Autor/in: Melanie

Praktikums Bericht Altenheim

Inhaltsverzeichnis:

  • Auswahlkriterien
  • Biographie
  • Grund für die Heimaufnahme
  • Pflegestufe
  • Hilfsmittel
  • Krankheiten
  • Aktuelle Medikation
  • Bedarfsmedikation
  • Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen
  • AEDLs
  • Beschreibung der Pflege

Auswahlkriterien

Schon seit meinem Praktikum auf der Station kenne ich Frau S.. Wir hatten von Anfang an ein sehr gutes Verhältnis. Ich denke, dass Frau S. sehr gut für diese Lehrprobe geeignet ist, um ihre Ressourcen zu fördern und ihr die Möglichkeit zu geben, aus dem Heimalltag heraus zu kommen und an dem Tag der Lehrprobe im Mittelpunkt zu stehen. Als ich sie fragte, ob sie bei der Lehrprobe mitmachen wolle, freute sie sich sehr und stimmt gleich zu.

Biographie

Frau S. wurde am 14.01.1932 in XXXXX geboren. Dort lebte sie bis 1940 mit ihren Eltern, dach lebte sie in XXXXX in einem kleinen Forsthaus. Sie wohnte direkt am Wald und es kamen immer viele andere Kinder zum spielen vorbei. Sie war sehr viel in der Natur und liebte es mit ihrem Vater im Winter in den Wald zu reiten und die Futtergrippen für die Tiere zu füllen.
Sie hatten insgesamt 5 Hunde. Ihr Vater (geb. 1900) war Förster- und Jäger, die Mutter (geb. 1903) war Hausfrau. Der Vater wurde in den Krieg eingezogen und ist seit 1945 als vermisst gemeldet. Frau S. vermisste ihren Vater sehr, dank der Mutter die sich sehr um sie kümmerte kam sie gut über den Verlust hinweg. Frau S. erzählte, dass die Rote Armee bei ihnen im Garten Gewehre des Vaters fand und sie, gemeinsam mit ihrer Mutter, an eine Wand gestellt wurde und den Lauf eines Gewehres vor sich hatte. Sie hatte noch nie in ihrem Leben solche Angst wie in diesem Moment. Aber am Ende wurden sie und ihre Mutter doch freigelassen, was eine sehr große Erleichterung für beide war. Im gleichen Jahr zog sie mit ihrer Mutter innerhalb XXXXXXXX um.

Sie ging von April 1938 für 8 Jahre auf die Grund- und Hauptschule und erzielte somit ihren Hauptschulabschluss. Sie liebte Fächer wie Erdkunde und Heimat und Sachunterricht. Die ersten Schuljahre ging sie in XXXXXXX zur Schule danach in . Von Frau S. erfuhr ich, dass in XXXXXXX früher die Klassen nicht von 1 aufsteigend waren, sondern damals rückwärts gezählt wurden. Frau S. erinnert sich noch gut an ihre Kindheit.
1946 begann sie eine Ausbildung zur Frisöse in XXXXXXXXXXXX. Nach den 3 Jahren Ausbildung arbeite sie noch bis 1952 in XXXXXXXXXXXX dann zog sie zu ihrer Tante nach XXXXXX. Sie arbeitet in XXXXXXXX weiter als Frisöse.

1953 lernte sie ihren Mann kennen. Dezember 1955 heirate sie ihre große Liebe und zog nach XXXXXXX. 1956 zog die Mutter von Frau S. zu dem Ehepaar nach Hause und kümmerte sich um Frau S. Tochter die am 05.09.1956 geboren wurde. Die Mutter verstarb am 01.01.1978. Seitdem ist Frau S. immer sehr traurig, wenn sie einen geschmückten Christbaum sieht, sie möchte nichts mit Weihnachten zu tun haben. Da sie in der Nacht als ihre Mutter starb den festlichen Christbaum zusammen mit ihrem Mann abschmückte.

