Autor/in: Luna5

Prüfungsbericht

Name der Bewohnerin: Frau H.

Geburtsdatum: xxxxxx

Heimaufnahme: xxxxxx

1. Biografie:

Frau H. wurde am xxxxxxx in xxxxx geboren. Im Alter von 6 Jahren verstarb ihre Mutter, drei Jahre später ihr Vater. Nach dem Tode des Vaters wurde sie zusammen mit ihren sechs Geschwistern in verschiedenen Waisenhäusern untergebracht.

Im Alter von 10 Jahren kam Frau H. auf einen landwirtschaftlichen Hof im Erzgebirge. Dort musste sie sehr schwer arbeiten.

Im Jahre 1938 heiratete Frau H. und bewirtschaftete zusammen mit ihrem Mann einen Bauernhof in Herensberg im Erzgebirge. Kurz nach der Hochzeit brach der zweite Weltkrieg aus und ihr Mann war die ganzen sechs Jahre bis 1945 als Soldat im Krieg, später in Gefangenschaft in Sibirien. Während dieser Zeit bewirtschaftete Frau H. den Bauernhof ganz alleine. Nach dem Krieg verloren sie den Bauernhof und Frau H. arbeitete dann in einer Feinmechanikfabrik.   Sie bekam vier Kinder, wovon eines leider sehr früh verstarb.

Frau H. zog zwei Töchter und einen Sohn groß. Bis 1972 arbeitete Frau H. in der Fabrik.

Im Jahr 1994 zog das Ehepaar H. vom Erzgebirge nach xxxx in Baden-Württemberg, da dort bereits eine Tochter von ihnen wohnt. Obwohl beide Eheleute bereits um die achtzig waren, bewerkstelligten sie den Umzug ganz alleine. Sie mieteten einen Möbelwagen und haben alles alleine organisiert. In xxxxxx lebte Frau H. mit ihrem Mann in einem Appartement im betreuten Wohnen.

Anfang des Jahres 2001 verstarb der Ehemann von Frau H., seitdem ging es ihr gesundheitlich immer schlechter. Die Pflege im betreuten Wohnen war nicht mehr möglich und Frau H. wurde am xxxxxxx ins Pflegeheim xxxxxxx aufgenommen.

Frau H. ist eine sehr ruhige Frau, sie spricht sehr wenig, kann aber sehr energisch werden, wenn ihr etwas nicht gefällt.

Frau H. hat in ihrem Leben gelernt, alle Entscheidungen selbst zu treffen und mit keiner Hilfe zu rechnen, deswegen versucht sie auch im Pflegeheim so weit wie möglich ihre Selbstbestimmung zu bewahren.

2. Aktueller Gesundheitszustand:

Ärztliche Diagnosen:

Dementielle Entwicklung

KHK – Zustand nach Vorderwandinfarkt im Oktober 1994

Zustand nach Knie-TEP beidseits

Osteoporose mit Deckenplatteneinbruch LKW 4

PEG-Sonde

 

Medikamente:

Enalapril 5mg Tbl.                     ½          0           ½          0

Furosemid 20mg                       1           0           0           0

Striaton                                    ¼          ¼          ¼          0

Zyloric 300mg                          ½          0           0           0

Remergil 30mg                         0           0           0           2

Aricept 10mg                           1           0           0           0

Antra MUPS 20mg                  1           0           0           0

Die Nachtmedizin erhält Frau H. vom Spätdienst um 20 Uhr.

PEG-Verbandswechsel wird 3x wöchentlich keimarm durchgeführt

Enalapril 5mg:

Anw.: Hypertonie, Herzinsuffizienz (zusätzlich zu Diuretika u. inbes. Bei schwerer Herzinsuffizienz, auch zu Digitalis)

Furosemid 20mg:

Arterieller Hypertonie, Ödeme infolge von Erkrankung des Herzens, Leber, Nieren, oder infolge von Verbrennungen

Striaton:

Parkinson-Syndrome

Zyloric:

Alle Formen der Hyperurikämie, erhöhte Harnsäurewerte im Urin, manifeste Gicht,

Remergil:

Depressive Erkrankungen

Aricept:

Symptomatische Behandlung der leichten bis mittelschweren Alzheimer-Demenz

Antra MUPS:

