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Autor: Kathrin
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Hilfebedarf von Frau M. bei der Selbstpflege


Persönliche Daten

  • geboren:                       21.02.1920 in Zadelow
  • Religion:                        evangelisch
  • Staatsangehörigkeit:    deutsch
  • Familienstand:              verwitwet
  • Krankenkasse:             IKK Musterstadt
  • Pflegestufe:                  2
  • Heimaufnahme:            17.08.2004
  • Kostform:                     Zuckerfreie Kost
  • Größe/ Gewicht:           1,53 m / 76,2 kg
  • BMI:                             33 (25-30 Übergewicht)

Diagnosen

Frau M. hat eine kompensierte Niereninsuffizienz, ist Diabetes Mellitus Typ II, Marcumar- Patientin, wegen eines Aortenklappenersatz 1991 und hat Gicht.

Sie hatte auf der Flucht eine Hüftfraktur, die nicht behandelt wurde und somit eine Kontraktur rechts hinterließ.

Biographie

Frau M. wurde am 21. Februar 1922 als zweites Kind ihrer Eltern,

Frau L. B. und Herrn F. B.   als Samstagskind   in Zadelow in Pommern geboren.

Ihr Bruder ist 2 Jahre zuvor geboren 1920. Er lebt heute in Musterstadt und ist gelernter Stellmacher.

Ihre Mutter geboren am 27.07.1883 war gelernte Schneiderin. Sie übte ihren Beruf bis zum 36. Lebensjahr aus, danach war sie Hausfrau.

Ihr Vater wurde am 07.11.1879 geboren und hat   bis 1956 den erlernten Beruf als Stellmachermeister (baut Räder für Kutschen) ausgeübt.

Die Familie ist evangelisch und Frau M. ist kein großer Kirchengänger.

Frau M. kam mit 6 Jahren 1928 in die Volksschule und besuchte diese 8 Jahre.

Mit 12 Jahre wurde Frau M. konfirmiert. 1937 wurde der Bruder von Frau M. zum Militär eingezogen, sie war zu diesem Zeitpunkt 15 Jahre alt.

Frau M. brauchte nicht in den Arbeitsdienst, sie war zu Hause und half bei der Landwirtschaft. Vor dem Krieg hat sie ihre Lehre als Schneiderin begonnen. Frau M. war zweimal verheiratet. Mit dem ersten Ehemann ist Frau M. groß geworden und hat ihn mit 22 Jahren geheiratet. 1945 ist Frau M. mit der Familie nach Schwerin zum Cousin in die Kirche geflüchtet. Der Cousin hat ein Schild an die Kirchentür gehängt, wo drauf stand "Typhus" und somit waren sie sicher. Im gleichen Jahr ist der Ehemann von Frau M. in Danzig gefallen.

Mit 30 Jahren 1952 hat Frau M. ihren zweiten Ehemann geheiratet, er kam 1950 aus der Gefangenschaft zurück. Im selben Jahr gebar sie ihre erste Tochter.

1955 mit 33 Jahren bekam sie ihre zweite Tochter und 1 Jahr später zogen sie nach Musterstadt. Als Sie 38 Jahre alt war, verstarb ihr Vater mit 81 Jahren in Musterstadt und im gleichen Jahr gebar sie einen Sohn, der nur ½ Jahr alt wurde.

Mit 49 Jahren hat ihre erste Tochter geheiratet und mit 51 Jahren wurde Sie Großmutter von einer Enkeltochter. Ihre zweite Tochter heiratete, als Frau M. 52 Jahre alt war. 1976 verstarb ihre Mutter im Alter von 94 Jahren in Musterstadt. Frau M. hat ihre zweite Enkeltochter mit 60 Jahren bekommen, sie ist bei Ihr groß geworden. 1984 ist Frau M. zum dritten Mal Großmutter geworden, eines Enkelsohnes. Als Frau M. 70 Jahre alt war ist ihr zweiter Ehemann an Brustkrebs verstorben.

Frau M. ist am 17.08.2004 ins Altenheim ******, in ein Einzelzimmer, eingezogen.

Informationssammlung an Hand der AEDL´s


1. Kommunizieren

Frau M. hat keine Einschränkungen, kann gut hören und sehen mit Hilfe einer Brille, unterhält sich gerne mit anderen Menschen.

