Autor/in: Ulrich Scharte

Lerntechnik – aber mit Köpfchen

Unser menschliches Gehirn ist leistungsfähiger als die intelligentesten Computer die bis heute auf der Welt entwickelt wurden! Selbst tausende der besten Hochleistungsrechner und alle PC’s zusammen kommen nur zum Teil an die Leistungsfähigkeit des Gehirns heran.

Informationen, mit denen wir uns in diesem Referat beschäftigen wollen:

1. Welcher Lerntyp bin ich?
2. Lerntechniken (Beispiele), mit denen ich gute Erfolge erzielen kann.
3. – Tipps für den Einsatz von Lerntechniken:
10 Gebote 10 Hindernisse (Lernfehler) – Erklärungen der genannten Tipps

Zu 1. Welcher Lerntyp bin ich?

Wer gut und optimal lernen will, muss wissen, zu welchem Lerntyp er gehört: (d.h. Welche meiner Sinne setze ich vorrangig zum Lernen ein, bzw. über welchen Sinn (Kanal) erreicht mich das zu Lernende am besten!)

– Auditorischer Lerntyp: Menschen, die sprachliche und musische Informationen (mit den Ohren hören) besonders gut verarbeiten und speichern können.

– Motorischer Lerntyp: Menschen, die Bewegungen, Rhythmus, greifbare Objekte (mit den Händen fühlen) besonders gut verarbeiten und speichern können.

– Visueller Lerntyp: Menschen, die das was sie sehen (mit den Augen sehen) und so erfassen / aufnehmen besonders gut verarbeiten und speichern können.

Egal, was man sich einprägen muss, lernen will, lernen muss oder egal welche Lerntechnik man einsetzt, es ist wichtig die zu verarbeitende Information in den Kanal zu übersetzen den man beherrscht. Vergessen darf man aber vor allem nicht, die anderen schwächeren Lernsinne (Kanäle) ebenfalls und gezielt immer wieder zu trainieren. Je mehr Sinne bei der Aufnahme einer Lerninformation beteiligt sind, desto besser prägt sie sich im Gedächtnis ein.

Bedenken Sie beim Einsatz von Lerntechniken auch die Arbeitsweisen der beiden Gehirnhälften. – Die linke Gehirnhälfte denkt logisch, kann abstrahieren und geht suksessiv vor. – Die rechte Gehirnhälfte arbeitet mit den sinnlichen Wahrnehmungen, steuert Emotionen und Unterbewusstes und wird häufig vernachlässig. Versuchen Sie daher immer, beide Gehirnhälften zum Lernen und für den Lernerfolg einzusetzen. Zeigen Sie auch dem der den Lernstoff vermittelt (Lehrer) ihren Aufnahmekanal.

Zu 2. Lerntechniken (Beispiele), mit denen ich gute Erfolge erzielen kann.

1. Sie wollen Fachbegriffe oder Vokabeln lernen und behalten, können sich diese aber nicht gut merken. Für solch einen Fall eignet sich z.B. die Lernkartei sehr gut, denn damit bringen Sie das zu Lernende gut ins Langzeitgedächtnis (Technik des Wiederholens). d.h. Man benötigt einen Karteikasten mit 5cm Höhe, 11cm Breite und ca. 30cm Länge. Teile ihn in 5 Fächer ein. Alle neuen Begriffe werden auf jeweils eine Karteikarte geschrieben und kommen in Fach 1. Wenn sich z.B. Begriffe angesammelt haben, nimmt man den ersten heraus. Frage lesen – die Antwort überlegen – Die Karte umdrehen und mit der gedachten Antwort vergleichen. Bei richtig, wandert die Karte in Fach 2. Das macht man mit alle Karten aus Fach 1. Beherrscht man einen Begriff nicht, bleibt er im Fach 1. Nach ca. 3 Tagen arbeitet man mit Fach 2, und das Spielchen läuft nun in Richtung Fach 3. Kann man jetzt einen Begriff nicht, wandert er wieder in Fach 1. Das läuft so bis Fach 5. Beherrscht man einen Begriff aus Fach 5 ist alles Ok. Erst erst jetzt ist der Ausdruck im Langzeitgedächtnis. Beherrscht man ihn aber nicht, geht’s bei Fach 1 wieder los. Die in Fach 5 beherrschten können an die Seite gelegt werden.

