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Wie motiviere ich meine Mitarbeiter?
Inhaltsverzeichnis:
Einleitung
Definition von Motivation
1.0 Grundlagen zur Gewinnung eines Mitarbeiters
1.1 Informationstransparenz
1.2 Kommunikationsförderung
1.2.1 Offene Konfliktaustragung
1.3 Mitverantwortung des Mitarbeiters
1.3.1 Delegation
1.4 Stärkung des Betriebsklimas
2.0 Arbeitsplatzgestaltung
3.0 Informations- und Fördergespräche
3.1 Lob
3.2 Kritik
4.0 Fort- und Weiterbildung
4.1 Kreativitätsförderung
5.0 Gemeinsame Unternehmensziele
6.0 Öffentlichkeitsarbeit
7.0 Praktische Umsetzung
7.1 Stationsbezogen
7.2 Hausbezogen
Schlußbetrachtung
Literaturverzeichnis
Einleitung
General Eisenhower sagte einmal:
"Motivieren heißt, einen Menschen dazu zu veranlassen,
etwas zu tun, weil er es selber will".
Das wäre für mich der schönste Erfolg einer Motivation.
Etwas zu tun, weil der Mitarbeiter es selber will, nicht weil andere
es wollen. Voraussetzung dafür ist, Begeisterung für die
Arbeit und den Spaß daran, zu erwecken. Für Menschen die
monotone Arbeit leisten, wird es schwer sein, Anreize zu schaffen,
die über das Materielle hinausgehen. Deshalb sollte es das Ziel
eines jeden Betriebes sein, die Arbeit so interessant wie möglich
zu gestalten und dem einzelnen Mitarbeiter möglichst viel Freiraum
für eigene Entscheidungen zu lassen- sofern es seine Ausbildung
erlaubt. Manche Führungskraft wird überrascht sein, mit
wieviel schöpferischer Kraft einige Mitarbeiter neue Ideen entwickeln
und gestalten
Definition von Motivation
Was sind Motive?
Beweggründe für ein Verhalten, unterschieden von seinem konkreten
Ziel, d.h. der richtungsgebende, leitende, antreibende seelische Hinter-
und Bestimmungsgrund des Handelns. Nach dem stärkeren Motiv richtet
sich meist das Geschehen - die schwächeren Motive werden abgedrängt.
Einer Handlung geht selten ein einzelnes Motiv, meist ein Motivbündel,
voraus, das Wahlmöglichkeiten vorstellen hilft und mögliche
Folgen erwägt. Dem Motiv kommt somit auch ein spezialisierendes
Moment zu, das affektiv emotional oder intellektuell unterbaut ist. Stark
motiv-bildend sind Gewöhnungen, fixierte Einstellungen, Werthaltungen.
(Dorsch, Ps. Wörterbuch, 12. Auflage) (Hunger Durst, Sexualität,
Neugier, Angst, Furcht, Aggression, Macht-, Leistungs-, Bindungsmotivation,...)
Was ist Motivation?
Annahmen über aktivierende und richtungsgebende Vorgänge, die
für die Auswahl und Stärke der Aktualisierung von Verhaltenstendenzen
bestimmend sind. Die intervenierenden Motivationsvariablen sollen erklären,
warum ein Mensch oder Tier sich unter bestimmten Umständen gerade
so und mit dieser Intensität verhält. Motivations-variablen
sindneben den Stimulus-Bedingungen die wichtigsten Verhaltensdeterminanten.
(Dorsch..)
Geschichtliche Wurzeln
Motivation nach Leibnitz und Locke als
1.Gesamtheit aller Motive eines Individuums
2.angeborene Antriebe
3.meßbares aktivierendes Generalisierungsniveau und Anreize
nach Darwin als Instinkte
nach Freud als Triebe
nach Loeb als Tropismen (Orientierung des Verhaltens an physik. Reizquellen)
Motivationsbegriff nach den verschiedenen ps. Schulen:
1.Humanistisch: Gesamtheit der Motive zur Sinn-, Lebens-, Bedeutungsverwirklichung.
2.Ethologisch : Angeborenes Verhaltensprogramm
3.Naturalistisch: Automatisch eingeleiteter Aktivierungsprozess abh.
von Stimuli,
Deprivation, inneren Zuständen.
4.Kognitiv : Erwünschte Zielzustände
5.Pädagogisch : Gründe für bestimmtes Verhalten sollen
vermittelt werden.
