Autor/in: Teddy

Injektionen

  1. Hygiene
  2. Arten der Injektion

– s.c.
– i. m.

  1. Kontraindikation
  2. Material
  3. Technik

– Aufziehen
– Durchführung

  1. Rechtliche Aspekte
  2. Injektionsorte
  3. Komplikationen
Definition :

Eine Injektion ist eine Applikation von gelösten oder suspendierten Arzneimitteln mit einer Hohlnadel ( Kanüle ) direkt in den Organismus. Dies geschieht unter Umgehung des Magen – Darm – Traktes, das heißt parenteral. Im Gegensatz zur Infusion werden bei der Injektion geringere Mengen bis zu 20 ml relativ schnell appliziert.

Volumen einer Injektion

  1. 0,1 – 20 ml = Injektion
  2. Mengen > 20 ml = Infusion

Arten von Injektionen

Die verschiedenen Injektionsarten werden durch das Gewebe bezeichnet, in das
injiziert wird.

InjektionsartGewebe / Struktur
Intrakutan ( i. c. )Oberhaut = Epidermis ( äußere Hautschicht )
Subkutan ( s. c. )Unterhaut = Subkutis ( Schicht unterhalb der Epidermis und der Lederhaut = Korium )
Intramuskulär ( i. m. )Muskel
Intravenös ( i. v.)Vene
Intraarteriell ( i. a. )Arterie
IntrakardialHerzmuskel
IntraartikulärGelenk
IntralumbalLumbalsack
Ventroglutäal ( v. g. )Mittleren Gesäßmuskel
IntrathekalLiquorraum

Vorteile von Injektionen

  1. genaue ( exakte ) Dosierung
  2. sichere Aufnahme ( Resorption ) des Medikamentes, kein Wirkstoffverlust ( z. B. bei Schluckstörungen, Verweigerung )
  3. unabhängig von den Ressourcen des Pat. / Bew. ( Schluckstörungen, Koma, Desorientiert, … )
  4. schnellerer Wirkungseintritt
  • i.v. und i.a. – innerhalb von Sekunden bis Minuten
  • i.m. – innerhalb von ca. 10 – 15 Minuten
  • s.c. – innerhalb von ca. 20 – 30 Minuten
  1. lokale Wirkung
  2. Umgehung des Magen – Darm – Traktes ( parenterale Verabreichung )
  3. Steuerung des Wirkungseintritts und der Wirkungsdauer ( Depot, Insulin )

Komplikationen

a ) Unverträglichkeitsreaktionen durch die Injektionslösung

  • erbrechen
  • Temperaturanstieg
  • Kopf -, Gelenk und Gliederschmerzen
  • Kreislaufstörungen bis hin zum Schock
  • Übelkeit
  • Atemnot
  • Juckreiz
  • Angst
  • Hitzewallungen
  • Hautrötung
  • Hautausschlag
  • Unruhe

b ) falsche Injektionstechnik

  • Nervenverletzung
  • lokale und / oder generalisierte Infektionen
  • Schmerzen
  • Gefäßschädigung
  • Blutungen im Gewebe

Kontraindikationen

  1. subkutan darf nicht gespritzt werden in ödematöses, infiziertes, entzündetes Gewebe, in Narbengewebe, gelähmte Regionen oder Hämatome ( an diesen Injektionsorten findet keine sofortige Resorption statt bzw. das Gewebe ist nicht Durchblutet )
  2. bei Schockzuständen darf auch nicht s.c. / i.m. injiziert werden ( schlechte Durchblutung )
  3. bei Blutungsneigung und Antikoagulantientherapie ( Medikament die die Blutgerinnung verzögert ) ist Vorsicht geboten und der Arzt zu fragen ( da der Mensch bei Blutungsneigung dieser verbluten kann, bzw. weil die Blutungsgerinnung evtl. nicht eintritt )

6. Durchführung der s. c. – Injektion

Einstichwinkel bei s.c. – Injektionen in Abhängigkeit von Kanülenstärke und
Konstitution ( nach BMI ).

  • Kranken informieren
  • sorgfältige Händedesinfektion
  • Einstichstelle desinfizieren
  • Einwirkzeit abwarten
  • Bildung und Beibehaltung einer Hautfalte bis zum Ende der Injektion. Die Hautfalte wird auf der einen Seite mit dem Daumen und auf der anderen Seite mit dem kleinen Finger und Ringfinger gebildet.
  • Einstichstelle nicht berühren
  • Einstich im Winkel von 45° oder genau senkrecht ( bei entsprechend kürzeren Kanülen ).
  • Medikament langsam injizieren, wobei die Kanüle nicht verschoben werden darf und eindeutig Subkutan liegen muss.
  • nach der Injektion soll zur Vermeidung eines Rückflusses die Kanüle 10 Sekunden in der Subkutis verbleiben
  • Kanüle entsprechend dem Einstichwinkel zügig herausziehen
  • Tupfer leicht auf Einstichstelle drücken; das Medikament soll durch Kreisbewegung mit dem Tupfer unter leichten Druck im Gewebe verteilt werden
  • evtl. Pflaster auf Einstichstelle