2. Sich bewegen

Bewohnerin hat eine rechtseitige Hüftfraktur und somit eine Einschränkung beim Laufen. Im Zimmer nimmt sie eine Gehilfe zur Hilfe, weitere Wege mit dem Rollstuhl und in Begleitung, da die Belastbarkeit sehr eingeschränkt ist durch den Aortenklappenersatz.

3. Vitale Funktionen aufrechterhalten

Durch den Aortenklappenersatz ist die Bewohnerin nicht stark belastbar. Sie hat Diabetes Mellitus und benötigt Medikamente und bekommt zuckerfreie Kost.

Frau M. ist Marcumar- Patient und benötigt Marcumar.

4. Sich pflegen

Bewohnerin benötigt Hilfe bei der morgend- und abendlichen Versorgung, sie kann sich selbstständig Gesicht, Hände, Arme und Oberkörper waschen. Sie benötigt Hilfe beim waschen des Rücken, des Genitalbereich, der Beine und Füße.

5. Essen und Trinken

Frau M. wird zu allen Mahlzeiten in den Speisesaal gebracht und erhält Zuckerfreie Kost. Sie hat einen guten Ernährungszustand und es sind keine Hilfsmittel erforderlich. Bewohnerin hat einen BMI von 28,6.

6. Ausscheiden

Sie geht regelmäßig und selbstständig zur Toilette, hat keine Urin- und Stuhlinkontinenz und eine intakte Haut. Frau M. benötigt keine Hilfsmittel.

7. Sich kleiden

Bewohnerin richtet und wählt selbstständig jahreszeitgerechte Kleidung aus. Benötigt hilfe beim An- und Auskleiden durch das Pflegepersonal. Sie hat ein gepflegtes Aussehen und hat saubere und ordentliche Kleidung.

8. Ruhen und Schlafen

Frau M. benötigt ein Schlafmittel, hat einen ruhigen schlaf und einen normalen Schlaf- und Wachryhtmus.

9. Sich beschäftigen

Bewohnerin hat gerne gestrickt und gehäkelt, sie schaut gerne fern und nimmt an Aktivitäten und Feiern teil, die im Hause stattfinden.

10. Sich als Mann / Frau fühlen und verhalten

Frau M. bewohnt ein Einzelzimmer und hat ein normales Schamgefühl. Bewohnerin ist selbstbewusst und fühlt sich als Frau. Sie trägt gerne Kleider, Röcke und Blusen.

11. Für sichere Umgebung sorgen

Sie ist orientiert zu Raum, Zeit, Ort und Situation. Bewohnerin kann Gefahren erkennen. Im Zimmer benötigt sie eine Gehilfe zum laufen und für weitere Wege einen Rollstuhl.

12. Soziale Bereiche des Lebens sichern

Bewohnerin hat einen guten Kontakt zu ihren Kindern, Pflegepersonal und anderen Bewohnern. Sie hat ein eigenes Telefon und ist sehr kontaktfreudig.

Frau M. ist gerne mit anderen Menschen zusammen.

13. Mit existentiellen Erfahrungen des Lebens umgehen

Frau M. ist sehr selbstbewußt und hat keine Angst. Sie kämpft gegen ihre Krankheit an und hat keine Angst vor dem Sterben.

Tatsächliche Selbstdefizid von Frau M. und unterstützende Maßnahmen

1. Kommunizieren

Sie hat sich gut und schnell in den Heimalltag integriert und fühlt sich wohl. Bewohnerin hat Kontakt zu anderen Heimbewohnern, Pflegepersonal und zu ihren Kindern. Frau M. ist nicht isoliert, hat ein eigenes Telefon. Kann gut sehen mit ihrer Brille.

Maßnahme:

Kontrolle der Augen durch den Augenarzt 2x im Jahr.

Bewohnerin in den Speisesaal oder auf eine andere Station begleiten, damit sie in Gesellschaft ist und ihren Kontakt festigen kann.

2. Sich bewegen

Bewohnerin nimmt im Zimmer ihren Rollator, für weitere Wege den Rollstuhl.

Frau M. versucht so viel wie möglich selbst zu laufen, soweit es ihr möglich ist.

Maßname:

Kurze Wege mit der Bewohnerin laufen, 1-2x am Tag z.B. über den Flur gehen, durch das Pflegepersonal. Längere Wege nur mit Rollstuhl und Begleitung, z.B. zum Speisesaal.

