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Autor: Cordula
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Infusionstherapie

Teil 1 / Teil 2

Infusion:      Langsames, meist tropfenweises Einfließen größerer (arzneimittelhaltiger) Flüssigkeitsmengen in den Körper.

Infusionslösungen:     » künstlich hergestellt Lösungen in Einmalbehältern aus Plastik oder Glas

                                   » müssen steril und Pyrogenfrei sein

Wofür Infusionstherapie?

Der natürliche Weg für Nahrungsmittel, Wasser und Medis führt durch den Mund (peroral) über Rachen, Speiseröhre und Magen in den Darm.

In manchen Fällen kann es jedoch zweckmäßig sein, den Darm zu umgehen (parenterale Applikation).

•  Der zuführende Stoff wird in Magen und Darm zerstört. Beispiel: Lässt man den Pat. eine Blutkonserve trinken, nützt sie ihm so gut wie nichts. Alle wertvollen Bestandteile (Blutkörperchen, Bluteiweiße) werden abgebaut. Eine Blutübertragung ist nur sinnvoll, wenn das Blut direkt in die Blutbahn injiziert wird. Ähnlich steht es mit vielen hochwertigen AZM.

•  Der zuzuführende Stoff wird von Magen und Darm nicht oder nur unzureichend aufgenommen: Bsp.: Vit. B 12 kann nach Magenoperationen und bei manchen Magenerkrankungen nicht vom Darm aufgenommen werden -> Infusion

•  Bei manchen Medis ist der Darm launisch: Manchmal wird wenig aufgenommen, das Medi bleibt unwirksam. Ein anderes Mal gelangt viel ins Blut, es droht die Vergiftung.

•  Nach OP´s kann es bis zu einer Woche dauern, bis der Darm wieder richtig arbeitet. In dieser Zeit ist die Aufnahme von Medis über den Darm unsicher. Es besteht die Gefahr, dass ein in den Magen gebrachter Stoff an Ort und Stelle liegen bleibt und bei langdauernder, konzentrierter Einwirkung die Magenwand schädigt.

•  Bei Diarrhoe werden die Stoffe manchmal zu schnell durch den Darm transportiert, so dass für den Körper gar keine Zeit bleibt, genügende Mengen davon aufzunehmen. Bei Erbrechen scheitern meist schon die Bemühungen, die AZM in den Körper zu bringen.

•  Der zuführende Stoff wird von Darm zu langsam aufgenommen: je nach Füllung des Magens erscheinen geschluckte AZM unterschiedlich spät im Blut. Bei leerem Magen können schon nach 15 Minuten wirksame Mengen im Blut sein, bei vollem Magen kann es auch zwei Stunden dauern. Ein in die Blutbahn injizierter Stoff ist hingegen innerhalb einer Minute im Körper verteilt.

•  Magen und Darm sollen geschont werden: Nach einer Magen- OP braucht der Magen einige Tage Ruhe, bis die Wunden verheilt sind. In dieser Zeit wird man ihn nicht einmal mit Getränken belasten. Auch von magen- und Darmoperationen wird man möglichst schon einige Tage nichts essen, damit Magen und Darm bei der OP leer sind.

•  Ein Geschwürsleiden von Magen und Darm kann deren vorübergehende Schonung nötig machen.

•  Der Pat. soll oder kann nicht schlucken: Beim bewusstlosen Pat. nützt auch ein gesunder Magen nichts. Bei benommenen Kranken ist das "Füttern" nicht ungefährlich-> Aspirationsgefahr

•  Uneinsichtige Kranke, vor allem Kinder, nehmen verordnete Medis häufig nicht ein -> lebensnotwendige Medis müssen dann injiziert werden.

Info: Material aus dem Internet !