Die verschiedenen Motivationslehren werden unterschieden in
1.polythematisch: hierarchisch organisierte Antriebe
2.monothematisch: Motiv ist rückführbar auf einen einzigen
Grundantrieb (Lust,
Macht,...)
3.athematisch: individuelle Daseins-Thematiken und Daseins-Techniken
Die eigentliche Problematik besteht in der Klassifikation der Motive,
da noch nicht eindeutig feststeht, ob letztendlich Triebe oder Anreize
als Ursache zuständig sind für das Handeln. Sicherlich
sind es aber Dispositionen, die von außen stimuliert werden
müssen.
Ordnungsgesichtspunkte für die Motive:
1.somatische Ablaufprozesse incl. definierter Endhandlung (Hunger, Durst,...)
2.affektive Ablaufpozesse ohne definierte Endhandlung (Aggression, Angst,
Furcht,...)
3.Leistungsmotivation (= motivationale Ablaufprozesse)
4.Bindungsmotivation
1.0 Grundlagen zur Gewinnung eines Mitarbeiters
Dazu gehören die Grundbedürfnisse, für die der Arbeitgeber
zu sorgen hat sozusagen menschenwürdige Bedingungen unter denen
gute Arbeitsergebnisse entstehen können. Der Arbeitsplatz sollte
hell oder gut beleuchtet sein, wobei Tageslicht immer zu bevorzugen
ist. Wenn möglich sollten Geruchs,-Lärm- und Staubbelästigung
vermieden werden, ansonsten entsprechende Schutzvorrichtungen und
erleichternde Maßnahmen getroffen werden. Die Räumlichkeiten
in denen die Arbeit verrichtet wird, sollten nicht zu heiß oder
zu kalt sein. Pausenvorschriften müssen eingehalten werden.
Hilfsfmittel und gute Arbeitsgeräte sollten dem Personal zur
Verfügung stehen, wobei darauf zu achten ist, daß das
Personalentsprechende Schulungen erhält, um mit den verschiedenen
Gerätschaften umzugehen. Im Pflegebereich gibt es dafür
gute Beispiele, z. B. die vielen komplizierten Patientenlifter, die,
oft neu, völlig unbenutzt herumstehen, weil sie zur Benutzung
zu aufwendig sind. Sind diese Grundvoraussetzungen erfüllt,
ist es den Mitarbeitern möglich, nach weiterer Entfaltung zu
streben, und dadurch den
Arbeitsprozeß zu entwickeln.
1.1 Informationstranssparenz
Jede Information ist Kommunikation mit den Mitarbeitern. Der "Informierer" tritt
mit dem Empfänger in Kontakt. Die Informationen sollen kurz und
klar verständlich sein, denn jeder hört und sieht in den Informationen
ein Stück weit seine eigenen Gedanken. Das ist sehr gut an dem Beispiel
zu sehen, wenn man ein Buch liest. Alle sehen andere Schwerpunkte,
können an gleichen Textstellen verschiedene Bedeutungen herauslesen.
Wichtige Informationen sollen deshalb schriftlich und mündlich mitgeteilt
werden. Die Mitarbeiter sollen regelmäßig über Aktuelles
informiert werden:
- Über den Erfolg ihrer Arbeit ( z.B. Ergebnisse aus hausinternen
Statistiken)
- Über die Abteilung und das Krankenhaus ( z. B. Umbaumaßnahmen,
Veränderungen in der Leitungsebene)
- Über aktuelle Themen aus der Pflege ( z. B. Neue Pflegeforschungsergebnisse)
Desweiteren:
- Aufklärung in den Unfallverhütungsvorschriften
- rechtzeitige Information über Veränderungen des Arbeitsbereichs
( z. B. neue Aufgaben)
- die wirtschaftliche Lage des Betriebes darstellen.
1.2 Kommunikationsförderung
Kommunizieren heißt miteinander reden und Verbindung haben. Somit
ist Kommunikation sicher eins der elementaren Führungsmittel. Untergebene
haben ein Recht auf Mitteilung. Sie solIte schriftlich und mündlich
erfolgen, am besten unterstützend, miteinander verknüpfend.
