Autor/in: Andi

Soziale Wahrnehmung

Definition Soziale Wahrnehmung

Ist ein Produkt aus Erfahrungen, Einstellungen, Bedürfnissen, körperlichen und seelischen Befindlichkeiten.

„Erster Eindruck“

Entstehungsfaktoren

1. Signale von der zu beurteilenden Person » Äußere Erscheinungsform

  • Kleidung (gepflegt oder ungepflegt)
  • Haarfarbe (blond = blöd)
  • Aussprache
  • Größe und Gewicht
  • Rasse, Hautfarbe

2. Befindlichkeiten/Eigenarten des Beobachters » Laune, Befindlichkeit, Sympathie,Antipathie

3. Eindrücke von außen » Zeitbedingte Einflüsse wie Mode, Politik, Autoritätsperson.

Stabilisierungsmechanismen

Selbsterfüllende Prophezeiung.
Der menschliche Wahrnehmungsfilter.

„Einstellungskonzept“

Definition Einstellungskonzept

Unter Einstellungskonzept versteht man ein Netz an festen Meinungen und Standpunkten. Wir passen unser Handeln den jeweiligen Erfordernissen an.

Kennzeichen sind 4 Gesichtspunkte

1. Gelernt » Wir erwerben sie im Laufe unserer Entwicklung (z.B. durch Eltern, Schule,
allgemeingültige gesellschaftliche Normen).

2. Stabil » Sie erlauben uns, einen festen Standpunkt einzunehmen, was uns eine gewisse
Sicherheit vermittelt.

3. Haben immer eine Richtung » Entweder positiv oder negativ bezogen auf das Objekt.

4. Richten sich immer auf ein Objekt » Entweder auf eine Personengruppe oder eine
Institution.

Funktionsweise der Wahrnehmungsschwelle

Die Wahrnehmungsschwelle kann erhöht oder herabgesetzt werden.

Ist meine Wahrnehmungsschwelle z.B. niedrig, so kommen die Informationen schnell, früh und genau.

Bei Erhöhung meiner Wahrnehmungsschwelle erfasse ich die Informationen langsam und ungenau. Dies hat immer mit meiner Einstellung zu tun, ob sie dazu passt oder nicht.

Passt also eine Information zu meiner Einstellung, ist meine Wahrnehmungsschwelle niedrig, d.h. ich nehme sie schnell, früh und genau wahr.

Es kommt also zu einer Art Wahrnehmungsfilter. Bestätigende Informationen werden eher wahrgenommen und passieren den Filter leichter.

Es gibt 3 verschiedene Ebenen, auf denen Einstellungen wirksam werden

Kognitive Ebene (= Gedankenebene)
Sie enthalten Vorstellungen und Bilder von bestimmten Objekten und Menschen. Affektive Ebene (= Gefühlebene)
Besitzen einen stark emotionalen Anteil bezogen auf das jeweilige Objekt, entweder
positiv oder negativ. Konative Ebene (= konkretes Handeln)
Sie ist meist die Konsequenz aus den ersten beiden Ebenen; danach richte ich mein
Handeln aus.

„Vorurteile“

Definition/Umschreibung „Vorurteile“

Besonders fest gefügte, starre Einstellungen (= stereotyp)

Welche Funktionen haben Vorurteile?

  • Erhöhung des eigenen Selbstwertgefühls.
  • Geborgenheitsgefühl in der Mehrheitsgruppe.
  • Abbau von eigenen Ängsten und Unsicherheiten.
  • Sie machen die komplexe Umwelt überschaubar.

Wie kann man sie abbauen?
Training der Unsicherheitstoleranz (Dies ist die Fähigkeit, es möglichst lange zu ertragen, in der Einschätzung eines Menschen unsicher zu sein).

Gespräche mit Freunden und Kollegen suchen, um über die Wirkung seines eigenen Handels Rückmeldung zu bekommen.

Eigenes Einstellungskonzept reflektieren.

„Theorie der kognitiven Dissonanz“

Hauptaussage/Grundannahme

Der Mensch fühlt sich nur dann wohl, wenn seine Gedanken widerspruchsfrei sind. Sollten Widersprüche in seinem Gedankensystem auftauchen, wird er bestrebt sein, diese Widersprüche und Zweifel aufzulösen.

Definition Kognitionen

Das sind Meinungen, Einstellungen, Wissenseinheiten, also im Grunde alle möglichen Gedanken einer Person über sich und seine Umwelt.

Auflösen von Dissonanzen (= Unstimmigkeit)

Verdrängung der dissonanten Kognition. Eine neue, passende Kognition wird hinzugefügt (konsonante Kognition).

