Körperpflege
Ganzkörperwaschung im Bett
Ganzkörperwaschung: Übernahme der Körperpflege bei Patienten, die (weitgehend) unselbständig sind und sich nicht selbst waschen können oder dürfen. Dabei kann der Patient sowohl im Bett liegen als auch auf einem Hocker oder in einem Rollstuhl am Waschbecken sitzen.
Prinzipien und Vorbereitung
Information
Vor Beginn der Ganzkörperwaschung informiert sich die Pflegekraft zum einen im Gespräch mit dem Patienten, zum anderen im Gespräch mit ihren Kollegen bzw. mit Hilfe des Dokumentationssystems über die Gewohnheiten und Fähigkeiten des Patienten. Während der Ganzkörperwäsche erklärt sie dem Patienten alle Handlungen.
Lagerung
Abb.: Die Rückenlage mit erhöhtem Oberkörper ermöglicht der Patientin, sich bei der Ganzkörperwäsche aktiv zu beteiligen.[M205]
Damit der Patient eigene Ressourcen einbringen und die Handlungen der Pflegekraft beobachten kann, wird er im Bett mit erhöhtem Oberkörper auf dem Rücken gelagert. Lagerungshilfen werden entfernt, um sie vor Nässe zu schützen, sofern sich die - ggf. vom Arzt angeordnete - therapeutische Lagerung des Patienten dadurch nicht nachteilig verändert. Ist der Patient mobil, kann sich aber aufgrund seines Alters oder seiner Erkrankung nicht mehr selbst waschen, setzen ihn die Pflegenden zur Ganzkörperwaschung auf einen Hocker oder in einem (Roll-)Stuhl ans Waschbecken und helfen ihm dort.
Wohlbefinden des Patienten fördern
- Patienten fragen, ob er vor der Ganzkörperwaschung Darm oder Blase entleeren will
- Sichtschutz (spanische Wand) aufstellen
- Nicht zu zweit waschen. Es verwirrt den Patienten, wenn zwei Pflegekräfte an verschiedenen Körperstellen arbeiten. Eine zweite Person nur bei adipösen oder schwer kranken Patienten hinzuziehen, die nicht alleine gelagert oder aufgesetzt werden können
- Methode der Ganzkörperwäsche festlegen, z.B. die beruhigende Ganzkörperwäsche eher abends, die belebende morgens durchführen. Nach der Methode richtet sich auch der Einsatz der Pflegemittel
- Die eigenen Utensilien des Patienten bevorzugen (Seife, Deo, Rasierwasser, Hautcremes)
- Nur jeweils die Körperregionen aufdecken, die gerade gewaschen werden, um den Patienten nicht unnötig zu entblößen. Das partielle Aufdecken wahrt das Schamgefühl des Patienten und schützt ihn vor Auskühlung
- Im Bett immer ein Handtuch unter den zu waschenden Körperteil legen, damit die Bettwäsche nicht nass wird
- Individuelle Waschrituale und Gewohnheiten des Patienten berücksichtigen
- Wassertemperatur überprüfen
- Hände anwärmen
- Bei bewusstseinsgestörten Patienten vorzugsweise mit der Mundpflege beginnen, weil die Kranken dadurch wacher und kooperativer werden
- Die Hände und Füße des Patienten möglichst ganz ins Wasser tauchen
- Beim Waschen möglichst viel Hautkontakt halten, d.h. die Hand nicht unnötig oft wegnehmen und wieder aufsetzen
- Nicht unbedingt mit dem Gesicht, der sensibelsten Zone, sondern mit dem Brustkorb oder den Händen beginnen.
Arbeitsplatz vorbereiten
- Bei der Ganzkörperwäsche im Bett Nachttisch frei räumen, um Ablageflächen zu schaffen, und Patientenhaltegriff hoch hängen
- Alle Materialien patientennah anordnen
- Für angenehme Zimmertemperatur sorgen
- Besucher nach draußen bitten. Nur in Absprache mit dem Patienten dürfen Angehörige im Zimmer bleiben.
