Infusionstherapie
Teil 1 / Teil 2
Infusion: Langsames, meist tropfenweises Einfließen größerer (arzneimittelhaltiger) Flüssigkeitsmengen in den Körper.
Infusionslösungen: » künstlich hergestellt Lösungen in Einmalbehältern aus Plastik oder Glas
» müssen steril und Pyrogenfrei sein
Wofür Infusionstherapie?
Der natürliche Weg für Nahrungsmittel, Wasser und Medis führt durch den Mund (peroral) über Rachen, Speiseröhre und Magen in den Darm.
In manchen Fällen kann es jedoch zweckmäßig sein, den Darm zu umgehen (parenterale Applikation).
• Der zuführende Stoff wird in Magen und Darm zerstört. Beispiel: Lässt man den Pat. eine Blutkonserve trinken, nützt sie ihm so gut wie nichts. Alle wertvollen Bestandteile (Blutkörperchen, Bluteiweiße) werden abgebaut. Eine Blutübertragung ist nur sinnvoll, wenn das Blut direkt in die Blutbahn injiziert wird. Ähnlich steht es mit vielen hochwertigen AZM.
• Der zuzuführende Stoff wird von Magen und Darm nicht oder nur unzureichend aufgenommen: Bsp.: Vit. B 12 kann nach Magenoperationen und bei manchen Magenerkrankungen nicht vom Darm aufgenommen werden -> Infusion
• Bei manchen Medis ist der Darm launisch: Manchmal wird wenig aufgenommen, das Medi bleibt unwirksam. Ein anderes Mal gelangt viel ins Blut, es droht die Vergiftung.
• Nach OP´s kann es bis zu einer Woche dauern, bis der Darm wieder richtig arbeitet. In dieser Zeit ist die Aufnahme von Medis über den Darm unsicher. Es besteht die Gefahr, dass ein in den Magen gebrachter Stoff an Ort und Stelle liegen bleibt und bei langdauernder, konzentrierter Einwirkung die Magenwand schädigt.
• Bei Diarrhoe werden die Stoffe manchmal zu schnell durch den Darm transportiert, so dass für den Körper gar keine Zeit bleibt, genügende Mengen davon aufzunehmen. Bei Erbrechen scheitern meist schon die Bemühungen, die AZM in den Körper zu bringen.
• Der zuführende Stoff wird von Darm zu langsam aufgenommen: je nach Füllung des Magens erscheinen geschluckte AZM unterschiedlich spät im Blut. Bei leerem Magen können schon nach 15 Minuten wirksame Mengen im Blut sein, bei vollem Magen kann es auch zwei Stunden dauern. Ein in die Blutbahn injizierter Stoff ist hingegen innerhalb einer Minute im Körper verteilt.
• Magen und Darm sollen geschont werden: Nach einer Magen- OP braucht der Magen einige Tage Ruhe, bis die Wunden verheilt sind. In dieser Zeit wird man ihn nicht einmal mit Getränken belasten. Auch von magen- und Darmoperationen wird man möglichst schon einige Tage nichts essen, damit Magen und Darm bei der OP leer sind.
• Ein Geschwürsleiden von Magen und Darm kann deren vorübergehende Schonung nötig machen.
• Der Pat. soll oder kann nicht schlucken: Beim bewusstlosen Pat. nützt auch ein gesunder Magen nichts. Bei benommenen Kranken ist das "Füttern" nicht ungefährlich-> Aspirationsgefahr
• Uneinsichtige Kranke, vor allem Kinder, nehmen verordnete Medis häufig nicht ein -> lebensnotwendige Medis müssen dann injiziert werden.
Info: Material aus dem Internet !