„Attributionstheorie“

Hauptaussage/Grundannahme

Der Mensch vereinfacht die Informationen, indem er die Menge an Informationen reduziert und kategorisiert (= in Gruppen einteilt). Dies ist ein Schutz vor einem zuviel an Informationen.

Kategorien » wie können Attributionen eingeteilt werden?

  • Internal » personal
  • External » von außen kommend

Fehler beim Attribuieren

1. Fundamentaler Fehler
Die Ursache für Handlungen werden eher auf Personen und ihre Eigenschaften
zurückgeführt als auf Einflüsse der Umwelt (z.B. „Die Frau ist selbst schuld wenn sie
vergewaltigt wird, warum geht sie auch alleine bei Dunkelheit in den Wald“.)

2. Falscher Konsensuseffekt
Jeder ist davon überzeugt, das sein Handeln in Übereinstimmung mit den Normen
ist. Das Handeln anderer Personen wird als abnorm verurteilt.

3. Leistungssituation
Erfolg wird internal (= personal, „also ich war gut“) attribuiert, Misserfolg external
(= von außen kommend, „also die anderen waren schuld“).

Fragenkatalog zur „Sozialen Wahrnehmung“

Ergänze folgenden Satz:
Soziale Wahrnehmung ist ein Produkt aus Erfahrungen, Einstellungen und Bedürfnissen, körperlichen und seelischen Befindlichkeiten.

Die Bildung des sogenannten „Ersten Eindrucks“ hängt von den drei Bereichen Signale von der zu beurteilenden Person, Befindlichkeiten/Eigenarten des Beurteilers, Einflüsse von außen ab. Nenne bitte für jeden Bereich drei konkrete Beispiele?

Signale von der zu beurteilenden Person

  • Kleidung (gepflegt oder ungepflegt)
  • Haarfarbe (blond = blöd)
  • Aussprache
  • Rasse, Hautfarbe

Befindlichkeiten/Eigenarten des Beurteilers

  • Laune
  • Befindlichkeit
  • Sympathie/Antipathie

Eindrücke von außen

  • Zeitbedingte Einflüsse wie Mode
  • Politik
  • Autoritätsperson

Der erste Eindruck, den wir von einem Menschen gewinnen, tendiert (fatalerweise?) zu einer dauerhaften Verfestigung, zu einem situationsübergreifenden Urteil. Auf welchen zwei Vorgängen basiert dieser Mechanismus der Stabilisierung?

Wahrnehmungsfilter

Selbsterfüllende Prophezeiung

Umschreibe den Begriff Einstellungskonzept!

Unter Einstellungskonzept versteht man ein Netz an festen Meinungen und Standpunkten. Wir passen unser Handeln den jeweiligen Erfordernissen an.

Entspricht das Verhalten eines Menschen immer seinem Einstellungskonzept? Begründe bitte deine Antwort!

Durch welche vier Gesichtspunkte sind Einstellungen gekennzeichnet?
1. Gelernt » wir erwerben sie im Laufe unserer Entwicklung (z.B. durch Eltern, Schule,
allgemeingültige gesellschaftliche Normen).

2. Stabil » sie erlauben uns, einen festen Standpunkt einzunehmen, was uns eine gewisse
Sicherheit vermittelt.

3. Haben immer eine Richtung » Entweder positiv oder negativ bezogen auf das Objekt.

4. Richten sich immer auf ein Objekt » Entweder auf eine Personengruppe oder eine
Institution.

Auf welchen drei Ebenen werden Einstellungskonzepte wirksam?

Kognitive Ebene (= Gedankenebene)
Sie enthalten Vorstellungen und Bilder von bestimmten Objekten und Menschen.

Affektive Ebene (= Gefühlebene)
Besitzen einen stark emotionalen Anteil bezogen auf das jeweilige Objekt, entweder
positiv oder negativ.

Konative Ebene (= konkretes Handeln)
Sie ist meist die Konsequenz aus den ersten beiden Ebenen; danach richte ich mein
Handeln aus.

Verdeutliche bitte an einem Beispiel Deiner Wahl, wie die Einstellungen eines Menschen auf den drei unterschiedlichen Ebenen wirksam werden!
Kognitive Ebene (= Gedankenebene)
Ich sehe im Fernsehen Bilder der Überschwemmung.

Affektive Ebene (= Gefühlsebene)

Ich entwickle ein starkes Mitgefühl bzw. Solidaritätsgefühl für die betroffenen
Menschen.

Konative Ebene (= konkretes Handeln)
Ich fahre in das Überschwemmungsgebiet und biete meine Hilfe an.

Welche Aussage/n ist/sind richtig?

