Autor/in: Oliover

Thromboseprophylaxe

1 Definition Thrombose

Thrombose kommt aus dem griechischen:

Thrombosis = das Gerinnen

Thrombos = der Klumpen, der Pfropf

Als Thrombose bezeichnet man die Verengung bzw. den vollständigen Verschluss von Gefäßen bzw. Herzhöhlen, die durch ein innerhalb des Blutgefäßes geronnenes Gebilde aus Blut (Thrombos) entsteht. Der Thrombus hat sich meist allmählich an dieser Stelle gebildet.

Am häufigsten entstehen Thrombosen in den Venen, speziell in den Beinvenen. Daher werde ich auch hauptsächliche auf die Tiefe Beinvenenthrombose eingehen.

Thrombosen zählen weltweit mit zu den häufigsten Komplikationen eines Krankenhausaufenthaltes, die mit Bettlägerigkeit oder Operation verbunden sind.

1.1 Embolie

Die Embolie kann als Komplikation der Thrombose auftreten.
Dabei löst sich der Thrombos und gelangt so in den venösen Blutkreislauf. Beispielsweise kann er auf dem Weg durch die Lungenblutbahn einen Gefäßverschluss verursachen (Lungenembolie). Diese endet meist tödlich.

2 Ursachen und Risiken

Die drei entscheidenden Entstehungsmöglichkeiten einer Thrombose wurden von dem Pathologen,   Rudolf Virchow, beschrieben und sind in der Medizin als Virchowsche- Trias bekannt:

Schädigungen der Gefäßinnenwand
Die Schädigung entsteht hauptsächlich durch verkalkungsbedingte Ablagerungen, entzündliche Gefäßwandveränderungen bzw. eine Sauerstoffverminderung.
Bei Schädigungen der Tunica intima heften sich sofort Thrombozyten an der geschädigten Stelle an und fördern die Bildung eines Thrombus.

Gefährdung: höheres Lebensalter, Rauchen

Verlangsamung der Blutströmung
Wenn das Blut sehr langsam fließt, erhöht sich die Gefahr, dass Thrombozyten sich an der Venenwand ablagern und sicht dadurch der Thrombus entwickelt.

Gefährdung: Übergewicht, Immobilität, mangelnde Bewegung

Erhöhte Blutgerinnung
Die Blutgerinnung entsteht meist dadurch, dass sich die blutgerinnungsbeteiligen Stoffe in den Gefäßen verändern.

Gefährdung: Flüssigkeitsmangel, angeborene Blutgerinnungsstörungen

Weitere Risikofaktoren sind:

  • Schwangerschaft
  • Medikamente (u.a. Diuretika)
  • Herzinsuffizienz
  • Krampfadern
  • vermehrtes Auftreten innerhalb der Familie
  • Gipsverband

3 Symptome

  • Schmerzen: ziehender Schmerz, Druckschmerz
  • Schwere- , Spannungsgefühl an betroffener Stelle
  • Überwärmung: evtl. Puls- und Temperaturanstieg
  • Gewebeschwellungen durch Wassereinlagerungen (Ödeme)
  • Zyanose der betroffenen Stelle

4 Pflegeziele

Allgemein lässt sich sagen, dass die Ziele der Thromboseprophylaxe sich darauf richten den venösen Rückfluss zu steigern, Veneninnenwandschäden vorzubeugen und die Gerinnungsbereitschaft zu senken.

Die pflegerischen Ziele konzentrieren sich hauptssächlich auf das Beschleunigen der Blutströmung, da die anderen beiden Faktoren kaum durch die Pflegearbeit beeinflusst werden können.

5 Prophylaxen

Ziel der Thromboseprophylaxe ist den Blutrückfluss in den Venen zu unterstützen, dadurch wendet man verschiedene Maßnahmen an:

5.1 Frühmobilisation

Durch einseitige Körperlagerung (z.B. langes Sitzen, Liegen) werden die Venen abgeklemmt bzw. fehlt die Muskelanspannung der Beinmuskulatur um den Blutrückfluss zum Herzen hin zu fördern.

Bei der Bewegung wird das Herz angeregt schneller zu schlagen. Dadurch erhöht sich gleichzeitig auch die Geschwindigkeit der Blutzirkulation. Daraus folgt, dass das Blut schneller durch die Arterien und ebenso schnell durch die Venen gepumpt wird. Der ansteigende Blutdruck fördert also die Durchblutung der Gefäße.

Vorgehensweise:

  • Patient auf Notwendigkeit der Bewegung hinweisen und frühmöglichst
    ermutigen aufzustehen und sich zu bewegen
  • Bei bestehender Bettruhe: rückstromfördernde Gymnastik anbieten um so die
    Muskel- Venen- Pumpe aktivieren:
    ▫ Beine anwinkeln und strecken
    ▫ Füße kreisen lassen
    ▫ „Fahrrad fahren“ im Bett
    ▫ Zehen krallen und entspannen

5. 2 Flüssigkeitszufuhr

Wenn zu wenig Flüssigkeit im Körper vorhanden ist, verdickt sich das Blut. Dies fördert die   Entstehung der Thrombose nur unnötig.

Daher sollte der Hauttugor (Eigenspannungszustand der Haut) regelmäßig überprüft werden. Das ein Flüssigkeitsmangel im Körper herrscht, erkennt man an den herabgesetzten Tugor. Davon spricht man, wenn die Haut nach der Druckentlastung nicht gleich in ihre Ursprungsform verfällt.

Vorgehensweise:

  • Patient auf Notwendigkeit der regelmäßigen und ausreichenden
    Flüssigkeitszufuhr hinweisen (ca. 2 Liter am Tag) bzw. ihm kontinuierlich das
    Trinken anbieten und ermöglichen
  • vorzugsweise sollte Wasser, Säfte, Früchtetee und Schorlen getrunken werden
  • Kaffee, Schwarztee Alkohol sollten vermieden werden, da sie auf den
    Organismus entwässernd wirken

5.3 Kompressionsbehandlung

Unter der Kompressionsbehandlung versteht man das Anlegen der Antithrombosestrümpfe (ATS), der Kompressionsstrümpfe oder des Kompressionsverbandes.

Durch die Kompression wird das Gewebe zusammengehalten und gestützt.   Beim richtigen Anlegen der ATS verengen sich die Venen gleichmäßig, wodurch der Blutfluss besser gewährleistet ist.

Vorgehensweise ATS:

  • der Patient muss die richtigen Strümpfe erhalten, dies geschieht durch
    vorheriges Ausmessen des Beins bzw. der Beine
  • vor dem Anlegen der ATS sollten die Beine ca. 20 Minuten hoch gelagert
    worden sein um sicherzustellen, dass die Beine „entstaut“ sind und ein
    gleichmäßiger Venenquerschnitt vorhanden ist
  • korrektes Anziehen der Strümpfe
  • tägl. Hautbeobachtung und Pflege der Beine
  • alle zwei bis drei Tage oder bei Verschmutzung werden die ATS gewechselt

Vorgehensweise Verband:

  • vor dem Anlegen des Kompressionsverbandes sollten die Beine ca. 20 Minuten
    hoch gelagert worden sein um sicherzustellen, dass die Beine „entstaut“ sind
    und ein gleichmäßiger Venenquerschnitt vorhanden ist
  • Zehen werden nicht eingewickelt:
    ▫ um die Sensibilität und Mobilität des Patienten zu gewährleisten
    ▫ die Temperatur, Durchblutung, Verfärbung kann so besser kontrolliert
    werden
  • Verband muss das Bein lückenlos umwickeln
  • Verband bis zu zwei Mal täglich erneuern
  • Verband nicht zu eng anlegen und Faltenbildung vermeiden

5. 4 Lagerung

Beim Hochlagern der Beine nutzt man die physikalische Gesetzmäßigkeit der
Erdanziehungskraft aus. Durch diese Kraft gelangt das Blut aus den Beinen, durch die Venen, auch wieder besser zum Herzen.

Vorgehensweise:

  • Beine sollten idealerweise im 20° Winkel gelagert werden:
    ▫ Hochstellen des Bettes
  • beim Sitzen kann ein Hocker zur Hochlagerung verwendet werden
  • Kniegelenke sollten nicht durchhängen, ggf. mit flachen Kissen unterstützen

5.5 Ausstreichen der Beine

Bei der Maßnahme der Ausstreichung der Beine wird der Rückstrom manuell unterstützt. Das Blut wird durch aufwärts streichende Bewegungen in Richtung Herz befördert.

Vorgehensweise:

  • Bein anheben, mit der anderen Hand mit leichtem Druck vom Knöchel in
    Richtung Knie das Blut ausstreichen
  • lässt sich gut bei der Körperpflege anwenden:
    ▫ beim Waschen/ Abtrocknen den Waschlappen/ das Handtuch für die leichte
    Druckbewegung benutzen
    ▫ da die Haut durch das Tragen der ATS dazu neigt schnell trocken zu werden,
    sollte man die Waden eincremen und dabei auch auf ausstreichende
    Bewegungen achten

5.6 Atemübungen

Bei einer tiefen Atmung hebt sich der Thoraxraum. Dies begünstigt das Verengen der unteren Hohlvene, wodurch der Blutfluss wieder angeregt wird.

Vorgehensweise:

  • Patient über Notwendigkeit hinweisen und ihn bei den Übungen anleiten
  • Lachen

bewusstes Atmen:

  • ▫ Bauchatmung

▫ durch die Nase einatmen und durch den Mund ausatmen

6 Quellen

  • Pflege Heute, 3. Auflage, Urban & Fischer, 2004
  • ▫ Bauer, Huch: Mensch, Körper, Krankheit, 4. Auflage, Urban & Fischer, 2003
  • Arbeitsmaterialien aus dem Unterricht (Kopien)
  • Internet

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