Frau S. arbeitete auch nach der Geburt der Tochter weiter in XXXXXXXX, da sie planten ein Haus zu bauen.
1961 wurde das Haus fertig gestellt. Sie war im Turn-Verein, Sängerbund, Folkloregruppe, Wanderclub und Handballverein engagiert. Urlaub wurde in Ungarn am Plattensee, XXXX der Partnergemeinde von XXXXXXX oder in Jugoslawien gemacht. Mit dabei waren immer Freunde der Familie oder Vereinsmitglieder. Frau S. liebe die Arbeit mit der Nähmaschine, dabei kamen einige schöne Sachen zustande.

1999 hatte Frau S. einen Schlaganfall mit linksseitiger Lähmung. Dies war nicht einfach für sie, da sie immer Arbeiten gegangen war und mit einem Schlag nichts mehr alleine konnte. Sie fühlte sich oft sehr hilflos. Aber durch ihren Mann gewann sie wieder Lebensfreude, da er sich immer sehr um sie kümmerte, auch ihre Freunde und Bekannte unterstützten sie sehr. Sie bekam zu dieser Zeit einmal in der Woche Besuch von der Sozialstation, die behilflich war beim Duschen und Medikamente richten. Ein weiterer Schicksalsschlag traf sie im Mai 2003, als ihr Mann an einem Herzinfarkt verstarb. Da die Tochter in XXXXXXX lebt und dort berufstätig ist, hatte sie keine Zeit Frau S. rund um die Uhr zu versorgen und zu pflegen. Deshalb zog Frau S. Ende Mai 2003 bei uns im XXXXXXXX ein. Sie musste das Haus verkaufen das sie zusammen mit ihrem Mann gebaut hatte, was sie sehr schmerzte. Aber sie konnte sich nicht alleine versorgen. Es war keine leichte Entscheidung für sie. Die Trauer um ihren Mann und der Verlust des Hauses waren sehr groß und belastete sie sehr als sie im XXXXXXXX einzog. Sie lernte aber sehr gut mit der neuen Situation zu Recht zu kommen und lebte sich sehr gut bei uns im Hause ein.

Frau S. hatte sich ihr Leben im Alter anders vorgestellt, sie wollte so lange wie möglich in ihrem Haus wohnen bleiben, um ihrem Sport treu zu bleiben, dem Vereinsleben und dem Gesangsverein wo sie so viel Freunde hatte.

Zum Glück hat Frau S. viele gute Freunde, die sie auch jetzt noch regelmäßig im XXXXXXXX besuchen kommen. Auch ihre Tochter kommt in regelmäßigen Abständen zu Besuch und unternimmt etwas mit ihrer Mutter. Es gibt fast keinen Tag, an dem Frau S. nicht Besuch empfängt. Sie ist mit ihrem Elektrorollstuhl sehr mobil, fährt damit zu allen Mahlzeiten in die Cafeteria, zum Einkaufen in den Tengelmann, liest die Tageszeitung, unterhält sich viel mit den anderen Bewohnern des Hauses und des Seniorenparks. Sie fährt heute noch gerne mit ihrer Tochter in den XXXXXX, um Essen zu gehen oder eine kleine Spazierfahrt zu unternehmen. Es liegt ihr sehr am Herzen, mit jedem Hausbewohner sowie dem Pflegepersonal gut auszukommen, da sie den Rest ihres Lebens bei uns im Hause verbringen wird. Sie hat Angst vor einem neuen Schlaganfall, setzt aber alles daran, wieder etwas selbständiger zu werden. Für die Zukunft wünscht sich Frau S. ihre Fähigkeiten im freien Laufen verbessern zu können. Sie ist ein positiv denkender Mensch.