Sinnvoll ist es mit mündlicher Information zu beginnen, die persönlicher
ist, Prioritäten
werden betont, Rückfragen sind möglich. Als Kontrollinstrument
geeignet, ist für später ein schriftliches Protokoll. Es gilt
als verbindlich und garantiert ein fast gleichmäßiges Erreichen
aller zu informierenden Personen. Besprechungen sollten regelmäßig
angesetzt werden- ca. zwei mal im Monat.
Ein weiteres Beispiel der offenen Kommunikation ist, den Mitarbeiter
die Möglichkeit zu geben, offen oder anonym persönliche Fragen
zu beantworten, über Themen die sonst nur "hinter vorgehaltener
Hand“ getuschelt werden ( z.B. Wo ziehen Sie hin? Stimmt daß,
Sie heiraten?) Risiko für die Leitung besteht kaum, die Mitarbeiter
werden in aller Regel diskrete Fragen stellen. Halbwahrheiten und Gerüchten
wird so entgegengewirkt. Die Leitung wird als Mensch und nicht als Überfigur
gesehen.
(Quelle: Praxishandbuch Personal, Grundwerk M 71/16 15. Baustein)
1.2.1 Offene Konfliktaustragung
Angestauten Frust sollte eine Leitung erst gar nicht aukommen lassen.
Zum Managment gehören auch, eine Streitkultur zu entwickeln. Durch
sie wird es möglich, fachliche und persönliche Konflikte offen
auszutragen. Nur so kann es zur Lösung desProblems kommen. Wichtig
dabei ist für die Mitarbeiter persönliche oder emotionale von
fachlichen Motiven zu unterscheiden.
Die Basis dafür sind weitergebildete Mitarbeiter. Der Leiter kann
bei Problemen als Moderator eingreifen. Er sollte dabei keine Partei
beziehen, sondern für einen fairen Streitverlauf sorgen- Lösungs-
und zielorientiert.
(Quelle: Praxishandbuch Personal Grundwerk M 71/17 17. Baustein)
1.3 Mitverantwortung des Mitarbeiters
Viele Führungskräfte halten sich für unentbehrlich, sind
immer erreichbar. Daß solche Führungskräfte eine Gefahr
für ein Unternehmen darstellen, ist zunächst niemand bewußt.
Sie haben ihren Arbeitsbereich nicht organisiert. Bei längerer Krankheit
oder Urlaub kann das zum Zusammenbrechen einer Abteilung führen.
Eine gute Leitung sorgt schon bei Zeiten für guten und qualifizierten
Nachwuchs. Sie erkennt mögliche Stellvertreter und deren Fähigkeiten.
Mitarbeiter, die den Mut haben aus ihrer Schutzzone herauszugehen,
werden neue Dinge entwickeIn, sich entfalten, auch bei dem Risiko
zu scheitern. Dadurch entstehen Persönlichkeiten. Jeder Mitarbeiter
ist deshalb für seine Leistungsfähigkeit
mitverantwortlich. Es ist von großem Vorteil, wenn er nach neuen
Aufgaben und Entwicklungen drängt .
Unterforderung entsteht bei den Mitarbeitern, wenn zu große
Teilung im Arbeitsbereich entsteht. Von jedem Einzelnen wird nur
ein Bruchteil seiner Fähigkeiten abverlangt. Der Manager ist
deshalb für eine gute Strukturierung des Arbeitsablaufs zuständig.
Die Fertigkeiten jedes Einzelnen müssen und sollen dabei abverlangt
werden. Das
entspricht auch unter anderem der Vereinbahrung, die der Arbeitgeber
mit dem Arbeit-nehmer getroffen hat: Leistungserbringung.
Im Pflegebereich entspricht z. B. Funktionspflege und Bereichspflege
dieser Arbeitsteilung. In der Bereichspfege ist die Pflegekraft mehr
gefordert. In einigen Arbeitsbereichen besteht wegen dem Mangel an
ausgebildeten Kräften bereits wieder die Überbelegung zur
Funktionspflege überzugehen, ein Schritt, der sich bedrohlich
für die Arbeitsmoral der Pflegenden auswirken könnte.
Als Grundsatz gilt deshalb:
Die Mitarbeiter, die die Chance haben, an Entschlüssen, die
ihre Arbeit betreffen, mitzugestalten, werden sich mit ihrer Arbeit
identifizieren. Motivation und Produktivität
wird dadurch gesteigert.
l.3.1 Delegation
Durch Delegation von besonderen Aufgaben haben Mitarbeiter:
1. Größere Transparenz am Arbeitsplatz. Der Mitarbeiter
wird verständiger für verschiedene Probleme des Arbeitsablaufs.