Magen-Darm-Geschwüre, Sodbrennen, saures Aufstoßen, Speiseröhrenentzündung durch Rückfluss von saurem Mageninhalt (Refluxösophagitis)

Frau H. hat Pflegestufe II

3. Ist-Zustand an Hand der AEDL`s

AEDL Kommunizieren:

Frau H. spricht sehr wenig, äußert jedoch sofort ihre Meinung, wenn ihr etwas nicht gefällt, durch Abwehren mit den Händen, durch ihre Mimik oder durch energisches Schimpfen. Auch kann sie Schmerzen äußern und den Pflegenden sagen, wo sie Schmerzen hat.

Wenn ich Frau H. mit dem Rollstuhl durch den Park schiebe und wir an den Tieren vorbei kommen erzählt sie oft, welche Tiere sie früher selbst hatte und geht etwas aus sich heraus.

Sooft wie möglich wird versucht mit Frau H. den Park aufzusuchen, damit ihre Kommunikationsfähigkeit erhalten bleibt.

AEDL sich bewegen:

Aufgrund ihrer starken Osteoporose   kann Frau H. nicht mehr laufen und wird im Rollstuhl fortbewegt. Frau H. steht morgens nach der Körperpflege mit Hilfe des Pflegepersonals auf, wird in den Rollstuhl transferiert, in den Speisesaal gefahren und nach dem Essen mit Hilfe des Pflegepersonals in einen bequemen Sessel gesetzt. Aufgrund ihrer Immobilität ist Frau H. dekubitusgefährdet. Im Bett hat sie eine Anti-Dekubitus-Matratze, sie wird nachts durch den Nachtdienst gelagert. Tagsüber sitzt sie abwechselnd im Rollstuhl oder ein einem bequemen Sessel, am Nachmittag wird sie zur Mittagsruhe ins Bett gebracht.

Es wird immer darauf geachtet, dass mit Frau H. keine ruckartigen, schnellen Bewegungen ausgeführt werden, dass ihr Wärme zugeführt wird, entweder durch entsprechende Kleidung, Bettschuhe, extra Decke im Winter…

AEDL vitale Funktionen des Lebens:

Frau H. leidet an Koronarer Herzerkrankung, alle pflegerischen Maßnahmen werden bei ihr in Ruhe vorgenommen und es wird ihr dadurch auch Sicherheit vermittelt.

Dekubitus-Pneumonie-Kontraktur-und Thromboseprophylaxen werden durchgeführt.

Medikamente werden Frau H. vom Personal verabreicht.

Frau H. ist stark untergewichtig, daher wird immer darauf geachtet, dass sie warm angezogen ist, da sie leicht friert.

PEG-Verbandswechsel wird lt. ärztlicher Anweisung 3x wöchentlich trocken verbunden

AEDL sich pflegen:

Frau H. kann die tägliche Morgentoilette nicht alleine ausführen und benötigt dazu die Hilfe des Personals. Frau H. wird morgens im Bett gewaschen. Frau H. hat sehr dünne und papieren wirkende Haut und wird daher sehr vorsichtig gewaschen, da die Haut leicht aufbrechen kann. Nach der Wäsche wird die Haut gut eingecremt.

Die Mundpflege führt Frau H. morgens am Waschbecken selbständig durch. Sie putzt sich dann ihre Zähne und spült den Mund aus. Abends lässt sie sich die Prothese heraus nehmen, putzt sie zuerst selbst und lässt die dann vom Pflegepersonal nochmals gut putzen, danach wird die Prothese, wenn sich Frau H. den Mund gespült hat, wieder eingesetzt.

Dies wird jeden Abend regelmäßig vom Pflegepersonal so durchgeführt, damit die Teilselbständigkeit von Frau H. bewahrt und gefördert wird.

AEDL essen und trinken:

Frau H. kann alleine essen und trinken, verweigert jedoch oft sehr bewusst die Nahrung. Frau H. hat eine PEG-Sonde über die vor allem Flüssigkeit gereicht wird. Frau H. bekommt morgens, falls sie nicht frühstückt gemixtes über die PEG verabreicht, im Laufe des Vormittags, falls sie nicht trinken möchte, Flüssigkeit. Wenn Frau H. mittags nichts isst, bekommt sie nur Flüssigkeit verabreicht, nachmittags wird ebenfalls so verfahren. Zum Abendessen nimmt Frau H. dann meistens eine belegte Scheibe Brot und Essiggurken oder ein Stück Salatgurke zu sich und trinkt ein Glas Tee.

