Autor/in: Marcel Kniephoff

Darstellung beider Einrichtungen

Das Haus wurde 1987 ergründet, das ——– ist ca. 128 Jahre alt und gehört seit den 90er Jahren zum ——Werk.

Beide Einrichtungen stellen den gerontopsychiatrischen Bereich dar. In beiden Einrichtungen leben demenzerkrankte Bewohner sowie Alzheimer-Erkrankte in verschiedenen Krankheitsstadien.

Beide Einrichtungen führen die Pflege als Beziehungsprozess, wobei Pflegender und Gepflegter zueinander in Kontakt treten, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen.

Hierbei werden bei beiden Einrichtungen die Fähigkeit, von den Pflegenden den alten Menschen respektiert. Dies äußert sich im Spiegelbild durch Anerkennung, Interesse, Geduld, Wahren der Intim- und Privatsphäre, Vertrauen, Ermutigung und Trost.

Das Betreuungskonzept beider Einrichtungen ist auf die verschiedenen Formen der Demenzerkrankungen ausgerichtet.

Im ———Haus ist dazu eine Unterteilung in 3 Gruppen vorhanden.

Das ——– weist die gleiche Gruppenform auf, wie die im Wohnbereich „—–“ im ———Haus.

Ich erläutere Ihnen kurz die Gruppe, in der ich mein Praktikum absolviert habe:

Hier leben mobile Menschen mit einer Demenz die soziale Kontakte und Tagesstruktur benötigen und Sicherheit durch Nähe suchen oder motorisch agil sind, viel Raum für Bewegung benötigen und auch privaten Rückzug suchen.

Bei diesem Konzept wird das Leben der Bewohner entsprechend dargestellt:

Die Lebenswelt muss klein und überschaubar sein. Sie brauchen andere Menschen, die sie akzeptieren (können) und sich um sie sorgen. Sie sind mobil, eine verbale Kommunikation ist möglich und sie suchen Beschäftigung, Struktur und Orientierung. Alltagspraktische Fähigkeiten sind vorhanden und sie brauchen Abgrenzung und privaten Raum zur Identitätssicherung. Ihr Lebensraum ist das Einzelzimmer, der Wohnbereich und das restliche Haus zum Bewegen.

Im Wohnbereich Eiche/Linde im Jochen-Klepper-Haus liegt das Betreuungs-Konzept vor für mobile Menschen mit einer Demenz, die nach Orientierung und Aufgaben suchen.

Häufigste wichtige Kriterien in der Demenz werden als Ziel vorgegeben:

  • Häufige Ausprägung in der Mobilität
  • Verbale Verständigungen
  • Kontakte ermöglichen
  • Sie suchen nach Aufgaben
  • Beschäftigungstherapien
  • Alltagspraktische Fähigkeiten sind zum Teil vorhanden
  • Suche nach Struktur und Orientierung
  • Abgrenzung zur Identitätssicherung

Ziele: (Die Punkte werden darauf abgestimmt)

  • Möglichst langer Erhalt vorhandener Kompetenzen und der Förderung von Selbstständigkeit;
  • Lebensraum schaffen für Verhaltensweisen als Reaktionen auf das Erleben der Demenz wie z.B. Katastrophenreaktionen, aggressives Verhalten, Agitation: Aggression oder Psychose bei Demenzkranken, Weglaufen, Depressivität und Selbstgefährdung;
  • Die Schaffung eines Lebensumfeldes, das sich an den Gewohnheiten des normalen und alltäglichen Lebens orientiert;
  • Einen möglichst hohen Grad an Einbindungsmöglichkeiten für Angehörige in die Tagesstruktur und den Betreuungsprozess;
  • Orientierung- und Strukturierungsangebote.

Merkmale:

  • Aktive und passive Beurteilungsmöglichkeiten für Menschen mit einer Demenz
  • Schaffung eines aktivierenden Milieus durch gemütliche Wohnküchen und andere Wohnräume (Badezimmer) in Anlehnung an ein gewohntes Wohnmilieu.
  • Im Speisesaal sitzen alle gemeinsam und nehmen alle Mahlzeiten des Tages gemeinsam ein. Vor, während und nachdem Essen wird kommuniziert, Zeitung gelesen und gesungen.
  • Es gibt keinen Zeitdruck, die Menschen mit einer Demenz bestimmen den Rhythmus, es geht alles ruhig und gelassen voran.