2. Die größere Verantwortung führt zur Steigerung
des Selbstbewußtseins.
3. Die Kreativität wird angeregt.
4. Das positive Resultat der Arbeit kann der Mitarbeiter für
sich selbst beanspruchen.(Es gibt auch heute noch viele Chefs, die
die Ergebnisse ihrer Mitarbeiter als ihre ausgeben.)
5. Der Mitarbeiter kann zielorientiert handeln. Er kennt die Bedeutung
seiner Arbeit.
6. Er kann an Entscheidungsprozessen aktiv beteiligt werden.
7. Er erkennt die komplexen Beziehungen und Zusammenhänge.
Ein informierter Mitarbeiter ist ein wertvoller Mitarbeiter.
8. Ein emanzipierter Mitarbeiter kann beurteilen und offene Kritik
ansprechen - der Vorgesetzte kann diese als Bereicherung annehmen.
9. Mitarbeiterbesprechungen: Inhalt sollte sein, über die verschiedenen
Projekte und Arbeitsabläufe zu sprechen. Jeder Mitarbeiter sollte
das Gefühl haben, daß seine Meinung Gewicht hat und von
Interesse ist.
(Quelle: Mitarbeiter richtig motivieren. Gottfried Aigner, Econ-Verlag)
Die Vorteile für die Leitung sind dabei nicht zu übersehen,
wie z. B. der Zeitgewinn, der ,Chef“ kann sich seinen eigentlichen
Aufgaben widmen. Spezialwissen von Mitarbeitern kann genutzt werden.
Er hat auch die Möglichkeit, mehr Anregungen von Mitarbeitern zu
bekommen. Zuletzt kann er dadurch einen kleinen Teil der Verantwortung
an kompetente Mitarbeiter abgeben.
1.4 Stärkung des Betriebsklimas
Der Erfolg eines Unternehmens ist abhängig von einem guten Betriebsklima.
Diese Erkenntnis läßt sich beliebig für alle Firmen verwenden,
auch für das Krankenhaus. In erster Linie sollte die Leitung darauf
achten, daß in den verschiedenen Abteilungen gute, kollegiale Teams
arbeiten. Vor allem in der Krankenpflege ist das Ergebnis der Arbeit
abhängig von guter Zusammenarbeit der einzelnen Teammitglieder.
Pflegeprojekte z. B. lassen sich nur durchführen, wenn jeder in
der Gruppe seinen Platz und seine genaue Aufgabe kennt. Das Motto: Gemeinsam
sind wir stark und schaffen die uns vorgegebenen Ziele sollte der Leitspruch
von allen Teams sein. Miteinander und nicht gegeneinander.
Die Pflegedienstleitung kann mit Hilfe der Pflegepersonalregelung
täglich die pflegebedürftigen Patienten jeder Station abrufen
und so für eine gleichmäßige Verteilung pflegeintensiver
Patienten auf ihrer Abteilung sorgen. So hat keine Station das Gefühl
ihre Nachbarstation hätte z. B. leichtere Arbeitsbedingungen,
was in Stoßzeiten leicht zu Aggessionen führen kann.
Als weiterer wichtiger Punkt ist die Umgangsform im Betrieb entscheidend.
Autoritäre, verhärmte, cholerische Leitungen "vergiften“ oft
ganze Unternehmen. Die Art wie sich die Leitung ihren nächsten
Untergebenen gibt, zieht sich durch das ganze Haus. Guter kollegialer
Ton dagegen geht positiv von oben nach unten. Oft mit der Unzufriedenheit
aus sich selbst heraus entstehen bei der Leitung Konflikte, deshalb
sollte sie pfleglich mit sich selbst umgehen und ihre Unzufriedenheit
mit genauen Zielvorgaben angehen.
Noch ein weiterer Punkt um das ,Klima“ zu festigen sind Feste
und Ausflüge. Vor allem für die Pflegedienstleitung ist
es wichtig diese stationsübergreifend zu organisieren, um bei
den Pflegekräften ähnliche Bindeglieder wie z. B. unter
dem ärztlichen Personal zu schaffen. Miteinander reden und arbeiten
wird so gefördert, die Mitarbeiter lernen sich so näher
kennen
und sind so anderen Stationen wesentlich aufgeschlossener. Die Zusammenarbeit
untereinander wird somit unterstützt, die Pflegekräfte sind
dann eher bereit, sich in Engpässen auszuhelfen.