Grund für die Heimaufnahme

Frau S. ist seit dem 20.05.2003 bei uns im XXXXXXXX, da sie 1999 einen Schlaganfall hatte und ihr Mann 2003 plötzlich an einem Herzinfarkt verstarb. Ihr Mann hatte sich bis zu seinem Tode immer um sie gekümmert. Da ihr einziges Kind in XXXXXXX wohnt und dort arbeitet hat Frau S. niemanden hat, der ihr rund um die Uhr behilflich sein könnte. Sie zog auf eigenen Wunsch im XXXXXXXXXXXXXX ein.

Pflegestufe

Frau S. ist seit dem 02.04.2005 in Pflegestufe I eingestuft.

Hilfsmittel

Frau S. benötigt eine Brille, sie besitzt einen eigenen Elektro-Rollstuhl, einen Rollator, und Gehstock.

Krankheiten

Diagnose:

Apoplex mit Hemipares Links (Schlaganfall)

Erläuterung:
Bei einem Schlaganfall wird ein Teil des Gehirns nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Es erfolgen neurologische Ausfälle, wie z.B. Bewusstseinsstörung, Lähmung, Sensibilitätsstörungen. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um ein Blutgerinsel, das über den Blutkreislauf bis in das Gehirn gelangt und dort kleinere Gefäße verstopft. Somit wird in dieser Hirnregion die Sauer- und Nährstoffzufuhr abgeschnitten.

Wenn bei einem Schlaganfall die rechte Hirnhälfte betroffen ist, führt dies meist zu einer linksseitigen Lähmung und Sensibilitätsstörung, was auch im umgekehrten der Fall ist.
Die gelähmten Gliedmaßen sind anfangs schlaff, sie gehen erst später in das krampfhafte (Spastische) Stadium über.

Symptome:

  • sensible Störungen auf einer Seite des Körpers bis hin zu halbseitigen Lähmungen (Hemiplegie)
  • Bewusstseinsstörungen, Bewusstlosigkeit
  • Schwindel und Verwirrtheit
  • plötzliche Stürze mit kurzem Bewusstseinsverlust
  • Sprach- und Schluckstörungen

Diagnose:

Hypertonie (Bluthochdruck)

Erläuterung:

Eine Hypertonie ist eine chronische Erkrankung. Man spricht von Bluthochdruck, wenn der Blutdruck in Ruhestellung über 140/90 mmHg liegt. Genaue Ursachen sind nicht bekannt.

Bewertungsystolisch (mmHg)diastolisch (mmHg)
optimaler Blutdruck< 120< 80
normaler Blutdruck120-12980-84
hoch-normaler Blutdruck130-13985-89
milde Hypertonie (Stufe 1)140-15990-99
mittlere Hypertonie (Stufe 2)160-179100-109
schwere Hypertonie (Stufe 3)> 180> 110
isolierte systolische Hypertonie> 140< 90

Primäre Hypertonie
Oft tritt die primäre Hypertonie in Zusammenhang mit anderen Erkrankungen, wie z.B. Übergewicht, Typ 2-Diabetes und hohen Blutfettwerten auf.
Auch eine angeborene Verengung der Hauptschlagader kann zu einem erhöhten Blutdruck führen.

Sekundäre Hypertonie
Die sekundäre Hypertonie ist die Folge einer anderen Erkrankung. Am häufigsten sind Erkrankungen der Nieren (Verengungen an den Nierenarterien oder chronische Nierenleiden).

Diagnose:

Diabetes mellitus (erhöhte Blutzuckerwerte)

Erläuterung:
Diabetes mellitus (honigsüßer Durchfluss) ist eine Stoffwechselerkrankung, bei der die Aufnahme von Glukose aus dem Blut in die Zellen gestört und dadurch der Blutzucker erhöht ist. Diabetes mellitus kann zu vermehrten Durst, häufigen Wasserlassen und Müdigkeit führen. Es können dadurch Schäden an Blutgefäßen und Organen entstehen.

Beim Typ-1-Diabetes liegt von Anfang an ein echter (absoluter) Insulinmangel vor. Daher ist die Insulingabe die einzige Therapie, die zu einer Besserung der Beschwerden führt.