Anforderungen an den Mitarbeitern äußern sich durch Ausdauer, hohe psychische Belastbarkeit, Flexibilität, Spontaneität, Kreativität, Gestaltungslust, „Chaos“ zulassen können und Struktur geben, Fähigkeiten: Menschen zu einer sozialen Gruppen zusammenführen; Fähigkeit zur psycho-sozialen Begleitung der Bewohner, die Fähigkeit zur Konfliktbewältigung, Toleranz gegenüber Verhaltensweisen: die nicht unseren Normen und Vorstellungen entsprechen, Menschen mit einer Demenz nicht auf ihre Defizite aufmerksam machen sondern vorhandenen Fähigkeiten stützen, „Verhaltensauffälligkeiten“ von Menschen mit einer Demenz   als Folge von Bearbeitung einer Situation, Auseinandersetzung mit seiner Lebenssituation erkennen und das Handeln darauf abstimmen, Anleitung und Unterstützung bei alltäglichen Handlungen anbieten, Defizite und Fähigkeiten erkennen.

Die medizinische Betreuung in beiden Einrichtungen sollte möglichst durch einen langjährigen Hausarzt erfolgen der den Bewohner kennt, ihre Krankheitsgeschichte erlebt und Kontakt zu Angehörigen hat.

Bei speziellen neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen ist es sinnvoll, einen Fachmediziner (Psychologe) oder eine Fachklinik (Gilead III) zur Diagnose und Behandlung hinzuziehen.

Ziel ist es in beiden Einrichtungen, die Psychopharmaka-Verabreichung einzuschränken, weil diese Medikamente eine sedirende Wirkung haben. Es stellt dadurch eine Lebensbeeinträchtigung dar.

Pflege von Demenzerkrankten und Umgang mit eigenen Gefühlen

Mein Einsatz teilte sich in zwei Einrichtungen in jeweils 6 Wochen. Die ersten 6 Wochen verbrachte ich meine Zeit im ——- und die weiteren 6 Wochen im —–.

Nachdem ich mir das Betreuungskonzept genauer durchgelesen hatte, musste ich leider feststellen, dass im Wohnbereich X von den Mitarbeitern dies nicht entsprechend umgesetzt wird. Mich belasteten die Umgangsformen im Team untereinander und auch gegenüber den Bewohnern.

Die Mitarbeiter im Wohnbereich X sind überarbeitet und somit ausgebrannt, leiden unter Konflikten und sind täglich unterbesetzt. Das Team ist komplett neu zusammengestellt und die Schichtzeiten teilt diese in zwei Gruppen. Beide Gruppen haben unterschiedliche Meinungen in Bezug zur Pflege, Arbeitsaufwand und Umgangsformen. Ich habe es nicht gut empfunden, dass das Einfühlungsvermögen, Respekt und Distanz nicht gewahrt wurden und sich die schlechte Stimmung auf die Bewohner übertrug. Dies äußerte sich durch entsprechende Verhaltensweisen der Bewohner wie zum Beispiel Aggressionen, Unruhe und Gewalt gegenüber der diensthabende Pflegefachkraft.

Es gab einzelne Mitarbeiter, die sich ansprechend verhalten haben und sehr lieb zu den Bewohnern waren, aber es waren nur Einzelfälle.

Dies hat mich traurig gestimmt. Ich habe bei den Bewohnern, die ich gepflegt habe, gute Umgangsformen angewendet die meinem jetzigen Ausbildungsstand entsprechen. Bei meiner Arbeit versuchte ich entsprechende Wertschätzung, Annahme und Akzeptanz der Gefühle und Verhaltensweisen der Bewohner zu akzeptieren und deren verbliebenen Ressourcen zufördern und Handlungen positiv zu beeinflussen oder auch je nach Situation zu bestätigen.

Meine positive Einstellung und Motivation zur Arbeit hat durch die von mir bereits oben beschriebene negative Atmosphäre zwischen Mitarbeitern und Bewohnern sehr gelitten.

Die erlernten schulischen Grundlagen unterstützten mich. Leider konnte ich nicht alle praxisnah umsetzen, da das wegen noch fehlender Berufserfahrung scheiterte. Außerdem fehlte die Unterstützung von den Mitarbeitern und bei einigen das Fachwissen in der Gerontopsychiatrie.

Ich habe auch beobachtet dass nicht alle Validations-Techniken angewendet wurden, wenn sie überhaupt angewendet oder durchgeführt wurden. Häufig fehlte der Blickkontakt zu den Bewohnern, die Berührungen bei bestimmten Situationen und dass man auf die Gefühle der Bewohner eingegangen wurde.