Material richten
- 1 Waschschüssel für die Ganzkörperwäsche im Bett
- 2 Handtücher
- 2 (Einmal-)Waschlappen (in vielen Häusern wird der Waschlappen für den Intimbereich auf links gedreht und ist dann als solcher sofort zu erkennen)
- Einmalhandschuhe
- Waschlotion bzw. Seife
- Pflegemittel für Haut und prophylaktische Maßnahmen (z.B. zur Dekubitus- und Pneumonieprophylaxe)
- Zahnputzutensilien oder Mundpflegeset
- Kosmetika nach den Wünschen des Patienten (kein Nagellack vor Operationen, um die Durchblutung der Haut kontrollieren zu können)
- Evtl. Rasierapparat
- Frische Bettwäsche und Kleidung
- Kamm, Bürste, Spiegel
- Händedesinfektionsmittel.
Hygienerichtlinien beachten
- Zu Beginn und zum Abschluss der Waschung die Hände desinfizieren; dies auch zwischendurch bei Kontakt mit Ausscheidungen, vor und nach der Intimpflege, vor der Entnahme frischer Wäsche oder von Pflegeutensilien aus Vorratsschränken
- Waschwasser, Waschlappen und Handtuch vor der Intimpflege wechseln
- Vorschriften über das Tragen von Handschuhen beachten. Vor allem während der Intimpflege sind Handschuhe angebracht, ebenso bei Hauterkrankungen zum Beispiel Fußpilz
- Bei infektiösen Hauterkrankungen (z.B. Hautpilz) den betroffenen Körperteil zuletzt waschen und getrennte Utensilien verwenden (möglichst Einmalartikel)
- Keine Seifenstücke für die Körperpflege verwenden: sie weichen auf und bleiben lange feucht, was eine Keimbesiedelung fördert
- Nach Gebrauch Waschschüssel desinfizieren und reinigen
- Bei abwehrgeschwächten und infektiösen Patienten Handtücher nach Gebrauch wechseln.
Durchführung
Bei der Ganzkörperwaschung beachten:
- Nicht strikt eine bestimmte Reihenfolge beim Waschen einhalten (z.B. das Gesicht zuerst und den Intimbereich zum Schluss), sondern unter Einhaltung der Hygienerichtlinien auf die individuellen Wünsche und Bedürfnisse des Patienten eingehen
- Um die Körperwahrnehmung des Patienten zu fördern, mit großzügigen Bewegungen waschen, z.B. mit dem Waschlappen in einer fließenden, durchgehenden Bewegung den Arm von der Schulter bis zur Hand waschen
- Seifenrückstände entfernen, um Hautreizungen und Juckreiz zu vermeiden (evtl. Wasser wechseln)
- Den goldenen Mittelweg finden zwischen feucht abreiben und überschwemmen.
Waschen des Gesichts
Das Gesicht ist sehr empfindlich und erfordert daher behutsames Handeln:
- Seife nur auf Wunsch des Patienten verwenden, auf keinen Fall jedoch in der Augenregion, da Seife stark reizt
- Zur Gesichtswaschung dem Wasser keine ätherischen Öle zusetzen
- Beim Waschen der Augen vom äußeren zum inneren Augenwinkel wischen (in Richtung des Tränenflusses)
- Zuerst Gesicht von Stirn über Wangen zum Kinn, dann Nase und Mundpartie waschen und abtrocknen
- Ohrmuscheln und hinter den Ohren waschen und abtrocknen.
Nach der Reinigung das Gesicht eincremen.
Waschen des Oberkörpers und der Extremitäten
- Hemd des Patienten ausziehen und über den Oberkörper legen
- Hals, Achselhöhlen, Arme und Hände waschen und trocknen; Falten und Fingerzwischenräume besondere Aufmerksamkeit schenken, damit kein Intertrigo entsteht
- Brustkorb und Bauch waschen und trocknen
- Das Rückenwaschen ist davon abhängig, ob der Patient in der Lage ist, sich aufzusetzen oder ohne großen Aufwand zu drehen. Manche Patienten dürfen nicht gedreht werden (z.B. bei Verletzungen der Wirbelsäule). Wenn der Kranke beim Umlagern starke Schmerzen hat oder nur zu zweit gedreht werden kann, wäscht die Pflegekraft seinen Rücken und sein Gesäß zu einem späteren Zeitpunkt
- Frisches Nachthemd oder Schlafanzug-Oberteil anziehen
- Mit dem Waschen der Beine können pflegerische Maßnahmen kombiniert werden, z.B. das Ausstreichen der Beine zur Thromboseprophylaxe oder das Waschen in Haarwuchsrichtung bei der beruhigenden Ganzkörperwaschung
- Füße und Zehenzwischenräume inspizieren, reinigen und gründlich abtrocknen, damit sich kein Fußpilz bildet.