Es wird darauf geachtet, dass Frau H. wenn es möglich ist kalziumreiche Nahrung wie Milch und Milchprodukte zu sich nimmt, vormittags und Nachmittags wird ihr Milch als Getränk gereicht, mitunter isst sie auch zum Mittagessen einen kleinen Joghurt.

Da Frau H. gerne kleine Mengen von Schokolade isst, werden ihr nach dem Abendessen desöfteren Schokobons angeboten, von denen sie, selbst wenn sie nichts gegessen hat, zwei Stück nimmt, sich selbst öffnet und dann isst.

Frau H. fängt oft erst an zu essen, wenn die meisten Mitbewohner den Speisesaal verlassen haben, daher wird darauf geachtet Frau H. meistens schon früher in den Speisesaal zu bringen, oder sie länger im Speisesaal zu lassen, damit sie in Ruhe essen kann, falls sie möchte.

Die Nachtmedizin wird Frau H. vom Spätdienst verabreicht, dazu trinkt sie dann immer noch einen Becher Tee oder Saft.

Frau H. verweigert sehr bewusst die Nahrung, daher ist es mit den Angehörigen und dem Arzt so abgesprochen worden, dass über die PEG-Sonde vor allem Flüssigkeit verabreicht wird und wenn nötig die Medikamente.

Auf diese Weise kann Frau H. ihre Selbstbestimmtheit ausleben.

AEDL ausscheiden:

Frau H. ist Stuhl-und Harninkontinent, es wird mehrmals täglich und auch nachts bei Bedarf die Inkontinenzeinlagen gewechselt und der Genitalbereich gewaschen um Rötungen und Entzündungen zu vermeiden.

Vormittags wird Frau H., wenn sie es wünscht, zur Toilette gefahren, damit sie auf dem WC Urin lassen kann. Frau H. äußert sicht immer sehr konkret, ob sie auf die Toilette möchte oder nicht.

Frau H. hat regelmäßig Stuhlgang, da dieser meist sehr dünnflüssig ist, kann man von einer Obstipationsprophylaxe absehen.

AEDL sich kleiden:

Frau H. benötigt Hilfe beim An-und Auskleiden, hilft jedoch im Rahmen ihrer Möglichkeiten mit, so gut sie kann. Es wird immer darauf geachtet, dass die Kleidung von Frau H. nicht einengend ist und sie wärmt, auch wird sich immer Zeit genommen, damit Frau H. z.B. selbst mit den Armen in eine Bluse schlüpfen kann.

AEDL ruhen und schlafen:

Frau H. schläft vormittags oft in ihrem Sessel kurz ein, nach dem Mittagsessen wird sie für zwei bis drei Stunden zur Mittagsruhe ins Bett gebracht. Am Abend gegen 19 Uhr wird Frau H. nach der Abendtoilette für die Nachtruhe ins Bett gebracht. Der Nachtdienst trifft Frau H. meist schlafend an. Es wird immer dafür gesorgt, dass Frau H. ausreichend ruhen und schlafen kann.

AEDL sich beschäftigen:

Frau H. ist eine sehr introvertierte Frau, die sich nicht mit ihren Mitbewohnern abgibt. Frau H. besitzt mehrere kleine Stofftiere (meist Hunde) von denen sie mindestens einen immer bei sich hat. Mit diesen Tieren („sie heißen alle Susi oder Kleiner“) beschäftigt sich Frau H. sehr oft. Sie hat sie ständig im Arm und reicht ihnen beim Essen oft auch eine „Kleinigkeit zum Essen oder Trinken“. Wenn Frau H. im Park spazieren geschoben wird, beobachtet sie meist sehr aufmerksam die verschiedenen Tiere. Um Zugang zu Frau H. zu finden, spricht das Pflegepersonal mit den Stofftieren und fragt Frau H. oft nach dem Befinden der Tiere. Meist schaut sie einem dann in die Augen und lächelt. Es wird immer darauf geachtet, dass Frau H. ihr Stofftier bei sich hat.

