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Mitglied im Pflegenetz
Autor: http://www.stoma-welt.de
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Hinweis: Dieser Artikel wurde freundlicherweise vom Internet Magazin für Stoma Träger (http://www.stoma-welt.de) zur Verfügung gestellt. Dies ist eine Kopie und ist ebenfalls unter http://www.stoma-welt.de zu finden.

Stoma Versorgung

Wer bekommt ein Stoma ?

Wer benötigt eigentlich ein Stoma ? Gibt es besondere Risikogruppen?

Ein Stoma kann eigentlich jeder bekommen, vom gerade erst geborenen Säugling bis zum Urgroßvater, Menschen aus allen Bevölkerungsschichten und jeglicher Hautfarbe. Die Gründe, warum der/die Betroffene ein Stoma angelegt bekommt können sehr unterschiedlich sein.

Die häufigsten Ursachen für eine Stomaanlage sind:

 

Krebs -

Dickdarmkrebs ist die häufigste Ursache für die Anlage eines künstlichen Dickdarmausgangs ( Colostoma ). Eine künstliche Harnableitung ( Urostoma ) wird in den meisten Fällen dann notwendig, wenn die Blase aufgrund von Blasenkrebs oder aufgrund von Tumoren in Nachbarorganen, wie z.B. Mastdarm oder Gebärmutter, entfernt werden musste. Ein Grund für die Anlage eines künstlichen Dünndarmausgangs ( Ileostoma ) kann zum Beispiel der vererbbare Darmkrebs (vererbbaren familiären Polyposis ) sein.

chronisch entzündliche Darmkrankheiten -

Colitis ulcerosa und Morbus Crohn gehören zu den chronisch entzündlichen Darmkrankheiten. Normalerweise verlaufen diese Erkrankungen schubweise und können mit Medikamenten ausreichend behandelt werden. Bei einem kleinen Teil der Patienten ist es jedoch notwendig, dass ein Stück oder der gesamte Dickdarm entfernt werden muss. In diesen Fällen kann vorübergehend oder auch endgültig die Anlage eines Colo- oder Ileostoma angebracht sein.

angeborene Fehlbildungen -

Angeborene Fehlbildungen können schon bei einem Säugling die Anlage eines Stomas notwendig machen. So können z.B. bei einem angeborenen offenen Rücken ( Spina Bifida ) die Nerven fehlen, die dem Gehirn mitteilen, wann die Blase geleert werden muss. Hier schafft ein Urostoma Abhilfe. Ein anderes Beispiel ist die Hirschsprung-Krankheit. Hier fehlen in einem Teil der Dickdarmwand die Nervenzellen, welche die Darmbewegung auslösen. Dadurch entstehen Darmverengungen, die unbehandelt einen Darmverschluss auslösen können. Hier hilft ein Ileostoma .

Unfälle -

Eine weitere Ursache für eine Stomaanlage können Unfälle sein, wenn dabei ein Teil des Darms, meist des Dickdarms, beschädigt wurde. Ein Stoma aufgrund eines Unfalls wird in der Regel nur für einen bestimmten Zeitraum angelegt, bis sich der betroffenen Darmabschnitt von dem Unfall und der darauffolgenden Operation wieder erholt hat.

Divertikel-Krankheit -

Bei der Divertikel-Krankheit bilden sich im Dickdarm Ausstülpungen, in denen sich der Stuhl festsetzen und eine Entzündung auslösen kann. In wenigen Fällen treten dabei Komplikationen auf, welche die vorübergehende Anlage eines Colostoma notwendig machen.
Wenn man noch nie einem anderen Stomaträger begegnet ist sollte man sich mal kurz überlegen, warum .....

Genau, die Antwort ist ganz einfach: Man sieht einem Betroffenen halt einfach nicht an, dass er ein Stoma hat. Und riechen kann's auch niemand.

Abschließend noch einige Zahlen:

Nach Angaben der Deutschen ILCO leben in Deutschland schätzungsweise 80.000 - 100.000 Stomaträger .

Von den Mitgliedern der Deutschen ILCO haben
- 73,9 % eine Colostomie
- 13,4 % eine Ileostomie
- 7,9 % eine Urostomie
.
Bei 80% der Mitglieder ist die Grunderkrankung Krebs.

