Autor/in: Sandra K.

Leben- und Krankheitsgeschichte eines Pflegebedürftigen unter der Berücksichtigung des rehabilitativen Konzeptes

1. Krankheitsbeschreibung und Aufgabenstellung

Der Patient über den ich in meiner Arbeit berichte, bekommt schon seit 4 Jahren ambulante Pflege. Für diese Pflege ist die Diakonie-Station in Kassel-Nord zuständig. Herr L. ist seit 1974 an Morbus Parkinson erkrankt. Es handelt sich dabei um eine degenerative Erkrankung des extrapyramidal-motorischen-Systems. Bei dieser Erkrankung kommt es allmählich zum Untergang der Dopamin bildenden „substantia nigra“ (Schwarze Substanz). Dieser Mangel an Dopamin und einem Überwiegen von Acetylcholin bewirkt die entsprechenden Folgeerscheinungen. Die Krankheit ist durch einen chronischen Verlauf und durch drei Hauptsymptome die besonders hervortreten geprägt.

  • Akinese
  • Rigor
  • Tremor

1.1. Akinese

Die Akinese ist eine Verlangsamung aller Bewegungsvorgänge. Der Impuls eine bestimmte Bewegung auszuführen kann erst nach längerer Anlaufzeit verwirklicht werden. Auch die Geschwindigkeit des Bewegungsablaufes ist vermindert. Als Frühsymptom äußert sich die Akinese in einer zunehmenden Ungeschicklichkeit bei Alltagsaktivitäten. Die Handschrift verändert sich in typischer Weise: Sie wird kleiner und enger (Mikrobiographie). Bei der voll ausgeprägten Parkinson-Krankheit äußert sich die Akinese besonders in einer Störung des Gangbildes. Die Schritte werden immer kürzer, gelegentlich kommt es zum Schlürfen. Beim Gehen pendeln die Arme vermindert oder überhaupt nicht mehr mit. Dem Betroffenen fällt es schwer sich in Bewegung zu setzten um den ersten Schritt zu machen. Einmal in Bewegung fällt Ihm aber das Anhalten oder eine Richtungsänderung ebenfalls schwer. Besonders beim Passieren von engen Stellen z.B. Türen oder bei zusätzlichen emotionalen Stress kann es zu plötzlichen kurz andauernden Bewegungsblockaden kommen. Der Patient fühlt sich wie festgefroren. Nach einigen Sekunden lässt dieses Gefühl nach und der Patient kann weitergehen. Da auch die Gang- und Standsicherheit beeinträchtigt sind, besteht die Gefahr zu stürzen. Im Gesicht äußert sich die Akinese in einem starren maskenhaften Gesichtsausdruck. Verstärkt wird dieser Eindruck durch einen seltenen Lidschlag. Das Sprechen kann leiser, gelegentlich auch heiser bis unverständlich, überhastet und monoton sein.

1.2. Rigor

Unter Rigor versteht man eine andauernde unwillkürliche Muskelspannung. Er führt zu einer Steifheit im ganzen Körper. Da besonders die Beugemuskeln betroffen sind kommt es zu der typischen Körperhaltung. Diese drückt sich in den nach vorn übergebeugten Oberkörper und den angewinkelten Armen aus. Bei passiver Bewegung der Gliedmaßen lässt sich gelegentlich in den Gelenken das s.g. Zahnrad-Phänomen auslösen. Hierbei erfolgt die Bewegung nicht gleichmäßig sondern in mehreren kleinen ruckartigen Bewegungen. Durch die andauernde Verkrampfung der Muskulatur werden die Gelenke stark belastet. Dabei kann es vor allem in Schulter, Hüfte und Wirbelsäule zu Schmerzen kommen.