Beim Typ-2-Diabetes liegt nur ein relativer Insulinmangel vor. Er wird auch Alters diabetes genannt, kann durch Diäten oder Medikamente ,die die Aufnahme von Zucker in den Zellen verbessern oder die Insulinausschüttung erhöhen oder Insulingabe stabilisieret werden.

Der Normalwert im nüchternen Zustand liegt unter 110mg/dl.
Die Werte nach dem Essen liegen normal unter 140mg/dl. Bei einem Diabetiker ohne Therapie häufig über 200mg/dl.

Diagnose:

Hypercholesterinämie (erhöhter Cholesterinwert)

Erläuterung:

Hypercholesterinämie wird durch einen Gendefekt verursacht. Der den Cholesterin-Stoffwechsel eines Menschen ist von Kindheit an gestört. Die Hypercholesterinämie macht sich durch die zu hohen Cholesterinwerte, die nicht auf falsche Ernährung und Übergewicht zurückzuführen sind bemerkbar. Dieser Cholesterinüberschuss erhöht das Risiko einer Arteriosklerose (Arterienverkalkung), deren Folge z.B. ein Herzinfarkt oder Schlaganfall sein kann.

Diagnose:

Hyperurikämie (Harnsäure erhöhung)

Erläuterung:

Hyperurikämie ist eine Erhöhung des Harnsäurespiegels im Blut. Meist ist die Erhöhung der Harnsäure erblich bedingt. Es ist eine der häufigsten Stoffwechselerkrankungen. Bei einer länger bestehenden Erhöhung der Harnsäure im Blut kann es zu Gicht, Arthritis, Nierensteinen und Arteriosklerose kommen. Meist kommt es durch falsche Ernährung, Übergewicht oder und durch hohen Alkoholkonsum dazu. Als sekundäre Ursache zählen vermehrte Harnsäurebildung durch vermehrten Zellumsatz wie z.B. bei Leukämie, Tumoren und Strahlentherapie. Aber auch Nierenerkrankungen, Diabetes mellitus, Fasten und Medikamente können dies hervorrufen.

Aktuelle Medikation:

MedikamenteMorgensAbends
Sinvastin Sandoz 10mg1 Tablette tägl.
Triamteren HCT Sandoz 50/25mg1 Tablette tägl.
Allopurinol Sandoz 300mg½ Tablette tägl.
Sotalol Sandoz 80mg1 Tablette tägl.½ Tablette tägl.
Marcumar½ Tablette außer Samstag
Metformin AL 5001 Tablette tägl.1 Tablette tägl.
Kalium Verla1 Tablette tägl.

Simvastin Sandoz 10mg
Wirkstoff: Simvastin

Anwendungsgebiet:
Simvastatin wird zur Senkung der erhöhten Cholesterin-Werte im Blut eingesetzt, wenn eine fett- und cholesterinarme Diät, eine Gewichtsabnahme und körperliches Training für eine Besserung nicht ausreichen. Simvastatin bewirkt ein Absinken des „schlechten“ LDL-Cholesterins und einen relativen Anstieg des gefäßschützenden HDL-Cholesterins
Wird die Cholesterin-Konzentration im Blut durch Simvastatin abgesenkt, kann es sich auch nicht mehr in Form so genannter Plaques in den Gefäßen ablagern. Auf diese Weise schützt der Wirkstoff vor Veränderungen und Verhärtungen der Blutgefäßwände (arterielle Durchblutungsstörungen), sowie vor Herzinfarkt oder Schlaganfall.