Waschen des Genitalbereichs
Beim Waschen des Genitalbereichs trägt die Pflegekraft nicht nur aus hygienischen Gründen Einmalhandschuhe; meist entspricht es auch dem Wunsch des Patienten, in der Intimregion nicht mit bloßen Händen berührt zu werden. Waschwasser, Waschlappen und Handtuch wechselt die Pflegekraft vor und nach dem Waschen des Intimbereiches. Wegen der Keimverschleppung ist es am besten, Einmalwaschlappen zu verwenden.
Bei Mann und Frau wäscht die Pflegekraft zunächst den Bauch ab dem Nabel abwärts. Die Leisten trocknet sie danach gut ab, um das Entstehen von Intertrigo zu verhindern.
Intimpflege bei der Frau:
- Beine aufstellen und spreizen lassen
- Große Schamlippen spreizen, von der Symphyse zum Anus hin reinigen und abtupfen
- Übriges äußeres Genitale reinigen und trocknen
- Wenn Intimpflege nicht möglich bzw. erlaubt ist, Genitalspülung durchführen.
Den Intimbereich stets von der Symphyse zum Anus, also von vorne nach hinten reinigen, um eine Keimverschleppung zu verhindern.
Intimpflege beim Mann:
- Penis waschen und trocknen; dabei Vorhaut ganz zurückziehen, Eichel säubern und Vorhaut wieder zurückschieben (nicht vergessen, sonst kann eine Paraphimose entstehen)
- Hodensack von vorne in Richtung Gesäß waschen und trocknen.
Waschen des Gesäßes
Zum Waschen des Gesäßes im Bett wird der Patient meistens auf eine Seite gedreht. Den Anus wäscht die Pflegekraft in Richtung Steißbein, damit keine Darmbakterien in den Genitalbereich gelangen.
Wird der Patient zur Seite gedreht, ist der Teil des Gesäßes unzugänglich, auf dem er liegt. Nicht vergessen, nach erneuter Drehung auch diesen Teil zu waschen und die Haut zu beobachten.
Rasur und Bartpflege
Rasur
Bei Männern gehört die tägliche Rasur zur Gesichtspflege.
Zur Nassrasur cremt die Pflegekraft die entsprechende Gesichtspartie des Patienten mit Rasierschaum ein. Danach spannt sie die Haut mit einer Hand. Die andere Hand entfernt die Haare mit einem Einmalrasierer, und zwar mit kurzen Bewegungen mit der Haarwuchsrichtung.
Nach der Rasur wird die Haut mit einem Waschlappen von Rasierschaumresten gesäubert und auf Wunsch des Patienten Rasierwasser aufgetragen. Der hohe Alkoholgehalt (70 - 80 %) desinfiziert und beugt Entzündungen vor. Die Nassrasur erfordert Geschick und Übung, entfernt die Bartstoppeln aber gründlicher als die Trockenrasur. Bei Patienten, die blutgerinnungshemmende Arzneimittel wie Marcumar ® einnehmen, wird wegen der Blutungsgefahr keine Nassrasur durchgeführt.
Die Trockenrasur mit dem Elektrorasierer ist weniger aufwendig. Aus hygienischen Gründen wird nur der eigene Rasierapparat des Patienten verwendet. Die Barthaare müssen trocken sein, weil nasse Haare das Scherblatt verkleben würden. Nach Gebrauch des Rasierapparates wird der Rasierkopf geöffnet und mittels eines speziellen Pinsels gesäubert.
Eine deutlich sichtbare Gesichtsbehaarung bei Frauen kann eine Normvariante, aber auch Hinweis auf eine Hormonstörung sein. Frauen mit auffälliger Gesichtsbehaarung dürfen nicht ohne klärendes Gespräch rasiert werden, da die Haare dann ohne Spitze nachwachsen und dadurch dicker erscheinen. Besser ist es, in solch einem Fall z.B. einen Dermatologen einzuschalten, der die Haare mittels modernem Lasergerät entfernen kann.