AEDL für eine sichere und fördernde Umgebung sorgen:

Beim Transfer vom Bett in den Rollstuhl wird eine Drehscheibe (erleichtert den Transfer in und aus dem Bett – Rollstuhl) benutzt.

Querverweis zu allen anderen AEDL`s

AEDL soziale Bereiche des Lebens sichern:

Frau H. bekommt regelmäßig jede Woche Besuch von ihrer Tochter und deren Ehemann, auch ihr Enkel Pedro besucht sie regelmäßig. Über den Besuch des Enkels freut sich Frau H. immer sehr.

Querverweis zu AEDL sich pflegen, essen und trinken, sich bewegen, sich beschäftigen

 

AEDL existenzielle Erfahrungen:

Alle pflegerischen Maßnahmen werden bei Frau H. in aller Ruhe ausgeführt, damit sich Frau H. immer sicher fühlen kann. Frau H. verweigert sehr bewusst die Nahrung, daher denke ich, dass sie sich bewusst mit dem Tod beschäftigt.

* Vor Prüfungsbeginn reiche ich Frau H. bereits ihr morgendliches Getränk, da sie nicht gerne im Beisein fremder Personen trinkt

4. Durchführung der Aufgabenstellung: PEG-Verbandswechsel keimarm

 

4.1. Begründung der Pflegemaßnahme:

Um eine saubere perkutane endoskopische Gastrostomie zu erhalten und um Entzündungen vorzubeugen.

4.1.1. Vorbereitung des PEG-Verbandwechsels:

Vorbereitung des Materials: (vor Prüfungsbeginn bereits vorbereitet, Ablage des Nachtkästchens auch schon desinfiziert)

Unsterile Handschuhe

Hautdesinfektionsmittel

Fixomull (bereits zugeschnitten und mit Datum und Handzeichen versehen)

Steril eingeschweißte Tupfer

1 Päckchen sterile Schlitzkompressen (Inhalt 2 Stück)

1 Päckchen sterile Es-Kompressen (Inhalt 2 Stück)

Mülleimer bereitstellen

Arbeitsschritte

Begründung

Anklopfen, eintretenWahrung der Privatsphäre
Begrüßung der Bewohnerin und ihres StofftieresGewohntes morgendliches Ritual
Vorstellung der GästeÄngste vor unbekannten Personen nehmen
Fenster schließenAngenehme Zimmertemperatur
Bewohnerin über weiteres Vorgehen informierenBewohnerin soll wissen, was durchgeführt wird
Bett auf Arbeitshöhe hochstellen und Liegefläche von Frau H. gerade einstellenRückenschonendes arbeiten
Bewohnerin informieren, dass ich die Bettdecke zurückschlage und das Nachthemd hochschiebe um die Verbandsstelle freizulegenInformation

 

4.1.2. Durchführung des PEG-Verbandswechsels (keimarm)

Eigene Händedesinfektion (Pflegeschürze bereits vor Prüfungsbeginn angelegt)

Unsterile Handschuhe anziehen wegen Hygiene/Eigenschutz

Alten Verband entfernen und in Abwurf geben

Handschuhe wechseln

Inspektion der Einstichstelle hinsichtlich Rötungen, Schwellungen und Sekretabsonderungen

Schlitzklemme öffnen, damit Halteplatte zurückgezogen werden kann, um auch den darunter befindlichen Hautbereich zu reinigen

Einstichstelle, Sondenschlauch und Halteplatte mit Desinfektionsspray einsprühen, vorher informiere ich Frau H. dass es jetzt etwas nass und kalt wird.

Während der Einwirkzeit des Desinfektionssprays öffne ich die Verpackungen der Tupfer, Es-und Schlitzkompressen

Mit einem Tupfer wird die Einstichstelle von innen nach außen gereinigt, mit jedem Tupfer nur einmal wischen, der Sondenschlauch wird mit der linken Hand angehoben (und dann auch mit einem Tupfer abgewischt)

Vorgang wiederholen, so oft wie nötig

Tupfer immer in Mülleimer abwerfen

Sonde im Einstichkanal etwas vor- und zurückschieben und dann leicht bis zum spürbaren Widerstand anziehen

Handschuhe ausziehen und in Abwurfbehälter werfen

Sterile Schlitzkompresse um Punktionsstelle legen, das gleiche mit der 2. Schlitzkompresse, die jedoch in Entgegengesetzter Richtung aufgelegt wird, damit sich unter der Halteplatte keine feuchte Kammer bilden kann.

