Autor/in: Simone Häußer

Körpertemperatur

Physiologie des Wärmehaushaltes und der Temperaturregulation

Wie wird Körpertemperatur konstant erhalten?

Der Mensch hat zwei Körpertemperaturen: die Kerntemperatur von 37,5 Grad, die im Gehirn und den inneren Organen herrscht, und die Temperatur der Körperschale von 36,5 Grad. Um diese Temperatur konstant zu halten, wird sie durch Nervenzellen im Gehirn und im Rückenmark permanent gemessen. Die Zellen senden Signale an das vegetative Nervensystem, das die Produktion von Wärme und den Wärmeaustausch mit der Umgebung steuert. Dies ist gewissermaßen der Thermostat unseres Körpers.
Produziert wird die Körperwärme durch Verbrennung von Nahrungsmitteln. Jeder Nahrungsbestandteil, also Eiweiße, Kohlenhydrate und Fette, hat einen so genannten biologischen Brennwert, der für die Produktion der Wärme, aber auch Bewegungsenergie nötig ist. Dabei verbrennt der Körper genau so viel von der Nahrung, wie er zur Energieproduktion benötigt. Die übrigen Nahrungsbestandteile werden eingelagert.
Der Wärmeaustausch erfolgt über das Blut und das Gewebe zwischen Körperkern und Körperschale. Die erzeugte Wärme wird dabei von innen nachaußen transportiert. Der Körper steuert den Transport des Blutes z.B. dadurch, dass die Gefäße geweitet und verengt werden. Über die Haut wird Wärme abgestrahlt. In dem Maße, in dem wir unsere Haut bedecken, z.B. indem wir uns war anziehen, sinkt die Wärmemenge, die abgegeben wird. Die vor allem bei Kälte wichtig ist. Bei einer Außentemperatur, die über der Körperschalentemperatur liegt, schwitzen wir, sodass die abgegebene Wärme verbraucht werden kann, um den Schweiß zu verdunsten.

Erklären sie die Begriffe Wärmeregulationszentrum, Thermorezeptoren!

Wärmeregulationszentrum: in ihm wird der Sollwert der Körpertemperatur festgelegt, es befindet sich im einem Teil des Zwischenhirns. Hauptbestandteile sind der Hyperthalamus und Thalamus. Das Regulationszentrum liegt im Hypothalamus.

Thermorezeptoren: messen die Temperatur im Körperinneren (Istwert) der Haut und im Rückenmark und melden die Werte an das thermoregulatorische Zentrum im Hypothalamus.

Der Istwert werden von den Thermorezeptoren über Nervenfasern in den Hypothalamus weitergeleitet. Dort werden Ist- und Sollwert der Körpertemperatur verglichen. Bei Abweichunge ändert das Wärmetemperaturzentrum die Wärmebildung oder Wärmeabgabe, um die Körpertemperatur im Normbereich zuhalten.

Pyrogene (fiebererzeugende Stoffe z.B. Bakterien) führen zu einer Sollwerterhöhung im thermoregulatorischen Zentrum => Bewohner friert
Umgekehrt empfindet der Bewohnereine Fiebersenkung als Überwärmung => Bewohner schwitzt.
Latente Unterkühlung ist ein häufiges Problem alter Menschen.
Diese Regulationsfähigkeit kann in höherem Lebensalter nachlassen (vgl. Gehirn und Psyche). Ältere Menschen haben häufig ein vermindertes Temperaturempfinden. Sie frieren auch öfter. Nicht selten leiden ältere Menschen auch an einer leichten Unterkühlung, obwohl sie das gar nicht bemerken. Die Körperkerntemperatur kann auf unter 35,5 Grad abkühlen.

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Wärmebildung und Wärmeabgabe

Welche Möglichkeiten der Wärmeproduktion hat der menschliche Körper?

Körperwärme entsteht durch Stoffwechselvorgänge, vor allem in der Leber (braunes Fettgewebe) und durch Muskelkontraktionen. In Ruhe wird etwas mehr als die Hälfte der Wärme in der Leber gebildet. Bei noch mehr Wärmebedarf wird der Muskeltonus erhöht. Reicht dieses nicht aus, versucht der Körper durch unwillkürliche Muskelkontraktion(Kältezitter oder Zähneklappern) Wärme zu erzeugen.

Mit welchen vier Mechanismen kann der Körper Wärme abgeben?

