Autor/in: Anonym

Aufnahme von Patienten

Die Aufnahme in ein Krankenhaus bedeutet für einen Patienten eine erhebliche Stresssituation. Der Patient muss sich in eine für ihn unsichere, unübersichtliche Lage begeben. Ungewohnte Umgebung, viele Leute, unverständliche Abläufe, all das verunsichert und desorientiert viele Patienten. Darum ist das oberste Ziel bei der Aufnahme von Patienten ihnen ein Gefühl der Sicherheit zu geben. Der erste Kontakt soll den Patienten eine Vertrauensbildung, eine Orientierung und eine Einschätzung der neuen Situation ermöglichen.
Gleichzeitig ist es die Aufgabe des Pflegepersonals bei der Aufnahme eines Patienten in Einzuschätzen. Zur Einschätzung des Patienten werden sowohl die physische als auch die psychische Situation eingeschätzt. Während der Aufnahme werden vom Patienten eine Menge Informationen gesammelt. Um diese Informationen festzuhalten und zu erheben benötigt man folgende Materialien:

  • Patientenstammblatt
  • Patientenkurve
  • Pflegeplanung
  • Norton Skala
  • Ggf. Schmerzprotokoll
  • Menükarten
  • Thermometer
  • Blutdruckgerät
  • Pulsuhr
  • Waage
  • Meßlatte
  • Ggf. Digitalkamera

Um eine Überforderung des Patienten zu vermeiden ist es wichtig das der Patient wenn er auf Station kommt ihn nicht gleich mit den groh der Materialien „überfällt“. Folgender Handlungsablauf sollte gewählt werden:

  • Der Patient wird freundlich begrüßt. Man stellt sich vor und sagt ihn noch einmal wo er sich befindet. „Sie befinden sich auf Station XY. Ich bin XY.
  • Nun begleitet man den Patienten auf sein Zimmer. Evtl. hilft man beim tragen von Patientensachen.
  • Im Zimmer orientiert man den Patienten als erstes grob. „Das ist ihr Zimmer. Sie haben dieses Bett. Neben ihn liegt Herr/Frau XY. Sie haben diesen Schrank.“ Evtl. beim auspacken helfen.
  • Nun fragt man den Patienten ob er im Moment Schmerzen hat. Bei Schmerzen darauf reagieren.
  • Jetzt bietet man ihn Wasser an.
  • Danach erfolgt die Aufnahme mit dem Stammblatt, Menükarten, RR und Temperatur Größe und Gewicht.
  • Danach füllt man mit dem Patient die Menükarten aus.
  • Man erklärt den Patienten die Klingel und ggf. den Fernseher. Man sorgt dafür das die Klingel in erreichbarer Nähe ist.
  • Man bereitet ggf. Hilfsmittel vor wie z.B. Lagerungskissen, Urinflasche und stellt es den Patienten zur Verfügung.
    • Danach erfolgt außerhalb des Patientenzimmer die weiteren Maßnahmen wie:
      ,- Aufnahme im Computer (ITB)
      – Vorbereitung der Diagnostik
      – Nach Arztuntersuchung Kurve ausarbeiten, schriftliche Anordnungen ausführen
      – Pflegeplanung durchführen.
      – Norton Skala je nach Zustand des Patienten gleich am Patientenbett ausfüllen oder später im Dienstzimmer.

Beachte

Folgende Punkte sollten unbedingt beachtet werden:

  • Den Patienten niemals mit Informationen „überfahren“. So viele Informationen wie nötig so wenig wie möglich.
  • Jeden Schritt ankündigen damit der Patient orientiert ist. Immer erklären was als nächstes passiert!
  • Verlässliche Zeitangaben machen wenn möglich. Vermeide: „Der Arzt kommt später!“ Besser: „Der Arzt kommt in XY Minuten oder Stunden“.
  • Den Tagesablauf nicht vergessen: „Vormittags Visite etc.“
  • Immer freundlich und geduldig sein. Der Patient kennt den Krankenhaus Ablauf nicht! Für ihn ist alles Neu!
  • Selbstsicherheit ausstrahlen. Eigene Unsicherheiten vor Patienten möglichst nicht äußern. Der Patient muss das Gefühl haben hier ist er sicher aufgehoben.
  • Falls das Patientenzimmer noch nicht frei ist. Den Patienten schon einmal begrüßen, sich vorstellen. Ihm einen Platz anbieten , Wasser anbieten, nach Schmerzen fragen.
  • Den Patienten ins Zimmer begleiten. Nicht vorneweg rennen oder nur den Weg zeigen. Dabei evtl. Smalltalk halten.
  • Auf Fragen des Patienten eingehen.
  • Immer laut und deutlich sprechen. Fachtherminie (also Fach-Chinesisch) vermeiden.
  • Am Ende der Aufnahme fragen ob der Patient alles verstanden hat. Immer Gesprächsbereitschaft zeigen.