Halteplatte bis auf die Schlitzkompresse zurückschieben und Schlitzklemme schließen damit die Halteplatte fixiert ist, jedoch nicht zu fest, damit sich kein Druckgeschwür bildet

Halteplatte mit Es-Kompressen abdecken und mit Fixomull fixieren.

4.1.3. Nachsorge:

Das Nachthemd der Bewohnerin wieder zurecht rücken und sie wieder zu decken.

Verpackungen der Kompressen und Tupfer in Abwurfbehälter geben.

4.2. Ganzkörperpflege im Bett

 

4.2.1. Begründung der Maßnahme:

Frau H. ist durch ihre Krankheit nicht mehr in der Lage, die Körperpflege selbständig durchzuführen.

4.2.2. Vorbereitung der Ganzkörperwäsche im Bett:

vor Prüfungsbeginn wurden bereits vorbereitet:

2 Waschschüsseln

2 Handtücher + 1 zusätzliches etwas größeres Handtuch zum Abdecken des Oberkörpers nach dem Waschen, da Frau H. sehr leicht friert

3 Waschlappen

Waschlotion, Mirfulansalbe oder Mirfulanspray und Hautlotion stehen im Pflegekorb auf dem Nachttisch

Kleidung zum Anziehen u. Netzhose und Inkontinenzeinlage

Müll-und Wäscheeimer stehen bereit

Beide Waschschüsseln werden mit temperiertem Wasser gefüllt und auf dem Auszug des Nachttisches abgestellt

Desinfektion der Hände

4.2.3. Durchführung:

Bewohnerin wird über weiteres Vorgehen informiert. Ich frage sie, ob ich ihr das Stofftier aus der Hand nehmen darf und die Bettdecke zurück schlagen kann. Dann entferne ich eventuell vorhandene Lagerungsmaterialien aus dem Bett und lege sie auf dem Stuhl ab. Ich lege die Bettdecke bis zu den Oberschenkeln zurück und helfe ihr dann, das Nachthemd auszuziehen und bedecke damit ihren Oberkörper.

Dann entferne ich ihr Kopfkissen und lege ein Handtuch unter ihren Kopf. Dann informiere ich Frau H., dass ich ihr nun das Gesicht waschen werde. Ich feuchte den Waschlappen an und beginne mit den Augen von außen nach innen, danach das Gesicht, die Ohren und den Hals. Mit dem Handtuch trockne ich gründlich ab. Danach creme ich ihr das Gesicht ein. Dann bitte ich Frau H. den Kopf anzuheben, damit ich das Handtuch entfernen kann. Das Handtuch lege ich nun unter den von mir entfernt liegenden Arm und ziehe das Nachthemd so zurück, dass der halbe Oberkörper freiliegt. Zum Schutz des Bettes wird das Handtuch im weiteren Verlauf unter den jeweils zu waschenden Körperteil gelegt.

Ins Wasser gebe ich nun die Waschlotion, feuchte den Waschlappen an, und bitte Frau H. den Arm anzuheben, damit ich die Finger und den Arm waschen kann. Nachdem die Finger gewaschen sind, wasche ich den Arm herzwärts und wasche auch die Achselhöhlen und die Hälfte des Oberkörpers mit, da Frau H. sehr kälteempfindlich ist und auch oft mit Schmerzäußerungen auf die Oberkörperwaschung reagiert und ich damit die besten Erfahrungen gemacht habe.

Dann trockne ich die gewaschenen Stellen sorgfältig ab, besonders die Achselhöhlen.

Nun decke ich die gewaschenen Stellen mit einem etwas größeren Handtuch ab, entferne das Nachthemd auf meiner Seite, gebe es in den Wäscheeimer und verfahre mit dieser Körperhälfte genau wie mit der anderen.