Kurze Anleitung zum Versorgungswechsel

Naja , eine richtige Anleitung soll es eigentlich gar nicht sein. Vielmehr möchte ich in fünf Schritten am Beispiel der Versorgung eines Ileostoma zeigen, wie der Versorgungswechsel und die Stomapflege grundsätzlich ablaufen. Dabei will ich gar nicht weiter auf die kleinen Unterschiede zwischen Colo- , Ileo- und Urostoma eingehen.

In dem Beispiel ist wie gesagt ein Ileostoma abgebildet, das mit einer einteiligen Stomaversorgung versorgt wird. Die fünf grundlegenden Schritte dabei sind:

Schritt Nr.1: Versorgungs- und Reinigungsmaterial vorbereiten

Versorgungs- und Reinigungsmaterial vorbereitenErst einmal sind alle nötigen Vorbereitungen zu treffen. Dazu gehört z.B. das Bereitlegen von: Reinigungstüchern oder -kompressen, ein Müllbeutel zum Entsorgen der gebrauchten Versorgung und der benutzten Reinigungstüchern, ein frischer Stomabeutel und (bei zweiteiliger Versorgung) eine Hautschutzplatte, Klammern zum Verschließen des Beutels, etc.

In der Hautschutzplatte muss evtl. noch das Loch, dessen Rand das Stoma später umschließt, vorgeschnitten bzw. an das eigene Stoma angepasst werden.

Schritt Nr.2: alte Stomaversorgung entfernen

Sind alle Vorbereitungen getroffen, kann die alte Stomaversorgung von der Bauchdecke entfernt werden. Dabei zieht man am besten die Hautschutzplatte von oben nach unten ab und drückt leicht auf die gerade freigegebene Bauchdecke.

Schritt Nr.3: Haut in Stomaumgebung reinigen

Haut in Stomaumgebung reinigenIst die alte Versorgung entfernt, kann die Haut rund um das Stoma gereinigt werden. Dabei müssen vor allem Stuhlreste, die auf die Haut geraten sind, sorgfältig entfernt werden.

Die Reinigung kann mit speziellen medizinischen Reinigungsmitteln durchgeführt werden, aber meist reichen Wasser und eine ph-neutrale Seife aus.

Nach der Reinigung ist die Haut wieder gut abzutrocknen.  

Schritt Nr.4: Hautschutz auftragen

Hautschutz auftragenJetzt wird der zusätzliche Hautschutz direkt auf die Haut rund um das Stoma aufgetragen. Das kann vom Hautschutzfilm bis zu Stomapaste alles mögliche sein. Nur der Versuch, welches Präparat das richtige Präparat i.S. Hautverträglichkeit, Tragekomfort etc., ist, lässt die Auswahl auf das letztendlich individuell richtige Produkt zu. Hier ist eine wichtige Person, die beraten kann, die Stomatherapeutin . Adressen findet man unter www.ilco.de .
Ein zusätzlicher Hautschutz für die Haut direkt am Stoma ist grundsätzlich nicht in jedem Fall notwendig, aber ich selbst kenne keinen Stomaträger /-in, der/die immer ohne zusätzlichen Hautschutz auskommt.

Schritt Nr.5: neuen Stomaversorgung anbringen

neuen Stomaversorgung anbringenNun kann die bereitliegende Stomaversorgung angebracht werden. Bei der zweiteiligen Versorgung wird jetzt zuerst die Basisplatte auf die Bauchdecke geklebt, auf die anschließend der Stomabeutel angebracht wird. Das Foto zeigt das Aufkleben einer einteiligen Stomaversorgung .

Das Aufbringen der Stomaversorgung ist am leichtesten, wenn man die Öffnung in der Hautschutz- bzw. Basisplatte zuerst mit dem unteren Rand an das Stoma anpasst an dann die Platte von unten nach oben abrollt.

Der tägliche Begleiter - die Stomaversorgung

Stuhl oder Urin fließen weitgehend unkontrolliert aus dem Stoma heraus. Ein künstlicher Ausgang besitzt keinen Muskel wie z.B. den Schließmuskel des After, mit dessen Hilfe Stuhl oder Urin willkürlich abgegeben werden kann. Also benötigen Stomaträger zum Einen ein Behältnis, in dem die Körperausscheidung möglichst flüssigkeits- und geruchsdicht aufgefangen und einige Zeit aufbewahrt werden kann. Zum Anderen muss die Haut in der direkten Umgebung des Stomas geschützt werden, da sie von den Ausscheidungen angegriffen und gereizt wird, was zu Entzündungen führen kann. Um dies zu ermöglichen gibt es sogenannte Stoma-Versorgungssysteme .