Grundsätzliches zur Infusionstherapie:

  • Dient der Aufrechterhaltung des Flüssigkeitsvolumens -> Isovolämie
  • Korrektur bzw. Aufrechterhaltung der lebensnotwendigen Elektrolyt-konzentrationen und deren Zusammensetzung -> Isoionie
  • Wiederherstellung oder Aufrechterhaltung eines konstanten osmotischen Druckes -> Isotonie
  • Regulierung der Osmolarität -> wird als Homöostase bezeichnet

•  Bereitstellung von Grundnahrungsstoffen wie Fett, Kohlenhydrate, Vitaminen und Spurenelementen im Sinne einer parenteralen Ernährung

Weitere Ziele:

  • Medikamentenverabreichung (also als Trägersubstanz)
  • Osmotherapie (Ausschwemmen von Ödemen)
  • Ausgleich des Säure- Basen- Haushaltes
  • Das Offenhalten von Gefäßen (Bsp.: ZVK)

Indikationen für eine Infusionstherapie

•  Erhaltungstherapie:          -> den täglichen Wasser- und Elektrolytbedarf decken

•  Korrekturtherapie:           -> vorbestehende Abweichungen ausgleichen

•  Ersatztherapie:                     -> path. bedingte Verluste ausgleichen

•  Verabreichung von AZM:    -> die über einen längeren Zeitraum kontinuierlich verabreicht werden müssen AZM, die nicht über den MDT oder als Injektion verabreicht werden können dient als Trägerlösung

Die Infusionstherapie soll den             -> Wasser- und Elektrolythaushalt

                                       -> und Säure- Basen- Haushalt regulieren

Der Umfang der Flüssigkeitsaufnahme wird durch die unterschiedliche Konzentration der Flüssigkeiten zwischen extrazellulärem und intrazellulärem Raum bestimmt. Dabei wird die Osmose wirksam.

Osmose:

Durchtritt von Flüssigkeiten durch eine semipermeable Membran vom Ort der niedrigeren Konzentration zum Ort der höheren Konzentration, bis das ein Konzentrationsgefälle erreicht ist.

Osmolarität:

Maß für die Stärke des Lösungsmittelübergangs bei der Osmose. (osmol/l)

Infusionslösungen


Isotone Infusionslösungen

  • entsprechen in ihrer Osmolarität dem Blutplasma, d.h. die Osmolarität liegt um 300

mosmol/l


hypotone Infusionslösungen

  • die Osmolarität liegt unter 270 mosmol/l
  • die Lösungen können die Venenwände und Ery´s schädigen (Ery´s saugen in hypotoner Lösung Wasser auf, bis sie platzen)

hypertone Infusionslösungen

  • Osmolarität liegt über 310 mosmol/l.
  • Diese Lösungen können die Venenwände und Ery´s schädigen (Ery´s geben in hypertoner Lösung Wasser ab und schrumpfen)
  • Infusionslösungen mit einer Osmolarität > 800 mosmol/l müssen über einen ZVK gegeben werden (Angaben stehen auf der Infusionsflasche)

Aufgaben des Pflegepersonals

  • Vorbereitung der Infusion nach Standard
  • Zumischen von Medis
  • Vorbereitung des Pat. (Aufklärung über Zweck, Art und Dauer der Infusions-therapie)
  • Anhängen der Infusion (Erstinfusion vom Doc, EK´s nur vom Doc)
  • Auswechseln von Infusionslösungen bei bestehendem venösen Zugang
  • Auswechseln der Zu- und Überleitungssysteme
  • Überwachung der Einlaufgeschwindigkeit und Einlaufzeit
  • Bilanzierung der Flüssigkeitsmenge
  • Nachsorge

Komplikationen und Gefahren von Infusionen

•  Paravenöse Injektion -> Infusion läuft neben anstatt in die Vene

•  Intraarterielle Injektion -> Injektion in eine Schlagader anstatt in eine Vene -> Ein in Schlagadern injizierter Stoff kommt nahezu unverdünnt in die feinsten Schlagadern, die sich gewissermaßen vor Schreck verkrampfen und kein Blut mehr durchlassen -> die dadurch bedingte verminderte Sauerstoffversorgung schädigt das Gewebe

•  Überempfindlichkeitsreaktionen -> sind häufiger als bei peroraler Einnahme von Medis, besonders häufig durch Röntgenkontrastmittel

Arten von Infusionen

  • Periphervenöse Infusionen
  • Zentralvenöse Infusionen
  • Dauerinfusionen -> laufen über mehrere Std., zur parenteralen Ernährung auch über 24 Std.
  • Kurzinfusionen -> Infusion läuft in höchstens 3 Std. (oft in 15 - 30 Min.) durch, ihr Gesamtvolumen beträgt 50 - 100ml (Bsp.: Antibiotika, Analgetika usw.)

