Autor/in: Kalotta

Erster Erfahrungsbericht im Rahmen der Ausbildung zur staatlich anerkannten Altenpflegerin

Inhalt

2.1. Darstellung der Einrichtung
2.1.1. Allgemeine Angaben zur Einrichtung
2.1.2. Ziele der Einrichtung

Eigene Arbeiten

2.2.1 Vorstellen des eigenen Bereiches
2.2.2 Exemplarische Darstellung der Tätigkeit
2.2.3 Zusammenarbeit mit Kollegen und Vorgesetzten
Problemdarstellung und Lösungsvorschläge
Zusammenfassung

2. Darstellung der Einrichtung

2.1.1. Allgemeine Angaben zur Einrichtung

Das xxxxx ist eine Seniorenresidenz mit integrierter vollstationärer Pflegeabteilung. Sie wird betrieben von der xxxxxx. Gesellschafter sind die xxxxxxx
Die xxxx vertritt dabei im weitesten Sinne die Investorenseite. Die xxxx steht für den fachlich – inhaltlichen Teil. Ihre Gesellschafter betreiben seit annähernd 15 Jahren stationäre Einrichtungen im Bereich der medizinischen Rehabilitation und der Altenhilfe.

Weitere Mitarbeiter sind in folgenden Abteilungen:

1 PDL, 1 PDL Vertretung, 8 Pflegefachkräfte, 6 Pflegehilfskräfte, 2 Auszubildende, 3 Servicekräfte
Die Residenz ist direkt im Kiez der Spandauer Havel gegenüber der Insel Eiswerder gelegen, liegt in einem Wohngebiet mit überwiegendem Mietshausbestand an einer verkehrsberuhigten Straße. Die in den Jahren 1999- 2001 aufwendig modernisierte und sanierte ehemalige Schultheiß Brauerei bildet den Mittelpunkt der so genannten Wasserstadt Spandau. Die am Haus sehr klein angelegte Grünanlage ist mit kleinen Tischen und Bänken ausgestattet. Jeder Bewohner hat die Möglichkeit, mit dem Aufzug bequem auf die Straße oder in die Grünanlage zu gelangen. Einkaufsmöglichkeiten sind in unmittelbarer Nähe. Zu Fuß erreicht man von hier die Altstadt Spandau in ca. 15 min. Die Anlage ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln sehr gut zu erreichen. Die Residenz verfügt insgesamt über 189 Wohnungen. Alle unterschiedlich geschnitten, und einem Pflegewohnbereich mit 42 Plätzen. Die Unterbringung erfolgt in 42 Einzelzimmern, diese verfügen über eine hochwertige Grundausstattung wie z. B. moderne Pflegebetten, Kleiderschrank, Nachttisch, 2 Stühle, Tisch , Kommode mit 2 Schubfächern, Gardinen und Vorhänge, und einen
eigenen Sanitärbereich. Ferner gehören Speise- und Aufenthaltsräume sowie Funktionsräume zu diesem Wohnbereich. Der Pflegewohnbereich liegt im 1. OG und ist per Aufzug oder Treppe zu erreichen. Für das leibliche Wohl sorgt die hauseigene Küche mit vier Mahlzeiten am Tag sowie Nachmittagskaffee. Das Mittagsangebot teilt sich auf in Normale Kost, Diabetiker / Schonkost und vegetarische Kost.

2.1.2. Ziele der Einrichtung

Das Ziel der Pflege ist, die Bewohner in ihren Aktivitäten zu unterstützen, die vorhandenen Fähigkeiten zu erhalten und zu fördern. Sollten die Selbstpflegekräfte der Bewohner nicht mehr ausreichen, so übernehmen die Mitarbeiter der Residenz die Pflege nach den individuellen Wünschen der Bewohner.
Unter Einbeziehung der Zielsetzungen haben wir Mitarbeiter der Einrichtung ein für uns ganz persönliches Pflegeleitbild erarbeitet, welches Leitmotiv für unser pflegerisches Handeln sein soll, und wie folgt formuliert wird: „Jeder Mensch ist einzigartig. Wir achten die Würde und die Lebenserfahrung unserer Bewohner. Wir geben unseren Bewohnern ein Zuhause. Als offene und lernfähige Institution ist unser Denken und Handeln ganzheitlich ausgerichtet. Unser Ziel ist die Zufriedenheit aller, die in der Seniorenresidenz leben und arbeiten.“ Grundlage der pflegerischen Arbeit ist die ganzheitliche Versorgung der Bewohner unter Einbeziehung ihrer individuellen, und sozialen Bedürfnisse. Das Ziel ist es, auf die individuelle und biographische Lebenserfahrung jedes einzelnen Bewohners einzugehen und dessen Pflege darauf auszurichten.