  1. => Verdunstung, Kühlung erfolgt über Haut, Atemwege und Schleimhäute
  2. => Abwärme/Ableitung: Abgabe von Wärme an Umgebung
  3. => Strahlung (Konvektion): Körper nimmt aus Energiequelle Wärme auf und gibt Wärme als Pufferzone ab
  4. => Blutströmungen/Wärmeleitung (Konduktion): Durch Gefäßweiterstellung gibt der Körper Wärme ab; durch Gefäßengstellung hält der Körper Wärme

Körperkern- und Körperschalentemperatur

Was bezeichnet man als Körperkerntemperatur und was als Körperschalentemperatur?

Die Körperkerntemperatur befindet sich im Körperinneren (z.B. Herz, Nieren, ZNS). Sie schwankt physiologisch in engen Grenzen und beträgt etwa 37°C.
Die Schalentemperatur an der Haut und Gliedmaßen ist in der Regel niedriger und liegt je nach Region zwischen 28°C und 33°C.

Schwankungen der Körpertemperatur

Die Körpertemperatur schwankt im Laufe des Tages. Von was hängen die Werte ab? Wie ist die Temperaturmorgens und abends?

Die Temperatur schwankt innerhalb des Tages um 1°C , das Maximum wird um 16:00 bis 17:00 erreicht, die niedrigste ist um ca. 05:00 bis 06:00 Uhr.
Abhängig sind die Werte von:=> Physiologische Faktoren wie:

  • Aufregung
  • Bewegung
  • Hitze
  • Kälte
  • Alter
  • Kleidung
  • Gewohnheiten
  • Pathologische Faktoren wie:
  • Austrocknung
  • Stoffwechselkrankheiten
  • Störung der Wärmebildung und Wärmeleitung

Ermittlung der Körpertemperatur

Welche Ziele hat die Ermittlung der Körpertemperatur?

  1. Zur Beurteilung eines Krankheitsverlaufs
  2. Zur Wirksamkeitskontrolle von Medikamenten z.B. Antibiotika
  3. Zur Überwachung der Wundheilung

Messorte/Messstellen/Messarten/Messpunkt

Nennen Sie die Körperstellen(-höhlen) an denen Körpertemperatur gemessen werden kann!!!

  • Sublingual (unter der Zunge) 0,3 bis 0,5°C unter der rektalen gemessen Temperatur (Messzeit 5 Minuten)
  • Oral (im Mund) 0,3 bis 0,5°C unter der rektalen gemessen Temperatur (Messzeit 5 Minuten)
  • Axillar (in der Achselhöhle) 0,5°C unterhalb der rektalen gemessen Temperatur (Messzeit 8 bis 10 Minuten)
  • Rektal (im Mastdarm) – bei rektaler Messung sind Werte zwischen 36,5 und 37,5 °C normal (Messzeit 2 bis 4 Minuten)
  • Inguinal (in der Leistenbeuge) 0,5 °C unter der rektalen gemessen Temperatur(Messzeit 8 bis 10 Minuten)
  • Vaginal (in der Scheide) wie rektale Messung (Messzeit 2 bis 3 Minuten)

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  • Am äußeren Gehörgang (mit Infrarot-Thermometer)
  • An der Stirn (mit Infrarot-Thermometer)

Beschreiben Sie kurz die Thermometerarten!

Quecksilberthermometer

(Maximal- (viel Quecksilber, leicht zerbrechlich!) oder Prismenthermometer (stabiler, weniger Quecksilber))
Genaue aber lange Messdauer, muss nach Gebrauch runter geschüttelt werden!!

Bei Bruch:

  1. Vorsichtig die Quecksilberkügelchen sorgfältig einsammeln (! Nicht mit der Hand anfassen sondern mit einem Blatt Papier oder mit Handbesen und Schaufel aufnehmen!)
  2. In ein luftdicht verschließbares Gefäß geben
  3. In die Apotheke bringen

(Es gibt auch Entsorgungssets, Vorsicht vor denQuecksilberdämpfen!)

Aus dem Internet

Kommission stellt Quecksilber-Strategie vor
In Kürze:

Die EU will die globale Quecksilberbelastung mithilfe einer umfassenden Strategie verringern.Europäische Quecksilberexporte sollen bis 2011 eingestellt werden.