Verteilungsräume -> normaler Wasser- und Salzhaushalt

•  50 - 60% des Gesamtkörpergewichts besteht aus Wasser

•  bei Neugeborenen bis 80%

•  40% sind auf die einzelnen Zellen verteilt ( Intrazellularraum )

•  die restlichen 20 % halten sich zwischen den Zellen auf ( Extrazellularraum )

•  die 20% des Extrazellularraumes teilen sich auf:

•  5% im Intravasalen Raum (Flüssigkeit in den Gefäßen und Lymphsystem)

•  15% im interstitiellen Raum (Flüssigkeit zwischen den Zellen)

Zusammensetzung der Körperflüssigkeit

•  Elektrolyte                                        -> Kationen - pos. geladen; Anionen - neg. geladen

•  Kristalloide (kleine Moleküle)            -> Glukose, Harnstoff (keine Ladung)

•  Kolloide (große Moleküle)                   -> Eiweiße, Stärke

Gefahren der Infusionsbehandlung

Die Risiken der Infusionsbehandlung sind einmal die allgemeinen Gefahren von Injektionen, zum anderen die falschen Mengen an Wasser und Salzen:

Dehydratation

•  Es wird zu wenig Wasser infundiert, der Körper trocknet aus

Hypertone Dehydratation -> Verlust an H2O ist größer als der Natriumverlust

  Beschwerden des Pat.:                      

  • Durst
  • trockener Mund
  • Fieber
  • Unruhe
  • wenig dunkler Harn
  • Erregungszustände
  • Krampfanfälle
  • Bewusstlosigkeit

Hypotone Dehydratation   -> Verlust an Natrium ist größer als an H20

        Beschwerden des Pat.:

  • Durchfall
  • Speichelfluss
  • Übelkeit, Erbrechen       
  • Muskelkrämpfe
  • Abgeschlagenheit
  • Benommenheit, Schock

Isotone Dehydratation   -> gleich großer Wasser- und Natriumverlust

(passiert bei Diarrhoe, Erbrechen, Blut- und Plasmaverlusten)  

       Beschwerden des Pat.: Schock

Hyperhydratation

•  Es wird zuviel Wasser infundiert, der Körper überwässert

Hypertone Hyperhydratation » Wasserüberschuss ist niedriger als der Natriumionenüberschuss

                                       » Überwässerung bei überreichlich Salzen

        Beschwerden des Pat.:

  • Durst
  • trockener Mund
  • Fieber, Unruhe
  • Verwirrung, Bewusstlosigkeit

Hypotone Hyperhydratation     -> Überwässerung bei Natriummangel (kommt vor bei vermehrter                       Wasserzufuhr bzw. verminderter Ausscheidung

            Beschwerden des Pat.:

  • Diarrhoe
  • Speichelfluss
  • Übelkeit, Erbrechen
  • reichlich heller Harn
  • Muskelkrämpfe
  • Verwirrung, Bewusstlosigkeit

Isotone Hyperhydratation       -> gleichmäßiger Wasser- und Salzüberschuss

          B eschwerden des Pat.:

  • Ödeme
  • Ascites
  • Brustfellerguss
  • Perikarderguss
  • Lungenödem

Fehler der Infusionsbehandlung können anhand einer Blutuntersuchung und der regelmäßigen Überwachung des Pat. während der Infusionstherapie rasch erkannt und korrigiert werden.

Der Säure- Basen- Haushalt (SBH)

Im Körper besteht ein ständiger Abgleich von Säuren und Basen.

Basen sind Substanzen, die H+ Ionen aufnehmen können.

Bei einer Untersäuerung des Blutes spricht man von einer Alkalose.

Der pH ist dann > 7,42.

Säuren sind Substanzen, die H+ Ionenabgeben können.

Bei einer Übersäuerung spricht man von einer Azidose.

Der pH ist dann < 7,38.

Die Wasserstoffionenkonzentration (pH-Wert) bestimmt, ob eine Lösung

•  sauer

•  neutral oder

•  basisch ist.

