Autor/in: Anonym

Altenhilfe

1.1 Entwicklung
Altenarbeit entstand erst in den 60er Jahren mit dem Trend, tatsächlich mit 60 in den Ruhestand zu gehen, obwohl sie phyisch wie psychisch noch leistungsfähig waren.Zunächst fingen kirchliche und andere karitative Organisationen an, Freizeitveranstaltungen anzubieten

  • zunächst „Kaffeekränzchen“
  • dann Busfahrten, Diavorträge, jahreszeitliche Veranstaltungen, kreative Angebote

1.2 Ziele
§ 75 Bundessozialhilfegesetz:
Eigenverantwortung stärken, Lebenskontinuität erhalten, Integration sichern
Nothilfe und Prävention

  • Förderung und Erhaltung physischer und geistiger Leistungsfähigkeit
  • Anregung zur Teilnahme am gesellschaftliche Leben
  • sinnvolle Beschäftigung
  • Förderung von Kontakten
  • Förderung von Kreativität und Intelligenz
  • helfen, Alter nicht nur negativ zu sehen und hinzunehmen, sondern aktiv zu gestalten

1.3 Träger
– Altenhilfe ist Teil der Wohfahrtspflege
1. öffentliche Träger: Staat und Kommunen
2. freie Träger
a) weltlich: Arbeiterwohlfahrt, DPWV, DRK
b) religiös: Diakonisches Werk, Caritas, Zentrale Wohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland

1.4 Einrichtungen
1.4.1 ambulante und offene Altenhilfe

ambulante Dienste

  • vorübergehend, gelegentlich oder dauerhaft
  • ambulanter Dienst, ambulante Krankenpflege, Haus- und Familinepflege (z.B. auch bei Krankheit der versorgenden Person), Mahlzeitendienst, Rollstuhltransportdienst, Fahrdienst, u.s.w.
  • pflegerische Maßnahmen
  • Beratung, Vermittlung von Hilfen
  • oft in Sozialstationen organisiert
  • Ziel: Hilfestellung im Alltag, damit die Person in ihrer Wohnung bleiben kann

Altentagesstätte,Altenclubs

  • stadtteilgebundene Einrichtung
  • Beratung, Freizeitgestaltung, Kommunikation, Weiterbildung, Vermittlung

Vorteile:

  • Individualisierung
  • Erhaltung von Lebensgewohnheiten
  • keine Inaktivitätsatrophie

Nachteile:

  • kontaktarme Menschen kommen nicht
  • soziale Schwierigkeiten werden als Schicksal hingenommen, Hilfeleistungen werden vor allem im somatischen Bereich in Anspruch genommen
  • Vorurteil, offenen Altenhilfe sein Vorfeld stationärer Unterbringung
  • mangelhafte Kooperation der verschiedenen Einrichtungen, Pluralität verwirrt die Betroffenen

1.4.2 teilstationäre Einrichtungen

  • stundenweiser Aufenthalt
  • Tagesklinik oder Tagespflegeheim
  • größere Bereitschaft zum Regenerieren eigener Kräfte
  • soziale Kontakte bleiben bestehen
  • soziale Aktivitäten fördern den Übergang in offene Einrichtungen
  • Ergänzung zur familiären Pflege
  • bisher sehr geringes Angebot
  • meist geriatrischen oder gerontopsychiatrischen Fachabteilungen angegliedert

1.4.3 stationäre Einrichtungen
Altenwohnungen

  • zweckgerichtete bauliche Ausführung
  • ambulante Betreuung im Bedarfsfall^
  • bei Bed. Reinigung, Einkauf, Wäschedienst, Mahlzeiten, pflegerische Betreuung
    Altenheim
  • für Menschen, die versorgungs- aber nicht pflegebedürftig sind
  • Unterkunft, Verpflegung, Notruf, Hilfen zur Körperpflege, Behördenhilfe, Veranstaltungen
    Altenpflegeheim
  • für kranke und pflegebedürftige Menschen

Probleme der stationären Altenhilfe
– zuviele Dienstleistungsangebote nehmen Selbstständigkeit, Fähigkeiten verkümmern, Herausforderungen fehlen, begünstigt auch durch Erwartungen des Personals

  • oft fehlplazierte Personen durch Mangel an ambulanten Diensten
  • Passivisierung und Institutionalisierung
  • ungewohnte Umgebung
  • fühlen sich abgeschoben
  • zuwenig persönliche Atmosphäre, hohes Maß an Fremdbestimmung

1.5 Arbeitsformen der Altenhilfe
1.5.1 Einzelfallhilfe

  • individuelle Hilfe für Einzelpersonen
  • Probleme werden als individuelle Schwierigkeiten gesehen
  • soziale Ursachen spielen keine Rolle
  • Störungen sollen rückgängig gemacht werden
  • Aktivierung zu Selbsthilfe

1.Anamnese

  • Beobachtung
  • Gespräch
  • Fremdinformationen

2.Diagnose

  • stets vorläufig!
  • welche Maßnahmen sind angebracht

3.Intervention

z.B. medizinische Versorgung, Unterkunft, Freizeitangebot etc.
Problem der Einzelfallhilfe:
keine präventive Funktion, Betroffenen kommen erst, wenn die Probleme unlösbar geworden sind

1.5.2 Gruppenarbeit

  • psychosoziale Schwierigkeiten werden als Ausdruck gestörter Strukturen in Gruppen, z.B. Familie, Bekanntenkreis o.ä. verstanden
  • Gruppenarbeit versucht die Einzelnen in Gemeinschaften zu integrieren damit sie dort lernen, ihre Schwierigkeiten zu bewältigen

Ziel:

Lernprozeß, bei dem die eigenen Fähigkeiten erkannt werden, sie eingesetzt werden und Selbst- und Fremdwahrnehmung sich so verändert, das soziale Identität und Selbstwertgefühl gestützt werden

  • Verhaltensbereiche erweitern, die mir und anderen bekannt sind

Vorteile:

  • gegenseitige Unterstützung
  • Freundschaften erneuern und neue entstehen lassen
  • neuer Status als Gruppenmitglied
  • Zugehörigkeit der Teilnehmer beschränkt sich nicht mehr auf die Familie
  • Anerkennung, Selbstachtung
  • Verständnis für an sie gerichtete Erwarungen
  • diagnostische, psycho- und soziotherapeutische Möglichkeiten

Problem:

  • Kommunikationsbarrieren aufgrund der Abdrängung in die „Defizitexistenz“ und der Sozialisation zum Gehorsam

1.5.3 Gemeinwesenarbeit

  • Ursache für individuelle Probleme wird in der Struktur gesellschaftlicher Bedingungen gesehen

Ziel:
Integration der Älteren durch

  • stärkere Identifizierung mit dem Gemeinwesen
  • Interesse und Teilhabe an öffentlichen Angelegenheiten (z.B. Straßenbau)
  • gemeinsame Entwicklung von Wertvorstellungen und Umsetzungsmöglichkeiten

Formen:

1. wohlfahrtsstaatliche Gemeinwesenarbeit: bessere Zusammenarbeit. Öff-Arbeit der Wohlfahrtsorganisationen etc.
2. sozialpädagogische G.: Beteiligung möglichst vieler an der Beseitigung von Mißständen
3. gesellschaftskritische G.: Veränderung von Machtstrukturen durch Zusammenschluß betroffener Minderheiten
Problem:
Jahrzehntelange Fremdbestimmung hemmt Motivation

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