ADS Aufmerksamkeits- Defizit-Syndrom
ADS ist die Abkürzung für das Aufmerksamkeits- Defizit-Syndrom.
Auch für die Diagnose, welche durch erhebliche Konzentrationsstörungen,
durch Störungen der Impulskontrolle und der emotionalen Regulation
dabei noch durch innere wie äußere Unruhe gekennzeichnet
ist.
Es gibt 2 Haupttypen der ADS:
ADS mit Hyperaktivität. Das sind die schnellen quirligen Menschen,
die förmlich die Wände hochgehen.
ADS mit Hypoaktivität (Schwerfälligkeit und langsam sein).
Diese Menschen sind verträumt, still und in sich gekehrt.
Die beiden Typen haben aber sonst viel gemeinsam.
ADS bedeutet nicht: Das Fehlen von Aufmerksamkeit, sondern es
bedeutet widersprüchliche Aufmerksamkeit.
Also Unregelmäßigkeiten in der Aufmerksamkeit. Die damit
verbundenen Schwierigkeiten stellen sich wie folgt dar: Der Mensch
ist leicht ablenkbar, kann sich schlecht lange konzentrieren, wenn
ihn das Thema nicht besonders interessiert. Meistens geht es einher
mit dem s.g. Ausblenden.
Aber andersherum sind diese Menschen meist kreativ und entwickeln
einen unbändigen Eifer und Interesse, wenn es darum geht etwas
zu erreichen, was sie wirklich interessiert.
Diese Menschen können auch viele Dinge gleichzeitig machen,
ohne eines richtig oder falsch zu machen.
Aber es kann auch eine subtile (schwierige) Seite bei ADS hervortreten.
Diese Menschen stehen immer unter Strom. Können sich nicht
entspannen.
Früher war man der Meinung es gäbe nur ADS bei kleinen
Jungen. Man denke an den Struwwelpeter und den Zappelphillip, in
dem der Frankfurter Arzt Hoffmann im Jahre 1845/46 sehr charakteristisch
die typischen Symptome Hyperaktiver Kinder darstellte, in Form
eines Bilderbuches.
Aber weit gefehlt. ADS tritt bei Mädchen genauso häufig
auf und gibt es auch bei Männern und Frauen. ADS ist eine
Krankheit, die einen das ganze Leben lang begleitet. Man kann sich
sozialisieren, also der Gesellschaft anpassen, aber im Inneren
kann man nicht aus seiner Haut.
100 % ist bis heute nichts erwiesen, da es sich um eine neurobiologische
Störung handelt. Es wurde festgestellt, dass ADS durch fehlende
Neurotransmitter (Dopamin) im Frontallappen des Gehirns (liegt
in der Stirn) ausgelöst wird und psychologische Störungen
nach sich zieht.
Sie wirkt sich auf das Verhalten der betroffenen Personen in 3
Bereichen unterschiedlich aus. Nämlich auf die Aufmerksamkeit,
die Impulsivität und den Grad der Aktivität.
Die Folgen dieser Bereiche können folgende Zustände
sein:
Desorganisation
Starke emotionale Reaktionen
Leistung weit unter dem vorhandenen Potential
Geringes Selbstwertgefühl
Beeinträchtigung von Beziehungen
Depressionen
Nichtbetroffene Menschen können automatisch Störfaktoren,
wie Musik im Hintergrund, ausblenden. Ein Mensch mit ADS nimmt
diese Musik wahr und kann sich nicht auf das Gespräch, was
er eigentlich führen will, konzentrieren. Man sagt, sie handeln
bei „weit geöffneten Toren“. Sie werden überflutet,
bombardiert und überrollt.
Dadurch kann es zu emotional sehr heftigem Verhalten kommen.
Menschen mit ADS neigen zu vielen Flüchtigkeitsfehlern, scheinen
oft nicht zuzuhören, bringen oft Sachen nicht zu Ende, haben
häufig Probleme mit der Selbstorganisation, mögen sich
nicht lange geistig anstrengen, Verlegen oft ihre Sachen, sind
leicht ablenkbar und teilweise übermäßig vergesslich.
Äußerlich kann man einen ADS-ler erkennen an ständiger
Unruhe und Zappeln mit Händen oder Füßen, häufigem
Aufstehen, Schwierigkeiten beim ruhigen Spielen, übermäßigem
Reden, Beantwortung von Fragen, bevor sie zu Ende gestellt waren.
Dieser Mensch erscheint einem, wie von einem inneren Motor angetrieben.
Im Laufe der Zeit verlieren sich die äußeren Anzeichen
einer ADS, und man meinte früher, dass sich die ADS im Erwachsenenalter
ausgewachsen hat. Aber heute weiß man, dass das nicht richtig
ist. 50 % der ADS-ler leiden auch als Erwachsene mehr oder weniger
unter den vorgenannten Symptomen.
Die Diagnose wird mit Hilfe der persönlichen und familiären
Lebensgeschichte und unter Verwendung verschiedener Fragebögen
gestellt. Eine Untersuchung durch den Arzt zum ausschließen
anderer Ursachen ist unerlässlich. Es könnten z. B. Epilepsie
oder Schilddrüsenfehlfunktionen die gleichen Symptome hervorrufen.
Somit ist auch eine neuropsychologische Untersuchung unumgänglich.
Therapiert wird in ausgeprägten Fällen mit Medikamenten.
Meist Ritalin oder aber neuestens auch mit Medikinet. Dieses wird
in den meisten Fällen mit einer Verhaltenstherapie verbunden.
In ca. 80 % der Fälle ist dieses Vorgehen erfolgreich. Die
medikamentöse Behandlung wird individuell abgestimmt und kann über
mehrere Jahre erfolgen. Eine Suchtgefahr besteht, obwohl von vielen
Therapeuten und auch von Laien noch angenommen, nicht.
Ich könnte hier noch Stunden über dieses Thema reden,
aber die Zeit verbietet es mir. Für die Probleme, die mit
ADS zusammenhängen, nicht unbedingt die Ursachen, aber die
Auswirkungen, brauchen die Menschen einen Therapeuten. Ich wünsche
mir, dass mehr Therapeuten ADS diagnostizieren könnten, dann
gäbe es weniger still leidende Menschen.
Quellenangeben:
Internet: verschiedene Seiten
Das Buch „Die Chaosprinzessin“
Mein eigenes Leben
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