Der Patient soll sich im Krankenhaus den Umständen entsprechend wohl fühlen!!!

Das Aufnahmegespräch

Wie der Name schon sagt ist das Aufnahmegespräch ein Gespräch und kein Verhör. Einige Informationen die der Patient preisgibt sind für ihn sehr sensibel , darum sollte man das Gespräch in einer ruhigen Atmosphäre führen. Dabei sollte man darauf achten das andere Mitpatienten von den Informationen möglichst nichts mitbekommen. Z.B. die Frage nach Alkoholkonsum.
Das Gespräch führt man auf gleicher Augenhöhe.
Einige Informationen aus dem Gespräch kann man auch von der Patientenkurve ableiten die der Arzt ausgefüllt hat z.B. Medikation.
Grundlage für das Aufnahmegespräch ist das Patientenstammblatt.
Es enthält folgende Punkte:

  • Nachname, Vorname, Geburtsdatum, Krankenkasse, Station, Adresse ( Diese Daten können vom Patientenaufkleber abgeleitet werden)
  • Hausarzt
  • Aufnahmezustand (Notfall, liegend, sitzend, gehend, erregt, alkoholisiert)
  • Soziale Situation (Angaben über Angehörige und deren Telefonnummer, Wohnsituation, Berufstätigkeit und wird eine AU benötigt, Pflegeeinstufung, Betreuer
  • Einweisungsdiagnosen (siehe Patientenkurve ausgefüllt vom Arzt)
  • Vorerkrankungen (siehe Patientenkurve ausgefüllt vom Arzt)
  • ATL für Sicherheit sorgen (Information über die Aufbewahrung von Wertgegenständen, Patientenverfügung, Tagesablauf)
  • ATL kommunizieren (ungestört, Hörbehinderung, Sehbehinderung, Sprechbehinderung, Aphasie, Bewusstseinslage)
  • ATL sich bewegen (selbstständig, mit Hilfe, Bettlägerig, Bewegungseinschränkung)
  • ATL sich waschen und kleiden (selbstständig, mit Hilfe – am Waschbecken, – beim Duschen/Baden, – beim An- /Auskleiden, vollständig auf Hilfe angewiesen)
  • ATL essen und trinken (selbstständig, mit Hilfestellung, vollständig auf Hilfe angewiesen, Kostform (siehe Patientenkurve vom Arzt ausgefüllt), Sonde)
  • ATL ausscheiden (selbstständig, mit Hilfestellung, eingenässt/eingekotet, Harninkontinenz/Stuhlinkontinenz, Urinableitung (BVK?), Anus praeter naturalis, Erbrechen, Schwitzen
  • ATL ruhen und schlafen (problemlos, Schlafstörungen)
  • ATL atmen (problemlos, Atemnot bei Belastung/Ruhe, Hilfsmittel (O² Inhalation, Dosieraerosol) Tracheostoma
  • ATL sich beschäftigen
  • ATL sich als Mann/Frau fühlen
  • ATL Sinn finden (Besuchsdienste, Seelsorge, Hospiz)
    Durch diese Informationen der ATL`s und in Verbindung mit der NORTON-Skala lässt sich schon sehr gut eine Pflegeplanung erstellen
  • Mitgebrachte Hilfsmittel (Brille, Kontaktlinsen, Zahnprothesen, Hörgerät)
    Diesen Punkt unbedingt und verlässlich ausfüllen!
  • Allergien
  • Besonderheiten
  • Informationen an das Pflegeteam (wenn nichts ausgefüllt wird kann man zur besseren Übersicht hier Gewicht, Größe, RR/Puls, Temperatur bei der Aufnahme einfügen)
  • Hausmedikation (siehe Patientenkurve ausgefüllt vom Arzt)

Die Einverständniserklärung über die elektronische Speicherung der Daten und evtl. Weitergabe an den Hausarzt vom Patienten mit Datum unterschreiben lassen.
Selbst Unterschreiben mit Vor- und Zuname, Datum, und Berufsbezeichnung (KPS)

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