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Verwandte Dossiers

* Die Europäische Gesundheits- und Umweltstrategie (SCALE)

Hintergrund:

Es ist allgemein bekannt, dass von Quecksilber eine ökologische und gesundheitliche Bedrohung ausgeht. Es wird im Körper angereichert und kann den Gehirnzellen und dem zentralen Nervensystem erheblichen Schaden zufügen. Die Risiken von Quecksilber sind ein globales Problem, da Quecksilber über die Luft und Nahrungskette (insbesondere über Fische) übertragen wird.

Quecksilber wird hauptsächlich in Thermometern, Barometern, Amalgamen und Batterien, aber auch bei der Herstellung von Chloriden, verwendet.

Die EU ist der weltweit größte Exporteur von Quecksilber. Sie liefert fast ein Drittel des globalen Angebots (1.000 Tonnen der insgesamt 3.600 Tonnen pro Jahr). Das Quecksilber, das exportiert wird, stammt größtenteils aus Überresten des EU-Chloralkali-Sektors.

Auf internationaler Ebene werden vor allem im Rahmen des Umweltprogramms der Vereinten Nationen Debatten über dieses Thema geführt (UNEP).
Kernfragen:

Die Hauptelemente der neuen EU-Quecksilberstrategie sind folgende:

• Einstellung der europäischen Exporte bis 2011
• Durchführung weiterer globaler Maßnahmen im Rahmen internationaler Plattformen und gemeinsam mit anderen Ländern
• Reduzierung der Nachfrage in der EU durch eine eingeschränkte Vermarktung gewisser Produkte (z.B. Thermometer)
• Maßnahmen zur sicheren Lagerung von überschüssigem Quecksilber
• Verringerung der Quecksilberemissionen in der EU
• Mehr Forschung und Informationsprogramme zu gesundheitlichen Auswirkungen von Quecksilber (als Teil des 7. Rahmenforschungsprogramms)
Positionen:

Die europäische Chloralkaliindustrie hat die Quecksilberemissionen, die während der Produktionsprozesse entstehen, im Laufe des letzten Jahrzehnts bereits auf freiwilliger Basis erheblich reduziert. In einer ersten Reaktion auf die neue Strategie der Kommission äußert Euro Chlor, dass es auch weiter vorhabe, die Emissionen zu verringern. Gleichzeitig vertritt der Verband die Auffassung, „es ist unwahrscheinlich, dass ein unilateraler Exportstopp das globale Quecksilberproblem löst“. Es bedürfe einer größeren Zahl von internationalen Maßnahmen. „Sollte dies nicht erreicht werden, könnten Quecksilberminen woanders berechtigterweise ihre Produktion erhöhen, um der Nachfrage des Markts nachzukommen, die ansonsten von dem recycelten Quecksilber aus der Chloralkaliindustrie befriedigt werden würde“, so die EU-Lobby der Chlorindustrie.

Dahingegen zeigten sich Umweltorganisationen zufrieden mit der geplanten EU-Strategie. Greenpeace erklärt in einer Pressemeldung, dass die EU „Führungswillen beweist, indem sie gegen die globale Quecksilberbelastung vorgeht“. Die Umweltschützer mahnen indes, dass gezieltere Maßnahmen erforderlich seien, um „die Einstellung der Quecksilberproduktion in der größten Mine der Welt in Almaden, Spanien, durchzuführen“. Darüber hinaus, fordern sie strengere Maßnahmen bezüglich der Emissionen größerer kohlebetriebener Verbrennungsanlagen.
Jüngste Entwicklungen und nächste Schritte:

* Die Quecksilber-Strategie muss von Rat und Parlament gebilligt werden.
* Sie wird die Grundlage der Position der EU in den bevorstehenden Diskussionen auf internationaler Ebene über Quecksilber bilden, die im Februar 2005 im ‚Governing Council‘ von UNEP stattfinden werden.

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Digitale Thermometer

Sichere und kurze Messung, Signalton am Ende, meist Speicherung des letzten Wertes

Elektronische Thermometer

Mit „predichie-Technologie“ sehr kurze Messung (10 sek.), klein, gewählter Messort sollte eingestellt sein.

Infrarot-Ohrthermometer

Sehr kurze Messdauer(1 bis 3 sek.), schweres Gerät, Messung im Ohr ist für alte Menschen ungewohnt!

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! Fieber messen an der Stirn !

