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Mitglied im Pflegenetz
Autor: Cordula
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Intramuskuläre Injektionen= i.m.


Situation des Patienten:

  • Im Gegensatz zu anderen Injektionen ist diese Injektion bei Patienten mit mehr Ängsten verbunden.
  • Soll immer bedacht werden!
  • Beabsichtigt sind bei dieser Injektionsart häufig eine gute Resorption, jedoch verzögerter Wirkungseintritt des verabreichten Medikamentes.
  • Durch Verabreichung von Analgetika erreicht man eine Depotwirkung, die den Patienten über eine längere Zeit schmerzfrei lässt.
  • Maximale Wirkung tritt nach 20--> 40 Minuten ein.

Theoretische Grundlagen:

  • Def .: Die i.m. Injektion ist eine Injektionstechnik, bei der kleinere Arzneimittelmengen (max. 1ml) in einen Muskel gegeben werden.
  • Es sollte grundsätzlich überprüft werden, ob eine i.m. Injektion überhaupt notwendig ist, da die meisten Medikamente oral eingenommen werden können.
  • Wenn schon die parenterale Gabe unerlässlich ist, sollte zuerst an die i.v. Injektion gedacht werden.

Injektionsstellen:

  • Gesäßmuskulatur
  • Typisches Areal für i.m. Injektionen
  • Mehr oder weniger häufig erfolgt noch die Injektion in den „oberen äußeren Quadranten“ der Regio glutaealis in den Muskel glutaeus maximus bzw. in den M. Glutaeus medius.
  • Dabei besteht jedoch die Gefahr, entweder zu oberflächlich, also subkutan zu bleiben, oder aber zu tief zu gelangen und Nerven zu verletzen.
  • Merke! Die Methode „oberer äußerer Quadrant des Gesäßmuskels“ ist gefährlich und unbedingt abzulehnen!
  • Da Patienten bei dieser Technik gefährdet sind, ist neben der eindeutigen ärztlichen Anordnung eine sichere Ausführung erforderlich.
  • Jede Injektion stellt im inne des Strafgesetzbuches eine Körperverletzung dar; sie ist nur dann gerechtfertigt, wenn der Patient dem Eingriff zugestimmt hat, der Pflegende durch Ausbildung die Technik beherrscht und die Injektion zu Heilzwecken erfolgt.
  • Dazu ist auch die Information über die Wirkung des Medikamentes erforderlich
  • Siehe auch Kopie von Fr. Mix

Ventroglutäale Injektion nach A. von Hochstetter: siehe Standard

  • Relativ sichere Methode für die Gesäßmuskulatur
  • Nur bei Erwachsenen durchzuführen
  • Erfolgt in den M. glutaeus medius bzw. in den M. glutaeus minimus, der darunter liegt.
  • Hier erfolgt die Injektion von seitlich in ein klar umrissenes dreieckiges Feld (zwischen Crista iliaca, Spina iliaca und Trochanter major), das anhand von Orientierungspunkten mit wenig Variationsmöglichkeiten aufgefunden werden kann.
  • Der Injektionsort hat einen ausreichenden Abstand zu den großen Gefäß-->  und Nervensträngen.
  • Zum Einstich wird die Hautfalte fest gegriffen und abgehoben.
  • Die Injektion in den Gesäßmuskel erfolgt beim liegenden Patienten.
  • In flacher Seitenlage, das oben liegende Knie ist leicht angezogen (Muskelentspannung):
  • Schwerkranke können von erfahrenem, examiniertem Pflegepersonal die Injektion in Rückenlage erhalten.

Aufsuchen der Injektionsstelle nach von Hochstetter

  • Orientierungspunkte:
  • Crista iliaca= Darmbeinkamm
  • Eminentia cristae iliacae= Vorsprung des Darmbeinkamms, Darmbeinhügel)
  • Spina iliaca anterior superior= vorderer, oberer Darmbeinstachel
  • Trochanter major= großer Rollhügel
  • Injektionsstelle= Dreieck zwischen Zeige-->  und Mittelfinger

Anlegen der nicht injizierenden Hand auf der linken Hüfte

  • Der Mittelfinger tastet den vorderen, oberen Darmbeinstachel
  • Der Zeigefinger fährt den Darmbeinkamm entlang, bis er den höchsten Punkt, den Darmbeinhügel, erreicht hat.
  • Der Handteller wird nun um ca. 2 cm verschoben, bis der auf dem großen Rollhügel liegt; dabei bleibt der Mittelfinger auf dem Darmbeinstachel liegen, der Zeigefinger wird um ca. 2 Querfinger verschoben.

Anlegen der nicht injizierenden Hand auf der rechten Hüfte

  • Der Zeigefinger tastet den vorderen, oberen Darmbeinstachel
  • Der Mittelfinger fährt den Darmbeinkamm entlang, bis er den höchsten Punkt, den Darmbeinhügel erreicht hat;
  • Der Handteller wird um ca. 2cm verschoben, bis er auf dem großen Rollhügel liegt; dabei bleibt der Zeigefinger auf dem Darmbeinstachel liegen, der Mittelfinger wird um ca. 2 Querfinger verschoben.

Stichführung

  • Die Haut wird zwischen Zeige-->  und Mittelfinger gespannt;
  • Die Kanüle wird im 90 Grad Winkel zur Körperoberfläche (also senkrecht) bauchwärts eingeführt.

Intramuskuläre Injektion nach Sachtleben siehe Standard = Crista Methode


Injektionsort

  • ist der Musculus glutaeus medius
  • der Patient liegt auf der Seite, sein Kopf liegt rechts von der Pflegeperson;
  • die linke Hand wird in die Flanke des Patienten gelegt, der Zeigefinger liegt dabei auf der Knochenleiste des Darmbeinkammes
  • links vom Zeigefinger, ca. 3 Finger breit unterhalb des Darmbeinkammes und dem großen Rollhügel liegt die Injektionsstelle
  • bei der Crista Methode kann der Patient neben der Seitenlage auch die Bauchlage einnehmen.
  • Beachte! Bei Kindern bis ca. 75cm Körpergröße liegt die Injektionsstelle einnen Querfinger, bei Kindern bis 125cm Körpergröße zwei Querfinger breit unterhalb des Darmbeinkammes

Stichführung

  • Die Kanüle wird senkrecht (90Grad Winkel) zur Körperoberfläche eingeführt;
  • Die Kanüle ist dabei nach oben außen (kranial lateral, in Richtung Bauchnabel) gerichtet.

Intramuskuläre Injektion in den Oberschenkel siehe Standard


Injektionsort

  • Ist das mittlere Drittel der Oberschenkelvorderseite, lateral der Bügelfalte (= Muskulus vastus lateralis);
  • Beim liegenden Patienten wird die Vorderseite des Oberschenkels in drei Bereiche unterteilt: a) Leiste bis eine handbreit unter der Leiste, b) Knie bis eine handbreit über dem Knie, c) mittleres Oberschenkeldrittel
  • Der Länge nach wird der Oberschenkel eingeteilt in die vordere Bügelfalte und in die seitliche Hosennaht; zwischen diesen Linien im mittleren Oberschenkeldrittel der Injektionsbereich = Mitte der seitlichen Oberschenkelregion
  • Die Injektionsstelle wird mit sanftem Druck umgriffen und leicht angehoben

Stichführung

  • Kanüleneinstich erfolgt senkrecht zur Körperoberfläche in Richtung Oberschenkelknochen (= Femur)
  • Beachte! Das Bein darf nicht in Außenrotation liegen, da in dieser Lage Gefäße getroffen werden könnten.

Intramuskuläre Injektion in den Oberarm siehe Standard

  • Relativ schmerzhaft
  • Die Gefahr, Nerven und Gefäße zu verletzen, ist relativ groß;
  • Aufgrund der geringen Muskelmasse ist eine relativ kurze Kanüle zu wählen; es dürfen max. 2 Milliliter (aber keine öligen Substanzen) injiziert werden;
  • Nach Möglichkeit sind andere Injektionsorte für eine i.m. Injektion vorzuziehen;

Injektionsort

  • Kann die obere Region der Oberarmaußenseite, unterhalb der Schulterblatthöhe ( Musculus deltoideus) sein;
  • Die Einstichstelle findet sich drei Querfinger breit unterhalb der Schulterhöhe an der höchsten Stelle der Muslkelwölbung;
  • Die Kanüle wird senkrecht (im 90 Grad Winkel) zur Körperoberfläche eingestochen.

Injektionsort

  • Kann das mittlere Drittel der Oberarmaußenseite ( Musculus biceps) sein
  • Die Außenseite des Oberarms wird in Längsrichtung durch die Bügelfalte geteilt
  • Der Oberarm wird von oben nach unten in drei gleich große Regionen eingeteilt
  • Die mittlere Region, ist die zum Einstich geeignete
  • Die Haut wird zwischen Daumen und Zeigefinger angehoben
  • Die Kanüle wird im 45 Grad Winkel schräg nach oben eingeführt
  • Beachte! Der Arm darf nicht außenrotiert sein.

Pflegerische Aufgaben


Materialvorbereitung

  • Geeignete Spritze bereitlegen
  • Kanüle in Abhängigkeit vom Körpergewicht wählen (gelb bei uns im Haus)
  • Siehe weiteres Tabelle von Fr. Mix

Durchführung

  • Händedesinfektion
  • Material bereitlegen
  • Bei Entnahme aus Mehrdosisampullen Stopfen mit Alkohol und Tupfer desinfizieren
  • Injektionslösung mit eigener Kanüle aufziehen oder Fertigspritze vorbereiten; durch eine Aufziehkanüle lassen sich Partikel (Glasbruch) in der Injektionslösung sowie Kontaminationsgefahren reduzieren
  • Kontrolle Patient/Medikament/ärztliche Anordnung/ Hautveränderungen
  • Injektionsstelle auffinden
  • Injektionsstelle mit sterilen Tupfer und Desinfektionsmittel desinfizieren
  • Liegt Spritze nicht in Reichweite: Stelle mit Nagel oder gefärbtem Desinfektionsmittel markieren, anschließend noch mal tasten
  • Senkrechte Injektion
  • Injizieren und eine Aspirations Probe durch führen.
  • Mit trockenem Tupfer Einstichstelle komprimieren
  • Pflaster aufkleben
  • Kanülenentsorgung

Kontraindikationen

  • Schockzuständen mit Zentralisation des Blutvolumens, da wegen der Perfusionsstörung keine ausreichende Resorption des Medikamentes erfolgen kann.
  • Akutem Myokardinfarkt oder Verdacht; es entsteht sonst eine Kontraindikation für eine evtl. anstehende Lysetherapie und eine CK-->  Erhöhung, die als spezifische Enzymdiagnostik zu betrachten ist
  • Hämophilie ; führt zu langen Nachblutungen und Hämatombildung
  • Patienten unter oraler Antikoagulation ; kann zu exzessiven intramuskulären Hämatomen führen.
  • Heparintherapie ; um eine Hämatombildung während der sehr häufig angewandten subkutanen Heparintherapie zu vermeiden, müssen intramuskuläre Injektionen anderer Arzneimittel vermieden werden
  • In Hautgebiete mit Ödemen, Hämatomen und Injektion an der Injektionsstelle

Besonderheiten

  • Starke Schmerzen » Injektion muss abgebrochen werden
  • Einstich soll schwungvoll geschehen
  • Bei sehr kachektischen Patienten muss die kanülenlänge entsprechend ausgewählt werden; desgleichen ist eine spezielle Kanülenwahl bei Patienten mit Adipositas erforderlich.