H+- Konzentration ist abhängig von

-> Exogener Zufuhr                                                                  => Nahrung

-> Endogene Freisetzung von Milchsäure                                   => Muskelarbeit

-> Unterschiedliche Ausscheidung von Säuren u. Basen => Niere

-> Ausscheidung von CO2                                                          => Lunge

-> Unphysiologische Zufuhr von Säuren durch               => Gährung im Darm

                                                                                                          => Diabetes

Formen der Störungen des Säure- Basen- Haushaltes:

•  respiratorische Störungen (Störungen im Atemsystem =>Lungenerkrankungen)

•  metabolische Störungen (bei Stoffwechselerkrankungen)

Respiratorische Störungen sind vom Körper schwer auszugleichen.

Metabolische Störungen kann der Körper meist leichter über eine veränderte Atmung ausgleichen (kompensieren).

Der Körper besitzt drei Systeme, um den SBH konstant zu halten:

  • Atmung
  • Nieren
  • Puffer

Diagnostik:

Die Diagnostik bei Störungen im Wasser- Elytehaushalt, sowie im SBH bezieht sich auf den Extrazellularraum. Darüber lassen sich Rückschlüsse auf Veränderungen im Intrazellularraum schließen:

Labor   -> E´lyte, BGA, Eiweiße, Urinstatus, Hämoglobin, Hämatokrit

Anamnese         -> Diarrhoe, Erbrechen, Gewichtsreduktion, Diuretika, vermehrtes Schwitzen

Klinik    -> reduzierter Hautturgor, RR, Puls, ZVD- Messung, Lungengeräusche

Anschießend Arbeitsblatt Acidose- Alkalose (das Blatt im Querformat)

Wasseraufnahme/Abgabe

Stoffwechselprozesse und Transportvorgänge

Alle Stoffwechselprozesse und Transportvorgänge sind an einen fast konstanten Wasser- und Elektrolythaushalt gebunden. (der einzelnen Verteilungsräume.)

Verluste und die Aufnahme

Zur Aufrechterhaltung des Flüssigkeitsvolumens, der Osmolarität und der Elektrolyt- Zusammensetzung und - Konzentration im Körper (Homöostase) müssen die Verluste und die Aufnahme an Wasser und E´lyte im Sinne eines Fließgleichgewichtes stets ausgeglichen sein.

     Beispiel an einem 70 kg schweren, gesunden Menschen

Wasseraufnahme in 24 h

Wasserabgabe in 24 h

Getränke               1200 ml

Essen                     1000 ml

Oxidations-

wasser                    300 ml

Urin                 1500 ml

Haut                  500 ml

Faeces               100 ml

Lunge                 400 ml

Gesamtzufuhr        2500 ml

Gesamtabgabe 2500 ml


Bilanzierung

Flüssigkeitsbilanzierung => Erfassung aller Flüssigkeiten, die in einem festgelegten Zeitraum (meist 24 h)

Einfuhr => was dem Körper zugeführt wird

Ausfuhr => was vom Körper ausgeschieden wird

Die Differenz von Einfuhr und Ausfuhr wird eingeteilt in:

Positive Bilanz          => mehr Einfuhr als Ausfuhr

Ausgeglichene Bilanz   => Ein- und Ausfuhr gleich

Negative Bilanz                => mehr Ausfuhr als Einfuhr

Grobe Einteilung der Infusionslösungen:

- Kristalloide Lösungen

  • Elektrolytlösungen
  • Energielieferanten     -> Kohlehydratlösungen

-> Fettlösungen

-> Aminosäure

- Kolloidale Lösungen (Plasmaexpander, körpereigen, körperfremd)

  • Dextrane
  • Stärke
  • Gelatine
  • Eiweiße

Infusionslösungen im Krankenhaus (im KH Maria Hilf)


Kohlehydratlösungen

=> zur Regulation des Wasser- und E´lytehaushaltes

1. Kohlehydratlösungen

    Bsp.: Glukose 5 - 40%                       =>          Elektrolytfreie Lösung

                                                                       =>          zum Ausgleich bei Wasserdefiziten

                                                                       =>          als Träger für Medis

2. Vollelektrolytlösungen (gleicher Natriumanteil wie im Blut)

    Bsp.: NaCl 0,9%

                        Ri- Lac                                      =>          annähernd isotone Flüssigkeit

                                                                       =>          Ersatz von extrazellulärer Flüssigkeit

3. Basislösung (2/3 - Lösung)

    Bsp.: Normofundin G 5

                        Sterofundin ohne Glukose         =>          Zusatz von Glukose

4. Elektrolytkonzentrate

    Bsp.: Kaliumchlorid 7,45%

                        Natriumbicarbonat

                        Kochsalz 10%                            =>          Dürfen nie unverdünnt injeziert werden!