Triamteren HCT Sandoz 50/25mg
Wirkstoff: Hydrochlorothiazid, Triamteren

Anwendungsgebiet:
Bei Bluthochdruck wird die Kombination sehr häufig angewendet, um den erhöhten Blutdruck abzusenken. Die Wasserausscheidung vermindert das Blutvolumen, dadurch sinkt der Druck im Gefäßsystem.
Das Kombinationspräparat hilft bei der Behandlung von Wassereinlagerungen im Gewebe (Ödemen), die im Zusammenhang mit einer Herzmuskelschwäche, einer Leberfunktionseinschränkung oder Nierenfunktionsschwäche stehen. Weil dabei oft größere Mengen Wasser ausgeschieden werden müssen, ist der kaliumsparende Effekt des Wirkstoffs Triamteren von besonderem Vorteil. Er verhindert einen Mangel an diesem Mineral.
Die Kombination wird auch bei dauerhafter (chronischer) Herzmuskelschwäche angewendet. Durch Verbesserung der Flüssigkeitsausscheidung wird das Herz entlastet, da ein Rückstau von Flüssigkeit zum Herzen verringert wird.

Allopurinol Sandoz 300
Wirkstoff: Allopurinol

Anwendungsgebiet:
Dieser Wirkstoff wird bevorzugt in der Langzeitbehandlung von Gicht, sowie zur Vorbeugung von akuten Gichtanfällen eingesetzt. Allopurinol dient dazu, erhöhte Harnsäure-Konzentrationen im Blut (Hyperurikämie) zu senken, wenn Ernährungsumstellung, Alkoholverzicht sowie eine Kalorienbeschränkung bei Übergewicht alleine nicht ausreichen.
Während der Therapie mit dem Wirkstoff werden Ablagerungen von Harnsäure (Uratkristalle) gelöst und über die Niere ausgeschieden. Diese Ablagerungen sind für die typischen Symptome bei einer Gicht verantwortlich.

Sotalol Sandoz 80 mg
Wirkstoff: Sotalol

Anwendungsgebiet:
Sotalol wird bei verschiedenen Formen von Herzrhythmusstörungen eingesetzt. Gezielte Anwendung ist die Behandlung von zu schnellem Herzschlag (Tachykardie), wenn diese Störung von den Vorhöfen (supraventrikuläre Tachykardie) oder von den Herzkammern (ventrikuläre Tachykardie) ausgeht. Auch zur Vorbeugung von Herzrhythmusstörungen nach einem Elektroschock (Kardioversion) ist der Wirkstoff geeignet.

Marcumar (Antikoagulation bei Kardiogener Hirnembolie)
Wirkstoff: Phenprocoumon

Anwendungsgebiet:
Phenprocoumon wird zur Vorbeugung gegen und Therapie von Gefäßverschlusskrankheiten wie zum Beispiel Venenerkrankungen und Bein- und Beckenvenenthrombosen eingesetzt. Es dient zur Langzeitbehandlung des Herzinfarktes, wenn von einem erhöhten Risiko eines Gefäßverschlusses ausgegangen werden muss.

Metformin AL 500
Wirkstoff: Metformin

Anwendungsgebiet:
Metformin senkt den Blutzuckerspiegel. Es wird für die Behandlung von übergewichtigen Patienten mit Diabetes mellitus vom Typ 2 eingesetzt, wenn sich der erhöhte Blutzuckerspiegel langfristig weder mit Ernährungs- noch mit Bewegungstherapie normalisieren lässt.

Kalium Verla
Wirkstoff: Kaliumcitrat

Anwendungsgebiet:
Kalium ist gut für Nerven- und Muskelgewebe. Kaliummangel führt zur Störung der Erregungsleitung und Muskelkontraktion. Es ist wichtig für die Kohlenhydratverwertung und den Eiweißaufbau.

Bedarfsmedikation

MedikamentDosisMax in 24 Stunden
Diclofenac Sandoz SL 75 mg1 Tablette2 x 1 Tablette
MCP Tropfen20 Tropfen2 x 20 Tropfen
Bifiteral-Sirup10ml2 x 20ml

Diclofenac Sandoz SL 75mg (Bei Schmerzen in den Beinen)
Wirkstoff: Diclofenac

Anwendungsgebiet:
Der Wirkstoff Diclofenac wird zur Behandlung von leichten bis mäßig starken Schmerzen bei Gelenkverschleiß (Arthrose), Migräne, Kopfschmerzen und Regelschmerzen sowie bei Fieber eingesetzt. Allerdings sollte die Anwendung bei Fieber höchstens drei Tage lang und bei Schmerzen höchstens vier Tage lang erfolgen. Zur Linderung von starken bis sehr starken Schmerzen wie beispielsweise bei Gicht, Fibromyalgien, entzündlich-rheumatischen Erkrankungen, Venenerkrankungen oder auch Krebserkrankungen werden höhere Dosierungen des Wirkstoffs verabreicht.

MCP-Tropfen
Wirkstoff: Metoclopramid

Anwendungsgebiet:
Metoclopramid wird für die Behandlung von so genannten Motilitätsstörungen, also ungenügendem Vorwärtstransport der Nahrung im oberen Magen-Darm-Bereich eingesetzt. Dies kann zum Beispiel der Fall sein bei Nervenschädigungen nach Operationen oder bei akut erhöhtem Blutzucker mit massiven Stoffwechselstörungen (Diabetes mellitus).
Metoclopramid findet außerdem Anwendung bei vielfältigen Formen von Übelkeit und Erbrechen. Diese können in Zusammenhang mit Migräne, Unverträglichkeiten von Arzneimitteln, Schädel- und Hirnverletzungen oder Leber- und Nierenerkrankungen auftreten.

Bifiteral-Sirup
Wirkstoff: Lactulose

Anwendungsgebiet:
Lactulose ist der Wirkstoff der Wahl, wenn einer Verstopfung mit einer Umstellung der Ernährungs- und Lebensgewohnheiten nicht mehr beizukommen ist. Weitere Anwendungsmöglichkeiten sind Erkrankungen, die eine leichtere Darmentleerung erfordern, wie beispielsweise Hämorrhoiden.

Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen

Frau S. erhält alle 14 Tage einen Besuch ihres Hausarztes. Dieser wird auch bei Bedarf zur Visite angerufen. Der Zahnarzt kommt auf Station und wird bei Bedarf angerufen. Um den Augenarzt oder Dermatologen in Anspruch zu nehmen können, muss Frau S. die Praxis aufsuchen. Sie hat 2 mal in der Woche Physiotherapie, Ergotherapie 1 mal in der Woche.

Pflegeplanung nach AEDL

Sich Bewegen können

Frau S. hat eine Hemiparese links aufgrund eines Apoplex, sie kann die rechte Körperhälfte selbständig bewegen, sie kann alleine Sitzen und vom Stuhl aufstehen. Mit Hilfe eines Gehstocks oder Rollator einige Schritte selbständig laufen. Sie lagert sich im Bett alleine, benötigt Hilfe beim Aufsetzten. Sie kann sich selbständig mit dem Elektro-Rollstuhl fortbewegen.

Vitale Funktionen des Lebens aufrechterhalten können

Frau S. hat eine normale regelmäßige Atmung, bei Belastung hat sie keine Atembeschwerden. Ihr Blutdruck ist etwas erhöht (Hypertonie). Die Wärmeregulation des Körpers ist intakt. Sie trägt Kompressionsstrümpfe zur Prophylaxe einer Thrombose.

Sich pflegen können

Informationssammlung:
Frau S. wäscht sich das Gesicht und die linke Körperhälfte selbst. Mundpflege und das Kämmen der Haare werden selbständig durchgeführt, sowie die Intimpflege vorne. Sie erhält komplette Hilfe beim Duschen. Frau S. hat eine trockene Haut, besonders am rechten Arm und Hand, da sie diese nicht selbst eincremen kann. Die Großzehennägel drücken auf das Nagelbett, dort ist eine leichte Entzündung entstanden. Sie hat des öfters eine Rötung am Steiß hervorgerufen durch zu langes Sitzen im Rollstuhl. Die Ellenbogen sind trocken und leicht gerötet, da sie am Rollstuhl aufliegen.