3. Vitale Funktionen aufrechterhalten

Frau M. ist durch ihre Vorerkrankung (Aortenklappenersatz) nicht stark belastbar. Durch Diabetes Mellitus Typ II ist eine Blutzuckerkontrolle erforderlich. Sie bekommt Medikamente um den Blutdruck zu senken und ist Marcumar- Patientin. Die Bewohnerin hat eine normale Verdauung.

Maßnahme:

Durchführung einer Blutzucker Kontrolle 2x im Monat. Längere Wege mit dem Rollstuhl 3x täglich durch das Pflegepersonal. Bewohnerin erhält Zuckerfreie Kost durch die Küche. Regelmäßige Gabe der blutdrucksenkenden Mittel, 1x am Tag, nach Verordnung des Arztes durch das Pflegepersonal. 1x im Monat oder bei Problemen RR- Kontrolle durch das Pflegepersonal. Verabreichung und Kontrolle der Marcumar Einnahme durch das Pflegepersonal. Blutabnahme alle 14 Tage durch den Hausarzt, zur Quickwert Kontrolle. 1x im Jahr zum Kardiologen zur Kontrolle der Aortenklappe.

4. Sich pflegen

Bewohnerin benötigt teilweise Hilfe bei der morgendlichen Versorgung, sie kann sich selbstständig Gesicht, Hände, Arme und Oberkörper waschen. Sie benötigt Hilfe beim waschen des Rücken, des Genitalbereich, der Beine und Füße. Die Abendliche Versorgung erledigt sie selbstständig. Frau M. kann nicht selbstständig Fuß- und Nagelpflege durchführen, duschen oder baden, äußert ihre Wünsche und badet sehr gerne. Mund - und Prothesenpflege führt sie selbstständig durch, sowie Haare kämmen oder bürsten, geht regelmäßig zum Frisör im Hause.

Maßnahme:

1x tägliche Hilfen bei der Körperpflege und 1x pro Woche baden oder duschen durch das Pflegepersonal. Alle 6- 8 Wochen Fußnagelpflege durch eine Fußpflegerin. Nagelpflege durch das Pflegepersonal 2x im Monat und auf Wunsch. Alle 3- 4 Wochen Begleitung zum Frisör im Hause. 1x Jährlich zum Zahnarzt zwecks Prothesenkontrolle.

5. Essen und Trinken

Frau M. wird zu allen Mahlzeiten in den Speisesaal gebracht, da sie gerne in Gesellschaft ißt. Sie braucht keine Hilfestellung, kann selbstständig essen und trinken.

Bewohnerin trinkt jeden Tag ihre Kanne Tee auf dem Zimmer und erreicht so eine Trinkmenge von ca. 2 Liter. Hat einen sehr guten Ernährungszustand und bekommt die Kostform Zuckerfrei. Bewohnerin hat einen BMI von 33.

Maßnahme:

Information an die Küche, zwecks zuckerfreier Kost und auf Vitamin K achten.

Täglich die Teekanne der Bewohnerin füllen oder andere bevorzugte Getränke anreichen durch das Pflegepersonal. Wegen dem Übergewicht kalorienarme Kost anbieten.

6. Ausscheiden

Bewohnerin hat keine Urin- und Stuhlinkontinenz, sie geht selbstständig zur Toilette. Benötigt zur eigenen Sicherheit und zum Wohlbefinden kleine Einlagen.

Maßnahme:

Genügend Einlagen im Zimmer aufbewahren und 1x monatlich auffühlen durch das Pflegepersonal.

7. Sich kleiden               

Frau M benötigt morgens Hilfe beim An- und Auskleiden. Die Kleiderwahl trifft sie selbstständig und richtet sich selbst die Bekleidung.

Maßnahme:

Bewohnerin benötigt auf Wunsch 1x am Morgen Hilfe beim An- und Auskleiden durch das Pflegepersonal.

8. Ruhen und Schlafen    

Frau M. hat einen geregelten Wach- und Schlafryhtmus, benötigt zur Nacht ein Schlafmittel. Bewohnerin legt sich nach dem Mittagessen gerne hin, um ihre Beine hochzulegen und sich auszuruhen. Nächtliche Toilettengänge erledigt sie selbstständig.

