Autor/in: Vera B.

Körperpflege

Ganzwaschung und Vollbad siehe Buch und Blätter !!!

» Bedeutung der Körperpflege:
Steigerung des Wohlbefindens, Gelegenheit zur Kontakt- und Beziehungsaufnahme, Gelegenheit zur Mobilisation und Aktivierung, Beobachtung, Gesund-heitsförderung und „basale Stimulation“.

Imtimpflege:

» Dazu gehört:

  • Bauch, vom Nabel abwärts
  • Leisten und oberes Drittel der Oberschenkel
  • Äußere Genitalien

Besonderes:

  • für Blickschutz sorgen
  • frisches Wasser ==> Einwegmaterial
  • evtl. Fön
  • Bettschutz z.B.: Handtuch

Vorgehen bei der Frau:

  • Bauchdecke im Uhrzeigersinn massierend waschen, danach Leisten und Oberschenkel, dann abtrocknen.
  • Äußere Schamlippen waschen, spreizen, inneren Bereich vorsichtig abtupfen und abtrock-nen.
  • Zum Waschen von Gesäß- und Analregion auf die Seite drehen.
  • Von der Scheide zur Analregion waschen.

Vorgehen beim Mann:

  • Bauchdecke, Leisten und Oberschenkel waschen und abtrocknen.
  • Zum Waschen des Penis, Vorhaut über die Eichel zurückschieben, angesammelten Belag vorsichtig entfernen, Vorhaut wieder nach vorn schieben.
  • Hoden zum Waschen anheben und dann abtrocknen.
  • Zum Waschen von Gesäß- und Analregion auf die Seite drehen, sorgfältig von vorne nach hinten waschen und trocknen.
    Immer auf Dekubitus und Hämorrhoiden achten!!

Augenpflege:

  • keine Seifen nutzen, nur klares Wasser.
  • kleines Gefäß mit lauwarmen Wasser oder physiologischer Kochsalzlösung.
  • Kein Kamillosan (trocknet aus).
  • Mehrere nichtfasernde sterile Kompressen.
  • Augentropfen oder -salben nach Verordnung des Arztes.
  • Augapfel nicht berühren.
    Brillenreinigung!!!

Herausnehmen einer Augenprothese:

  • Patient blickt nach oben
  • Unterlid abziehen
  • Glasstäbchen unter den unteren Prothesenrand schieben
  • Prothese herausheben

Einfügen einer Augenprothese:

  • Prothese anfeuchten, mit Daumen und Zeigefinger der rechten Hand fassen.
  • Patient blickt nach oben.
  • Mit der linken Hand das Oberlid hochschieben.
  • Prothese darunterschieben.
  • Unterlid abziehen, damit die Prothese in den Bindehautsack gleitet.
  • Kontrollieren, ob die Prothese richtig sitzt, der Patient darf beim Geradeausblicken nicht schielen.

Nasenpflege:

  • Nierenschale mit mehreren Watteträgern, Wattestäbchen.
  • Kleines Gefäß mit physiologischer Kochsalzlösung oder Kamillosan.
  • Mit Vaseline o.ä. nachfetten.

Ohrenpflege:

Reinigung der Ohrmuschel und des Bereiches hinter dem Ohr bei der täglichen Ganzwaschung.
Bei Schwerhörigkeit oder verstopften Ohren durch Ohrenschmalz immer den Arzt zur Reinigung rufen.

Mundpflege:

  • erhöht das Wohlbefinden besonders morgens
  • Durchführung vor Beginn aller Aktivitäten des Tages
  • Ein intaktes Gebiß und gepflegte Zähne ermöglichen sorgfältiges kauen und erleichtern somit die Nahrungsaufnahme.