Ressourcen:
Frau S. kann das Gesicht, linken Arm, Hand, Bauch, Brust, Intimbereich vorne selbst waschen. Mund- und Zahnpflege führt sie selbständig durch.

Pflegeprobleme:
Den rechten Arm, Rücken sowie Po, Beine und Füße bekommt sie vom Pflegepersonal gewaschen.

Pflegeziele:
Die Ressourcen so gut wie möglich aufrechterhalten und Vermeidung neuer Defizite. Sie soll sich sauber und wohl fühlen. Eine intakte Haut haben und ein gepflegtes Erscheinungsbild.

Pflegemaßnahme:
Frau S. weiterhin die Pflege weitgehend alleine durchführen lassen, Hilfestellung geben, Hautbild weiterhin beobachten. Medizinische Fußpflege durchführen lassen.

Essen und trinken können

Frau S. nimmt essen und trinken oral auf, sie erhält Vollwertkost. Schluckbeschwerden sind keine bekannt. Das Essen bekommt sie mundgerecht zubereitet. Sie nimmt gerne deftige Kost zu sich und trinkt Mineralwasser. Sie neigt zu Übergewicht. Ihr BMI beträgt 30,5.

Ausscheiden können

Frau S. ist kontinent. Sie erhält in der Nacht Hilfestellung beim Toilettengang.

Sich kleiden können

Frau S. äußert von selbst was sie gerne anziehen möchte und sucht die Kleidungsstückeselbst heraus. Am liebsten trägt sie Hosen. Sie benötigt teilweise Hilfe beim Aus- und Anziehen des Oberkörpers, beim Unterkörper benötigt sie komplette Hilfe.

Beschreibung der Pflege

Frau S. ist es gewohnt zwischen 7.00 Uhr – und 7.30 Uhr aufzustehen, diese Zeit sollte auch eingehalten werden, da die Bewohnerin zum essen in die Cafeteria runter fährt.
Frau S. bekommt am morgen keine Beine gewaschen und eingecremt, dies wird von der Nachtwache gemacht, wenn sie ins Bett geht, da die morgens Stützstrümpfe bekommt. Ebenso wir ihr am Abend der Rücken mit Franzbranntwein eingerieben.