Grundsätzliches zur Infusionstherapie:
- Dient der Aufrechterhaltung des Flüssigkeitsvolumens -> Isovolämie
- Korrektur bzw. Aufrechterhaltung der lebensnotwendigen Elektrolyt-konzentrationen und deren Zusammensetzung -> Isoionie
- Wiederherstellung oder Aufrechterhaltung eines konstanten osmotischen Druckes -> Isotonie
- Regulierung der Osmolarität -> wird als Homöostase bezeichnet
• Bereitstellung von Grundnahrungsstoffen wie Fett, Kohlenhydrate, Vitaminen und Spurenelementen im Sinne einer parenteralen Ernährung
Weitere Ziele:
- Medikamentenverabreichung (also als Trägersubstanz)
- Osmotherapie (Ausschwemmen von Ödemen)
- Ausgleich des Säure- Basen- Haushaltes
- Das Offenhalten von Gefäßen (Bsp.: ZVK)
Indikationen für eine Infusionstherapie
• Erhaltungstherapie: -> den täglichen Wasser- und Elektrolytbedarf decken
• Korrekturtherapie: -> vorbestehende Abweichungen ausgleichen
• Ersatztherapie: -> path. bedingte Verluste ausgleichen
• Verabreichung von AZM: -> die über einen längeren Zeitraum kontinuierlich verabreicht werden müssen AZM, die nicht über den MDT oder als Injektion verabreicht werden können dient als Trägerlösung
Die Infusionstherapie soll den -> Wasser- und Elektrolythaushalt
-> und Säure- Basen- Haushalt regulieren
Der Umfang der Flüssigkeitsaufnahme wird durch die unterschiedliche Konzentration der Flüssigkeiten zwischen extrazellulärem und intrazellulärem Raum bestimmt. Dabei wird die Osmose wirksam.
Osmose:
Durchtritt von Flüssigkeiten durch eine semipermeable Membran vom Ort der niedrigeren Konzentration zum Ort der höheren Konzentration, bis das ein Konzentrationsgefälle erreicht ist.
Osmolarität:
Maß für die Stärke des Lösungsmittelübergangs bei der Osmose. (osmol/l)
Infusionslösungen
Isotone Infusionslösungen
- entsprechen in ihrer Osmolarität dem Blutplasma, d.h. die Osmolarität liegt um 300
mosmol/l
hypotone Infusionslösungen
- die Osmolarität liegt unter 270 mosmol/l
- die Lösungen können die Venenwände und Ery´s schädigen (Ery´s saugen in hypotoner Lösung Wasser auf, bis sie platzen)
hypertone Infusionslösungen
- Osmolarität liegt über 310 mosmol/l.
- Diese Lösungen können die Venenwände und Ery´s schädigen (Ery´s geben in hypertoner Lösung Wasser ab und schrumpfen)
- Infusionslösungen mit einer Osmolarität > 800 mosmol/l müssen über einen ZVK gegeben werden (Angaben stehen auf der Infusionsflasche)
Aufgaben des Pflegepersonals
- Vorbereitung der Infusion nach Standard
- Zumischen von Medis
- Vorbereitung des Pat. (Aufklärung über Zweck, Art und Dauer der Infusions-therapie)
- Anhängen der Infusion (Erstinfusion vom Doc, EK´s nur vom Doc)
- Auswechseln von Infusionslösungen bei bestehendem venösen Zugang
- Auswechseln der Zu- und Überleitungssysteme
- Überwachung der Einlaufgeschwindigkeit und Einlaufzeit
- Bilanzierung der Flüssigkeitsmenge
- Nachsorge
Komplikationen und Gefahren von Infusionen
• Paravenöse Injektion -> Infusion läuft neben anstatt in die Vene
• Intraarterielle Injektion -> Injektion in eine Schlagader anstatt in eine Vene -> Ein in Schlagadern injizierter Stoff kommt nahezu unverdünnt in die feinsten Schlagadern, die sich gewissermaßen vor Schreck verkrampfen und kein Blut mehr durchlassen -> die dadurch bedingte verminderte Sauerstoffversorgung schädigt das Gewebe
• Überempfindlichkeitsreaktionen -> sind häufiger als bei peroraler Einnahme von Medis, besonders häufig durch Röntgenkontrastmittel
Arten von Infusionen
- Periphervenöse Infusionen
- Zentralvenöse Infusionen
- Dauerinfusionen -> laufen über mehrere Std., zur parenteralen Ernährung auch über 24 Std.
- Kurzinfusionen -> Infusion läuft in höchstens 3 Std. (oft in 15 - 30 Min.) durch, ihr Gesamtvolumen beträgt 50 - 100ml (Bsp.: Antibiotika, Analgetika usw.)
Verteilungsräume -> normaler Wasser- und Salzhaushalt
• 50 - 60% des Gesamtkörpergewichts besteht aus Wasser
• bei Neugeborenen bis 80%
• 40% sind auf die einzelnen Zellen verteilt ( Intrazellularraum )
• die restlichen 20 % halten sich zwischen den Zellen auf ( Extrazellularraum )
• die 20% des Extrazellularraumes teilen sich auf:
• 5% im Intravasalen Raum (Flüssigkeit in den Gefäßen und Lymphsystem)
• 15% im interstitiellen Raum (Flüssigkeit zwischen den Zellen)
Zusammensetzung der Körperflüssigkeit
• Elektrolyte -> Kationen - pos. geladen; Anionen - neg. geladen
• Kristalloide (kleine Moleküle) -> Glukose, Harnstoff (keine Ladung)
• Kolloide (große Moleküle) -> Eiweiße, Stärke
Gefahren der Infusionsbehandlung
Die Risiken der Infusionsbehandlung sind einmal die allgemeinen Gefahren von Injektionen, zum anderen die falschen Mengen an Wasser und Salzen:
Dehydratation
• Es wird zu wenig Wasser infundiert, der Körper trocknet aus
Hypertone Dehydratation -> Verlust an H2O ist größer als der Natriumverlust
Beschwerden des Pat.:
- Durst
- trockener Mund
- Fieber
- Unruhe
- wenig dunkler Harn
- Erregungszustände
- Krampfanfälle
- Bewusstlosigkeit
Hypotone Dehydratation -> Verlust an Natrium ist größer als an H20
Beschwerden des Pat.:
- Durchfall
- Speichelfluss
- Übelkeit, Erbrechen
- Muskelkrämpfe
- Abgeschlagenheit
- Benommenheit, Schock
Isotone Dehydratation -> gleich großer Wasser- und Natriumverlust
(passiert bei Diarrhoe, Erbrechen, Blut- und Plasmaverlusten)
Beschwerden des Pat.: Schock
Hyperhydratation
• Es wird zuviel Wasser infundiert, der Körper überwässert
Hypertone Hyperhydratation » Wasserüberschuss ist niedriger als der Natriumionenüberschuss
» Überwässerung bei überreichlich Salzen
Beschwerden des Pat.:
- Durst
- trockener Mund
- Fieber, Unruhe
- Verwirrung, Bewusstlosigkeit
Hypotone Hyperhydratation -> Überwässerung bei Natriummangel (kommt vor bei vermehrter Wasserzufuhr bzw. verminderter Ausscheidung
Beschwerden des Pat.:
- Diarrhoe
- Speichelfluss
- Übelkeit, Erbrechen
- reichlich heller Harn
- Muskelkrämpfe
- Verwirrung, Bewusstlosigkeit
Isotone Hyperhydratation -> gleichmäßiger Wasser- und Salzüberschuss
B eschwerden des Pat.:
- Ödeme
- Ascites
- Brustfellerguss
- Perikarderguss
- Lungenödem
Fehler der Infusionsbehandlung können anhand einer Blutuntersuchung und der regelmäßigen Überwachung des Pat. während der Infusionstherapie rasch erkannt und korrigiert werden.
Der Säure- Basen- Haushalt (SBH)
Im Körper besteht ein ständiger Abgleich von Säuren und Basen.
Basen sind Substanzen, die H+ Ionen aufnehmen können.
Bei einer Untersäuerung des Blutes spricht man von einer Alkalose.
Der pH ist dann > 7,42.
Säuren sind Substanzen, die H+ Ionenabgeben können.
Bei einer Übersäuerung spricht man von einer Azidose.
Der pH ist dann < 7,38.
Die Wasserstoffionenkonzentration (pH-Wert) bestimmt, ob eine Lösung
• sauer
• neutral oder
• basisch ist.
H+- Konzentration ist abhängig von
-> Exogener Zufuhr => Nahrung
-> Endogene Freisetzung von Milchsäure => Muskelarbeit
-> Unterschiedliche Ausscheidung von Säuren u. Basen => Niere
-> Ausscheidung von CO2 => Lunge
-> Unphysiologische Zufuhr von Säuren durch => Gährung im Darm
=> Diabetes
Formen der Störungen des Säure- Basen- Haushaltes:
• respiratorische Störungen (Störungen im Atemsystem =>Lungenerkrankungen)
• metabolische Störungen (bei Stoffwechselerkrankungen)
Respiratorische Störungen sind vom Körper schwer auszugleichen.
Metabolische Störungen kann der Körper meist leichter über eine veränderte Atmung ausgleichen (kompensieren).
Der Körper besitzt drei Systeme, um den SBH konstant zu halten:
Diagnostik:
Die Diagnostik bei Störungen im Wasser- Elytehaushalt, sowie im SBH bezieht sich auf den Extrazellularraum. Darüber lassen sich Rückschlüsse auf Veränderungen im Intrazellularraum schließen:
Labor -> E´lyte, BGA, Eiweiße, Urinstatus, Hämoglobin, Hämatokrit
Anamnese -> Diarrhoe, Erbrechen, Gewichtsreduktion, Diuretika, vermehrtes Schwitzen
Klinik -> reduzierter Hautturgor, RR, Puls, ZVD- Messung, Lungengeräusche
Anschießend Arbeitsblatt Acidose- Alkalose (das Blatt im Querformat)
Wasseraufnahme/Abgabe
Stoffwechselprozesse und Transportvorgänge
Alle Stoffwechselprozesse und Transportvorgänge sind an einen fast konstanten Wasser- und Elektrolythaushalt gebunden. (der einzelnen Verteilungsräume.)
Verluste und die Aufnahme
Zur Aufrechterhaltung des Flüssigkeitsvolumens, der Osmolarität und der Elektrolyt- Zusammensetzung und - Konzentration im Körper (Homöostase) müssen die Verluste und die Aufnahme an Wasser und E´lyte im Sinne eines Fließgleichgewichtes stets ausgeglichen sein.
Beispiel an einem 70 kg schweren, gesunden Menschen
Wasseraufnahme in 24 h |
Wasserabgabe in 24 h |
Getränke 1200 ml
Essen 1000 ml
Oxidations-
wasser 300 ml |
Urin 1500 ml
Haut 500 ml
Faeces 100 ml
Lunge 400 ml |
Gesamtzufuhr 2500 ml |
Gesamtabgabe 2500 ml |
Bilanzierung
Flüssigkeitsbilanzierung => Erfassung aller Flüssigkeiten, die in einem festgelegten Zeitraum (meist 24 h)
Einfuhr => was dem Körper zugeführt wird
Ausfuhr => was vom Körper ausgeschieden wird
Die Differenz von Einfuhr und Ausfuhr wird eingeteilt in:
Positive Bilanz => mehr Einfuhr als Ausfuhr
Ausgeglichene Bilanz => Ein- und Ausfuhr gleich
Negative Bilanz => mehr Ausfuhr als Einfuhr
Grobe Einteilung der Infusionslösungen:
- Kristalloide Lösungen
- Elektrolytlösungen
- Energielieferanten -> Kohlehydratlösungen
-> Fettlösungen
-> Aminosäure
- Kolloidale Lösungen (Plasmaexpander, körpereigen, körperfremd)
- Dextrane
- Stärke
- Gelatine
- Eiweiße
Infusionslösungen im Krankenhaus (im KH Maria Hilf)
Kohlehydratlösungen
=> zur Regulation des Wasser- und E´lytehaushaltes
1. Kohlehydratlösungen
Bsp.: Glukose 5 - 40% => Elektrolytfreie Lösung
=> zum Ausgleich bei Wasserdefiziten
=> als Träger für Medis
2. Vollelektrolytlösungen (gleicher Natriumanteil wie im Blut)
Bsp.: NaCl 0,9%
Ri- Lac => annähernd isotone Flüssigkeit
=> Ersatz von extrazellulärer Flüssigkeit
3. Basislösung (2/3 - Lösung)
Bsp.: Normofundin G 5
Sterofundin ohne Glukose => Zusatz von Glukose
4. Elektrolytkonzentrate
Bsp.: Kaliumchlorid 7,45%
Natriumbicarbonat
Kochsalz 10% => Dürfen nie unverdünnt injeziert werden!
