Autor/in: Roswitha Fritsche

ADS Aufmerksamkeits- Defizit-Syndrom

ADS ist die Abkürzung für das Aufmerksamkeits- Defizit-Syndrom. Auch für die Diagnose, welche durch erhebliche Konzentrationsstörungen, durch Störungen der Impulskontrolle und der emotionalen Regulation dabei noch durch innere wie äußere Unruhe gekennzeichnet ist.
Es gibt 2 Haupttypen der ADS:
ADS mit Hyperaktivität. Das sind die schnellen quirligen Menschen, die förmlich die Wände hochgehen.
ADS mit Hypoaktivität (Schwerfälligkeit und langsam sein). Diese Menschen sind verträumt, still und in sich gekehrt.

Die beiden Typen haben aber sonst viel gemeinsam.

ADS bedeutet nicht: Das Fehlen von Aufmerksamkeit, sondern es bedeutet widersprüchliche Aufmerksamkeit.
Also Unregelmäßigkeiten in der Aufmerksamkeit. Die damit verbundenen Schwierigkeiten stellen sich wie folgt dar: Der Mensch ist leicht ablenkbar, kann sich schlecht lange konzentrieren, wenn ihn das Thema nicht besonders interessiert. Meistens geht es einher mit dem s.g. Ausblenden.
Aber andersherum sind diese Menschen meist kreativ und entwickeln einen unbändigen Eifer und Interesse, wenn es darum geht etwas zu erreichen, was sie wirklich interessiert.
Diese Menschen können auch viele Dinge gleichzeitig machen, ohne eines richtig oder falsch zu machen.
Aber es kann auch eine subtile (schwierige) Seite bei ADS hervortreten. Diese Menschen stehen immer unter Strom. Können sich nicht entspannen.

Früher war man der Meinung es gäbe nur ADS bei kleinen Jungen. Man denke an den Struwwelpeter und den Zappelphillip, in dem der Frankfurter Arzt Hoffmann im Jahre 1845/46 sehr charakteristisch die typischen Symptome Hyperaktiver Kinder darstellte, in Form eines Bilderbuches.

Aber weit gefehlt. ADS tritt bei Mädchen genauso häufig auf und gibt es auch bei Männern und Frauen. ADS ist eine Krankheit, die einen das ganze Leben lang begleitet. Man kann sich sozialisieren, also der Gesellschaft anpassen, aber im Inneren kann man nicht aus seiner Haut.

100 % ist bis heute nichts erwiesen, da es sich um eine neurobiologische Störung handelt. Es wurde festgestellt, dass ADS durch fehlende Neurotransmitter (Dopamin) im Frontallappen des Gehirns (liegt in der Stirn) ausgelöst wird und psychologische Störungen nach sich zieht.

Sie wirkt sich auf das Verhalten der betroffenen Personen in 3 Bereichen unterschiedlich aus. Nämlich auf die Aufmerksamkeit, die Impulsivität und den Grad der Aktivität.

Die Folgen dieser Bereiche können folgende Zustände sein:

Desorganisation
Starke emotionale Reaktionen
Leistung weit unter dem vorhandenen Potential
Geringes Selbstwertgefühl
Beeinträchtigung von Beziehungen
Depressionen

Nichtbetroffene Menschen können automatisch Störfaktoren, wie Musik im Hintergrund, ausblenden. Ein Mensch mit ADS nimmt diese Musik wahr und kann sich nicht auf das Gespräch, was er eigentlich führen will, konzentrieren. Man sagt, sie handeln bei „weit geöffneten Toren“. Sie werden überflutet, bombardiert und überrollt.
Dadurch kann es zu emotional sehr heftigem Verhalten kommen.

Menschen mit ADS neigen zu vielen Flüchtigkeitsfehlern, scheinen oft nicht zuzuhören, bringen oft Sachen nicht zu Ende, haben häufig Probleme mit der Selbstorganisation, mögen sich nicht lange geistig anstrengen, Verlegen oft ihre Sachen, sind leicht ablenkbar und teilweise übermäßig vergesslich.

Äußerlich kann man einen ADS-ler erkennen an ständiger Unruhe und Zappeln mit Händen oder Füßen, häufigem Aufstehen, Schwierigkeiten beim ruhigen Spielen, übermäßigem Reden, Beantwortung von Fragen, bevor sie zu Ende gestellt waren. Dieser Mensch erscheint einem, wie von einem inneren Motor angetrieben.

Im Laufe der Zeit verlieren sich die äußeren Anzeichen einer ADS, und man meinte früher, dass sich die ADS im Erwachsenenalter ausgewachsen hat. Aber heute weiß man, dass das nicht richtig ist. 50 % der ADS-ler leiden auch als Erwachsene mehr oder weniger unter den vorgenannten Symptomen.

Die Diagnose wird mit Hilfe der persönlichen und familiären Lebensgeschichte und unter Verwendung verschiedener Fragebögen gestellt. Eine Untersuchung durch den Arzt zum ausschließen anderer Ursachen ist unerlässlich. Es könnten z. B. Epilepsie oder Schilddrüsenfehlfunktionen die gleichen Symptome hervorrufen. Somit ist auch eine neuropsychologische Untersuchung unumgänglich.

Therapiert wird in ausgeprägten Fällen mit Medikamenten. Meist Ritalin oder aber neuestens auch mit Medikinet. Dieses wird in den meisten Fällen mit einer Verhaltenstherapie verbunden. In ca. 80 % der Fälle ist dieses Vorgehen erfolgreich. Die medikamentöse Behandlung wird individuell abgestimmt und kann über mehrere Jahre erfolgen. Eine Suchtgefahr besteht, obwohl von vielen Therapeuten und auch von Laien noch angenommen, nicht.

Ich könnte hier noch Stunden über dieses Thema reden, aber die Zeit verbietet es mir. Für die Probleme, die mit ADS zusammenhängen, nicht unbedingt die Ursachen, aber die Auswirkungen, brauchen die Menschen einen Therapeuten. Ich wünsche mir, dass mehr Therapeuten ADS diagnostizieren könnten, dann gäbe es weniger still leidende Menschen.

Quellenangeben:

Internet: verschiedene Seiten
Das Buch „Die Chaosprinzessin“
Mein eigenes Leben

Diesen Beitrag teilen auf...

Twitter Facebook Google+