Ich fand es sehr schade, solche Erfahrungen in diesem Bereich zumachen, und es war ein Grund von vielen, dass ich gewechselt habe und die zweite Hälfte meines Einsatzes woanders gemacht habe.

Im ………………. ist die entsprechende Atmosphäre vorhanden, die ich mir gewünscht habe, wo das Betreuungskonzept auch eingesetzt wurde. Die Kollegen arbeiten im Team, sie sind gemeinsam stark, bewältigen zusammen Konflikte und setzen sich für die Rechte der Bewohner ein.

Das Team hat durch die Neustrukturierung auch Gewöhnungsphasen, leidet auch unter Personalmangel, an eigener Überbelastung der Arbeitskraft und deutlichen Sparmaßnahmen in der Pflege. Trotz allem sind sie bei der Arbeit motiviert und sind mit ihrem Umgang sehr feinfühlig gegenüber Menschen mit einer Demenz. Hier erlebe ich, wie zufrieden die Bewohner sind und kein aggressives Verhalten oder Gewalt geäußert werden.

Im ……………. kann man die Anwendung der Validations-Techniken gut erkennen an den angepassten Umgangsformen auf allen Ebenen. Die Bewohner sind nicht launisch, aggressiv und ungeduldig.

Die Mitarbeiter im …………….. stellen sich den Anforderungen des Betreuungs-Konzeptes und erzielen durch ihre Arbeit nur gute Anerkennung von Ärzten und Angehörigen.

In dieser Einrichtung hat das Arbeiten viel Spaß gemacht, und ich konnte meine Lernfelder ergänzen soweit die Zeit es zuließ.

Reflexionen des Einsatzes

Beide Einrichtungen sind zum Kennenlernen des Berufsbildes des Altenpflegers geeignet und interessant. Ich würde gern später beruflich mit Dementen zusammen arbeiten, aber bei mir kommt es auf die Atmosphäre in der Einrichtung an. Ich hatte noch nie sehr viele Erfahrungen im Umgang mit Demenzerkrankungen im fortgeschrittenen Stadium und hatte jetzt die Möglichkeit, dies zu erlernen. Ich habe festgestellt, dass mich auch dieser Bereich interessieren könnte.

Ich habe gerne Umgang mit demenzerkrankten Menschen, und für mich ist es eine Herausforderung ihre Lebenswelt zu verstehen und darauf eingehen zu können. Ich weiß, dass ich viel Verantwortung, Respekt, Akzeptanz, Einfühlungsvermögen und viel Güte im inneren Herzen besitze, um diese Aufgabe bewältigen zu können.

Ich muss lernen, die Kriterien bzw. Eigenschaften richtig in der Pflege anzuwenden und habe noch die Möglichkeit, zukünftig im Fach Gesprächsführung im Bezug auf Validation mein jetziges Wissen ergänzen zu können.

Das Thema Kommunikation ist sehr wichtig für mich geworden, weil ich hier lernen kann, meine Stärken anzuwenden und noch bestehende Schwächen auszugleichen und mit viel Diplomatie bei den Bewohnern anzuwenden.

Das Praktikum im …………… war sehr lehrreich, nur viele Situationen haben mich doch einwenig überfordert, weil ich keine Unterstützung vom Team dort erhielt. Ich empfand, dass mein bislang von der Schule vorhandenes Wissen nicht als Grundlagen ausreichend war, um einige Situationen bei den Bewohnern besser einschätzen zu können.

Ich habe auch festgestellt, dass auch viele eigene Emotionen beim Arbeiten in der Pflege hervorgerufen werden und mit ethischen Fragen im Kopf sehr belastend sein können, wenn man sich hilflos und allein fühlt.

Zuwendung, Rücksichtsnahme, Kollegialität und Hilfe habe ich in der zweiten Hälfte erfahren. Es wurden einige Lernfelder berücksichtigt und man hat mich sehr nett als Schülerin behandelt. Darum würde ich sehr gern mein Wunsch-Praktikum im ………………. machen, weil ich die letzten Wochen meine Motivation wieder gefunden habe. Es hat mir dort sehr gefallen, und für mich war es die schönste Zeit die ich als Schülerin bislang erlebt habe, denn ich habe endlich auch mal etwas Positives im Berufsleben erleben dürfen.

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