Osmotherapie
Mannitlösung
Bsp.: Mannit 15%
Glycerosteril 10% => Hypertone Lösungen
=> Entziehen der Umgebung Wasser
=> Anwendung bei Ödemen
=> (zum Ausschwemmen von Giften)
Parenterale Ernährung
Kohlehydratlösungen
Bsp.: Glukose 5 - 40% => ab 20% über ZVK
=> Zuckeraustauschstoffe: Fruktose
Aminosäuren
Bsp.: Aminoplasmal PO- 10%
Periplasmal 3,5%
GlukoseAminosteril => liefern Eiweißbausteine
N- Hepa 8% => soll mit gleichzeitiger Kohlehydratzufuhr gegeben werden (sonst EW- Abbau für KH)
=> teilweise Elektrolytfrei
Fettlösungen
Bsp.: Lipovenös
Lipofundin 20% => ausschließlich zur Kalorienzufuhr -> ist nur begrenzt möglich
=> Dürfen nicht mit anderen Infusionen gemischt
werden » getrennte Systeme
=> dürfen auch über einen periphervenösen Zugang laufen
=> Gefahr der Unverträglichkeit
Volumenersatz (kolloidale Lösungen)
Dextranlösungen
Bsp.: Macrodex 6% => Hochmolekulares Dextran -> verbleibt lange im Gefäßsystem -> Volumenersatz
Rheomakrodex 10% => Niedermolekulares Dextran -> fördert die Mikrozirkulation
=> hohe Allergierate
Stärkehaltige Lösungen
Bsp.: Rheohes 70 => zur Blutverdünnung
=> Verbesserung der Durchblutung
Eiweißhaltige Lösungen
Bsp.: Albumin 20% => Serumderivat
Anschließend die Arbeitaufträge!
Vorbereitung der Materialien
- Infusionsbehälter nach AO
- Infusionsbesteck
- Infusionsständer
- Desinfektionsmittel
Durchführung
- Höchstens eine Stunde vor Gebrauch fertig machen
- Hände desinfizieren
- Benötigte Gegenstände auf desinfizierter Arbeitsfläche richten
- Vollständigkeit und Verfallsdatum überprüfen (5 R- Regel beachten)
- Verschlussring von Infusionsflasche abziehen
- Bei Infusionsflaschen mit Metallverschluss Gummistopfen desinfizieren- Einwirkzeit beachten
- Sterile Verpackung des Überleitsystems an der vorgesehenen Stelle aufreißen und System entnehmen
- Verschlusskappe vom Einstichdorn abnehmen und diesen durch den Gummistopfen in die Flasche stechen
- Rollerklemme zudrehen und Infusionsflasche am Infusionsständer aufhängen oder umgedreht halten
- Tropfenkammer durch mehrfaches Zusammendrücken mit Daumen und Zeigefinger bis zur Markierung füllen
- Belüftungsventil öffnen, Rollerklemme aufdrehen und Lösung langsam durch das System fließen lassen, so dass keine Luft im Schlauch ist => Gefahr der Luftembolie
Zuspritzen von Medis
- Medikament steril aufziehen und über neue sterile Kanüle oder Spike in die Infusionsflasche spritzen
- Verschiedene Medis einzeln aufziehen
- Infusionslösung mit Medi durch kippen (nicht schütteln) durchmischen und auf Unverträglichkeit überprüfen (z-B- Ausflockungen, Trübung usw.)
- Infusionsflasche mit Namen des Pat. Datum, Uhrzeit und Zusätzen beschriften
Allgemeine Probleme beim Zuspritzen von Medis
-> Verluste der Sterilität => Vorbereitung max. 1 Std. vor Gebrauch
=> max. Gesamtlaufzeit von 12 Std.