Zweiteiliges Versorgungsystem; unten Mitte: Hautschutzplatte, darüber offene und geschlossene StomabeutelDie Versorgungssysteme besitzen verschiedene Eigenschaften, an denen man sie gut unterscheiden kann. Es gibt:

Ein- oder zweiteilige Versorgungen

Die einteilige Stomaversorgung besteht aus einem speziellen Kunststoffbeutel, in dem sich die Körperausscheidungen auffangen und vollkommen flüssigkeits- und geruchsdicht für einige Zeit aufbewahren lassen. Auf der Rückseite dieses Beutels befindet sich eine sogenannte Hautschutzplatte. Die Hautschutzplatte hat zwei wichtige Aufgaben. Zum Einen besitzt sie eine Klebefläche, mit der die Stomaversorgung sicher und hautschonend auf der Haut aufgeklebt werden kann. Zum Anderen schützt sie die Haut rund um das Stoma vor dem Kontakt mit Stuhl oder Urin, um Hautreizungen und -entzündungen zu vermeiden. In der Mitte der Hautschutzplatte ist meist ein Loch vorgeschnitten, durch das nach dem Aufkleben auf die Haut das Stoma heraus schaut. Je nach Form des Stoma muss dieses Loch in den meisten Fällen vor dem Aufkleben noch passend zurechtgeschnitten werden. Einteilige Versorgungssysteme müssen immer vollständig gewechselt werden.

Bei der zweiteiligen Stomaversorgung sind die Hautschutzplatte (bei der zweiteiligen Versorgung Basisplatte genannt) und der Kunststoffbeutel zwei voneinander getrennte Produkte. Die Basisplatte ist etwas dicker und auf der Vorderseite befindet sich ein Rastring. Ansonsten besitzt sie die selben Eigenschaften wie die Hautschutzplatte der einteiligen Stomaversorgung . Die Basisplatte wird zuerst auf die Haut aufgeklebt.
Der Beutel besitzt an seinem oberen Teil ebenfalls einen Kunststoffring, mit dem der Beutel auf dem Rastring befestigt werden kann. Das funktioniert im Prinzip genau so, als würde man den Deckel auf eine Tupperware-Schüssel drücken. Genau wie der Deckel hält der Beutel sicher auf der Basisplatte. Bei einigen Herstellern hat der Rastring zusätzlich noch einen Sicherheitsverschluss, der ein Abreisen des Beutels von der Basisplatte unmöglich macht.
Der Vorteil eines zweiteiligen Systems liegt darin, das nur der Beutel gewechselt werden muss. Die Basisplatte kann vier bis fünf tage auf der Haut bleiben. Damit hat man den Aufwand, der beim Wechsel eines einteiligen Systems entsteht nur alle vier bis fünf Tage.

Offene und geschlossene Versorgungen

Einteiliges Versorgungsystem; offener Ileostomiebeutel mit Hautschutzplatte/KlebeflächeOffene Versorgungsbeutel besitzen am unteren Ende eine Öffnung, durch das die im Beutel gesammelten Körperausscheidungen aus dem Beutel geleert werden können. Offene Beutel werden hauptsächlich von Ileo- und Urostomieträgern verwendet, da bei ihnen die Menge von ausgeschiedenem Stuhl bzw. Urin relativ hoch und breiig bzw. flüssig ist.
Die offenen Beutel zur Versorgung eines Ileostoma können mit einer Klammer oder einem Klettverschluss absolut geruchs- und flüssigkeitsdicht verschlossen werden. Offene Beutel zur Urostoma-Versorgung können mit Hilfe eines Ventils verschlossen und entleert werden.

Geschlossene Beutel werden meist von Colostomträgern benutzt, da bei ihnen der aufgefangene Stuhl i.d.R. fester und geformt ist. Außerdem ist die ausgeschiedenen Menge geringer als bei einem Ileostoma , da ein Grossteil der Flüssigkeit bereits entzogen ist, die beim Ileostoma mit ausgeschieden wird.