Vor Beginn der Pflege erkundige ich mich bei einem Kollegen, der an der Übergabe teilgenommen hat, ob bei Frau S. Veränderungen aufgetreten sind. Danach ziehe ich eine Schutzschürze an. Vor dem Betreten des Zimmers wird eine hygienische Händedesinfizierung durchgeführt. Handschuhe zum Eigenschutz mitnehmen. An die Zimmertür klopfen und aufschließen, da Frau S. ihr Zimmer selbst abschließt und auch gerne die Tür in der Nacht geschlossen hat. Das Anwesenheitslicht anmachen, danach erfolgt die morgendliche Begrüßung. Im Badezimmer werden die Stützstrümpfe und Strümpfe von Frau S. geholt, da sie diese im Bett angezogen bekommt. Der Elektro-Rollstuhl wird vom Netzstecker genommen, so dass Frau S. später nicht über das Kabel stolpern kann, wenn sie ins Bad geht. Vor dem anziehen der Stützstrümpfe Handschuhe anziehen, da Frau S. nicht möchte, dass man ihr diese ohne anzieht, sie hat Angst das sie kaputt gehen. Mit der Anziehhilfe die Stützstrümpfe anziehen, zuerst das gelähmte linke Bein, danach das rechte. Die großen Zehen mit einer Wundcreme eincremen, da der Nagel etwas eingewachsen ist. Handschuhe ausziehen und Händedesinfektion durchführen. Danach werden ihr die Strümpfe angezogen. Frau S. bekommt Hilfe beim Aufsetzen im Bett, dazu die linke Hand nehmen und die Beine aus dem Bett drehen. Wenn Frau S. am Bettrand sitz trinkt sie einen Schluck Wasser. Das Wasserglas wird wieder aufgefüllt und auf den Tisch gestellt, da sie dies später für ihre Medikamente benötigt, die sie von einer exam. Pflegekraft gebracht bekommt. Sie bekommt ihre Schuhe angezogen, steht dann mit Hilfe aus dem Bett auf und läuft mit Unterstützung ins Badezimmer. Im Badezimmer geht Frau S. auf die Toilette, während dieser Zeit wird ihr Bett gemacht und eine frische Unterhose, Handtuch und Waschlappen mit ins Bad genommen. Frau S. entfernt dann selbst die Slipeinlage und wirft diese in den Mülleimer, der für sie geöffnet wird. Sie bekommt Hilfe beim Ausziehen der getragenen Unterhose und eine frische Unterhose angezogen. Frau S. bekommt eine neue Slipeinlage in die Unterhose geklebt. Sie zieht hierbei die Unterhose hinten hoch und die Pflegekraft drück die Slipeinlage fest in die Unterhose, so das diese nicht mehr verrutschen kann. Danach bekommt sie die Überhose angezogen. Frau S. steht dann von der Toilette auf und drück die Spülung, sie bekommt Unterstützung beim Hochziehen der Hosen. Danach wird der Elektro-Rollstuhl geholt und Frau S. setzt sich in den Rollstuhl, dieser wird von manuell auf elektro umgestellt. Danach fährt Frau S. selbständig an das Waschbecken, das Wasser wird laufengelassen, so dass es wärmer wird. Die Hebestange für die Toilette hochklappen. Sie bekommt Unterstützung beim Ausziehen des Nachthemdes. Das Waschbecken wird mit Wasser gefüllt und Duschlotion zugegeben. Frau S. wäscht sich das Gesicht selbständig ebenso den linken Arm, Brust und Bauch. Danach bekommt Frau S. den rechten Arm gewaschen ebenso den Rücken. Da Frau S. nicht so gerne eingecremt werden möchte, bekommt sie nur etwas Creme auf den Rücken, Arme und Ellebogen. Mit Hilfe der Pflegekraft bekommt sie Deo unter die Arme, wobei sie den linken Arm mit der rechten Hand gut nach oben hält. Sie bekommt ihren Büstenhalter und Unterhemd angezogen. Danach steht sie auf und wäscht sich den Intimbereich vorne selbst, während dieser Zeit ziehe ich mir meine Handschuhe an und wasche dann den Intimbereich hinten, trocken ab und creme den Po ein, Handschuhe wieder ausziehen. Das Unterhemd wird in die Unterhose eingesteckt und die Stützstrümpfe nochmals darauf kontrolliert, dass sie keine Falten in den Kniekehlen gebildet haben. Die Überhose wird hochgezogen und Frau S. setzt sich wieder in den Rollstuhl, hier wird ihr dann den Pullover angezogen. Die Hebestange der Toilette wieder runterklappen. Danach putzt Frau S. sich die Zähne und frisiert sich. Ich nehme die Bewohnerwäsche, Handtücher und Waschlappen mit raus und komme mit der Flächendesinfektion und wische über den Nachttischschrank, Türklinke und die Taste für das Anwesenheitslicht. Das Anwesenheitslicht wird ausgemacht und Frau S. bleibt alleine in ihrem Zimmer.

(Während der Lehrprobe soll laut meiner Praxisanleitung kein Anwesenheitslicht angemacht werden, da dies nur stört falls ein Notruf abgesetzt wird.)

Quellen:,

  • Bewohnerin selbst
  • Kartex der Bewohnerin
  • Beipackzettel der Medikamente
  • Pschyrembel
  • Schulordner

Die vorliegende Arbeit wurde von mir selbständig und nur mit den angegebenen Hilfsmitteln erstellt.

XXXXXXX, den 20.03.2008

Erhaltene Note: 1

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