1.3. Tremor

Der Tremor ist das typische Zittern. Er tritt überwiegend in Ruhe mit einer Häufigkeit von fünf bis sieben Schlägen pro Sekunde auf. Besonders bei Händen und Füssen. Bei emotionaler Belastung nimmt das Zittern häufig stark zu, während es im Schlaf meist zur Ruhe kommt. Häufig zu beobachten ist ein Tremor der antagonistischen Beuge- und Streckmuskeln von Daumen und Zeigefinger der zu typischen Bewegung führt. Diese erinnern an das Zählen von Münzen oder das Drehen von Pillen (Pillendreher- oder Münzenzähler – Tremor) .

Neben den Hauptsymptomen gibt es noch die vegetativen Symptome wie die Störung der Wärmeregulation, ungezügelte Schweißausbrüche, vermehrte Talkabsonderungen (Salbengesicht), hartnäckige Verstopfungen, sowie Harnentlehrungsstörungen. Häufig besteht eine Neigung zu niedrigem Blutdruck mit Schwindel und Schwarzwerden vor den Augen beim Aufrichten. Auch wird über vermehrten Speichelfluss geklagt. Bei den psychischen Symptomen können die geistigen und seelischen Funktionen in Mitleidenschaft gezogen werden.

2. Grund der Wahl des Patienten

Morbus Parkinson ist eine Krankheit die mich sehr interessiert. Ich hatte schon während meiner Praktika des öfteren mit dieser Krankheit zu tun. Diese Krankheit hat wie kaum eine Andere verschiedene Auswirkungen. Man kann täglich, stündlich oder sogar von einem Moment zum Anderen unterschiedliche Zeichen, Fähigkeiten, Einschränkungen und Stimmungen bei den Betroffenen erkennen. Deshalb erfordert dies besondere Beobachtung und Wahrnehmung. Dieses entspricht sehr meinem Interesse.

Bei Herrn L. fällt die Erkrankung sofort auf. Bei ihm ist die Akinese sehr ausgeprägt.
Herr L. war mir vom ersten Augenblick an sehr sympathisch. Durch die tägliche Grundpflege war eine anfängliche Skepsis von seiner Seite schnell aufgehoben (Bezugspflege). Herr L. erzählte mit sehr häufig von seiner früheren Beschäftigung als Heilpraktiker. Weiterhin war Herr L. war von der Idee, dass eine schriftliche Arbeit über Ihn angefertigt werden sollte, sehr angetan. Er war sofort damit einverstanden, nachdem ich Ihm gesagt hatte, dass sein Name nicht genannt werden würde und ich mich an meine Schweigepflicht halten müsse.

2.1. Familienvorgeschichte

Herr L. wurde am 03.11.1924 in Kassel als Sohn eines Kaufmanns geboren. Seine Mutter war Verkäuferin und arbeitete in einem „Tante Emma Laden“. Geschwister hatte er keine. Der Vater fiel 1943 im Krieg. Seine Mutter starb 1968 an Altersschwäche. Mehr Angaben wollte Herr L. dazu nicht machen, weil es Ihm sichtlich schwer fiel über dieses Thema zu sprechen.

Herr L. ist in Kassel aufgewachsen. Er wurde mit „Notabitur“ als Sanitäter eingezogen, da sein Berufswunsch Arzt war. Nach Kriegsende kam er in russische Gefangenschaft und wurde danach an Polen weitergegeben. In Polen wurde er als Lagersanitäter vom polnischen Lagerarzt eingesetzt. 1949 wurde Herr L. entlassen und kehrte in die Heimat zurück.
Nach der Ausbildung zum Masseur war er später als Massagelehrer an der Rohboldsschule in Kassel tätig. Nebenbei bereitete er sich auf die Prüfung zum Heilpraktiker vor. Seit 1952 war Herr L. in seiner eigenen Praxis als Heilpraktiker tätig. Sein Spezialgebiet war die Ohrakupunktur. Auf diesem Gebiet hielt er sehr viele Vorträge und Seminare. Anfang 1974 erkrankte er an Parkinson. Für besondere Verdienste um die Ohrakupunktur in Lehre und Praxis, wurde im die Medaille der Arbeitsgemeinschaft für klassische Akupunktur und traditionelle chinesische Medizin am 16.06.1983 verliehen. Weiterhin erschien 1985 sein Buch „Akupunktur der Ohrmuschel Diagnostik und Therapie“. Am 24.05.1987 erhielt Herr L. die Prießnitz Medaille vom Fachverbund deutscher Heilpraktiker e.V. in dankbarer Anerkennung der Verdienste zur Erhaltung und Förderung der naturgemäßen Heilkunde. Seit 1997 ist Herr L. durch den Fortschritt der Krankheit berufsunfähig. Von der Stiftung deutscher Heilpraktiker erhielt Herr L. am 01.09.2000 die Goldmedaille für besondere Verdienste um den Berufsstand.
Auf Anfrage nach Erkrankungen die er hatte, sagte er mir, dass er nie ernsthaft krank war und nur die üblichen Kinderkrankheiten hatte.