Gegenstände zur Mundpflege:

  • Zahnbürste mit möglichst kurzem Bürstenkopf
  • Zahnpasta und Mundwasser
  • Zahnglas oder Becher
  • Handtuch, Zellstoff oder Papiertaschentücher
  • Nierenschale evtl. Prothesenschale mit Deckel und Kukident

Durchführung der Zahnpflege:

  • ca. 3 mal täglich nach dem Essen
  • Handtuch unter Kinn legen
  • Reinigung der Zähne: kleine Kreisbewegungen von der Außenseite, zur Kaufläche, zur In-nenseite, immer von hinten nach vorne
  • Ausspülen (versuchen durch die Zähne zu pressen)

Prothesenpflege:

  • Waschbecken halb voll mit Wasser
  • Über Nacht in Prothesenschale und Kukident geben
  • Mundpflege als Prophylaxe

» Beobachtung der Mundhöhle:

Stomatitis (Mundschleimhautentzündung), Schleimhäute gerötet und geschwollen, brennen-de Schmerzen, unangenehmer Geschmack und Mundgeruch.
Soor: festhaltender, grauweißfleckiger Belag
Mundaphten: kleine Defekte in Zunge, Lippe und Mundschleimhaut. Kleine Rundliche, ovale Erosionen im Zahnfleisch. Heftiger Schmerz daraus folgt Nahrungsverweigerung.
Rhagaden: Rötungen im Bereich der Nasen- und Mundwinkel. Aufgrund von Vitamin- und Eisenmangel.
Herpes labialis: Fieberbläschen. Kleine, schmerzhafte Erhebungen, BegleitSymptome von Fieber.
Parotitis: Entzündung der Ohrspeicheldrüse, mangelnde Kautätigkeit – Maulsperre. Essen und Trinken

Kostformen:

» Vollkost: darunter versteht man eine gemischte Kost, die den Energiebedarf deckt und alle Nährstoffe in ausreichender Menge enthält.
» Schonkost: entspricht im wesentlichen der Vollkost, allerdings enthält sie nur leicht verdau-liche Lebensmittel und keine blähenden Speisen.
» Passierte Kost: vorübergehende Kost, nach Mandel OP und Kieferfrakturen, als Dauerform bei Oesophagusvarizen.
» Diätkost: Ist eine Kostform die der Organfunktion Rechnung trägt. Eine vorübergehende Einschränkung schafft meist keine Probleme z.B.: Postoperativ oder vor Untersuchungen. Anders ist es mit einer Diät, die über einen längeren Zeitraum eingehalten werden muß, wie bei Diabetes, sie setzt voraus das der Patient die Notwendigkeit einsieht und sich entspre-chend verhält. Dabei ist es notwendig das der Patient erlaubte und nicht erlaubte Nahrungs-mittel kennt.
» Wunschkost: die Verabreichung von Wunschkost in der Endphase einer schweren Krank-heit, die eine strenge Diät über einen längeren Zeitraum notwendig machte, muß mit dem Arzt abgesprochen werden und der Patient muß über seinen Zustand informiert sein.

Verteilsysteme:

» Kübelwagensystem: kurzfristige Änderungen nicht möglich, Essen im Wagen, Essen bleibt länger warm, größerer Arbeitsaufwand, kleinere Auswahl.
» Tablettsystem: geringer Zeitaufwand, Auswahl bis zu 3 Menüs, weniger Arbeit, der Nahrungs-mittelaufwand ist geringer.
» Hilfsmittel: Spezielle Bestecke, Schnabeltassen und Befestigungsmöglichkeiten.

Ruhen und Schlafen

» Einflußfaktoren auf den Schlaf:
» Seelisch – geistige Aspekte:

  • Sinnverlust und Leere
  • Ungeborgenheit
  • Langeweile Sozio – kulturelle Faktoren:
  • zwischenmenschliche Konflikte
  • Arbeitsplatzprobleme
  • Finanzielle Sorgen
  • Mangelnde Sozialisation

Umgebungsfaktoren:

  • Wohnverhältnisse
  • Lärmbeeinflußung
  • Licht Psychische Faktoren:
  • Stimmung
  • Ängste
  • Sorgen

Biologische Anlagen:

  • Alter
  • Essen und Trinken
  • Bewegung/Aktivität
  • Rhythmusstörungen

Sozio – kulturelle Faktoren:

  • zwischenmenschliche Konflikte
  • Arbeitsplatzprobleme
  • Finanzielle Sorgen
  • Mangelnde Sozialisation

Psychische Faktoren:

  • Stimmung
  • Ängste
  • Sorgen

» Durchschlafstörungen:
nächtliches Wasser lassen, Atemnot und Husten, nächtliches Muskelzit-tern (Morbus Parkinson), psychische Veränderungen (Depressionen), Störungen der Gehirn-durchblutung und Schichtarbeit.

