Autor/in: Martin Naumann

ROT – Realitätsorientierungstraining

(geeignet für das 1. Stadium der Demenz)

Definition:

ROT ist die Aktivierung geistiger Leistungsfähigkeit zur Bewältigung und Strukturierung des Alltags. Der Schwerpunkt von ROT liegt in der Gegenwart.

ROT wird präventiv, begleitend und rehabilitativ eingesetzt.

24h – Programm

  • Tagesablaufstrukturierung
  • Einzeltraining
  • Gruppentraining

Möglichkeiten des ROT (erklärt die Methode insgesamt)

  • der gesamte Wohnbereich und der Tagesablauf werden unter dem Gesichtspunkt der Reorientierung alter Menschen gestaltete
  • die Strukturierung der Umgebung kann erfolgen mit großen Kalendern und Uhren, Farbsystemen, der ROT – Tafel, Namensschildern, Bildern aus der Vergangenheit
  • das Lesen und Verstehen der Orientierungshilfen muss regelmäßig und behutsam geübt werden
  • Regelmäßigkeiten und Gewohnheiten geben dem Betroffenen Sicherheit, deshalb ständig wiederkehrende Ereignisse im Heimalltag (Aufstehen, Morgentoilette, Essen stets in gleicher Weise ablaufen lassen, fester Zeitplan)
  • den Verwirrten nicht aus seiner Welt holen
  • den Verwirrten nicht überfordern
  • allgemeine Grundsätze im Umgang mit Verwirrten beachten

Ziele von ROT

  • Aktivierung kognitiver Leistungsfähigkeit
  • Erhaltung der Alltagskompetenz
  • Förderung und Erhaltung des sozialen und gesundheitlichen Status
  • Steigerungen von Konzentration und Orientierung
  • Reduktion von Angst und Stress
  • Vermeidung von Verletzungen
  • verbesserte Merkfähigkeit durch Einsatz von Merk hilfen

Beurteilung kognitiver Einschränkungen

  • AEDL´s genau beobachten
  • Merkfähigkeit und Vergesslichkeit
  • Selbstpflegefähigkeit
  • Haushaltsführung
  • Mobilität
  • Umgang mit Finanzen
  • soziale Kompetenz
  • Bedarf an Orientierungshilfen
  • Defizite im Orientierungsvermögen (zeitlich, örtlich, situativ, persönlich)

Bei ausgeprägter Verwirrtheit, erhöht sich auch das Verletzungsrisiko, es gibt Kontinenzprobleme, Fehl- bzw. Mangelernährung.

Der geeignete Personenkreis für ROT

Menschen…

  • mit Einschränkung des Kurzzeitgedächtnisses
  • die Vergesslichkeit als ärgerlich oder bedrohlich empfinden
  • mit Einschränkung der Alltagskompetenz
  • denen das Zuordnen von Personen schwer fällt
  • mit Mangel an Selbstpflege
  • Präventiv für „jüngere“ Menschen

ROT in der Praxis

  • Eindeutige, sinnvoll Strukturierte Anweisungen für jeweils einen Arbeitsschritt
  • Kurze und eindeutige Sätze verwenden
  • klare Stimmlage
  • Stresssituationen vermeiden
  • nicht ungeduldig oder hektisch
  • mangelhafte Vorbereitung oder Maßnahmen meiden
  • Bezugspflege umsetzen
  • bei jeder Gelegenheit Informationen geben

(z.B. „Guten Morgen Frau Mayer, heute ist Dienstag..“)

  • direktes Ansprechen steigert die Aufmerksamkeit, Blickkontakt
  • den Betroffenen nicht korrigieren (fördert sonst Rückzug)
  • Aktivitäten möglichst allein ausführen lassen

ROT im 24-Stunden-Programm

  • Strukturierung des Tagesablaufes
  • gut ausgearbeiteter Wochenplan erleichtert die Strukturierung der Arbeitszeit, die Personaleinteilung und Planung besonderer Aktivitäten
  • Wochenplan in Gemeinschaftsräumen, für jeden gut zugänglich anbringen
  • individuelle Wünsche und Bedürfnisse des Klienten berücksichtigen
  • Ressourcen der Pflegekräfte berücksichtigen

ROT als Einzeltraining

  • Steigerung der Selbstständigkeit
  • Fördern der Selbstachtung
  • Verhindern von Exikose, Fehl- und Mangelernährung

Beispiele

  • beim Waschen und Kleiden, Handlungsabläufe gemäß der individuellen Pflegeplanung umsetzen
  • Merkhilfen verwenden
  • Toilettengänge berücksichtigen
  • Umgang mit Inkontinenzartikeln trainieren und/oder erlernen
  • Mahlzeiten gemeinsam zubereiten
  • ausreichende Flüssigkeitszufuhr (feste Zeiten, was gern getrunken wird)
  • geeignete Zwischenmahlzeiten einhalten
  • Mahlzeiten in Ruhiger Atmosphäre einnehmen lassen (nicht mehr als 6 Personen pro Tisch)

ROT in der Gruppe

  • Gruppe mit 4-8 Personen
  • 30-60 Minuten Dauer
Inhalte
  • Gedächtnisübungen (Informationsaufnahme, Merkfähigkeit)

Benutzung der ROT – Tafel

  • im Eingangsbereich, als Wandtafel oder direkt für eine Beschäftigung
  • Pflegeheimname:……………………………..Name
  • Heute ist:…………………………………………Wochentag
  • Datum:……………………………………………
  • Jahr:……………………………………………….
  • das Wetter ist:………………………………….kalt, neblig, klar etc.

Ablauf des ROT in der Gruppe

  • alle Personen stellen sich gegenseitig vor
  • gemeinsames Lesen der ROT- Tafel
  • Thema zur Diskussion stellen oder anbieten
  • Unterbrechung der Sitzung durch Erfrischungspause
  • Abschluss mit gemeinsamem Musikhören oder Singen

Methodische Hinweise

  • Schulatmosphäre vermeiden
  • Spielerische Gestaltung
  • Anschauungsmaterial zur Gestaltung der Unterhaltung nutzen
  • Verbindungen zum Lebensalltag spüren lassen

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