2.2 Eigene Arbeiten

2.2.1 Vorstellen des eigenen Bereichs

Auf der Pflegestation in der Seniorenresidenz wohnen momentan 36 Bewohner, die von insgesamt 22 Mitarbeitern rund um die Uhr betreut werden. Wir arbeiten in drei Schichten, nach folgendem Zeitschema:
Frühdienst von 06.00 – 14.30 Uhr
Spätdienst von 14.00 – 22.30 Uhr
Nachtdienst von 22.00 – 06.30 Uhr
Wir haben drei Bewohner mit der Pflegestufe 3, der überwiegende Teil hat Pflegestufe 2. Im Frühdienst sind mindestens eine Fachkraft und 3 Pflegehelfer im Dienst .Im Spätdienst arbeitet man mit einer Fachkraft und zwei Pflegehelfern. Die Nachdienste sind mit einer Fachkraft und einer Pflegehelferin besetzt. Zu dem fest angestellten Personal kommen an manchen Tagen noch drei Praktikanten hinzu. Die Einteilungen der Touren werden überwiegend im Team besprochen, so dass jeder Mitarbeiter 9 Bewohner zu betreuen und versorgen hat. Wir arbeiten nach einer Bezugspflege, daher wird großer Wert darauf gelegt, dass nicht jeden Tag neues Pflegepersonal zu den Bewohnern kommt. Zu meinem Aufgabengebiet gehören, das Waschen, Behandlungspflege, Gespräche mit Bewohnern und Angehörigen führen, Essen reichen, Betten machen und für Ordnung in den Zimmern sorgen.

2.2.2 Exemplarische Darstellung der Tätigkeit

Bevor ich die Grundpflege beginne, bekommt Herr H. seine Medikation gegen seinen Morbus Parkinsonsyndrom. Dadurch fällt ihm das Aufstehen später leichter. Zunächst begrüße ich ihn freundlich und schließe ggf. das Fenster. Als nächstes wird die Intimpflege durchgeführt. Die Intimpflege führe ich im Bett durch, da Herr H. nicht stehen kann und außerdem morgens immer inkontinent ist. Ich hole mir dazu das benötigte Material ans Bett. Nun informiere ich den Bewohner, dass ich ihn im Intimbereich waschen und ihn dazu entkleiden werde. Durch seine Mimik macht er deutlich, dass er damit einverstanden ist. Die Tür ist geschlossen. Ich entkleide Herrn H. unterhalb der Taille und nehme ihm das Inkontinenzmaterial ab. Danach säubere ich den Bewohner von Kot und Urin im Intimbereich. Jetzt fange ich mit der eigentlichen Waschung an. Dann nehme ich mir ein Hautpflegemittel, creme die gewaschenen Stellen ein, und lege ihm das Inkontinenzmaterial an. Anschließend informiere ich Herrn H., dass ich ihn unterhalb der Taille bekleide und ihn dann in den Rollstuhl setze. Hierbei wende ich den Hebe-Stützgriff an, um seinen Oberkörper aufzurichten. Dann fahre ich ihn ins Badezimmer zum Waschbecken. Dort putze ich ihm die Zahnprothese. Jetzt wird der Oberkörper gewaschen. Nachdem er sich teilweise selbst abgetrocknet hat, sorge ich dafür, dass er an allen Stellen, z.B. hinter den Ohren wirklich trocken ist. Danach creme ich den gesamten Oberkörper einschließlich der Arme ein. Eine Intertrigo- und Dekubitusprophylaxe ist während der Grund- und Intimpflege selbstverständlich. Dann fahre ich ihn ins Zimmer zurück, bekleide ihn zu Ende, kämme ihn und setze ihm die Brille auf. Ggf. helfe ich ihm bei der Rasur. Schließlich fahre ich ihn an den Tisch, an dem er das Frühstück erhält.