2.0 Arbeitsplatzgestaltung
Unterforderung und fehlende Ganzheitlichkeit rufen innere Leere und Entfremdung
hervor. Besonders heute wo die Forderung nach Ganzheitlichkeit und Sinnhaftigkeit
in allen Bereichen insbesondere auch in der Pflege Einzug gehalten hat.
Konsequenz
daraus ist indirekte Arbeitsverweigerung, die sich unter anderem als
Aggression, Flucht, Krankheit und der Verweigerung der Zusammenarbeit
mit Kollegen äußern kann.
Manfred Antoni sagt, daß Arbeit von Menschen dann als zufriedenstellend
gesehen wird, wenn :
1. Physisch und geistige Tätigkeit
Es ist unbedeutend, ob geistige oder physische Arbeit verrichtet wird.
Wichtig ist nur, daß planen und ausführen in Beziehung zueinander
stehen. So entsteht die Freude an der Aufgabenerfüllung.
2. Gestalterische Tätigkeit
Ziel des Menschen bei der Arbeit ist durch die Arbeit sich selbst und
die Umwelt zu verändern. Kreativität soll zur Geltung kommen.
Die menschliche Neugier soll befriedigt werden.
3. Produktive Tätigkeit
Die Relation von aufgewandter Energie und Ergebnis sollte sich die Waage
halten.
4. Produktive Tätigkeit
Zusammenarbeit sollte gefördert werden. Viele Menschen suchen am
Arbeitsplatz nach sozialen Kontakten. Sie suchen den Austausch und wollen
wahrgenommen werden.
5. Gerichtete Tätigkeit
Das heißt, Arbeit ist immer ,Arbeit für andere", der
Nutzen der Arbeit sollte erkennbar sein, ebenso die Adresse, für
die gearbeitet wird.
3.0 Informations- und Fördergespräche
Der beste Weg für einen Manager sich über die Stimmungen und
Tendenzen der Mitarbeiter zu informieren, ist sie bei Ihnenselbst einzuholen.
Aus dem amerikanischen kommt dafür ein guter Begriff: Management
by walking around
Dieses Spaziergangmanagement kann gut funktionieren, wenn die Leitung
aufgeschlossen ist; sich über aktuelle Themen der Mode, neue Filme
und Sportthemen informiert sie kommt dem Mitarbeiter näher kennt
seine Sprache. Die Mitarbeiter bekommen Mut zur Diskussion, ein Zugang
ist geschaffen. Die Mitarbeiter fühlen sich wahrgenommen. Der Einstieg
ins Fachgespräch ist geschaffen.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist das regelmäßige Gespräch
mit dem Mitarbeiter, als Basis für eine gute Zusammenarbeit.Voraussetzung
dafür sollte sein, daß die zuständige Pflegedienstleitung
mit entsprechender Stationsleitung Probleme persönlich bespricht
nie das persönliche Gespräch durch ein Telefonat ersetzen.
Das Gespräch nie an Dritte deligieren
Es sollte auch einen genauen Zeitrahmen geben, deshalb nie zu kurz ansetzen.
Störungen, durch z. B. Telefon sollten von vornherein ausgeschaltet
werden. Das Gespräch selbst sollte in einer sogenannten Gesprächsecke
stattfinden, nie hinter einem Schreibtisch, um keine Barrieren zu schaffen.
Vorher sollte sich der Gesprächsleiter (PDL) wichtige Informationen
zusammengestellt haben. In diesem Gespräch sollte der Mitarbeiter
erfahren, wie die Leitung ihn sieht, ob neue Projekte, die der Mitarbeiter
eingeleitet hat, Erfolg haben usw. Darüberhinaus sollten beide über
Probleme, Perspektiven und Maßnahmen über Verbesserungen der
Arbeitsstrukturen sprechen.
Der Mitarbeiter sollte auf keinen Fall den Eindruck gewinnen, daß es
sich um ein Kritikgespräch handelt, sondern um einen konstruktiven
Austausch zweier gleichwertiger Partner.
3.1 Lob
Ein Lob ist nur gerechtfertigt, wenn die Leistung des Mitarbeiters
das normale Maß, das in der Abteilung als selbstverständlich
gilt, übertroffen wird, also das Ergebnis besonders gut ist.