Osmotherapie


Mannitlösung

Bsp.:      Mannit 15%

                        Glycerosteril 10%                     =>          Hypertone Lösungen

                                                                       =>          Entziehen der Umgebung Wasser

                                                                       =>          Anwendung bei Ödemen

                                                                       =>          (zum Ausschwemmen von Giften)

Parenterale Ernährung


Kohlehydratlösungen          

Bsp.:      Glukose 5 - 40%                      =>          ab 20% über ZVK

                                                                       =>          Zuckeraustauschstoffe: Fruktose

Aminosäuren

Bsp.:      Aminoplasmal PO- 10%

                        Periplasmal 3,5%

                        GlukoseAminosteril                    =>          liefern Eiweißbausteine

N- Hepa 8%       =>          soll mit gleichzeitiger Kohlehydratzufuhr gegeben werden (sonst EW- Abbau für KH)

                                                                       =>          teilweise Elektrolytfrei

Fettlösungen

Bsp.:      Lipovenös

                        Lipofundin 20%                        =>          ausschließlich zur Kalorienzufuhr -> ist nur begrenzt möglich

                                                                       =>          Dürfen nicht mit anderen Infusionen gemischt

                                                       werden » getrennte Systeme

                                                                       =>          dürfen auch über einen periphervenösen Zugang laufen

                                                                       =>          Gefahr der Unverträglichkeit

Volumenersatz (kolloidale Lösungen)


Dextranlösungen

Bsp.:      Macrodex 6%                                       =>          Hochmolekulares Dextran -> verbleibt lange im Gefäßsystem -> Volumenersatz

            Rheomakrodex 10%                               =>         Niedermolekulares Dextran -> fördert die Mikrozirkulation

                                                                       =>         hohe Allergierate

Stärkehaltige Lösungen

Bsp.:      Rheohes 70                                           =>         zur Blutverdünnung

                                                                       =>         Verbesserung der Durchblutung

Eiweißhaltige Lösungen

Bsp.:      Albumin 20%                                        =>         Serumderivat

Anschließend die Arbeitaufträge!

Vorbereitung der Materialien

  • Infusionsbehälter nach AO
  • Infusionsbesteck
  • Infusionsständer
  • Desinfektionsmittel

Durchführung

  • Höchstens eine Stunde vor Gebrauch fertig machen
  • Hände desinfizieren
  • Benötigte Gegenstände auf desinfizierter Arbeitsfläche richten
  • Vollständigkeit und Verfallsdatum überprüfen (5 R- Regel beachten)
  • Verschlussring von Infusionsflasche abziehen
  • Bei Infusionsflaschen mit Metallverschluss Gummistopfen desinfizieren- Einwirkzeit beachten
  • Sterile Verpackung des Überleitsystems an der vorgesehenen Stelle aufreißen und System entnehmen
  • Verschlusskappe vom Einstichdorn abnehmen und diesen durch den Gummistopfen in die Flasche stechen
  • Rollerklemme zudrehen und Infusionsflasche am Infusionsständer aufhängen oder umgedreht halten
  • Tropfenkammer durch mehrfaches Zusammendrücken mit Daumen und Zeigefinger bis zur Markierung füllen
  • Belüftungsventil öffnen, Rollerklemme aufdrehen und Lösung langsam durch das System fließen lassen, so dass keine Luft im Schlauch ist => Gefahr der Luftembolie

Zuspritzen von Medis

  • Medikament steril aufziehen und über neue sterile Kanüle oder Spike in die Infusionsflasche spritzen
  • Verschiedene Medis einzeln aufziehen
  • Infusionslösung mit Medi durch kippen (nicht schütteln) durchmischen und auf Unverträglichkeit überprüfen (z-B- Ausflockungen, