• SUPRAPUBISCHER KATHETER
= Katheter wird supra (oberhalb des Schambeins) durch die Bauchdecke (Os pubis) gelegt
Lage ungefähr: 2 Querfinger oberhalb Symphyse auf der Mittellinie zw. Bauchnabel + Symphyse (Schambein)
Indikationen |
Kontraindikationen |
| - längerfristige Harnableitung |
- Schrumpfblase -> Fehlpunktion |
| - Genitalerkrankungen |
- Blutgerinnungsstörungen |
| - neurogene Miktionsstörungen |
- Raumforderungen im Unterbauch, z.B: Blasentumor, Schwangerschaft |
| - intensiv Op-Harnableitung (Bilanzierung ist so genauer) |
- Entzündungen im Oberbauch |
- Harnabflussstörung
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- Op´s im Oberbauch |

Arbeitsblatt: Standard VW Suprapubischer Katheter
5. HARNWEGSINFEKTIONEN
Prädisponierende Faktoren für Infektionen der Harnwege:
- mangelnde/ falsche Intimpflege
- Analgetika-Abusus
- Missbildungen, Verengungen ? Abfluss gestört
- Schwangerschaft ? vermehrte Zunahme von Eiweißen ? pH Wert- Verschiebung
- Stoffwechselstörung ? pH-Wert Verschiebung
- Immunschwäche
- Inkontinenz
- Dauerkatheter
- Mangelnde Flüssigkeitszufuhr
- Kinder (wegen vesiko-urethralem Reflux)
- Frauen (kürzere Harnröhre)
- Männer mit Prostatahypertrophie
E. coli
Klebsielle
Proteus
Pseudomonas
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physiolog.
Enterokokken + Stäbchen
Harnwegsinfektionen verursachen |
Bakterielle Infektion:
- meist aufsteigend von der Blase
- seltener hämatogen/ lymphogen
PAT-INFO ZUR HARNWEGSINFEKTION:
1) ausreichende Flüssigkeitszufuhr
2) ggf. Intimpflege überdenken (Waschrichtung)
3) Intimbereich warm halten
4) Immunsystem stärken
5) Regelmäßige Blasenentleerung (kein Harnstau ? keine Keimwanderung)
6) Nicht auf zweifelhafte Toiletten setzen… (Schule…)
7) Keine Slipeinlagen/Binden dauerhaft tragen
8) Lange Bäder vermeiden
9) Reizende Pflegemittel vermeiden
10) Vor Geschlechtsverkehr reinigen (HA HA)
a) ZYSTITIS
Def.: akute Entzündung der Harnblase, die in über 50 % der Fälle durch Bakterien verursacht wird
SYMPTOME
- Pollakisurie
- Dysurie
- Hämaturie
- Leuko´s im Urin
- Ggf. übelriechender Urin
- Blasentenesmen
- Suprapubische Schmerzen (kein Flankenschmerz)
- Kein Fieber!!!!!
MAßNAHMEN:
11) Infektions- und Entzündungsbehandlung
- hohe Flüssigkeitszufuhr 3L
- Bettruhe
- Lokale Wärme
- Evtl. Eukalyptusauflagen
- Spasmolytika/ Analgetika z.B. Homburger Cocktail
2) Antibiotika für kurze Zeit (z.B. Cotrim forte)
3) Ausschaltung der Risikofaktoren
4) Überwachung der Ausschaltung
b) URETHRITIS
Def.: Es handelt sich um eine isolierte Infektion der Harnröhre distal vom Sphincter urethrae internus
ÄTIOLOGIE BEI NICHTGONORRHOISCHE URETHRITIS DURCH:
- Chlamydien
- selten Trichmonaden
- Candia albicans
- Mycoplasma hominis
- Herpesviren
KLINIK:
- Jucken, Brennen oder SChmerzwn beim Wasserlassen
- Pollakisurie
- Bei Gonorrhö Harnröhrenausfluss
DIAGNOSTIK:
- Urinsediment (Leukozyturie)
- Oft keine signifikante Bakteriurie
- Erreger- oder Antigennachweis in Abstrich oder Blut
6. PYELONEPHRITIS
a) AKUT
Def.: akut einsetzender Befall des Bindegewebes und der Tubuli einer oder beider Nieren mit Entzündungszeichen; bakterielle Entzündung des Nierenbeckens mit Parenchymbeteiligung
KLINIK:
- Flanken/ Nierenlager sind druckschmerzhaft
- Dysurie, Pollakisurie, gegebenenfalls. Proteinurie
- Urin ist trübe (Leuko´s/ Hämaturie)
- Fieber, Schüttelfrost
- Allg. Entzündungszeichen ? Müde, Abgeschlagenheit
- Oedeme fehlen
- Beeinträchtigung des Allgemeinbefindens ? ggf. Übelkeit, Erbrechen
b) CHRONISCH
KLINIK:
- unklare Fieberanfälle
- Kopfschmerzen
- Müdigkeit + Abgeschlagenheit
- Übelkeit und Brechreiz
- Gewichtsabnahme