3. Die soziale Anamnese

1951 lernte Herr L. seine zukünftige Ehefrau kennen, die er 1959 heiratete. Aus dieser Ehe gingen zwei Töchter hervor. Seine Enkel, die in Berlin wohnen, besuchen Ihn regelmäßig in den Ferien.
Herr L. hat auch im hohen Alter noch sehr viel Interesse an seinem erlernten Beruf. Er therapiert sich so weit es geht zu Hause selbst. Es besteht darüber hinaus enger Kontakt zu seinen ehemaligen Arbeitskollegen. Früher ist Herr L. sehr oft mit seiner Frau verreist. Sie waren in vielen Ländern und haben von jeder Reise einen Stein mit nach Hause gebracht. Diese Steine zieren die ganze Wohnung und sind ein Hobby von Herrn L., worauf er sehr stolz ist.

3.1. Jetzige Anamnese

Die Herkunft der Krankheit ist unbekannt, da in der Familie diese Krankheit noch nie aufgetreten ist bzw. nicht bekannt geworden ist. Herr L. war zur Behandlung schon mehrmals in der Paracelsius-Elena-Klinik in Kassel gewesen. Die genauen Daten konnten mir leider nicht mitgeteilt werden. Der letzte Besuch in der Klinik ist nach der Aussage von Herrn L. ein Jahr her. Da das Krankheitsbild sich zunehmend verschlechterte wurden seine Bewegungsabläufe immer gestörter. Aufgrund dieser Verschlechterung wurde Herr L. wieder in die Klinik überwiesen, bevor ich mein Praktikum beendet hatte.
1997 nahm Herr L. den ambulanten Dienst der ev. Diakonie-Station Kassel-Nord in Anspruch. Diese Leistungen beinhalteten:

  • Ganzkörperpflege, Duschen
  • Ganzkörperwäsche
  • An- und Auskleiden
  • Kompressionsstrümpfe an- und ausziehen
  • Verbandwechsel der Perkutan-endoskopische-Gastrostomie (PEG)
  • Arzneimittelgabe durch die PEG
  • Betreuung

Ich brauchte für Herrn L. sehr viel Geduld, da er noch einige Dinge alleine ausführen wollte. Zu diesen Dingen gehört z.B. das Gesicht waschen. Hierfür benötigt Herr L. mindestens 10 Minuten. Die Grundpflege dauerte im Schnitt 1 – 1½ Stunden.

4. Diagnosen

Herr L. leidet außer der bereits erwähnten Erkrankung noch an orthostatischen Blutdruck (Orthostatische Dysregulation oder orthostatische Hypotonie) Ò Wiederkehrender Blutdruckabfall beim Lagewechsel vom Liegen zum Stehen. Durch die kurzzeitige Minderdurchblutung des Gehirns wird dem Patienten schummrig und schwarz vor Augen, er kann stürzen und Ohnmächtig werden. Von der Hypotonie abzugrenzen, aber oft zusammen mit ihr auftretend.
Herr L. kennt meiner Meinung nach seine Krankheit. Er hat mir erzählt, dass er schon einige Bücher über Parkinson gelesen hat. Er gab mir sogar Literatur darüber mit, welche mir bei meiner Jahresarbeit sehr geholfen hat. Weiterhin denke ich, dass Herr L. ein sehr geduldiger Mensch ist, der genau weis, dass seine Erkrankung nicht mehr besser wird.