» Schlaffördernde Maßnahmen:


»
Kräutertees als alternative ein- und Durchschlafhilfe:
Weißdornblütentee, Melissenblättertee, Baldrianwurzeltee für ältere Leute mit Ein- und Durch-schlafstörungen.
Baldrianwurzeltee, Johanniskrauttee und Melissenblättertee für Schlafgestörte mit leichten De-pressionen.
Melissenblättertee, Orangenblütentee und Hibiskusblütentee für gehetzte und überforderte Men-schen.
Bei älteren Menschen mit verminderter Herz- Kreislauf Leistung kann eine Tasse Kaffee den Kreislauf stimulieren und zu einem ruhigeren Schlaf beitragen.
Nahrungsmittel mit einem hohen Tryptophan- Gehalt, können zu einem ruhigeren Schlaf führen und Ein- und Durchschlaffördernd sein z.B.: Käse, Milch, Eier, Fleisch und Nüsse.
Erhöhter Ruhe- und Schlafbedarf: nach dem Essen, bei schlechter Luft, nach bestimmten Un-tersuchungen, nach längeren Besuchen und Rekonvaleszenz (Gennesungsphase).

» Verminderter Schlafbedarf:
mangelnde Bewegung z.B.: bei Bettlägerigkeit, Urlaub und Ma-nie.
Folgen von Schlafstörungen:
Konzentrationsschwäche, vermindertes Denkvermögen, Abnah-me der Kreativität, emotionale Störungen, schnelle Ermüdbarkeit, gesteigerte Reaktionen auf optische, akustische Reize und Temperatur, evtl. Artikulations- und Wortfindungsstörungen,
gesteigerte Schmerzempfindungen und bei bestehenden Erkrankungen, Steigerung vorhandener Symptome.
Einschlafrituale: von Bewohner zu Bewohner unterschiedlich, wenn möglich immer die Wün-sche des Bewohners beachten (ob er z.B. lieber zur Wand oder mit Licht schläft).
Vitale Funktionen aufrechterhalten

Blutdruck:

Der Druck des strömenden Blutes in den Arterien. Das Volumen, die Kraft des Her-zens und die Elastizität der Gefäße bilden den Blutdruck. Der systolische Druck ist die Austrei-bungs- und Anspannungszeit (oberer Wert zwischen 100 und 160 mmHG). Der diastolische Druck ist die Entspannungs- und Füllzeit (unterer Wert zwischen 70-90 mmHG). Der Druck im oberen Bereich des Körpers ist niedriger als der Druck im unteren, weil das Körpergewicht noch auf den Unterkörper drückt. Der Normalwert ist 120/80 mmHG.
» Blutdruckamplitude: die Differenz zwischen dem systolischen und dem diastolischen Wert.
» Puls: Palpationsstellen: Speichenschlagader, Schläfe, Hals, Leiste, Kniekehle und Fußrücken.
Die normale Pulsfrequenz liegt ca. zwischen 60- 80 Schlägen pro Minute.
Pulsbeschleunigung (Tachycardy)= über 100 Schläge pro Minute
» Physiologische Ursachen: erhöhter Sauerstoffbedarf bei körperlicher Arbeit, seelische Erregung z.B.: Zorn, Angst und Freude, Zufuhr größerer Mengen Nicotin und Koffein Sauerstoffkonzent-ration herabgesetzt bei Bergsteigungen.
» Pathologische Ursachen: pro 1°C Körpertemperatur steigt der Puls um ca. 8 Schläge, Schilddrü-senüberfunktion, Herzinsuffizienz und ab 100 Schläge pro Minute.
Pulsverlangsamung (Bradycardy)= unter 60 Schläge pro Minute
» Physiologische Ursachen: bei Leistungssportlern in der Ruhephase, im Schlaf und bei reduzier-tem Stoffwechsel (Hungerkur).
» Pathologische Ursachen: Störungen im Reizleitungssystem (AV-Knoten), in Narkose, bei Schlaf- und Beruhigungsmitteln und bei Überdigitalisierung.