Bartpflege
Bei Bartträgern gehört das Bartkämmen zur täglichen Gesichtspflege .
Nachsorge
Zum Abschluss der Ganzkörperwaschung wird der Patient vollständig angekleidet und frisiert (Haarpflege). Danach werden die Materialien entsorgt, aufgeräumt, der Nachttisch mit Desinfektionslösung abgewischt und die persönlichen Dinge des Patienten wieder aufgestellt.
Blick zurück: Bevor sich die Pflegekraft dem nächsten Patienten zuwendet, vergewissert sie sich, dass der Patient gut versorgt ist, also:
- Etwas zu trinken hat (sofern er nicht nüchtern bleiben muss)
- Klingeln kann
- Richtig und bequem liegt
- Eine Hilfe zum Aufrichten ergreifen kann
- Seine persönlichen Dinge auf dem Nachttisch erreichen kann.
Basal stimulierende Körperwaschung
Bei der basal stimulierenden Körperwaschung steht nicht die Reinigung im Vordergrund: Das Ziel ist vielmehr, dem Patienten über eine alltägliche, ihm bekannte Tätigkeit eine unmittelbare Kommunikation zu ermöglichen und - vor allem beim Verlust sensorischer Reize - seine Körperwahrnehmung und -identität zu fördern. Dabei berücksichtigen die Pflegenden das Erleben und die Fähigkeiten des Patienten.
In der Praxis finden vor allem die belebende und die beruhigende Ganzkörperwaschung Anwendung. Beide orientieren sich an der Körperbehaarung. Jedes Haar ist an der Haarwurzel mit Nerven umgeben, die Berührungen registrieren und Empfindungen weiterleiten.
Das Waschen gegen den Haarwuchs ist intensiver und wird als belebend und anregend empfunden. Im Gegensatz dazu gibt das Waschen mit dem Haarstrich dem Patienten eine genaue Information über seine Körperform und wirkt beruhigend. Bei beiden Ganzkörperwaschungen kann der Intimbereich einbezogen werden, da er ein wichtiger Bestandteil der körperlichen Identität ist, und die Intimwäsche zum Wohlgefühl des Patienten beiträgt.
Um eine Atmosphäre zu schaffen, in der sich der Patient ganz auf seine Körpererfahrung konzentrieren kann, wird die basal stimulierende Körperwaschung grundsätzlich nur von einer Pflegekraft durchgeführt. Die Berührung soll eindeutig, ruhig, mit flach aufgelegter Hand und konstantem Druck ausgeübt werden.
Bei Patienten, die ihr Umfeld nicht deutlich wahrnehmen können und durch wiederholte neue Berührungen schreckhaft reagieren, achten die Pflegenden auf einen ständigen Kontakt zum Patienten, z.B. durch kontinuierliche Berührung oder stete Geräusche bzw. Bewegungen im Blickfeld des Patienten.
In der Praxis hat es sich bewährt, dem Patienten vor allen basal stimulierenden Ganzkörperwaschungen einen Waschlappen in die Hand zu geben und sich selbst - ggf. mit Unterstützung - waschen zu lassen, um den Zusammenhang zwischen der Bewegung und dem Waschen erkennen zu können. An welcher Körperstelle mit dieser Waschung begonnen wird, hängt von den Gewohnheiten des Patienten ab. Scheint der Patient den Zusammenhang erkannt zu haben, übernimmt die Pflegekraft die weitere Körperwaschung.
Belebende Ganzkörperwaschung
Abb.: Belebende Ganzkörperwaschung. Entspricht die Waschrichtung vorübergehend der Haarwuchsrichtung, z.B. proximal der Kniekehle, stört es die harmonische Wirkung einer belebenden Ganzkörperwaschung nicht.
Die belebende Ganzkörperwaschung wird bei bewusstlosen, somnolenten und depressiven Patienten, Diabetikern und Patienten mit Gefäßleiden angewandt. Kontraindiziert ist sie bei desorientierten und unruhigen Patienten. Bei der ersten Waschung werden keine ätherischen Öle verwendet, da der Duft den Patienten von der Körperwahrnehmung ablenken würde (Reizüberflutung). Bei einer Wiederholung der Ganzkörperwaschung kann dem Wasser z.B. Rosmarin-Bademilch beigefügt werden, um die anregende Wirkung zu unterstützen. Dabei sollten jedoch nur Badezusätze verwendet werden, deren Duft vom Patienten als angenehm empfunden wird.