2. Auch Zahlen können ihren Schrecken verlieren. Zerlegen Sie daher große Zahlenwerte in kleine Zahlenpakete (Zerlege-Technik) die wiederum untereinander in Verbindung stehen. z.B. – Die Zahl 2336312 zerlegen Sie besser in 23/36/312 und setzten sie nachher zusammen. Die Blöcke beinhalten eine Multiplikation mit 2 und die 3 erscheint vor jedem Ergebnis. – Die Zahl 3612244896192384 lässt sich wie folgt zerlegen: 3/6/12/24/48/96/192/384 Grund: Jeder Block lässt sich mit 2 multiplizieren und somit hat man wieder das Ergebnis.

3. Sie wollen sich die Zahl 1523 merken. Dann erzählen Sie sich bei der Wiedergabe eine gute und einfache Bildergeschichte: z.B. Eine Henne, die ein Ei Korn frisst und ein Ei in Nest legt, steht für die Zahl 1523, wenn die 1 für das Ei, die 5 für die Henne und die 23 für das Nest assoziieren. (Technik der assoziativen Verbindungen)

Namen und Gesichter merkt Sie sich leicht, wenn Sie die Person oder das Gesicht mit einer Eigenschaft verbinden. (Technik der assoziativen Verbindungen) z.B. Stellt man sich einen Herrn Kurz vor und reicht dieser nur bis zu Ihrer Schulter oder bis zur Oberkante Ihres Küchenschrankes, werden Sie ihn nicht vergessen wenn Sie an Ihren Küchenschrank denken. Oder die immer roten Backen von Frau Hahn (Eigenschaft: roter Kamm eines Hahnes)

4. Sie wollen oder müssen eine Rede oder ein Referat halten. Dafür eignet sich gute die Loci-Technik. Diese Gedächtnis-Technik, setzen schon die Römer ein. z.B. Haben Sie vor eine Rede zu halten, so legen Sie sich deren Stationen und die damit verbundenen Argumente und Gedanken einfach in den Zimmern Ihrer Wohnung ab und verbinden diese Ablagepunkte mit festen Argumenten / Inhalten usw.. Wenn Sie dann reden bzw. referieren müssen, machen Sie einfach einen Rundgang durch Ihr Zuhause und holen die Denk-Pakete in den einzelnen Räumen wieder ab. Damit verliert man nicht den roten Faden und die Rede verläuft optimal.

– Tipps für den Einsatz von Lerntechniken und Lernerfolg –

10 Gebote:

1. Erkenne deinen Lerntyp!

2. Lerne zur richtigen Zeit!

3. Lerne am richtigen Platz!

4. Lerne mit allen Sinnen!

5. Verwende Hilfsmittel!

6. Wechsle ab!

7. Motiviere dich selbst und setze dir erreichbare Nah- und Fernziele!

8. Denk dir Eselbrücken aus!

9. Sorge für frische Raumluft!

10. Wiederholen, wiederholen . .!

10 Hindernisse: 1. Lass dich nicht ablenken!

2. Sei nicht desinteressiert!

3. Lerne nicht ohne Pause!

4. Verschwende keine Zeit!

5. Lerne nie bis in die Nacht!

6. Lass nichts im unklaren!

7. Keine Unordnung aufkommen lassen!

8. Hab keine Angst!

9. Verliere nicht den Mut!

10. Lerne kurz vor Prüfungen nichts Neues mehr!

– Erklärungen der genannten Tipps –

10 Gebote:

1. Erkenne deinen Lerntyp!

– Der visuelle Typ prägt sich den Stoff am leichtesten ein, indem er ihn liest und sieht, also mit den Augen aufnimmt. – Der akustische Typ liest sich das zu Lernende mehrmals laut vor, lässt es sich von jemandem erklären oder spricht es auf eine Kassette und spielt es mehrere Male ab. – Der motorische Typus merkt sich am besten, was er schreibt. Wenn er aber liest, macht er vielleicht rhythmische Bewegungen dazu oder geht auf und ab. Die meisten Menschen sind von jedem etwas, aber es sind erkennbare Schwerpunkte vorhanden. Jeder, der täglich etwas zu lernen hat, muss wissen, wie er persönlich am besten lernt.