* Messung entlang der Schläfe in weniger als 1 Sek.
* Neueste Infraroterfassungstechnologie
* Temperaturanzeige wahlweise in Celsius oder Fahrenheit
* Warnung bei Temperatur über 38°C
* Messgenauigkeit +/- 0,3°C
* Einfache Bedienung über zwei Tasten
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* Komfortabel durch die ergonomische Form
* Speicherung des letzten 10 Messergebnisses
* Mit Alkohol desinfizierbarer Sensor
* Besonders gut für Kinder geeignet
* Ca. 5000 Messungen pro Batterie

Abweichungen von der Normaltemperatur

Fieber

Definieren Sie mit eigenen Worten den Begriff Fieber!

Fieber ist ein Symptom für einen krankhaften Prozess im Körper und führt zu einem Temperaturanstieg. Dies kann ein Warnsignal sein bei zu weniger Flüssigkeitszufuhr oder hilfreich bei Verletzungen und Infektionen. Wenn weiße Blutkörperchen (Leukozyten) zu der betroffenen strömen, sondern dies chemische Substanzen ab die die Körpertemperatur ansteigen lassen. (Manche Erreger können sich nicht mehr vermehren oder sterben sogar ab)

Welche Stoffe können Fieber auslösen?
Pyrogenen (fiebererzeugende Stoffe):
— exogene (von Pilzen, Viren oder Bakterien produzierte Toxine oder Bestandteile)

— endogene (Abbauprodukte körpereigener Eiweiße)

Gelangen Pyrogene in die Blutbahn, verursachen sie Fieber.

Wie wird die Fieberhöhe unterschieden?

Unterste Grenze, Tod=>unter 25°C
Untertemperatur=> bis 36°C
Normaltemperatur =>36,3 bis 37,4°C
Subfebrile Fieber => 37,5 bis 38,0°C
Leichtes Fieber=>38,1 bis 38,5°C
Mäßiges Fieber => 38,6 bis 39,0 °C
Hohes Fieber => 39,1 bis 39,9°C
Sehr hohes Fieber, ,Deliriumgefahr => über 40
Eiweissgerinnung, Tod => 42,6

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Beschreiben Sie ganz kurz das Fieber

Bei Infektionskrankheiten

Durch Toxine die von dem Stoffwechsel der Krankheitserreger kommen oder deren Abbau entsteht Fieber. Ein Beispiel ist das Septische Fieber: der Körper reagiert mit Schüttelfrost und Temperaturen bis 40°C, dies passiert wenn Toxine in die Blutbahn gelangen!!

Resoptionsfieber

Entsteht durch den Abbau von Gewebetrümmern im Organismus nach größeren Verletzungen oder Verbrennungen, bei Blutergüssen oder nach größeren Operationen. Wenige Tage später gelangen pyrogene Abbauprodukte der abgestorbenen Zellen in der Blutbahn. Typisch für dieses Fieber ist der Zeitpunkt (2-3 Tage nach der OP oder Trauma), die Fieberhöhe liegt selten über 38,5°C. Wird auch aseptisches Fieber genannt.

Zentrales Fieber

Steigt meist über 40°C und fiebersenkende Arzneimittel wirken oft nicht, es ist die Folge von Schädel-Hirn-Verletzungen.

Durstfieber

Ist die Folge von Flüssigkeitsmangel, durch ihn steigt sie Körpertemperatur an. Anzeichen dieses Fiebers sind Hautturgor, Dehydratation (Bewusstseinstrübung) (und im ersten Lebensjahr eine eingefallene Fontanelle).

Zählen Sie die Symptome bei fieberhaften Erkrankungen auf!

Subjektive Symptome:

  • allgemeines Krankheitsgefühl
  • Abgeschlagenheit
  • Müdigkeit
  • Leistungsverminderung
  • Kopf- und Gliederschmerzen
  • Licht- und Geräuschempfindlichkeit
  • Frösteln
  • Hitzeschauer

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Objektive Symptome:

  • Anstieg von Temperatur und meist auch des Pulses
  • Beschleunigte meist oberflächliche Atmung
  • Appetitlosigkeit
  • Gewichtsabnahme
  • Trockene oft belegte Zunge
  • Rissige Lippen
  • Durst
  • (bei ungenügender Flüssigkeitszufuhr), verminderte Urinausscheidung
  • Stark konzentrierter Urin
  • Obstipation
  • Heiße oft gerötete Haut
  • Großperlige, warmer Schweiß
  • Glänzende Augen
  • Unruhe
  • Verwirrtheit
  • Halluzinationen
  • Schlaflosigkeit
  • Umkehr des Tag-Nacht-Rhythmus

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