Die Wassertemperatur sollte anregend kühl sein. In der Regel liegt sie bis zu 10 °C unterhalb der Körpertemperatur. Das kühlere Wasser weckt die Aufmerksamkeit des Patienten, und er kann seine Körpergrenzen besser erspüren. Der Waschlappen ist sehr nass, er tropft noch und ist nicht zu weich. Die Dauer der Waschung richtet sich danach, wie lange der Patient sich aufmerksam auf die Waschung konzentrieren kann, sollte aber nicht mehr als 20 Minuten betragen. Ein begründeter Abbruch oder eine Teilwaschung sind zulässig und oft auch sinnvoll, um den Patienten nicht zu überfordern. Prinzip der belebenden Ganzkörperwäsche ist es, gegen die Haarwuchsrichtung zu waschen. Alles andere orientiert sich am Patienten, und zwar vor allem an seinem Erleben und seinen Fähigkeiten - auch die Reihenfolge der Waschung. Wird die belebende Ganzkörperwaschung zum ersten Mal durchgeführt, richtet sich die Pflegekraft nach der beim Waschen üblichen Vorgehensweise:
Arme, Gesicht, Brustkorb, Bauch, Beine. Reagiert der Patient darauf nicht wie erwartet, ändert sie die Reihenfolge. Nimmt ein Patient zum Beispiel bevorzugt seinen Rumpf und weniger seine Hände und Füße wahr, hat es sich bewährt, seine Aufmerksamkeit vom Rumpf weg in Richtung Peripherie zu lenken, indem die erste Waschbewegung am Körperstamm ansetzt und in Richtung Extremitäten ausgeführt wird, auch wenn es sich dabei um eine beruhigende Waschrichtung handelt. Hat der Patient auf diese Weise ein Gefühl für seine Peripherie bekommen, kann die eigentliche belebende Ganzkörperwaschung beginnen.
Nach dem Waschen trocknet die Pflegekraft den Patienten mit einem rauen Handtuch gegen die Haarwuchsrichtung ab.
Bei der basal stimulierenden Ganzkörperwaschung gibt es keinen Standard, der bei allen Patienten angewandt werden kann. Die Pflegenden verstehen jede Handbewegung als ein Angebot an den Patienten, das dieser annehmen oder ablehnen kann und das bei Bedarf zu modifizieren ist. Fühlt sich eine Pflegekraft wohl und harmonisch, überträgt sich das in vielen Fällen auf den Patienten.
Vorsicht
Die belebende Ganzkörperwaschung kann den systolischen Blutdruck um mindestens 10 -20 mmHg erhöhen. Bei Patienten mit Hypertonie oder Druckerhöhungen im Gehirn ist diese Waschung daher kontraindiziert.
Beruhigende Ganzkörperwaschung
Abb.: Beruhigende Ganzkörperwaschung. Entspricht die Waschrichtung vorübergehend nicht der Haarwuchsrichtung, stört es die harmonische Wirkung weniger als ein ständiges Wechseln der Waschrichtung.
Die beruhigende Ganzkörperwaschung wird z.B. bei verwirrten Patienten, bei Hyperaktivität, Unruhe, Einschlafproblemen und bei Patienten mit Schmerzen angewendet.
Bei der Durchführung ist das Zimmer angenehm warm. Störungen sind zu vermeiden. Die Pflegekraft redet während des Waschens möglichst wenig mit dem Patienten, damit sich die beruhigende Wirkung voll entfalten kann, es sei denn, der Patient kann Sprache und Berührung gleichzeitig verarbeiten. Die Wassertemperatur sollte angenehm warm sein, in der Regel 10 °C über der Körpertemperatur. Die erste Waschung erfolgt ohne Zusätze, bei einer Wiederholung der Ganzkörperwaschung eignet sich z.B. ätherisches Lavendelöl - sofern der Patient diesen Duft als angenehm empfindet -, da Lavendel beruhigend wirkt.
