Autor/in: Fibula

Wahrnehmung

Prozeß der Wahrnehmung:

1. Reize treffen auf die Sinnesorgane
2. Erregung
3. Empfindung
4. Wahrnehmung
5. Reaktion

Beispiele für Reizschwellen:

Sehen: Kerzenlicht in dunkler Nacht, bis etwa 45 km Entfernung sichtbar.

Hören: Ticken einer Armbanduhr, in etwa 6 m Entfernung hörbar.

Schmecken: Ein Teelöffel Zucker, in etwa 7 Liter Wasser noch zu schmecken.

Riechen: Einen Tropfen Parfüm, in einer 6-Zimmer-Wohnung verteilt .

Berührung: Ein Sandkorn, das aus 1 cm Höhe auf die Wange fällt ist spürbar.

Beim erwachsenen Menschen ist es kaum noch möglich, daß er reine Empfindungen erlebt. Empfindungen werden mit Erfahrungen gekoppelt und nicht mehr losgelöst von diesen wahrgenommen.

Unsere Wahrnehmung wird beeinflußt:

1. Durch die Leistungsfähigkeit unserer Sinnesorgane
2. Durch bestimmte Gesetze (Gestaltgesetze)
3. Durch bestimmte Wert- & Normvorstellungen (z.B. religiös geprägte Sichtweise)
4. Durch Bedürfnisse, Triebe, Gefühle, Stimmungen, Erfahrungen, Einstellungen,
Interessen

Gesetze der Wahrnehmung

1. Gesetz der Ähnlichkeit
Ä hnliche Reize werden als zusammengehörig wahrgenommen.
Bsp:
Alte Menschen werden häufig als eine Gruppe wahrgenommen ( siehe auch Menschen mit gleicher Hautfarbe)

2. Gesetz der Nähe
Reize die Nahe beieinanderliegen werden als zusammengehörig wahrgenommen.
Bsp:
2 Menschen die wir miteinander des öfteren sehen, werden als Paar wahrgenommen.
Sprichwort: Sage mir mit wem Du umgehst und ich sage Dir wer Du bist!

3. Gesetz der Geschlossenheit
Unvollendete Reize werden als vollendet wahrgenommen.
Bsp:
Karikaturen, Gebots- und Verbotsschilder

4. Gesetz der Kontinuität
Reize, die eine Fortsetzung vorausgehender Reize sind, werden als zusammengehörig wahrgenommen.

5. Gesetz der gemeinsamen Bewegung
Reize, die sich in die selbe Richtung bewegen, werden als zusammengehörig wahrgenommen.
Bsp:
Treten aus einer Ballettgruppe Tänzer abwechselnd hervor und machen die gleichen Bewegungen, werden sie als Einheit wahrgenommen.

6. Gesetz der Genauigkeit
Unsere Wahrnehmung bevorzugt „Gestalten“, die sich von Anderen abheben.
Bsp:
Ein Mann, der im Winter mit kurzen Lederhosen durch die Stadt läuft, wird stärker wahrgenommen als jemand in gängiger Winterkleidung.

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