2. Lerne zur richtigen Zeit!

In der Nacht ist die Leistungsbereitschaft nicht ausreichend. Am Tag reicht sie um ca. sieben Uhr gerade, um acht Uhr ist sie gut und zwischen neun und elf Uhr ist der erste Höhepunkt erreicht. Nach Mittag sinkt sie ab bis ca. 15 Uhr. In dieser Zeit soll man keine geistigen Tätigkeiten ausführen, bei denen man viel nachdenken muss; am besten erst wieder nach 17 Uhr. Am späten Abend fällt die Leistungsbereitschaft stark ab, und nach Mitternacht vermeidet man aus dem oben erwähnten Grund zu lernen. Doch nicht bei jedem Menschen verläuft die Kurve genau so. Deshalb musst du die Zeitspannen herausfinden, die für dich persönlich zum Lernen am besten geeignet sind.

3. Lerne am richtigen Platz!

Wähle als Arbeitsplatz einen Ort, an dem du möglichst wenig abgelenkt werden kannst. Aber dort sollst du dich wohlfühlen! Richte ihn dir gemütlich ein und achte auf eine angenehme Temperatur – aber höchstens 20 Grad. Die Wände sollten helle Farben (nicht zu grell) haben. Diese wirken beruhigend auf den Menschen.

4. Lerne mit allen Sinnen!

Es ist erwiesen, dass das Lernen umso leichter fällt, je mehr Sinnesorgane angesprochen werden. Das heißt, du behältst den Stoff schneller, wenn du ihn siehst, hörst und schreibst. Beim lauten Vorlesen siehst und hörst du den Text gleich- zeitig. Wiederhole den gelernten Stoff zuhause und schreibe deine Unterrichtsmitschrift erneut und ordentlich mit farbigen Hervorhebungen auf. So wird der Stoff im Gedächtnis vertieft. Lerne das Wesentliche. Verzettle dich nicht mit Unwichtigem.

5. Verwende Hilfsmittel!

Arbeite mit Karteikarten, mach Zusammenfassungen, hebe wichtige Textstellen / Textpassagen farbig und unterstrichen hervor! Visualisiere denn Lerninhalt. Mache farbige Skizzen und Modelle.

6. Wechsle ab!

Das Lernen ist Arbeit und darf nicht zu eintönig sein. Abwechslung ist sehr wichtig, d. h. du solltest nach Möglichkeit nicht zuerst alle schriftlichen Hausübungen erledigen und dann nur verbal lernen. Dadurch ermüdet das Gehirn zu schnell. Suche eine für dich gute Mischung aus schriftlichen Hausaufgaben und dem Lernen für eine Schularbeit oder ähnliches.

7. Motiviere dich selbst und Entscheidend ist der Wille.

Wenn du nicht lernen willst, setze dir erreichbare Nah- kommt auch nicht viel dabei heraus. Schon allein der Fernziele! Gedanke „Ich schaffedie morgige Prüfung positiv!“ hilft. Motivierend ist auch, sich erreichbare Nah- und Fernziele zu setzen. Wenn du Ziele hast, willst du sie auch erreichen. Breche nicht kurz vor Erreichen des Zieles nur wegen eines kleinen Problems ab. Probleme oder Unklarheiten sind immer lösbar. Es ist nicht genug, zu wissen, was man mit dem Besuch der Schule oder dem Lernen eines Berufes in ferner Zukunft bezwecken will. Besser ist es, dir über die Vorhaben in nächster Zeit im klaren zu sein. An eine Pinnwand kannst du eine Liste hängen, auf der die Nah- und Fernziele aufgezählt sind. Markiere farbig die erreichten Ziele. Wenn sie einem ins Auge springen, wirst du aufgefordert, weiter dein Bestes zu geben. Ohne Ziele ist das Lernen sinnlos. Denn dann fehlt logischerweise auch die Motivation.

8. Denk dir Eselbrücken aus!

Das sind Bilder, Merksprüche, Reime, usw … – Je bunter, lustiger und ausgefallener die Vorstellungen und Bilder sind, desto besser. – Bewegung in die Bilder bringen – Zahlen verwenden

9. Sorge für frische Raumluft!

Denn zum Arbeiten braucht das Gehirn Sauerstoff.

10. Wiederholen, wiederholen!

Das ist aber nur möglich, wenn du rechtzeitig vor einer Schularbeit oder Prüfung zu lernen beginnst. Am besten ist es, nach dem Lernen eine Pause von fünf vor der ersten Wiederholung zu machen. Die nächste Wiederholung nach zehn Minuten, eine weitere nach 20 Minuten ist zu empfehlen. Beim Wiederholen musst du versuchen, so viel wie möglich aus dem Gedächtnis zu rekonstruieren, auch wenn du noch nicht den kompletten Stoff beherrschst. Das effektivste aber zeitlich sehr begrenzte Wiederholen ist kurz vor dem Schlafengehen, weil das Gehirn während der Nachtruhe ungestört weiterarbeiten kann.