Injektionsort : Unterbauch

Kanülenstärke Konstitution und Einstichwinkel

KachektischNormalAdipös
0,45 x 12,0 mm
0,45 x 16,0 mm
0,45 x 20,0 mm
0,45 x 23,0 mm
0,45 x 25,0 mm
30 – 45 °
30 – 45 °
30 °
30 °
30 °
90 °
90 °
45 °
45 °
45 °
90 °
90 °
90 °
90 °
90 °

7. Auswahl der Kanüle

→ richtet sich nach :

  1. art der Lösung ( wässrig. Ölig, milchig )
  2. Art der Injektion ( z. B. s.c. / i.m. )
  3. Konstitution des Patienten / Bewohner

8. Aufziehen aus einer Glasampulle

  • Kontrolle des Medikaments
  • vor dem aufsägen einer Ampulle müssen evtl. mögliche Reste der Injektionslösung aus dem Ampullenkopf in den Ampullenkörper zurückgeführt werden, damit die genau bemessene Wirkstoffmenge noch stimmt
  • Aufbrechen der Ampulle; dabei wird die Ampulle so gehalten, das der Zeigefinger hinter dem Ampullenhals liegt und als Hebel wirkt. Zum Schutz vor Verletzungen liegt ein
    Tupfer zwischen Ampullenhals und Zeigefinger
  • sollte der Ampullenhals zerbrechen, muss die ganze Ampulle weggeworfen werden, da unter umständen unsichtbare Glassplitter in die Injektionsflüssigkeit gefallen sein könnte !
  • Spritze und Aufziehkanüle zusammenstecken
  • Injektionslösung aufziehen, die Kanüle darf dabei weder mit der Außenwand der Ampulle noch mit der Hand in Berührung kommen
  • Aufziehkanüle sofort in Abwurfbehälter entsorgen
  • Injektionskanüle auf Spritze setzen

9. Aufziehen aus einer Stechampulle

  • Kontrolle des Medikaments
  • Gummistopfen desinfizieren und die Einwirkzeit einhalten
  • möglichst dünne Aufziehkanüle benutzen
  • entsprechende Menge Luft in die Stechampulle zuspritzen ( zur Vermeidung eines unterdrucks beim aufziehen des Medikaments ! )
  • jetzt Stechampulle auf den Kopf stellen
  • Injektionslösung aufziehen, dabei etwas mehr Lösung entnehmen als benötigt wird
  • Aufziehkanüle sicher entsorgen
  • Spritze und Injektionskanüle zusammenstecken
  • einstellen der genauen verordneten Menge
  • bei Mehrfachentnahme Datum der ersten Entnahme vermerken

Intramuskuläre Injektionen ( i. m. – Injektionen )

  1. Ziele :
  1. das einbringen eines gelösten Medikaments in das Skelettmuskelgewebe, mittels Einmalspritze und Einmalkanüle
  2. parenterale Verabreichung eines Medikaments, das i. v. oder s. c. nicht verabreicht werden darf
  3. hygienisch technisch einwandfreie Verabreichung ( nach den Regeln der Asepsis arbeiten )
Injektionsorte
( Applikationsorte )
Methode der i. m. InjektionBegriffe
  1. Oberarmmuskel
  2. Oberschenkelmuskulatur
  3. Gesäßmuskulatur

M. gluteus medius und M. gluteus minimus
Zwischen
Spina iliaca anterior superior ( vorderer oberer Darmbeinstachel )
Crista iliaca ( Darmbeinkamm )

Methode nach von Hochstetter ( v. g. Injektion nach von Hochstetter )

Crista – Methode nach Sachtleben ( v. g. nach Sachtleben )

Glutae ( gr.) Wortteil mit der Bedeutung Gesäß
ventral ( lat. ): bauchwärts
ventrogluteale Injektion ( Abk. v. g. ) in den bauchwärtsgerichteten Teil des mittleren Gesäßmuskel hinein.

Infusionen

Definition

Das langsame, meist tropfenweise einfließen lassen von größeren Flüssigkeitsmengen in

  1. s. c. Gewebe ( s. c. Infusion )
  2. i. v. in die Vene
  3. i. a. in die Arterie

Indikation

Bei Störung im Wasser – und ElekrtolythaushaltNaCL 0,9%
Halb – bzw. Vollelektrolythlösungen
Bei mangelnder oraler oder enteraler Nährstoffaufnahme ( Ernährung )– Kohlenhydrate, z. B. Glukose oder Xylit
– Eiweißbausteine : Aminosäuren
– Fett : Intralipid, Liqofudin
Bei Blutverlust ( bei OP´s, Unfällen und Blutungen )HAES 10 % ( Plasmamasteril ) oder Transfusion von Blut und Blutbestandteilen
Bei Eiweißmangel im BlutAlbumin – Lösung 20 %
Bei schlechter Abwehrlageγ- Globin
Bei Mangeln von Blutbestandteilenz. B. Fibrinogen, Thrombozyten, …
Zur medikamentösen TherapieAntibiotika
Korrekturlösungen bei Störungen im Säure – Basen – Haushalt
Zur DiagnoseRöntgenkontrastmittel