-> Erhöhung der Partikelzahl beim Zuspritzen
-> Veränderung des Wirkspiegels durch Verdünnung
-> Inkompatibilität der Medis => Embolie
-> falsche Dosierung des Medikamentes => veränderte Wirkung
-> Kontaminationsgefahr beim Zuspritzen
-> Unzureichende Kennzeichnung
Empfehlung für das Zuspritzen:
- Zuspritzen über Dreiwegehahn => erzeugt weniger Partikel als Zuspritzen über den Schlauch
- Zum Zuspritzen die Lösung vorher Abstellen => vorher und Nachher mit Kochsalz spülen
Anschließend Arbeitsblatt 1042 Infusionen, Transfusionen- Abb. 38.7 Zeichnung eines.
Gefahren und Fehlerquellen beim Wechsel von Infusionssystemen
- Unsteriles arbeiten => Infektionsgefahr
- Wenn kein Spiegel im Infusionssystem vorhanden ist => neues Infusionssystem nehmen (Gefahr von Luft im System)
- Wenn ein Spiegel vorhanden ist kann das System weiter benutzt werden (max. 72 Std. lang)
- Tropfenrate überprüfen
Anschließend:
- Pat. über geplante Maßnahme informieren (auch über NW und Dauer der Infusion)
- Pat. über Verhaltensregeln während der Infusion aufklären (z.B. Arm gerade halten)
- Besucher evtl. aus dem Zimmer schicken
- Störende Kleidungsstücke und Schmuck entfernen (Intimsphäre natürlich achten)
- Pat. unterstützen sich bequem zu lagern
- Infusion anschließen und Tropfengeschwindigkeit nach AO einstellen
- Überleitsystem evtl. mit Pflaster am Unterarm fixieren um Abknickungen zu vermeiden
- Überwachen der Infusionsgeschwindigkeit bzw. Reaktionen beobachten (Thrombophlebitis).
- Pat. informieren, sich bei Veränderungen (z.B. Übelkeit) zu melden
- Rufanlage in Reichweite bringen
Überwachung eines Patienten
- Kontrolle der Infusionsgeschwindigkeit /Einlaufzeit
- Auf evtl. NW der Medis achten
- Vitalzeichenkontrolle
- Darauf achten, dass die Infusion nicht para läuft
- Auf Oedementwicklung achten
- Reihenfolge der Infusionslösungen achten
- Überwachung der Punktionsstelle
- Bilanzierung
- Genaue Doku: Menge, Pat., Zeit
Nachbereitung
- Vor Verlassen des Zimmer nach Bedürfnissen fragen: Lagerung bequem? Getränk erwünscht? Fenster öffnen?
- gebrauchte Materialen sachgerecht entsorgen (Mülltrennung beachten)
- Nach Beendigung der Infusion kann der Einstichdorn am Gummistopfen abgebrochen werden, um die Gefahr einer Stichverletzung zu reduzieren
- Abschließend Händedesinfektion
- Maßnahme dokumentieren mit Handzeichen, Uhrzeit, evtl. Nebenwirkungen
Möglichkeiten, warum eine Infusion nicht läuft:
- Höhendifferenz zwischen Pat. und Infusionslösung ist zu niedrig => zu niedrige Förderrate
- Nicht ausreichende Belüftung des Infusionsbehälters => Infusionsbehälter zieht sich zusammen und entwickelt einen Unterdruck
- Der Dreiwegehahn ist nicht in Flussrichtung gestellt
- Infusionsleitung ist abgeknickt
- Zuleitung ist möglicherweise aufgrund der Inkompatibilität der einzelnen Lösungen verstopft
- Der venöse Zugang ist verlegt (Thrombosierung)
- Höhendifferenz zwischen Pat. und Infusionsbehälter ist zu groß => zu hohe Förderrate
=> die Tröpfchengröße und somit die Gesamtmenge pro Tropfen nimmt zu
Komplikationen in der Infusionstherapie
- Allergische Reaktionen
- Blutverlust
- Infektion durch den peripher- oder zentralvenösen Katheter
- Ausflockung der Medis => Thrombusbildung in der Vene => Embolie
- Glassplitterverletzung in der Vene durch zu große Aufziehkanüle
- Fehlerhafte Dosierung
- Luftembolie
- Sepsis
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