Pulsrythmus:

» Extrasystole: vom normalen Rhythmus abweichende Schläge.
» Zwillingspuls: jedem Schlag folgt eine Extrasystole, typisch bei Überdigitalisierung.
» Pulsarrhythmie: vollkommen unregelmäßige Schläge in unterschiedlicher Qualität, bei Schädi-gung des Herzmuskels, durch Herzinfarkt und Infektionen. Verengungen der Herzkranzgefäße.

Pulsqualität:

» Harter Puls: ein fest klopfender Puls z.B.: bei Bluthochdruck.
» Weicher Puls: ein schwach abtastbarer Puls, der leicht abdrückbar ist, bei niedrigem Blutdruck, Fieber und Herzinsuffizienz.
» Fadenförmiger Puls: ein fließender Puls, bei Schock und hohem Blutverlust.
Technik des Pulsfühlens: Die Kuppen von Zeige-, Mittel- und Ringfinger werden innen am Handgelenk in die Grube zwischen Speiche und Sehnenstrang gelegt und mit leichtem Druck die Pulswelle ertastet. Der erste Anstoß wird mit Null gezählt. Man zählt eine Viertelminute und multipliziert dann mal vier. Grundsätzlich wird bei Herzkranken und erkennbaren Veränderun-gen eine volle Minute lang gezählt. Routinekontrolle nur nach einer Ruhephase von ca. 30 Minu-ten.
» Atmung:
Einatmung (Inspiration) Bauchatmung
Ausatmung (Expiration) Brustatmung
Die Häufigkeit beim Erwachsenen liegt bei 16-20 Atemzügen pro Minute.
Beschleunigte Atmung (Tachypnoe)= Über 20 Atemzügen
Durch Sauerstoffmangel.
Verlangsamte Atmung (Bradypnoe)= unter 16 Atemzügen
Im Koma, bei Vergiftungen und bei Gehirnerkrankungen.
Atemqualität: Beschrieben werden die Tiefe der Atmung und Atemgeräusche:
Tief, flach, hechelnd, keuchend, rasselnd, schnappend, röchelnd und geräuschlos.
Veränderungen der Atemqualität:
» oberflächliche Atmung als Reaktion auf und zur Verhinderung von schmerzen (Schonat-mung) bei Lungen- und trockener Rippenfellentzündungen, Rippenbruch.
» Vertiefte Atmung bei komatösen Zuständen, bei Vergiftungen.
Atemgeräusche: Keuchen bei Anstrengung, Röcheln bei Atemnot, Rasseln bei Lungenödem, Pfeifen und ziehendes Geräusch bei Schleimhautschwellungen z.B.: durch einen Bienenstich, Pressen bei Asthma und Schnappen bei Sterbenden.

Atemgeruch:
» Azetongeruch (obstartiger Geruch) bei diabetischem Koma
» Stinkender, jauchiger Geruch bei Eiteransammelungen in der Lunge, bei Lungengewebszerf-fall.
» Amonniakgeruch bei Niereninzuffizienz, urämischen Koma.

» Normale Atmung: regelmäßige Atmung.

» Kußmaulsche Atmung: besonders tiefe regelmäßige Atmung mit Azetongeruch, bei diabeti-schem Koma.

Diagramm

» Cheyne-Stokes-Atmung: ansteigende und anschwellende keuchende Atmung, bei Sterbenden.

Diagramm

» Biotsche Atmung: tiefe, gleichmäßige Atemzüge mit Atempausen/Atemstillstand, bei Schädel- und Gehirnverletzungen, Gehirnblutungen.

Diagramm

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