Arten von Infusionen

Nach Art der punktierten Vene

Periphervenöse InfusionZentralvenöse Infusion
– Applikation über kleinere, oberflächliche
Venen
– in den großen Klappenlosen Venen
unmittelbar vor dem rechten Herzen
– peripheren Zugang über eine
Verweilkanüle: “ Braunüle “, “ Venüle “,
“ Viggo “, “ Butterfly “
Punktionsstellen :
  1. Venen der Ellenbeuge
  2. Venen des Unterarms ( innen und außen )
  3. Venen des Handrückens
  4. Venen des Fußrückens

– zentraler Venenkatheter ( kurz ZVK, auch
Kavakatheter ) über
– die V. subclavia ( Schlüsselbeinvene )
– die V. jugularis externa ( Halsvene )
– die V. jugularis interna
– heute bevorzugt
– Länge des Katheters: 30 cm

oder über die
– V. basalika ( Unterarm )
– V. cephalika ( Ellenbeuge )
– Länge des Katheters: 70 cm
– von peripher nach zentral ( spitze des
Katheters mündet vor dem rechten Herzen )

Für Langzeitinfusionen
– z. B. länger dauernde parenterale
Ernährung
– hypertone Infusionslösungen → ( Gefäß-
wandreizend z. B. auch Zytostatika )
– Druckinfusionen ( Infusionspumpe ) – Messen des zentralen Drucks ( kurz ZVK ) – Port – Systeme
– Implantierbares Infusionssystem

3.2. Arten der Verabreichung

  • Schwerkraftinfusion
  • Infusionspumpe
  • Infusionspritzenpumpe

3.3 Zeitdauer der Infusion

KurzinfusionDauerinfusion ( Langzeitinfusion )
  1. 20 – 30 Minuten
  1. mehrere Stunden ( auch ununterbrochen )
  1. Gesamtvolumen : 50 – 100 ml
  1. je nach Anordnung

Berechnung der Infusionsgeschwindigkeit

Grundlage aller Berechnungen:
1 ml entspricht 20 Tropfen
1 Tropfen / Min. = 3 ml / Std.

Häufig werden die Gesamtmenge der Infusion und die Infusionsdauer angeordnet. Dann lässt sich die notwendige Tropfenzahl pro Minute bzw. die Infusionsmenge in ml / Std. folgendermaßen errechnen :

Infusionsmenge in ml x 20 Tropfen / ml Gesamttropfenzahl Tropfen
Infusionsdauer in Std. x 60 min. / Std. = Infusionsdauer in Min. = Min

Beispiel: 500 ml Infusionslösung sollen 12 Stunden durchlaufen.

500 x 20 Tropfen / ml 10000 Tropfen 13,88 Tropfen
12 x 60 Min / Std. = 720 Min = Min

60 Sek. / Min.
13,88 Tropfen = 4,32 Sek. / Tropfen

ungefähr alle 4 Sekunden muss ein Tropfen fallen.

Manchmal werden aber auch die Tropfenzahl pro Minute und die Gesamtinfusionsmenge verordnet und die Pflegekraft möchte zur Zeitabschätzung und Infusionsplanung wissen, wann die Infusion beendet sein wird:

Infusionsmenge in ml x 20 Tropfen / ml
Tropfenzahl / min. x 60 Min. / Std. = Einlaufzeit in Stunde

Infusionsmenge in ml x 20 Tropfen / ml
Tropfenzahl / Min. = Einlaufzeit in Minuten

Beispiel: Eine Kurzinfusion mit einem Gesamtvolumen von 100 ml soll mit einer
Tropfenzahl von 30 Tropfen pro Minute einlaufen.

100 ml x 20 Tropfen / ml 2000
30 Tropfen / Min. x 60 Min. / Std. = 1800 = 1,1 Std.

100 ml x 20 Tropfen / ml 2000
30 Tropfen / Min. = 30 = 66,6 Min.

Die Infusion läuft etwas länger als eine Stunde.

Definitionen :

Osmolarität

Mit Osmolarität bezeichnet man die Molkonzentration aller in einem Liter Lösung wirksamen Moleküle. Dabei kann es sich um Kationen und Anionen sowie um nicht elektrisch geladene Teilchen handeln. Alle Teilchen über einen bestimmten Druck aus, den man osmotischen Druck bezeichnet.

Osmose

Unter Osmose versteht man den Übergang des Lösungsmittels einer Lösung durch eine semipermeable ( halbduchlässige ) Membran, die zwar durchlässig für das Lösungsmittel, nicht aber für darin gelöste Stoffe ist, in den benachbarten Flüssigkeitsraum.

Isotone Lösungen

Haben einen gleich großen osmotischen Druck wie das Plasma ( ca. 300 mosmol / l. )
Isotonisch : ( in Bezug auf Lösungen ) gleichen osmotischen Druck habend.

Hypotone Lösungen

Haben demzufolge einen geringeren Druck, also eine niedrigere Osmolarität ( < 270 mosmol / l ).

Hypertone Lösungen

Verfügen über einen hohen Druck ( > 310 mosmol / l ).

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