Obgleich ein Job eine erfreuliche Aufgabe ist, fällt es oft
sehr schwer. Die außerordentliche Arbeit die geleistet wurde,
wird als selbstverständlich empfunden. Zeitweise ist die Leitung
selbst unsicher, um dem Untergebenen "ins Auge zu sehen",
ihn wertzuschätzen und sich damit über den Mitarbeiter
zu stellen. Deshalb muß sich die Leitung davon überzeugen,
daß die erbrachte Leistung wirklich bemerkenswert war. Die
Arbeitszufriedenheit wird dann steigen.
Das Lob sollte nie pauschal ausgesprochen werden, sondern inhaltlich
begründet werden:
- Konkret benennen
- Die Schwierigkeit dieser Leistung darstellen
- Die Wichtigkeit für die gemeinsame Arbeit darstellen
- Allerdings sind Fehler zu vermeiden:
- Nie loben, um den Mitarbeiter zu manipulieren, zuerst "tätscheln" und
dann die ,Katze aus
dem Sack lassen".
- Ein Lob sollte nur von Personen ausgesprochen werden, die die
Kompetenz dazu haben, sonst wird das Lob vom Mitarbeiter nicht angenommen
- Nie loben, um den Mitarbeiter anschließend besser , benutzen" können.
Wichtig:
Lob kommt beim Mitarbeiter besonders gut an, wenn auch umgekehrt
der Mitarbeiter das "Recht" erhält, die Leitung zu
loben. Ohne jegIichen Hintergedanke von beiden Seiten vorausgesetzt.
3.2 Kritik
Nicht jede falsche Handlung muß kritisiert werden. Wenn der Mitarbeiter
nicht wußte, wie er sich zu verhalten hatte oder wie die Arbeit
erledigt werden soll, reicht eine Korrektur. Wenn sich ein Angestellter
absichtlich und ohne fremde Schuld falsch verhalten hat, muß er
kritisiert werden. Das Fehlverhalten wird oft absichtlich gemacht, aber
nicht in Kenntnis zu den Folgen, die dabei entstehen. Der Mitarbeiter
muß rechtzeitig auf die falsche Handlung hingewiesenwerden- der
Mitarbeiter sollte dabei sein Gesicht wahren können und die Leitung
sollte keine zusätzlichen Resentiments aufbauen.
Fehler die im Gespräch zu vermeiden sind:
- aus spontanem Ärger heraus kritisieren
- personenbezogene Kritik (Sie sind nicht fähig...)
- pauschale Kritik ( Sie sind immer unfreundlich...)
- in Gegenwart Dritter kritisieren - in Abwesenheit kritisieren
- Vergleichsmaßstäbe mit Kollegen setzen
- Entmutigung (Sie sind halt so)
- Nichtssagende Begründungen ( ,So geht es nicht")
- Störungen im Gepräch (Telefon)
4.0 Fort- und Weiterbildung
Die Sicherheit, daß ein Unternehmen Weiterbildungsmöglichkeiten
bietet, wird in Zukunft für Berufsanfänger noch interessanter
sein. Zufriedenheit am Arbeitsplatz ist inzwischen bei vielen wichtiger
geworden als ein dickes Gehaltskonto am Monatsende.
In unserer hochtechnisierten Welt reicht eine Grundausbildung alleine
nicht mehr aus, um damit bis ins Rentenalter gewappnet zu sein.
Viele Neuerungen führen bei den Mitarbeitern zu erheblichen
Widerständen, wie z. B. die Einführung der EDV im Pflegealltag.
Widersprüche und Proteste können durch gezielte Fortbildungsmaß-
nahmen abgebaut werden. Gut weitergebildete Mitarbeiter schätzen
Betriebe, die ihren Angestellten Möglichkeiten bieten, sich
weiterzuqualifizieren. Diese
Leistung der Arbeitgeber geht heute konform mit den sozialen Aufwendungen
der Arbeitgeber in den 60er Jahren.
"Verordnete Weiterbildung" im Gießkannenverfahren
sollte es aber nicht geben, denn ein Rhethorikkurs hilft vielleicht
einer Stationsleitung weiter, einer Stationsassistentin weniger.
Der Bedarf muß vor Ort ermittelt werden und individuell zugeschnitten
werden. Der Mitarbeiter muß interessiert sein. Inhaltlich sollte
die Fortbildungsmaßnahme für tägliche Probleme im
Betrieb Lösungsvorschläge beinhalten.