Transparente und hautfarbene Versorgungen

Die Kunststoffbeutel zur Stomaversorgung sind entweder transparent, so daß man das Stoma und die Ausscheidungen sehen kann, oder sie sind hautfarben und verdecken die Sicht auf Stoma und Inhalt des Beutels.
Transparente Beutel werden meist nur in den ersten Wochen nach der Operation verwendet, um das Stoma und die Ausscheidungen besser kontrollieren zu können. Nach kurzer Zeit wird dann auf hautfarbene Beutel gewechselt, die den direkten Blick auf den Inhalt verdecken und den Inhalt des Beutels damit quasi verstecken. Die transparenten Beutel besitzen darüber hinaus oft ein hautfarbenes Flies, welches das Tragen angenehmer macht und den Eindruck von Stoff vermittelt.

Besonderheiten bei Urostomieversorgungen

Versorgungssysteme für Urostoma besitzen zusätzlich eine Rücklaufsperre die verhindert, das der Urin beim Liegen zurück an das Stoma fließen kann. Dadurch wird Entzündungen und Hautreizungen vorgebeugt.
Offene Urostomiebeutel können durch ein Ventil am unteren Ende des Beutels entleert werden. Außerdem kann an dieses Ventil ein größere Nachtbeutel angeschlossen werden, der nachts an das Bett angehängt wird.

Filter und noch mehr High-Tech

Stomabeutel , Hautschutzplatten, das alles sind mittlerweile echte High-Tech Produkte. Kein Vergleich damit, wie Versorgungssysteme noch vor dreißig Jahren ausgesehen haben. Die Aktivkohlefilter, wie er in einigen Colo- und Ileostomiebeuteln verwendet wirdStomabeutel sind an ihren Schweißnähten mehrfach verschweißt, um absolut dicht und wiederstandsfähig zu sein. Und trotzdem ist der Kunststoff der Beutel nicht mal einen Millimeter dick.
Eine besonders für Colo- und Ileostomieträger nützliche Erfindung sind z.B. die Kohlestofffilter, welche die Verdauungsgase aus dem Beutel herauslassen, aber vorher alle unangenehmen Gerüche herausfiltern.

Stoma und Ernährung

Das wichtigste zuerst: es gibt keine spezielle Diät für Stomaträger . Aber gerade wenn Du Ileo- oder Colostomaträger bist hast Du bestimmt schon erlebt, dass sich beim Ausgehen das Stoma lautstark zu Wort meldet oder man sogar mal eine Nacht im Krankenhaus verbringen muss, weil man im Laufe des Tages zuviel von etwas gegessen hat, von dem man besser die Finger gelassen hätte. Also gibt es wohl doch einige Dinge, die man also Ileo- oder Colostomieträger beachten sollte.

Die Ernährung sollte, wie für jeden Nichtbetroffenen auch, ausgewogen, vielseitig und vollwertig sein. Vollwertige Kost besteht aus einer ausgewogenen Mischung von Nahrungsmitteln, die Eiweiß, Fett, Kohlehydrate, Ballaststoffe und Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine enthalten. Also z.B. auf Süßigkeiten und Limonadengetränke weitestgehend verzichten und die eigene Ernährung aus magerem Fleisch, Obst, Gemüse, Vollkorn- und Milchprodukten aufbauen. Mehr Informationen dazu findet Ihr im Internet.

Jeder Stomaträger kann individuell Probleme mit bestimmten Nahrungsmitteln haben. Leider muss jeder für sich selbst herausfinden, wie sein Körper auf welche Nahrungsmittel reagiert. Wenn Du aber genau weist, dass Erbsen bei Dir Blähungen und damit viel Luft und Geräusche im Stomabeutel verursachen kannst Du auf Erbsen verzichten, wenn Du abends noch ins Kino oder Konzert gehen willst. Vielen war eine große Hilfe einige Wochen lang Buch über die eigenen Essgewohnheiten zu führen und dabei festzuhalten, wie man sich danach gefühlt hat und ob Durchfall, starker Geruch, etc. aufgetreten sind.