Maßnahme:

Regelmäßige Einnahme des Schlafmittels, 1x täglich zur Nacht laut Verordnung des Arztes durch das Pflegepersonal.     

9. Sich beschäftigen

Bewohnerin nimmt gerne an Aktivitäten und Feiern, die im Haus stattfinden teil.

Sie schaut gern fern, hört Radio und list täglich die Tageszeitung.

Sie kann sich selbstständig beschäftigen. Frau M. kann frühere Hobbies wie stricken und häkeln nicht mehr ausführen zwecks Vorerkrankung (Gicht).

Maßnahmen:

Veranstaltungen oder Aktivitäten durch das Pflegepersonal an Frau M. herantragen und zu den Veranstaltung begleiten. 2x wöchentlich Bewohnerin durch das Pflegepersonal zur Beschäftigungstherapie begleiten.

10. Sich als Mann / Frau fühlen und verhalten

Die Intimsphäre von Frau M. ist gewahrt und sie kann ihr Sexualleben ausleben, lebt ihn einem Einzelzimmer. Bewohnerin kann Gefühle zeigen.

11. Für sichere Umgebung sorgen

Frau M. ist in allen Bereichen orientiert, kann dadurch Gefahren einschätzen und benutzt im Zimmer einen Rollator zur eigenen Sicherheit. Sie trägt festes Schuhwerk und ist nicht sturzgefährdet.

12. Soziale Bereiche des Lebens sichern

Bewohnerin hat guten Kontakt zu ihren Angehörigen und eine Verwandte die auch hier im Hause lebt. Sie ist mit ihrer neuen Umgebung / Wohnung zu frieden. Frau M. kann auf Menschen zugehen ist nicht isoliert und nicht depressiv.

Maßnahme:

Kontakt aufrechterhalten.

13. Mit existentiellen Erfahrungen des Lebens umgehen

Frau M. akzeptiert ihre Krankheit und kämpft dagegen an. Sie schöpft verbliebene Fähigkeiten aus und erhält Hilfe. Sie hat vertrauen, fühlt sich angenommen und nutzt Unterstützungsangebote.

Reflexion meines Praktikums

In meinem Praktikum im Altenheim ****** auf der Station 1 hat mir die Arbeit und der Umgang mit den alten Menschen sehr viel Freude bereitet. Da ich schon vorher im Altenheim tätig war, ist mir diese Arbeit nicht unbekannt.

Das Erlernte aus der Schule konnte ich oft anwenden, z.B. das Heben eines Bewohners vom Bett auf einen Stuhl oder beim Betten machen, habe ich sooft es möglich war rückenschonend gearbeitet. Ebenso konnte ich mein Wissen über die Dekubitus- und Kontrakturprophylaxe einsetzen.  

Durch die Mitarbeiter der Station wurde es mir ermöglicht, sehr schnell einen guten Kontakt zu ihnen und den Bewohnern zu bekommen.

Die Zusammenarbeit war gut, da die Arbeit untereinander gerecht verteilt wurde. Man unterstützte sich gegenseitig und wenn Hilfe nötig war bekam man sie auch.

Vor Arbeitsbeginn wurden mir die Aufgaben und Tätigkeiten erklärt, gezeigt und dann unter Anleitung durchgeführt.

Zum Beispiel Grundpflege, baden oder duschen eines Bewohners, Mahlzeiten auf der Station vorbereiten und verteilen, Medikamente und Tropfen vor den Mahlzeiten vorbereiten, Bewohnern Essen anreichen und Betten bzw. Nachtschränke desinfizieren.

Später durfte ich diese Arbeiten auch selbstständig durchführen.

Auf die Bedürfnisse der Bewohner bin ich so gut ich konnte und soweit es mir zeitlich möglich war eingegangen. Die Bewohner waren schon nach kurzer Zeit sehr zugänglich und vertrauten mir ihre Probleme, sowie ihre Wünsche ohne Hemmungen und Ängste an. Man konnte an den Gesichtern und Augen sehr gut erkennen, dass sie sich freuten, wenn ich in ihre Zimmer kam.

Nach Beendigung des ersten Praktikums fragen die Bewohner/innen, wann ich wieder ins Heim komme und durch das Personal wurde mir erzählt, dass die Bewohner/innen mich vermissen.



Autor: Kathrin
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