DIAGNOSTIK:
- Durch das klinische Bild
- Blutuntersuchung: BSG, CRP, Harnstoff, Kreatinin, evtl. Kreatinin-Clearance, Blutkulturen sowie Gerinnungsparameter im Verlauf einer Urosepsis
- Urinbefund ? Mittelstrahlurin / Sammelurin
- Sono ? Harnstau, Parenchymbeteiligung
- Urographie: Erkennung der wichtigen prädisponierenden Risikofaktoren
THERAPIE:
- Kausale Therapie: Beseitigung von etwaigen Missbildungen, Ablussstörungen
- Antibiotika- oder Sulfonamide nur bei symptomatischer Bakteriurie (wenn nach 3 Tagen keine Wirkung eintritt: Resistogramm)
- Bettruhe, lokale Wärme
- Flüssigkeitszufuhr ca. 3 L (Beerentraubenblätter oder Zinnkraut)
- Bei Tenesmen (=anhaltende Kränpfe der Blase) Kompressen mit Eukalyptusöl auflegen (warme Kompressen)
- Überwachung der Ausscheidung Menge, Urinkultur, Sediment
- Ursache ausschalten
KOMPLIKATIONEN:
- paranephritischer Abszeß (Eiteransammlung in nicht vorgegebenen Höhlen)
- Urosepsis (von der Niere aus)
- Steinbildung
- Chron. Verlauf ? Hypertonie/ Niereninsuffizienz
- Schrumpfniere
- Kalium - / Natriumverlustnieren
Arbeitsblatt: Pflegeschwerpounkte
7. GLOMERULUMNEPHRITIS
Def.: abakteriellle doppelseitige Nierenentzündung mit Befall der Glomeruli
A) AKUT
- 85% aller Glomerulonephritiden
- die häufig im Rahmen einer fehlgeleiteten Immunreaktion 1 – 4 Wochen nach einer Infektion auftritt
- Post-Streptokokkeninfektion nach: Tonsillitis, Angina, Scharlach, Zahngranulome
KLINIK:
- Hämaturie
- Proteinurie
- Azotämie
- Überwässerung
- In schweren Fällen: Oligo/Anurie; Aszites, Pleruraergüsse und Lungenödem
- Arterielle Hypertonie, ggf. hypertensive Krise
- Fieber
- Abgeschlagenheit
- Subfebrile Temperaturen
- Schmerzen in den Nierenlagern
DIAGNOSTIK:
- Urin: Hämaturie
- Mikroskopisch: Erythrozyten-, Hämoglobin- und Zellzylinder, dysmorphe Erythroz
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- Proteinurie
- Mikrohämaturie
- Hypertonie
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Vollhard´sche Trias |
- BSG; Harnstoff und Kre im Serum
- Serologie: ANF, Antibasalmembran-Antikörper, ANCA
- Nierenbiopsie nur bei nephrotischer Verlaufsform
THERAPIE:
- stationäre Behandlung (Bettruhe, Salz- und Eiweißarme Kost)
- Bilanzierung von Flüssigkeit
- Tägliche Gewichtskontrollen
- Behandlung von Ödemen(Diuretika), Hypertonie(Antihypertensiva) und Niereninsuffizienz (evtl. Dialyse)
- Später unter Penicillinschutz bei Herdverdacht Sanierung (z.B.: Tonsillektomie)
KOMPLIKATIONEN
- chron. Verlaufsform
- Nierenversagen
- Niereninsuffizienz
- Herzinsuffizienz
- Lungenoedem
PROGNOSE:
abhängig vom Alter: Erwachsener 60 – 70 % ; Kinder 90 %
bei Alkoholikern chron. Verlauf häufiger
B) CHRONISCH
KLINIK:
- im Frühstadium keine Beschwerden
- Anämie
- Hypertonie
- Osteopathie
- Flüssigkeitsretention (Ödeme)
- Hypertonus
DIAGNOSE:
- Urin: Eiweiß, Erythrocyten, Erythrocytenzylinder, Leukocyten, granulierte Zylinder, Wachs- und Fettzylinder, Bakterien
- Blut: Elektrolyte, Kreatinin bzw. LKreatinin-Clearance, Gesamteiweiß und Eiweißelektroferogramm
- Erweiterte Dagnostik: Sonogramm, Nierenbiopsie, IVP
SPEZIELLE THERAPIE:
- diätetische Maßnahmen
- ausreichende NaCl- und Flüssigkeitszufuhr
- NaCL-Restriktion nur bei Hypertonus und Ödemen
- Frühzeitige Eiweißeinschränkung (ca 0,7 g Eiweiß/kg/Tag)
- Konsequente Therapie des Hypertonus
- Ausgleich von Elektrolytverschiebungen
genaueres siehe Arbeitsblatt: Akute Glomerulumnephritis
8. AKUTES NIERENVERSAGEN (ANV)
Def.: plötzlich auftretende meist irreversible Niereninsuffizienz, einhergehend mit einem Rückgang der Urinmenge unter 500ml bzw. 200ml Urin/Tag -> Azotämie (laut Baumännchen meist reversibel!)