Die Pflegekraft wäscht mit einem weichen Waschlappen, den sie gut ausgewrungen hat, in Haarwuchsrichtung des Patienten. Beim Waschen des Armes beginnt sie also am Sternum. Nach Beendigung einer Waschbewegung führt sie die Hand nicht am Körper des Patienten zurück, sondern setzt immer wieder von neuem an. Ein warmes Fußbad zum Abschluss und das Abtrocknen und Eincremen der Haut in Haarwuchsrichtung unterstreicht die Wirkung der beruhigenden Ganzkörperwaschung.
Unterstützung bei der Körperpflege am Waschbecken
Unterstützung bei der Körperpflege am Waschbecken (Teilwäsche): Hilfe bei der Körperpflege für Patienten, die teilweise selbständig sind und das Bett verlassen können. Mobilisation und Körperpflege werden sinnvoll verknüpft.
Abb.: Seitlich neben Toilette und Waschbecken sind stabile Haltegriffe angebracht, damit der Patient sich aufrichten und festhalten kann. [K183]
Hilfe bei der Körperpflege am Waschbecken ist häufig bei älteren Patienten und in der postoperativen Phase notwendig. Diese Form der Körperpflege signalisiert den Patienten, die bisher im Bett gewaschen wurden, dass es wieder "bergauf" geht. Daher unterstützen die Pflegenden sie dabei, sich so früh wie möglich am Waschbecken zu waschen.
Viele Patienten benötigen beim Gang zum Waschbecken Hilfe oder werden mit dem Rollstuhl dahin gefahren. Die Sitzgelegenheit dort deckt die Pflegekraft mit einem Stecklaken ab, ehe sich der Patient hinsetzt. Danach vergewissert sie sich, dass der Patient an alle benötigten Utensilien herankommt, und zieht den Vorhang am Waschplatz zu bzw. stellt eine spanische Wand davor.
Damit auf der Haut keine Seifenrückstände verbleiben, wäscht sich der Patient mit fließendem Wasser. Er wäscht sich, so weit er kann selbst, und nur die von ihm nicht erreichbaren Körperpartien übernimmt die Pflegekraft. Sollte sie den Patienten vorübergehend allein lassen, platziert sie die Klingel vorher in Reichweite des Kranken.
Duschen
Duschen empfinden die meisten Patienten angenehmer als Waschen, weil ihr Körper dabei nicht nur befeuchtet, sondern richtig nass wird.

Abb.: Dusche im Stationsbad ohne Duschwanne.[K183]
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Abb.: Badewanne im Stationsbad mit integriertem Patientenlifter. Daneben fahrbarer Patientenlifter.[K183]
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Vorteil des Duschens ist, dass der "Schmutz" gleich weggespült wird und der Wasserverbrauch nur ein Drittel des beim Baden benötigten Wassers beträgt. Außerdem regt Duschen den Kreislauf an, vor allem, wenn sich der Patient abschließend kurz mit kaltem Wasser abduscht. Ein Hocker ermöglicht den Patienten, sich in der Dusche auch im Sitzen zu waschen.
Beim Duschen beachten:
- Rutschfeste Unterlage in die Dusche legen
- Für Patienten, die nicht sicher stehen können, rutschfesten Stuhl oder Hocker in die Duschwanne stellen
- Klingel erreichbar deponieren
- Selbständige Patienten alleine duschen lassen
- Auf Haltegriffe hinweisen.
Ganzkörperdusche im Bett
Abb.: Bettduschsystem mit einem fahrbaren Dusch- und Abwasserwagen.[V108]
Bettduschsysteme ermöglichen schwer kranken, bewegungseingeschränkten Patienten eine Ganzkörperdusche im Bett. Das Bettduschsystem besteht aus einem fahrbaren Dusch- und Abwasserwagen, bei dem ein Thermostat die Wassertemperatur im Frischwasserbehälter reguliert. Eine wasserdichte Matratzenauflage mit integriertem Abfluss wird am oberen und unteren Bettende eingehängt und zur Wanne umgeformt.
Abb.: Einer Matratzenauflage, die zur Wanne umgeformt werden kann.[T161]
Für die Dusche im Bett ist das Umbetten des Patienten nicht notwendig, weil die wasserdichte Matratzenauflage wie ein Bettlaken unter ihn gelegt wird. Durch eine integrierte Abflusseinrichtung fließt das Duschwasser in den Abwasserschlauch und von dort aus in den Schmutzwasserbehälter. Dieser wird nach Gebrauch in die Toilette entleert.
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