 10 Hindernisse (Lernfehler):

1. Lass dich nicht ablenken!

Damit du dich konzentrieren kannst, solltest du darauf achten, dass alles, was ablenken könnte, nicht dort ist, wo du arbeiten musst. Rätselhefte, Romane, Zeitungen, etc. haben keinen Platz beim Lernen auf dem Schreibtisch. So gerätst du nicht in Versuchung, an alle möglichen anderen Dinge zu denken.

2. Sei nicht desinteressiert!

Je stärker das Interesse ist, desto weniger werden Störungen von außen bewußt, umso leichter ist es also, sich zu konzentrieren. Lies zu Themen, die im Unterricht behandelt werden, in Büchern nach, sieh dir Videofilme an, …

3. Lerne nicht ohne Pause!

Zu lange Beschäftigung mit einer Sache bewirkt eine Ermüdung des Gehirns und führt so zu Konzentrations- störungen. Wenn es so weit ist, machst du eine kurze Regenerationspause, um dann deine Gedanken wieder voll und ganz dieser Tätigkeit widmen zu können. Glaube aber nicht: Je länger die Pause ist, desto besser ist dann die Konzentration. Fünf bis zehn Minuten Pause genügen.

4. Verschwende keine Zeit!

Wenn du merkst, dass deine Konzentration nachlässt, trödle nicht weiter, sondern mach eine kurze Pause, ehe du weiterlernst!

5. Lerne nie bis in die Nacht!

Zuwenig Schlaf führt zwangsläufig zu Müdigkeit und daher zu Konzentrationsstörungen. Das heißt, man sollte ca. 6 – 8 Stunden täglich und regelmäßig schlafen, um fit zu sein. Daher sollte dieser Bedarf gedeckt werden. Vor Prüfungen ist genügend Schlaf sehr wichtig.

6. Lass nichts im unklaren!

Wer kritisch lernt, hinterfragt den zu lernenden Inhalt. Was einmal verstanden worden ist, wird leichter behalten als das nicht Verstandene. Das bedeutet für die Praxis, dass es besser ist, das zu Lernende solange durchzudenken, bis es verstanden worden ist. Stelle deinem Lehrer auch für dich einfache Verständnisfragen, die dir helfen die Logik, die hinter einer Sache steht, zu verstehen. Verbinde das neu gelernte mit einer bekannten Sachlage, und du wirst sehen dass du sie nicht mehr vergisst.

7. Keine Unordnung aufkommen lassen!

Diejenigen Dinge, die du im Moment nicht brauchst, räume weg! Auf dem Schreibtisch soll jedoch alles sein, was du häufig brauchst, wie z. B. Notizzettel, Schreibzeug, Locher
und Hefter. Außerdem hilft dir eine geordnete Ablage, um den Überblick zu behalten. Nachschlagewerke, Wörterbücher und Ordner müssen in Regale. Ordne nach einem Unterricht neue Unterlagen / Information / Niederschriften sofort in die entsprechen Mappen / Ordner ein.

8. Hab keine Angst!

Kontrolliere dein eigenes Wissen, indem du dir selbst Fragen über den Wissensstoff stellst. So nimmst du dir einen Teil deiner Prüfungsangst, die für das Abrufen des Gelernten hinderlich oder in extremen Fällen total blockierend sein kann. Es wäre günstig, die Lernarbeiten für die kommende Prüfung einen oder zwei Tage vorher abgeschlossen zu haben, um in Ruhe den Stoff noch einmal durchgehen zu können, so dass du mit Selbstsicherheit und ohne Angst zum Test gehen kannst. Bei starker Nervosität hilft schon das zwei-, dreimalige Durchatmen, um innere Ruhe zu finden.

9.

Verliere nicht den Mut! Gebe nach einem Misserfolg nicht deprimiert auf. Vielmehr muss die die Ursache ergründet und vor der nächsten Prüfung vermieden werden.

10. Lerne kurz vor Prüfungen nichts Neues mehr!

Wenn du die letzten Minuten vor einer Prüfung für das Lernen von neuem Stoff nutzen möchtest, kann es passieren, dass das neu Gelernte das bereits Beherrschte überlagert und so bei der Prüfung nicht abrufbar ist.

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