Autor/in: Michael Vollmer

Dienstgespräch / Übergabe

Ziel des multiprofessionellen Teams ist eine berufsübergreifende Behandlung des Patienten mit einheitlichen Konzept.
Deshalb ist ein regelmäßiger und strukturierter Informationsaustausch Grundlage jeder Teamarbeit.

  • zum Team gehören alle Berufsgruppen die mit dem Pat. zusammenarbeiten
  • jede Berufsgruppe hat abgesteckte Aufgabengebiete bei der Behandlung
  • diese sind bekannt und werden gegenseitig akzeptiert
  • jedes Teammitglied ist zur Erreichung des Behandlungsziels potentiell wichtig (Pflegepersonal, Ärzte, Psychologen, Sozialarbeiter, Sport-, Ergo-, Arbeitstherapeuten)

Jedes Teammitglied nimmt aufgrund seiner eigenen Persönlichkeit, seiner Ausbildung, seiner beruflichen Erfahrung und seiner Auffassung von psychiatrischer Versorgung andere Anteile eines Pat. und seiner Wirklichkeit wahr.

Durch die Vielfalt von Einschätzungen und Meinungen entsteht in der Arbeitsgruppe ein vollständiges Bild der Problemlage und der Möglichkeiten des Pat., damit eine größere Variationsbreite an Zielen und Lösungsvorschlägen, als wenn ein einzelner Helfer mit der Situation konfrontiert wäre.

» Ziel der Übergabe in Hinblick der Patientenbetreuung:

  • Austausch von Wissen und Erfahrungen aus Theorie und unmittelbare klinische Beobachtung mit Bezug auf die Krankheitsprozesse des einzelnen Pat.
  • Klärung und Reflexion der so gesammelten Informationen in Hinblick auf die Beschlussfassung.
  • Erarbeiten eines realistischen Betreuungskonzeptes, indem jeder Rollenträger nach seinen fachlichen und persönlichen Möglichkeiten zum Entscheidungsprozeß beiträgt.
  • Laufende Überprüfung des Behandlungsplanes eines jeden Kranken mit klarer Rollenzuteilung an die verschiedenen Betreuer.

» Methode:

  • möglich drei Übergaben
    Nacht – Früh
    Früh – Spät
    Spät – Nacht

» Kernübergabe (= Mittags) + Inhalte der Nacht, des Frühdienstes und evtl. des Spätdienstes

  • Übergabezeit richtet sich nach der Besprechungsdauer aller Pat. (bei der Kernübergabe Mittags eine Stunde)
  • ausreichend lange Zeit um Fallbesprechungen, in denen jedes Teammitglied seine Beobachtungen zu Pat. äußern kann
  • Zeitpriorität (nach Wichtigkeit)

» Organisation:

  • Zeiten so legen, dass jedes Teammitglied Möglichkeit zur Teilnahme hat
  • Störungen sollten vermieden werden
    (einer vom Team bleibt bei den Pat. als Ansprechpartner)

» Pflegesystem:

  • Bezugspflege (BP) / Gruppenpflege

» anhand der Dokumentation:

» Vorstellung des Pat. (Name, Diagnose, kurze Anamnese, Besonderheiten in der Pflege bei NA)
» Beschreibung des Ist-Zustandes durch Wahrnehmung, Beobachtung
» Beschreibung der gemeinsamen Aktivitäten (Sport, Außenaktivität etc.)

  • Wahrnehmung, Beobachtung anderer Berufsgruppen
  • Evtl. besondere Hinweise für den Spätdienst oder Nachtdienst
  • Angehörige
  • Visitenausarbeitung

» Stolpersteine:

Unterbrechung der Übergabe / Arzt wird zu anderen Aufgaben gerufen /
Konkurrenz und Neid untereinander

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