4.1 Kreativitätsförderung
Durch Fort- und Weiterbildung wird dem Mitarbeiter teilweise die Sinnfindung
der Arbeit erleichten, er kann mit erweitertem Wissensstand neue Wege
gehen. Voraussetzung dafür ist, daß der Mitarbeiter durch
seine Arbeit befriedigt wird, er kann dabei seine Persönlichkeit
weiterentwickeln. Das heißt, seine Stärken zu stärken
und seine Schwächen zu schwächen.
Neuen Ideen gegenüber sollte die Leitung aufgeschlossen sein
und sie fördern. Bei Umsetzungsschwierigkeiten dem Mitarbeiter
mit Rat und Tat zur Seite stehen ,nur so kann neuen Entwicklungen
eine Chance gegeben werden.
Voraussetzung um Kreativität zu fördern ist also auch eine
gewisse Selbstständigkeit, die dem jeweiligen Mitarbeiter aufgrund
seiner QuaIifikation gegeben werden muß. Individualität ist
der Boden der Kreativität. Flexibilität ebenso. Wenn althergebrachte
Meinungen die Grundsätze des Unternehmens bestimmen, wird dieser
Betrieb große Schwierigkeiten haben
sich Neuem gegenüber zu öffnen. Schon Nietsche sagte: Überzeugungen
sind Gefängnisse.
Konventionelle Verhaltensweisen müssen also gelockert werden,
um sich neuen Ideen nicht zu verschließen und die Dinge mit
anderen Augen zu sehen. Als Beispiel: Nicht ständig nach neuen
Methoden suchen, sondern Verhaltensweisen die aus Arbeitsvorgängen
entstehen aus anderer Sicht zu betrachten oder weiterzuentwickeln.
5.0 Gemeinsame Unternehmensziele
Die Mitarbeiter sollen die Zielsetzung des Unternehmens kennen - vom
ersten Tag der Beschäftigung an. In der Pflege gibt es z. B. die
verschiedenen Pflegeleitlinien der Krankenhäuser. Um eine zu nennen:
DER MENSCH STEHT IM MITTELPUNKT
(Der Patient genauso wie die Pflegekraft).
Kennt der Mitarbeiter die Vorstellungen der Klinik, kann er sich mit
ihr identifizieren und weis für welches Unternehmen er arbeitet
und kann somit dahinterstehen.
Wichtig für alle zu wissen: Der Weg ist das
Ziel
Denn wer nur ständig das Ziel selbst im Kopf hat, kann es leicht
verfehlen. Oder wenn es tatsächlich erreicht worden ist, kann
eine eigenartige Leere entstehen. Besser ist die kleinen Zwischenerfolge
zu genießen und dabei das Hauptziel natürlich nicht aus
den Augen zu verlieren.
Ein Unternehmen das nur große Zukunftsvisionen hat, lebt nicht
in der Gegenwart.
DER AUGENBLICK IN DER GEGENWART IST DIE WAHRE WIRKLICHKEIT:
Das heißt die volle Aufmerksamkeit auf die momentane Aufgabe zu
richten und sich voll darauf zu konzentrieren. Die Führungskraft
sollte ihr Hauptaugenmerk auf diese Zwischenschritte richten und den
Mitarbeiter dabei voll unterstützen. In der Praxis heißt das,
die große Herausforderung ist der komplizierte pflegeintensive
Patient, der auf Station ist. Die Pflegedienstleitung sollte darauf den
Schwerpunkt ihrer Arbeit setzen, anspruchsvolle Mitarbeiter wie Patienten
als Herausforderung zu sehen.
6.0 Öffentlichkeitsarbeit
Entscheidend für den einzelnen Mitarbeiter ist, in welchem Pflegeheim
er arbeitet.
Wie steht dieses Pflegeheim in der Öffentlichkeit da?
Kommt sie beim Kunden/Patienten an?
Wie sehen die Berufskollegen aus anderen Bereichen dieses Pflegeheim?
Medien oder Berufsverbände berichten offen über Neuheiten
oder Mißstände. Abweichungen zwischen internen und externen
Informationen darf es deshalb nicht geben. Es sollten bei Mitarbeitern
keine Irritationen entstehen. Ein fortschrittliches Unternehmen muß Öffentlichkeitsarbeit
leisten. Denn jeder Mitarbeiter ist stolz, wenn in den Medien über
Fortschritte und Erfolge berichtet wird. Für alle Beteiligten,
Kunde, Patient wie Personal gilt dann:
Wir sind im richtigen Unternehmen.