Medikament Darreichungsform 800 1100 1400 1700 2000 2400
PK-Merz 100mg Filmtabletten 1 1 – – – –
Nacom 100 Tabletten ½ ½ ½ ½ ½ –
Nacom 200 Retard Tabletten – – – – – 1
Gutron Tabletten 1 – – – 1 –
Perivar Forte Filmtabletten 1 – 1 – 1 –
Piracetam 800 von ct Filmtabletten 1 – 1 – 1 –
Lanitop 0,1mg Tabletten 1 – ½ – – –
Atane 2mg Tabletten ½ ½ ½ – – –
Laxoberal Tropfen 5-10 Tr. – – – – –

PK-Merz 100mg
Wirkstoff: Amantadinsulfat
Wird zur Behandlung von Symptomen der Parkinsonschen Krankheit, wie z.B. Steifheit (Rigor), Zittern (Tremor), und Bewegungsarmut bzw. Unbeweglichkeit (Hypo- bzw. Akinese).

Nacom 100 und Nacom 200 Retard
Wirkstoffe: Levodopa und Carbidopa
Gehören zur Arzneimittelgruppe der Levodopa (L-Dopa) und Decarboxylasehemmer.
Da Dopamin nicht in der Lage ist die Blut-Hirn-Schranke zu passieren, wird es in einer Vorstufe der Substanz L-Dopa verabreicht. Diese wird in den Nervenzellen des Gehirns zu Dopamin umgewandelt. Der Prozess findet auch außerhalb des Gehirns statt und führt dort zu erheblichen Nebenwirkungen, die heute durch die Kombination mit einem Decarboxylasehemmer weitgehend reduziert werden. Bei Herr L. können folgende Symptome im Zusammenhang mit der Medikamenteneinnahme stehen.

  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Schwindel
  • Benommenheit
  • Müdigkeit
  • Diarrhöe

Gutron
Wirkstoff: Midodrinhydrochlorid
Es ist ein Mittel gegen Blutdruckabfall bei Lagewechsel ohne Veränderung des autonomen Nervensystems.

Perivar Forte
Perivar Forte ist ein Venentherapeutikum. Angewendet wird es bei Beschwerden wie Krampfadern oder Venenschwäche, Spannungsgefühl und Schweregefühl, Schmerzen und Juckreiz, Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe und Beschwerden bei Hämorrhoidal-Leiden.

Piracetam 800 von ct
Wirkstoff : Piracetam
Piracetam ist ein Mittel zur Beeinflussung von Hirnleistungsstörungen (Nootropikum).
Nootropika ist ein Medikament das die zerebrale Durchblutung und den Hirnstoffwechsel anregt in dem es v.a. den Glukoseumsatz erhöht.

Lanitop 0,1mg
Wirkstoff: Metildigoxin
Lanitop ist ein Herzwirksames Glykosid dessen Ausgangsstoff aus den Blättern der Fingerhutpflanze (Digitalis lanata) gewonnen wird.

Artane 2mg
Wirkstoff: Trihexyphenidylhydrochlorid
Artane ist zur Behandlung und Dauerbehandlung von Morbus Parkinson und Parkinsonismus.

Laxoberal
Wirkstoff: Natriumpicosulfat
Laxoberal ist eine Laxantie mit peristaltikanregender Wirkung.