2.2.3 Zusammenarbeit mit Kollegen und Vorgesetzten

Da ich schon seit 2002 in der Seniorenresidenz beschäftigt bin, hatte ich keine Probleme mich in das Team einzufinden, und wurde auch nach beginn der Ausbildung von vielen Mitarbeitern geschätzt und freundlich behandelt. Der Kontakt zur PDL ist sehr offen, doch leider nicht sehr konstruktiv, da ich der Meinung bin, dass sie unserem Team durch ihr weiches ( ich muss es allen Recht machen ) Verhalten nicht gerecht wird. Sie setzt sich nicht für unsere und auch nicht für die Bedürfnisse der Bewohner ein. Sie kehrt grobe Fehler unter den Tisch, ignoriert Hinweise auf Pflegefehler, kontrolliert die Arbeit der Mitarbeiter nicht. Eigentlich sollten wir nach Pflegestandards arbeiten, doch auch dies passiert nicht, da jeder macht was er will und wie er es will. Auch hatte ich in der Vergangenheit häufiger Probleme mit so manchem Kollegen, weil sie den Menschen als Sache sehen und auch so mit ihm umgehen. Diese Art von Behandlung strahlt keinerlei Würde und Achtung gegenüber den Bedürftigen aus. Diktieren, Delegieren und Kommandieren sind deren Umgangsmethoden, und meist glauben diese, dass sie die besten Pflegenden sind. Durch den Einblick in die theoretischen Grundlagen, ist es für mich nur schwieriger geworden damit umzugehen, da ich lerne wie es sein sollte und wie es richtig gemacht wird, in der Praxis aber das Gegenteil erfahre.

3.1 Problemdarstellung und Lösungsvorschläge

Wenn man nicht wüsste, dass in unserem Haus nur alte Menschen wohnen, würde man denken man ist in einem Hotel. Nichts was Gemütlichkeit ausstrahlt, was an Daheim erinnert, wo man sich vielleicht ein Stück Zuhause fühlen würde. Beschäftigungsangebote ???? Ja genau dreimal in der Woche für 60 Minuten….für demente, die bei dem Gedächnisstraining eh viel zu kurz kommen, eindeutig zu wenig.
Da wir sehr viele demenzerkrankte Menschen bei uns „verwahren „ bin ich der Auffassung, dass die ganze Station neu durchdacht werden müsste. Angefangen bei der Gestaltung der Flure, Zimmer und der Aufenthaltsräume. Für demenzerkrankte Menschen sollte es rund um die Uhr Beschäftigungsangebote geben. Dies gibt mir zu denken, ob unsere Arbeit im Heim die Qualität hat, von der wir doch so überzeugt sind. Es stellt sich mir die Frage, ob im Vergleich zu den alten Menschen mit eigenen Wohnungen, wir an der Integration unserer Heimbewohner versagt haben, da ja auch das Heim das eigene Zuhause ohne Einschränkungen ersetzen soll. Kann das Heim nicht eine identische, und auf die Lebensgewohnheiten orientierte Alternative darstellen? Ich habe gerne Umgang mit demenzerkrankten Menschen, und für mich ist es eine Herausforderung ihre Lebenswelt zu verstehen und darauf eingehen zu können. Ich weiß, dass ich viel Verantwortung, Respekt, Akzeptanz, Einfühlungsvermögen und viel Güte im Herzen besitze, um diese Aufgaben bewältigen zu können. Ich muss lernen, die Kriterien bzw. Eigenschaften richtig in der Pflege anzuwenden, und habe noch die Möglichkeit, zukünftig im Bezug auf Validation, mein jetziges Wissen ergänzen zu können. Das Thema Kommunikation ist sehr wichtig für mich geworden, weil ich hier lernen kann, meine Stärken anzuwenden und noch bestehende Schwächen auszugleichen, und mit viel Diplomatie bei den Bewohnern anzuwenden. Das Erlernte aus der Schule konnte ich oft anwenden, z.B. das Heben eines Bewohners vom Bett auf einen Stuhl, oder beim Betten machen, habe ich sooft es möglich war rückenschonend gearbeitet. Ebenso konnte ich mein Wissen über die Dekubitus – und Kontrakturprophylaxe einsetzen. Des Weiteren habe ich durch meine Praxisanleiterin viel über die Behandlungspflege wie s.c. Injektion bei Insulin, Medikamentengabe und -stellen, Anus – praeter – Versorgung, Katheterpflege und Wechsel, Blutzuckerüberwachung, Wundversorgung und Pflege, Blutdruck sowie Pulskontrolle erlernen können.
Alle Themenbereiche die sich im Laufe der Zeit ereigneten, wurden ausführlich besprochen. Meine Praxisanleiterin und einige Kollegen waren sehr Hilfsbereit und kompetent in ihrem Fachwissen. Ich habe viel in diesem Jahr dazu gelernt. Leider ist es so, dass wir berufsbegleitende Auszubildende nicht wie Azubis behandelt werden. Wir müssen die gleiche Leistung wie eine Fachkraft bringen. Dabei hat mir sehr das Wissen, welches ich in dem einem Jahr in der Schule erworben habe, geholfen. Ich habe viele meiner Arbeitstechniken nochmals überdacht, und konnte sehr viel daran ändern. Durch die schulische Ausbildung habe ich bei einigen Mitarbeitern sehr viele fachliche Inkompetenzen feststellen können. Bei Teamsitzungen angesprochene Probleme und Hinweise auf Fortbildungen wurden zwar aufgenommen, doch durch das Verhalten der PDL nicht beseitigt. So ist es vorgekommen, dass eine Fachkraft einen Dekubitus Grad 4 nicht bemerkte, und somit auch nicht behandelte. Auch haben einige Mitarbeiter keine Ahnung von Lagerungen oder von einer i.m Injektion. Ich habe diese Ausbildung angefangen, weil ich etwas verändern möchte an den teilweise furchtbaren Zuständen. Ich grüble in meiner Freizeit sehr viel darüber, wie man die PDL dazu bringen könnte, etwas zu verändern. Oder wie ich etwas verändern kann. Ich lasse mich vielleicht manchmal zu sehr von meinen Gefühlen und Emotionen leiten. Aber eins weiß ich genau: Ich erlerne den Beruf nicht nur für mich, sondern für die Menschen die mir anvertraut werden, und sich auf mich verlassen müssen .Ich werde mich weiterhin engagieren, werde versuchen eine Position zu erreichen um selbst Entscheidungen treffen zu können. Ich will nicht wie andere resignieren. Ich werde etwas verändern, daran glaube ich ganz fest und das ist auch der Grund warum ich diese Ausbildung mache.

