gerontopsychiatrich veränderte Menschen untergebracht sind.

  • Die Untätigkeit von Bewohnern/Patienten
  • Die Umkehrung von Tag und Nacht im Erleben der Bewohner/Patienten
  • Das endlose Auf- und Abgehen auf Fluren
  • Das endlose Ausräumen von Gegenständen, die öffentlich zugänglich sind die >Beschäftigung< mit dem Eigentum anderer
  • Der hohe Geräuschpegel bei Tag und Nacht
  • Die Rastlosigkeit, die erhöhte Erregung und Weglauftendenzen
  • Streotype Sprache
  • Inkontinenz
  • Orientierungslosigkeit

24. Nennen Sie fünf Unterstützungen zur zeitlichen Orientierung, die in der Pflege dementer Menschen in Institutionen Anwendung finden kann.

  • Orientierungstafeln mit Wochentag und Datum
  • Wochentermin-Blatt mit Speiseplan und Besuchsankündigungen
  • Jahreszeiten durch Blumen deutlich machen
  • Gegenwartstraining im Hier- und- Jetzt
  • Strukturierter Tagesablauf in gleicher Reihenfolge

25. Nennen Sie fünf Unterstützungen zur räumlichen Orientierung, die in der Pflege dementer Menschen in Institutionen Anwendung finden können

  • Umgebung vereinfachen, übersichtlich ordnen und konstante Ordnung halten
  • Merksätze verwenden
  • Bilder und Symbole verwenden anstelle von Inschriften
  • Farbsysteme zur Orientierung verwenden
  • Eigennamen für Wohntagen verwenden
  • Namensschilder mit Eigennamen an den Türen anbringen
  • Eine Außenansicht des Hauses und Stadtpläne aufhängen

26. Nennen Sie fünf Unterstützungen zur situativen Orientierung, die in der Pflege dementer Menschen in Institutionen Anwendung finden können.

  • Erinnerungsstücke und eigene Möble zulassen
  • Ein Versteck für Geld und private Utensilien ermöglichen
  • Den Aufenthaltsraum als Wohnzimmer gestalten
  • Haustiere halten, um die Weglauftendenz zu reduzieren
  • Friedhofs- Spaziergänge ermöglichen
  • Die Mitarbeiter arbeiten möglicherweise: mit Namensschild, ohne Kittel und benutzen Parfum
  • Treppen und Geräte werden gesichert
  • Nachts immer eine Dämmerleuchte einschalten
  • Mit einem Notfallplan kann beruhigt werden

27. Nennen Sie fünf Unterstützungen zur persönlichen Orientierung, die in der Pflege dementer Menschen in Institutionen Anwendung finden können.

  • Eigene Fotos mit Namen, Geburtsdatum und Wohnort im Zimmer aufhängen
  • Familienfotos im Zimmer aufhängen
  • Große Spiegel ermöglichen
  • An einer Pinwand im Zimmer Aktuelles anheften
  • Alte, private Bilder aufhängen
  • Eigene Urkunden, Zeugnisse oder Kunstgegenstände optisch darstellen
  • Lieblingsmusik ermöglichen
  • Kuscheltiere oder Puppen zulassen

V. Zum Pflegewissen: Multiple choice Fragen

28. Hörbehinderte Menschen ohne Hörhilfe:

  1. reagieren oft falsch, weil sie nicht richtig verstanden haben
  2. leben oft in Isolation
  3. sind oft verunsichert und ziehen sich zurück
  4. werden von ihren Mitmenschen oft zu Unrecht als verwirrt bezeichnet

29. Hörgerätebatterien:

  1. halten ca eine Woche, wenn das Hörgerät von früh bis abends eingeschaltet ist
  2. sollten, wenn sie verbraucht sind, gesammelt und speziell entsorgt werden
  3. können in lauter Umgebung sehr viel schneller verbraucht sein, als in ruhiger
  4. auch umweltfreundlicher Batterien müssen speziell entsorgt werden

30. Welche Aussagen zum Ohr sind richtig?

  1. Das Ohr teilt dem Gehirn zwei verschiedene Sinnesleistungen mit.
  2. Das Ohr liegt im Felsenteil des Schläfenbeins
  3. Es steht mit den Warzenfortsatzzellen in Verbindung.