7.0 Praktische Umsetzung
7.1 Stationsbezogen
Durch erkennen und einschätzen der spezifischen Fähigkeiten
des einzelnen Mitarbeiters,
wird der Mitarbeiter nach einem persönlichem Gespräch und seinem
Einverständnis eingesetzt.
z.B.
- Ordnung auf der Station
- Gestaltung der Station ( jahreszeitlich )
- Umgang mit schwierigen Bewohnern
- Mitarbeit Standardgruppe
- Mitarbeit Pflegeplanungsgruppe
- Mitarbeit Qualitätszirkel
- Einarbeitung neuer Mitarbeiter
- Praxisbegleitung von Praktikanten
- Erarbeitung von hausinternen Fortbildungen
7.2 Hausbezogen
• Installation einer Standardgruppe, mit vier Examinierten
MA, je ein MA von jeder Station.
Somit bekommen stationsbezogene Schwierigkeiten mehr Gewicht. Zeit für
ihre Arbeit
wird bereitgestellt, die MA treffen sich 14 tägig.
Die Standardgruppe funktioniert bereits selbständig, sie ist zuständig
für die Erstellung von
standardisierten Arbeitsabläufen.
• Installation einer Pflegeplanungsgruppe, mit vier MA der
jeweiligen Station davon sind
zwei Examiniert, die MA treffen sich 14 tägig.
Die Pflegeplanungsgruppe wird von den MA der Station bei der einmal monatlich
stattfindenden Stationsbesprechung unterstützt, bei der jeweils
1 – 2 Pflegeplanungen
besprochen werden.
• Installation eines Qualitätszirkels ist noch im Aufbau.
• Einführung der Pflegevisite, Mitglieder der Gruppe
sind Pflegedienstleitung und
Stationsleitungen. Diese begutachten 2 mal jährlich die Station
allgemein, Bewohner-
standards, Organisationshandbuch und Pflegeplanungen auf einheitlichkeit
und
vollständigkeit. Pflegebezogene Probleme werden ebenfalls besprochen.
• Erstellung eines Arbeitsprofiles durch pflegedienstleitung
und Stationsleitungen,
bekanntgabe des Arbeitsprofils bei den Stationsgesprächen durch
die jeweilige
Stationsleitung. Die Resonanz der MA war durchwegs positiv, da auf den
ersten
Blick erkennbar ist welche Aufgaben die jeweilige Mitarbeitergruppe wahrnehmen
darf.
X siehe Anlage Arbeitsprofile
SchIuß
Das wichtigste Instrument jeder Führungskraft ist, den einzelnen
Mitarbeiter wahrzunehmen und "ernstzunehmen“. Die Mitarbeiter
haben dafür ein feines Gespür, ob sie nur "funktionieren“ sollen
oder als Mensch mit Persönlichkeit wahrgenommen werden. Leitungen,
die das nicht tun, haben nicht das Recht, Menschen zu führen. Wenn
Führungen die Mitarbeiter als Partner sehen, Hierarchien abgebaut
werden, werden die Mitarbeiter aus sich selbst heraus die Führungskraft
ermächtigen. Das ist mit Sicherheit die beste Voraussetzung für
jede Führungskraft, um neue Ideen, Kreativität und alle vorher
genannten
Punkte mit dem Mitarbeiter gemeinsam zu verwirklichen.
Literaturverzeichnis
- Aigner, Gottfried, Mitarbeiter richtig motivieren
Econ Taschenbuchverlag Düsseldorf/Wien
2. Auflage 1992
- Hermann, Ursula, Knaurs Fremdwörterbuch
Lexikographisches Institut München/Clausen
1982
- Megerle, Rainer, Praxishandbuch Personal
Motivation M 71/1 Grundwerk
- Sprenger, Reinhard, Das Prinzip Selbstverantwortung
Campus Verlag Frankfurt/New York
3. Auflage 1996
- Sprenger, Reinhard, Mythos Motivation
Campus Verlag Frankfurt/New York
9. Auflage 1995
- Theisinger, Jakob, Meine Motivation als Führungskraft
Referat im Fach Psychologie
Januar 1996
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