Dann bitte ich Frau H. sich auf die linke Seite zu drehen, damit ich ihr den Rücken waschen kann. Hier benötige ich eventuell die Hilfe der Lehrkraft, falls Frau H. nicht die Kraft hat, sich auf der Seite zu halten. Nachdem ich den Rücken gewaschen und gut abgetrocknet habe, creme ich ihn gleich ein. Dann bitte ich Frau H. sich wieder auf den Rücken zu legen, damit ich ihren Oberkörper gut eincremen kann. Dabei bedecke ich ihren Oberkörper immer wieder mit dem Handtuch, da Frau H. sehr kälteempfindlich ist. Sobald der Oberkörper eingecremt ist, ziehe ich Frau H. ihr Unterhemd und ihre Bluse oder Pullover an. (hier wird event. Hilfe von der Lehrkraft benötigt, damit Fr. H. sich kurz aufrichten kann, damit die Kleidung über den Oberkörper gezogen werden kann)

Nun nehme ich die Bettdecke ganz vom Bett und lege sie zu den Lagerungskissen auf den Stuhl. Frau H. leidet immer unter kalten Füßen und schläft daher meistens mit Bettschuhen, die ich ihr dann ausziehe und ins Nachtkästchen lege. Dann ziehe ich Frau H. die Netzhose aus (aus hygienischen Gründen, damit ich sie dann nicht über die frisch gewaschenen Beine ziehen muss) und gebe sie in den Wäscheeimer.

Dann lege ich das Handtuch unter das von mir entfernt liegende Bein und bitte Frau H. das Bein etwas anzuheben, damit ich es waschen kann. Zuerst wasche ich den Fuß, die Zehenzwischenräume danach das restliche Bein herzwärts. Frau H. ist an den Fußsohlen sehr empfindlich und empfindet auch das Waschen zwischen den Zehen als sehr unangenehm, und versucht meistens die Füße wegzuziehen und schimpft etwas. Da sie auf Koseworte wie „Süße“ gut reagiert, sage ich dann meistens, es ist gleich vorbei „meine Süße“ ich weiß, dass ist sehr unangenehm. Ich  trockne die Zehen, Zehenzwischenräume, den Fuß und das Bein gut ab. Mit dem anderen Bein verfahre ich genauso und gebe dann den Waschlappen in den Wäscheeimer.   Nach dem Abtrocknen gebe  ich das Handtuch in den Wäscheeimer. Dann creme ich beide Beine und Füße, sowie die Fersen gut ein.

Während des Waschens und Eincremens beobachte ich Haut um möglichst frühzeitig Veränderungen wie Rötungen usw. erkennen und behandeln zu können.

Um nun den Intimbereich waschen zu können, ziehe ich mir Handschuhe an. Ich entferne die Inkontinenzeinlage, decke den Intimbereich von Frau H. mit einem frischen Handtuch ab und gebe die Inkontinenzeinlage in den Mülleimer.

Falls noch nicht geschehen, gebe ich in die zweite Waschschüssel etwas Waschlotion und mache einen frischen Waschlappen nass. Ich wasche nun den Unterbauch und die Leistengegend, bitte Frau H. die Beine etwas zu spreizen (falls ihr das nicht möglich ist, benötige ich hier die Hilfe der Lehrkraft) , wasche die äußeren und inneren Schamlippen mit Waschrichtung von vorne nach hinten (Richtung After, damit Bakterien vom Anus nicht in die Scheide gelangen). Dann trockne ich die Genitalien gut ab und decke sie mit einem Handtuch ab (Wahrung der Intimsphäre)

Auch hier ist Hautbeobachtung hinsichtlich Rötungen, Sekretabsonderungen usw. nötig.

Dann bitte ich Frau H. sich auf die Seite zu drehen (eventuell mit Hilfe der Lehrkraft), damit ich das Gesäß waschen kann. Ich lege das Handtuch unter das Gesäß und wasche es von vorne nach hinten, gebe den Waschlappen in den Wäscheeimer und   trockne das Gesäß  gut ab. Dann lege ich eine frische Inkontinenzunterlage unter das Gesäß, creme die Anusfalte und das Steißbein zur Vorbeugung gegen Dekubitus gut mit Miruflansalbe (ggf. mit Mirfulanspray) ein. Ich richte die Inkontinenzeinlage und bitte dann Frau H. sich wieder auf den Rücken zu drehen, ziehe meine Handschuhe aus, werfe diese in den Abwurfbehälter und richte die Einlage im Schambereich und ziehe Frau H. eine saubere Netzhose an. Dann ziehe ich Frau H. Socken und Hose an, dabei bitte ich sie immer die Beine etwas anzuheben.