Prärenales ANV
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Renales ANV
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Postrenales ANV
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Ursachen:
- zirkulatorische Ursachen (Hypovolämie, Hypotension, kardiale Insuffizienz)
- toxische Ursachen (endogene Toxine wie bei Rhabdomyolyse bei Trauma; exogene Toxine wie Medi´s, Zytostatika)
- immunologische Ursachen (Transfusionszwischenfälle, anaphylaktische allergische Reaktion)
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Ursachen:
- glomerüläre Nierenerkrankungen (z.B.: akute GN)
- vaskuläre Nierenerkrankungen (z.B.: Eklampsie, Verschluss der Nierenarterien/-venen)
- tubulointerstitielle Nierenerkrankungen (z.B.: akute Pyelonephritis)
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Ursachen:
- Obstruktion der Ureteren ( Karzinom, Lymphome)
- Obstriktion des Blasenausganges (Karzinom, Prostatahypertrophie, Infektion -> Schleimhatschwellung)
- Obstriktion der Urethra (Phimose, Striktur, Tumor)
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KLINIK:
Leitsymptom ist die Oligo-/Anurie; Verlauf in 4 Stadien:
1) Initial- bzw. Schädigungsphase (Stunden bis Tage je nach Grunderkrankung)
2) Oligo-/anurische Phase (Dauer 2 Tage bis 9 Monate, in der Regel 10 Tage)
Störungen des Wasser- , Elyt- und Säuren-Basen-Haushalts
3) Polyurische Phase (Erholungsphase, Dauer ca. 3 Wochen), als Ausdruck der Regeneration des Tubulusapparates finden sich täglich steigende Urinmengen (ca. 5L und mehr Abfall der Nierenretentionswerte)
4) Restitutionsphase (Dauer Monate bis ca. 2 Jahre) nicht immer komplett, Defektheilung ist möglich
KOMPLIKATIONEN:
- Überwässerung -> „Fluid Lung“, Hypertonie, Herzinsuffizienz, periphere Ödeme
- Hyperkaliämie einhergehend mit Herzrhytmusstörungen, Hyperphosphatämie, Hypokalziämie, Hypermagnesiämie, metabolische Azidose
- Urämische Perikarditis
- Gastrointestinale Symptome (Strtessulkus einhergehend mit Blutungen)
- Zentralnervöse Symptome (Steigerung der neuromuskulären Erregbarkeit)
- Infektanfälligkeit
- Anämie, Throbozytopenie, evtl. Laukozytose
DIAGNOSTIK:
- eingehende Anamnese
- engmaschigeontrolle der Nierenwerte und Elyteim Blut
- Bilanzierung der Ein- und Ausfuhr
- Untersuchungsverfahren in Abhängigkeit vom klinischen Bild
Achten auf
Bei Verdacht auf postrenales ANV:
- plötzliche Anurie mit Koliken
- Prüfung des Füllungszustandes der Harnblase (Palpation, Katheterisierung, Sono)
- Ausschluss eines Nierenhohlraumaufstaus
Bei Verdacht auf postrenales ANV:
- Prüfung von RR, Pulsfrequenz und Qualität, Hautturgor, Füllungszustand der Halsvenen
- Erkennbar an einer erhaltenen Tubulusfunktion (Urinnatriumkonzentration < 20 mmol/l; Urinosmolarität > 500 mmmol/l)
THERAPIE:
- Beseitigung der Ursache
- Ausschluss einer postrenalen Niereninsuffizienz!!
- Behandlung des gestörten Wasser-, Elyt- und Säuren-Basen-Haushalts mit Schleifendiuretika MAnnitol und/oder Furosemid
- ggf Elytverschiebung ausgleichen
- Ernährung: mindestens 100g KH, Katabolismus so niedrig wie möglich halten; 35-40 kcal/kg/Tag; Kalium + Eiweißarme Kost
- Medi´s niedriger dosieren (Antibiotika, Digitalis) -> Blutspiegel kontrollieren
- Bilanzierung des Stundenurins, engmaschige Kontrolle von Gewicht, ZVD und Laborwerte
- Bei bedrohlicher Hyperkaliämie, medikamentös nicht beherrschbarer Überwässerung mit drohendem Lungen-/Hirnödem und Harnstoffwerten > 100 ml/dl -> Hämodialyse
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