Seltene Komplikationen

  • Umfangreiche Nekrosen und Abszesse (sobald sich an Injektionsstellen eine heiße, schmerzhafte Schwellung mit tastbarer Resistenz zeigt, muss der darunterliegende Abszess durch Inzision breit eröffnet und dadurch lockere Tamponade offen gehalten werden)
  • Arterielle und venöse Embolien
  • Thrombosen
  • Lokale Hämatombildungen

Spritzenschäden:

  • Entstehen durch falsche Lokalisation
  • „oberer, äußerer Quadrant“: Ischiasnerv und Nn. Glutaei, in diesem Bereich verlaufenden Blutgefäße können getroffen werden
  • Schädigung von N. ischiadicus führt zur Lähmung der Beuger am Oberschenkel und der gesamten Unterschenkelmuskulatur sowie zur Sensibilitätsstörung an der Außen-->  und Rückseite des Unterschenkels und am Fuß
  • Methode nach Hochstetter vermeidet dies

Akute toxische Gewebsschäden („Sofortschmerz“) und Injektionslähmung

  • Entstehen durch Injektionen in Nervennähe
  • Eine Medikamenten(--> neben) wirkung durch Nervenschädigung kann bei falscher Lokalisation auch erst später auftreten.
  • Durch für die i.m. Injektion ungeeignete Medikamente
  • Es können auch Medikamente in der Muskulatur als Ursache für Unverträglichkeiten angesehen werden.
  • Durch unsteriles Material, ungenügende Hautdesinfektion oder allgemeine Abwehrschwäche.
  • Nicht nur bei intramuskulären oder subkutanen Injektionen, bei deren Ausführung nachlässig vorgegangen und die Regeln der Asepsis missachtet wurden, sondern auch bei kunstgerecht unter aseptischen Bedingungen durchgeführten intramuskulären Applikationen gewebsunverträglicher Medikamente kann es zur Infektion kommen.
  • Vor allem wenn keine nennenswerten Keimmengen inplantiert wurden, besteht die Gefahr, dass sich diese Abszesse in derbes, fibröses Gewebe umwandeln. Dadurch können so starke beschwerden entstehen, dass die operative Entfernung erforderlich wird.
  • Häufig vergrößern sich diese Abszesse, besonders die im Glutäalbereich, schnell.
  • Sie können die Grenzen des betroffenen Muskels überschreiten und in ungünstigen Fällen, besonders bei Behandlung mit Heizkissen oder anderen Hitzeapplikationen, entweder zum Eitereinbruch in die Blutbahn mit Allgemeininfektion (Sepsis) oder zur Ausbreitung in den Muskelfaszienräumen ( Phlegmone) des Oberschenkels führen.
  • Durch gewebereizende Medikamente. Diese können übermäßige Reizwirkungen ausüben und dadurch evtl. Fremdkörpergranulome und sterile Abszesse hervorrufen.

Verhalten bei Injektionszwischenfällen

  • Auftreffen der Kanülenspitze auf die Knochenhaut-->  Kanüle ca. 1cm zurückziehen, dann erst injizieren.
  • Starker ausstrahlender Schmerz beim Einstich-->  Kanüle herausziehen. Arzt Info
  • Bluteintritt in die Spritze bei Probeaspiration-->  Kanüle herausziehen und mit neuem Medikament, Spritze und Kanüle an anderer Stelle erneut einstechen.
  • Starker Schmerz während der Injektion (=vermutliche perineurale Injektion oder Reizwirkung des Medikamentes)-->  sofortiger Abbruch der Injektion.
  • Schmerzhafte blasse Verfärbung der Gewebsperipherie des Injektionsbereiches (=versehentliche intraarterielle Injektion)-->  sofortiger Abbruch der Injektion, wenn möglich Kanüle liegen lassen. Konflikt: Eigentlich müsste sofort die Arztverordnung einer unverzüglichen Nachinjektion von physiologischer NaCl Lösung und einem gefäßerweiterndem Medikament, evtl. mit einem Kortisonpräparat, erfolgen.
  • Abbrechen einer Kanüle während der Injektion-->  Kanüle sofort mit Kornzange herausziehen; wenn dies nicht gelingt, dann möglichst sofortige operative Entfernung der Kanüle.
Autor: Cordula
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