Nun räume ich die Abwurfbehälter etwas zur Seite, schiebe das Nachtkästchen vorsichtig zur Seite, damit ich Platz für den Transfer vom Bett in den Rollstuhl habe.

Das Bett stelle ich nun auf Höhe des Rollstuhls ein.

Ich helfe Frau H. sich an die Bettkante zu sitzen und bitte die Lehrkraft Frau H. nun zu stützen, damit sie nicht umfällt. Dann ziehe ich Frau H. die Schuhe an und lege die Drehscheibe auf den Boden. Dann beuge ich mich zu Frau H. hinunter, bitte sie mich zu umfassen und umfasse sie mit beiden Händen am Rücken. Dann zählen wir auf drei und dann erhebt sich Frau H. mit meiner Hilfe und steht auf der Drehscheibe. Nun bitte ich die Lehrkraft den Rollstuhl von Frau H. hinter sie zu schieben, damit ich Frau H. vorsichtig in den Stuhl setzten kann. Dann gebe ich Frau H. noch ihr Stofftier „die Susi“ in die Hand.

Nun schiebe ich Frau H. ans Waschbecken, damit sie dort die Mundpflege durchführen kann.

4.2. Vorbereitung der Mundpflege am Waschbecken:

Vor Beginn der Prüfung wurden von mir bereits vorbereitet:

1 Nierenschale

1 Handtuch

1 Zahnputzbecher mit Zahnbürste, Zahnpasta, Mundwasser

Haarbürste, da nach Beendigung der Mundpflege noch die Haare gekämmt werden

Wäscheeimer

4.2.1. Durchführung der Mundpflege:

Am Waschbecken angekommen, frage ich Frau H., die Susi in den Händen hält, ob sie ihr Stofftier nicht neben sich in den Rollstuhl setzt, damit sie sich dann die Zähne putzen kann.

Ich lege Frau H. ein Handtuch um die vordere Schulterpartie (damit die Kleidung nicht nass wird) und fülle warmes Wasser in den Zahnbecher und gebe etwas Mundwasser dazu, dann gebe ich etwas Zahnpasta auf die Zahnbürste, feuchte diese an und reiche sie Frau H. Frau H. putzt dann selbständig ihre Zähne, während ich die Nierenschale halte. Dann reiche ich Frau H. den Zahnbecher zum Ausspülen und halte in der Zwischenzeit ihre Zahnbürste. Je nach Befindlichkeit von Frau H. wiederholt sich dies einige Male, manchmal putzt sie jedoch nur einmal kurz eine Seite der Zähne und spült dann aus.

Wenn Frau H. fertig ist, nimmt sie das Handtuch und wischt ihren Mund ab, ist ihr das selbst nicht möglich, wird dies von mir erledigt.

Das Handtuch gebe ich dann in den Wäscheeimer.

Am Waschbecken kämme ich Frau H. noch die Haare, da sie ihre Arme nicht so weit nach oben bringt. Frau H. hält mittlerweile wieder ihre Susi in den Händen, ich lege meine Pflegeschürze ab und schiebe Frau H. zum Frühstück in den Speisesaal

Nachbereitung:

Nachdem ich Frau H. in den Speisesaal gebracht habe, gehe ich wieder in ihr Zimmer um das Wasser der Waschschüsseln in die Toilette zu entleeren und die Waschschüsseln im Pflegeraum zu desinfizieren.

Mülleimer und Wäscheeimer leeren

Zahnbecher und Zahnbürste reinigen und aufräumen

Nierenschale zur Desinfektion ins Dienstzimmer bringen

Bett machen

Nachttisch desinfizieren

Fenster öffnen

Persönliche Hygiene

Dokumentation der durchgeführten Maßnahmen

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