Zusammenfassung

In dem letzten Jahr erhielt ich viel Unterstützung von meinen Kollegen. Es wurde enorm viel Rücksicht bei der Dienstplangestaltung genommen. So musste ich nie an den Schultagen im Nachtdienst oder Spätdienst arbeiten. Wenn Teamsitzungen an den Schultagen waren, wurde ich befreit. Auch durfte ich immer um 14.00 Uhr meinen Dienst beenden, um pünktlich in der Schule zu sein. Durch die schulische Ausbildung habe ich sehr viel lernen können, und habe dadurch vieles besser verstanden. Der Unterricht in der Schule hat mich sehr interessiert, und war bisher sehr lehrreich. Allerdings muss ich sagen, dass der Unterricht bei Fr. K sehr ermüdend für mich und auch die anderen Schüler war. Dies war das einzige Fach, wo ich nichts dazu lernen konnte, und auch nichts in die Praxis umsetzen konnte. Vielleicht sollte Fr. K ihren Unterrichtsstil nochmals überdenken, damit auch dieses Fach informativ und lehrreich wird. Durch mein erlerntes Wissen aus der Schule, wurde die Arbeit eigentlich nur sehr viel schwieriger für mich. Ich habe dadurch sehr viel Hintergrundwissen erlangt und konnte nun in manchen Situationen überhaupt nicht mehr verstehen, warum gewisse Sachen anders als gelernt gemacht werden. Wollte ich dieses Wissen an meine Kollegen weitergeben, wurde ich des öfteren nur belächelt. So ist es vorgekommen, dass man mir nicht glaubte, dass die Hepatitis Schutzimpfung vom Arbeitgeber bezahlt werden muss. Ganz großes Streitthema ist die Dokumentation. Dort sind viele Defizite zu finden, doch auch da nimmt man keinen Rat an. Ich hab für mich beschlossen, mein Wissen nicht mehr weiter zu geben. Schade, dass es gerade in der Altenpflege so viele faule und unmotivierte Menschen gibt.

Diesen Beitrag teilen auf...

Twitter Facebook Google+