Für Herrn L. ist Morbus Parkinson die Krankheit die für Ihn die meisten Probleme aufwirft. Er ist in fast allen Lebensbereichen sehr stark eingeschränkt. Bei Ihm ist die Akinese und der Rigor sehr gut zu beobachten. Die Akinese erkennt man bei Ihm durch den typisch kleinschrittigen Gang und durch die stark verlangsamten Bewegungen.
Dem Patienten fällt es schwer die Bewegungen zu beginnen und zu beenden. Gerade morgens fällt Ihm der Weg in das Bad schwer. An manchen Tagen musste ich Ihn in den Rollstuhl setzen und fahren weil das Laufen nicht möglich war. Die typische Körperhaltung des Parkinson Erkrankten konnte ich bei Herr L. sehr gut wahrnehmen:

  1. Kopf und Rumpf sind nach vorn übergebeugt
  2. Schultern fallen nach vorn und nach innen
  3. Arme leicht nach innen gedreht und an den Oberkörper herangezogen und im Ellenbogengelenk leicht gebeugt
  4. Handgelenke und Grundgelenke der Finger sind leicht gebeugt
  5. Hüft- und Kniegelenke sind leicht gebeugt

Der Rigor und die Akinese führen zu dieser Haltung. Das Verändern dieser Haltung gelingt Herr L. nur teilweise und ist mit großer Anstrengung verbunden. Er spricht sehr leise und undeutlich. Deshalb fiel es mir nicht immer leicht ihn zu verstehen.
Therapien bekommt Herr L. von einem Krankengymnasten. Außerdem macht seine Frau mit Ihm Sprachtraining. Leider konnte ich aus zeitlichen Gründen nicht daran teilnehmen.
Als Hilfsmittel hat Herr L. einen Rollator den er aber nicht mehr so oft nutzen kann, da die Bewegungsabläufe immer gestörter wurden. Sehr zu seinem Bedauern. Er besitzt auch einen Rollstuhl der in letzter Zeit häufig benutzt werden musste. Ansonsten gibt es da noch einen Nachtstuhl, eine Toilettensitzerhöhung und einen Wannenlift mit Drehscheibe.
Bei dem Laufen hilft es Ihm wenn ich laut das Kommando gebe indem ich zähle wie beim Marschieren. Herr L. gibt sich dabei immer sehr viel mühe.
Da seine Tagesverfassung sehr unterschiedlich ist musste ich Ihn jeden morgen aufs Neue beobachten und ihn nach seiner Befindlichkeit fragen.

5. Pflegeplanung

Probleme Ressourcen Ziele Maßnahmen

Herr L. kann nur langsam und leise sprechen aufgrund der Parkinsonerkrankung

  • Herr L. ist zugänglich für Ansprache

Vorhandene Fähigkeiten von Herr L. werden erhalten und gefördert

  • Lob bei deutlicher Aussprache
  • Freundliches Ansprechen
  • Pflegemaßnahmen benennen

Herr L. kann nicht mehr alleine laufen aufgrund der Parkinsonerkrankung
Er macht Trippelschritte mit zeitweiligen Blockaden

  • Herr L. kann mit Hilfe laufen
  • Herr L. ist gewillt zu laufen

Die Fähigkeiten von Herr L. erhalten und fördern

  • Mit beiden Händen Herr L. führen
  • Kommando geben

Da Herr L. an Parkinson erkrankt ist, besteht die Gefahr zu stürzen aufgrund des Rigors und der Akinese

  • Herr L. kann sich äußern und ist geistig rege

Sturzgefahr ist minimiert bei Herr L.