Hier einige Erfahrungswerte, die von Betroffenen zusammengetragen wurden:

abführend wirken:

  • Alkohol
  • Kaffee
  • Cola-Getränke
  • sehr fette Speisen
  • Gebratenes
  • scharfe Gewürze
  • Zucker
  • Fruchtsaftgetränke
  • frisches Obst
  • Sauerkrautsaft

stark riechen kann's bei:

  • Eiern
  • Fleisch, Fisch
  • Spargel
  • Pilze
  • Zwiebeln
  • Knoblauch
  • Käse
  • Kohl
  • Bohnen

geruchshämmend wirken:

  • Grüne Gemüse (z.B. Spinat, grüner Salat)
  • Petersilie
  • Preiselbeersaft
  • Joghurt

stark stopfend wirken:

  • Bananen
  • getrocknete Früchte
  • kakaohaltige Produkte
  • Schokolade
  • schwarzer Tee
  • gekochte Möhren
  • Kartoffeln
  • Reis
  • Quark
  • Weißbrot

blähend wirken:

  • Kohlarten
  • Hülsenfrüchte
  • Lauch, Zwiebeln
  • frisches Brot
  • kohlensäurehaltige Getränke (z.B. Cola, Bier)

Außerdem können vor allem beim Ileostoma faserhaltige Produkte zu Verstopfung und im Ernstfall sogar zum Darmverschluss führen. Deshalb sollten Betroffene auf den Verzehr von faserhaltigen Nahrungsmitteln weitestgehend verzichten. Dazu zählen vor allem:

  • Zitrusfrüchte
  • Spargel
  • Pilze
  • Ananas
  • Nüsse
  • harte Obstschalen und -kerne

Und noch was ganz wichtiges für Ileostomieträger :
Achtet auf eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme. Die tägliche Urinmenge sollte mindestens 1 Liter betragen! Eine Einschränkung der Flüssigkeitszufuhr hat keine Eindickung des Stuhls zur Folge.

Müsst Ihr Euch an besondere diätische Ernährungsvorschriften halten, z.B. aufgrund von Diabetes, gelten diese Diätregeln nach Anlage eines Stomas weiterhin.

Mögliche Komplikationen

Natürlich können bei einem Stoma auch Komplikationen auftreten, dass will ich hier nicht verheimlichen. Wenn man sich dieser aber bewusst ist, kann man sofort zum Arzt oder der Stomatherapeutin gehen, wenn man meint eine dieser Komplikationen bei sich erkannt zu haben. Denn sie lassen sich alle behandeln, konservativ oder durch Operationen. Also ist auch Aufklärung über mögliche Komplikationen wichtig. (hier steht ausdrücklich: mögliche!! Sie müssen nicht auftreten.)

  • Stomablockade ( Stenose )
  • Hernie (Bruch)
  • Prolaps (Darmvorfall)
  • Retraktion (Einziehung)

Stomablockade ( Stenose )

Als Stomablockade bezeichnet man den Zustand, wenn ein Ileostoma über mehrere Stunden keinen Stuhl entleert, Bauchschmerzen und Bauchkrämpfe auftreten und die zuletzt aufgenommene Nahrung evtl. wieder erbrochen wird. In diesem Fall ist der Darm an irgend einer Stelle blockiert (daher die Bezeichnung "Blockade") und lässt nur wiederwillig Stuhl passieren. Bei einem Colostoma tritt eine Stomablockade nur sehr selten auf.

Eine Stomablockade kann verschiedene Ursachen haben. Meist sind Narben oder Verwachsungen und Lebensmittel mit im Spiel. Durch Operationen und die Stomaanlage selbst können Narben im Darm, die sich evtl. zuziehen, und Verwachsungen im Bauch entstehen, die gegen den Darm drücken und ihn damit einengen. Aber Narben und Verwachsungen alleine sind in der Regel noch kein Problem. Erst wenn schwer verdauliche Lebensmittel mit ins Spiel kommen, die sich in dieser engen Darmstelle festsetzen und wie bei einem Staudamm den nachfolgenden Stuhl aufstauen kommt es zu Schmerzen, Krämpfen und Erbrechen.

Häufigster Übeltäter bei den Lebensmitteln sind dabei stark faserhaltige Lebensmittel (wie Spargel, Pilze oder Nüsse) und Schalen (z.B. Tomaten- und Paprikaschalen). Aber auch hier reagiert wieder jeder Betroffenen unterschiedlich. Solltest Du nach dem Genuss bestimmter Lebensmittel Schmerzen oder Krämpfe bekommen solltest Du das auf jeden Fall weiter beobachten und diese Lebensmittel evtl. aus dem Speiseplan streichen.