Einstellungskonzepte

  1. Sind ein stabiler Orientierungsmaßstab.
  2. Werden durch den Wahrnehmungsfilter bzw. die Wahrnehmensschwelle stabil gehalten.
  3. Sind gelernt.
  4. Werden auf zwei Ebenen wirksam.
  5. Stimmen immer mit dem Verhalten eines Menschen überein.
  6. Nehmen Einfluss darauf, was wir bemerken.
  7. Üben Kontrolle über viele Verhaltensweisen aus.
  8. Sind erlernte Haltungen zu Handlungen.

Welche Funktionen haben Vorurteile?

  1. Abwehr von Unsicherheit und Angst.
  2. Stabilisierung des sozialen Selbstwertgefühls.
  3. Geborgenheit in der Mehrheitsgruppe.
  4. Komplexe soziale Umwelt überschaubar machen.

1, 2,4 alle 1,2,3 2,3

Wer sind Objekte von Vorurteilen?

Bestimmte Berufsgruppen, z.B. Beamte.
Randgruppen in einer Gesellschaft, z.B. Obdachlose.
Alle Gruppen von Menschen, die nicht unserer Norm entsprechen (Sozialhilfeempfänger, Straftäter, Drogenabhängige).

Welche Funktionen haben Vorurteile?

1. Sie erleichtern das Urteilen.
2. Die komplexe Umwelt wird überschaubar gemacht.
3. Sie stabilisieren das eigene Selbstwertgefühl.
4 Sie vermitteln ein Gefühl der Geborgenheit in der Mehrheitsgruppe.

Was versteht man unter Training der Unsicherheitstoleranz?
Das ist die Fähigkeit, es möglichst lange zu ertragen, sich in der Einschätzung eines Menschen unsicher zu sein.

Was ist der Ansatz / die Hauptaussage der Attributionstheorie?
Der Mensch vereinfacht die Informationen, indem er die Menge an Informationen reduziert und kategorisiert (= in Gruppen einteilt). Dies ist ein Schutz vor einem zuviel an Informationen.

Definiere den Begriff Attribution!
Attribution ist der Prozess, durch den die einzelne Person sozialen Ereignissen und Handlungen Gründe bzw. Ursachen zuschreibt.

Wie können Attributionen eingeteilt werden?
Internal (= personal)
External (= von außen kommend)

Die Schlussfolgerungen, die Menschen über die möglichen Ursachen von Handlungen vornehmen, sind natürlich nicht immer korrekt und weisen sehr häufig Fehler auf. Die Attributionsforschung hat drei Hauptfehler gefunden und näher untersucht.

1. Fundamentaler Fehler

Die Ursache für Handlungen werden eher auf Personen und ihre Eigenschaften
zurückgeführt als auf Einflüsse der Umwelt.

2. Falscher Konsensuseffekt

Jeder ist davon überzeugt, das sein Handeln in Übereinstimmung mit den Normen
ist. Das Handeln anderer Personen wird als abnorm verurteilt.

3. Leistungssituation

Erfolg wird internal (= personal, „also ich war gut“) attribuiert, Misserfolg external (= von außen kommend, „also, die anderen waren schuld“).

Was ist der Ansatz / die Hauptaussage der Theorie der kognitiven Dissonanz?
Der Mensch fühlt sich nur dann wohl, wenn seine Gedanken widerspruchsfrei sind. Sollten Widersprüche in seinem Gedankensystem auftauchen, wird er bestrebt sein, diese Widersprüche und Zweifel aufzulösen.

Was sind Kognitionen?

Das sind Meinungen, Einstellungen, Wissenseinheiten, also im Grunde alle möglichen Gedanken einer Person über sich und seine Umwelt.

Welche zwei Wege nennt Festinger zur Auflösung von kognitiven Dissonanzen?

Verdrängung der dissonanten Kognitionen.
Eine neue, passende Kognition wird hinzugefügt » konsonante Kognition.

Ordne bitte die Aussagen aus Liste 1 den in Liste 2 aufgeführten Theorien zu!

Liste 1

  1. Wurde von Festinger entwickelt..
  2. Zeigt auf, wie Menschen ihr eigenes Verhalten erklären und rechtfertigen.
  3. Unterscheidet internale und externale Attributionen.
  4. Untersucht, wie der Mensch Widersprüche in seinem Gedankensystem auflöst.
  5. Wurde von Heider entwickelt.
  6. Beschreibt den falschen Konsensuseffekt und den fundamentalen Fehler.

Liste 2
a) Attributionstheorie
b) Theorie der kognitiven Dissonanz.

Attributionstheorie: 2, 3, 5, 6
Theorie der kognitiven Dissonanz: 1, 4

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