  • Einnahme der verordneten Medikamente
  • Dabei auf genaue Uhrzeiten achten
  • Kommandos geben um Bewegung anzuleiten
  • Haltung- und Gleichgewichts-übungen durchführen
  • Gefahrenquellen beseitigen (Teppichkanten, Licht einschalten…)

Probleme Ressourcen Ziele Maßnahmen

Herr L. kann seine Medikamente nicht selbstständig einnehmen aufgrund der Parkinsonerkrankung

Sicherstellung der Medikamenteneinnahme

  • Medikamentengabe über PEG
  • Genaue Zeiten beachten

Herr L. leidet unter einem orthostatischen Blutdruck
Es besteht die Gefahr das er Plötzlich absinkt und Herr L. ohnmächtig wird
Sturzgefahr ist minimiert bei Herr L. “ Sicherheit beim Laufen geben

  • Regelmäßig Blutdruck messen
  • Regelmäßige Medikamenten-einnahme

Herr L. hat eine starke Schweißbildung aufgrund des Parkinson

Herr L. fühlt sich wohl

  • Angemessene luftdurchlässige Kleidung
  • Bei Bedarf Kleidungswechsel
  • Deo anbieten

Herr L. hat Probleme aufgrund des Rigors beim selbstständigen Anziehen

Herr L. hat ein gepflegtes äußeres

  • Hilfestellung beim Anziehen geben
  • Herr L. Soweit alleine machen lassen und ihm helfen wenn nötig

Probleme Ressourcen Ziele Maßnahmen

Herr L. kann sich nicht alleine waschen und eincremen aufgrund des Parkinson

  • Herr L. legt viel Wert auf ein gepflegtes äußeres
  • Herr L. wäscht sich das Gesicht selber
  • Er stellt sich die Wassertemperatur selbst ein
  • Äußert wünsche über Körperpflegemittel
  • Verreibt das Rasierwasser selbst im Gesicht

Herr L. fühlt sich wohl

Grundpflege sitzend auf Badewannenlift

  • Dienstags und Donnerstags Oberkörper, Arme, Beine, Füße und Genitalbereich waschen
  • Mit Körperlotion einreiben
  • Das Gesäß mit einem Ölgemisch einreiben
  • Deo unter die Achseln sprühen
  • Beide Unterschenkel mit Venalot- Mono einreiben
  • Rasieren
  • Kämmen
  • Montag, Mittwoch und Freitag duschen wie oben
  • Haare mit waschen
  • Danach kalt abduschen
  • Genitalbereich wird gepudert
  • Nach dem Duschen Verbandswechsel der PEG durch Pflegefachkraft
  • Sterile Kompressen abdecken
  • Mit Fixomull abkleben

Herr L. hat oft während der Grundpflege Harn- oder Stuhldrang und kommt nicht schnell genug zur toilette

  • Herr L. meldet sich bei Harn- oder Stuhldrang
  • Akzeptiert Inkontinenzmittel
  • Herr L. fühlt sich gepflegt
  • Inkontinematerial bereithalten
  • Zur Toilette führen
  • Vor Grundpflege nach Toilettengang fragen

Probleme Ressourcen Ziele Maßnahmen

Herr L. kann sich seine Kleidung und die anti Thrombose-strümpfe nicht alleine anziehen

Saubere und gepflegte Kleidung

  • Komplette Kleidung und ATS anziehen
  • Ehefrau sucht Kleidung aus und legt sie am Abend raus

Herr L. kann seine Mahlzeiten nicht selbstständig zu sich nehmen aufgrund des Parkinson
Die Nahrungs-aufnahme ist gesichert

  • Essen wird durch Ehefrau bereitet und gereicht
  • Getränke werden von Ehefrau durch PEG gegeben

6. Persönliche Bemerkungen

Diese Krankheit erfordert viel Geduld und Verständnis vom Betreuenden. Außerdem ist es von Vorteil wenn man sich mit der Krankheit beschäftigt. Ich kann jetzt besser damit umgehen da ich mich ausgiebig damit beschäftigt habe. Konnte vieles Neues erlernen und schon mir Bekanntes festigen.
Zu der medikamentösen Behandlung möchte ich noch hinzufügen das gerade bei den Parkinson Medikamenten eine zeitgenaue Einhaltung der Einnahme sehr wichtig ist. Durch diese Arbeit ist ein freundschaftliches Verhältnis zu Herrn L. entstanden.

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