31. Welche Aussagen zu den Sinneszellen des Ohres sind richtig?

  1. Die Sinneszellen des Hörorgans liegen im Cortischen Organ.
  2. Das Cortische Organ liegt in der Schnecke.
  3. Die Sinneszellen des Gleichgewichtsorgans liegen in den Bogengängen und im Vorhof.
  4. Im knöchernen Vorhof befinden sich die beiden häutigen Säckchen (Utriculus und Sacculus).

32. Das menschliche Hör- und Gleichgewichtsorgan wird in drei Abschnitte eingeteilt.

Ohrtrompete – Mittelohr
Gehörknöchelchen - Mittelohr

Schnecke - Innenohr
Bogengänge - Innenohr

Ohrmuschel - Außenohr
Gehörgang - Außenohr

33. Physikalische Grundlagen des Hörens!

  • Lautstärke Dezibel
  • Tonhöhe Hertz
  • Schallgeschwindigkeit in der Luft 333m/s
  • Schallgeschwindigkeit im Wasser 1500m/s

34. Welche Medikamente können eine Verwirrtheit auslösen?

  1. Digitalis in Verbindung mit gleichzeitiger Gabe von Kalzium und Chinidin.
  2. Diuretika, die Kaliummangel bedingen
  3. Barbiturathaltige Schmerz- und andere Betäubungsmittel
  4. Abführmittel, die zu Kaliummangel führen

35. Das Betreuungsgesetz findet Anwendung:

    • b) wenn die Freiheit über einen längeren Zeitraum oder regelmäßig entzogen wird

VI. Zum Pflegewissen: Beschriftung von Abbildungen
36. In der Abbildung sehen Sie die schematische Darstellung des Gehirns in der Seitenansicht.
Grafik des Gehirns

  • Großhirn
  • Kleinhirn
  • Zwischenhirn
  • Hypophyse
  • Verlängertes Mark

37.) Beschriften Sie die folgende Abbildung des Hör- und Gleichgewichts-

Modell des Ohres

  • Äußeres Ohr
  • Mittelohr
  • Innenohr
  • Ohrtrompete
  • Schnecke

VII. Zur Pflegeprognose

38. Treffen Sie eine Aussage zur Pflegeprognose von Frau Höffken.

Frau Höffken ist heute 72 Jahre alt und lebt in einem Altenheim. Ihre Krankheitsgeschichte beginnt mit ihrem 68. Lebensjahr. Ihren Töchtern fiel auf, dass ihre Mutter auf Gespräche oder Signale gar nicht oder nicht mehr adäquat reagierte. Unruhezustände und eine ausgeprägte Desorientierung führten neben der sozialen Auffälligkeit zur Heimaufnahme. Dort entwickelte sie Weglauftendenzen.
Körperlich ist Frau höffken, bis auf ihre Schwerhörigkeit gesund. Zumindest sind keine weiteren somatischen Diagnosen bekannt. Die Betreuung im Altenheim ist insofern sinnvoll, dass Frau Höffken institutionalisiert versorgt und professionell beobachtet werden kann. Ebenso können ihr professionell verschiedene Orientierungs- und Beschäftigungstherapien angeboten werden, die durch qualifiziertes Personal durchgeführt werden können.
Es ist zu überlegen, ob für Frau Höffken eine Betreuung nach dem Betreuungsgesetz eingerichtet wird und ob nicht ihre Töchter über diesen Weg stärker in die Verantwortung gezogen werden.
In der Fallstudie treten die Töchter das letzte Mal bei der Heimaufnahme in den Vordergrund.
Neben der pädagogisch psychologisch orientierten Therapie ist eine Ursachenklärung der senilen Demenz angezeigt, wobei nach Abklärung der Ursache eine medikamentöse Therapie anzustreben ist.
Wichtiges übergeordnetes Ziel ist, dass sie die Fähigkeiten, die sie besitzt, auch erhalten kann und möglicherweise auch ausweitet.
Dabei ist Frau Höffken vor Überforderung auf der einen Seite zu schützen und auf der anderen Seite vor Unterforderung, d. h. in dem Sinne, dass man gar nichts mehr mit ihr macht.
Vorübergehend kann auch ein Aufenthalt in einer gerontopsychiatrischen Abteilung einer Psychiatrischen Klinik sinnvoll sein und in Betracht gezogen werden.

Aus dem Altenpflegeexamen, von Ursula Kriesten Band 5

Fragen und antworten zum Mündlichen und schriftlichen Altenpflegeexamen

Autor: Kathy
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