Achtung: Halten starke Bauchschmerzen und -krämpfe, evtl. verbunden mit Erbrechen, länger als 2 Stunden an, dann suche bitte sofort einen Arzt auf. Eine Engstelle im Darm kann in wenigen Fällen zum Darmverschluss führen, der sofort ärztlich behandelt werden muss!

Hernie (Bruch)

Bei der operativen Anlage des Stoma wurde ein Loch in der Bauchmuskulatur erzeugt, um eine Austrittstelle für den Darm zu schaffen. Man kann sich vorstellen, das dadurch der ganze Bereich um das Stoma herum an Stabilität verliert. Manchmal passiert es dann, das Darmschlingen in die Bauchwandschichten eintreten. Man Großansicht des Fotosspricht dann von einem Bruch bzw. einer ( peri- oder parastomalen ) Hernie.

Zu erkennen ist eine Hernie durch die deutliche Wölbung der Bauchdecke in direkter Nähe des Stomas . Im schlimmsten Fall kann eine Hernie Schmerzen verursachen und zur Einklemmung des Darms führen. Hernien entwickeln sich sehr langsam und meist über Monate und Jahre hinweg.

Behindert der Bruch die Stomaversorgung oder klemmt er den Darm ein ist eine Operation zur Behebung des Bruchs unverzichtbar. Das Risiko zur Entwicklung einer Hernie liegt bei annähernd 40% nach 5 Jahren.

Vorbeugen kann man einer Hernie, indem man das Heben schwerer Lasten vermeidet und zur Unterstützung der Bauchdecke in Belastungssituationen eine speziell angepasste Leibbinde trägt. Hat sich bereits ein kleiner Bruch gebildet, sollte auf jeden Fall eine entsprechende Leibbinde getragen werden. Wenn noch nicht geschehen, sprich Deinen Stomatherapeuten bei Gelegenheit darauf an.

Prolaps (Darmvorfall)

Bei dem Prolaps , der auch als Vorfall bezeichnet wird, tritt der Darm aus dem Stoma hervor, ähnlich wie beim Umstülpen einer Socke. Dadurch wird die Versorgung des Stoma erschwert und durch mechanische Reizungen treten Blutungen der Darmschleimhaut auf. Die grundsätzliche Funktionsfähigkeit wird aber nicht eingeschränkt.

Großansicht des FotosErkennen kannst Du einen Prolaps daran, dass während Du stehst Dein Darm viel weiter aus dem Stoma heraus steht als sonst. Der Prolaps selbst kann unterschiedlich lang sein.

Behandelt wird ein Prolaps meist konservativ, d.h. der vorgefallen Darm muss mit der flachen Hand zurück geschoben werden, bevor die Versorgung aufgebracht wird. Das tut weder weh noch ist es gefährlich. Deine Stomatherapeutin wird Dir zeigen, wie Du vorgehen musst. Danach kann man zum weiteren Schutz des hervorstehenden Darms eine sogenannte Prolapskappe tragen. Diese wird über das versorgte Stoma gelegt und mit einem Gürtel befestigt. Ist der Vorfall besonders groß, muss er operativ korrigiert werden. Die operative Beseitigung des Prolaps ist für den Chirurgen in der Regel sehr einfach.  

Retraktion (Einziehung)

Wird das Stoma unter die Bauchdecke, also nach innen, gezogen, spricht man von der Retraktion . Das Stoma verschwindet dabei unter dem Hautniveau. Die Funktionsfähigkeit des künstlichen Ausgangs ist dadurch nicht eingeschränkt. Allerdings wird die Versorgung Großansicht des Fotoswesentlich erschwert, da die Haut leichter mit den Ausscheidungen in Berührung kommen kann, was häufig zu chronischen Hautentzündungen führt.

Auch die Retraktion kann konservativ behandelt werden. Die Hersteller haben dazu spezielle Versorgungssysteme entwickelt. Sie arbeiten genau so komfortabel wie andere Systeme, sind aber an die speziellen Gegebenheiten angepasst. Zweckmäßigerweise ist aber eine operative Korrektur anzustreben, die in der Regel auch recht einfach durchgeführt werden kann.

Autor: http://www.stoma-welt.de
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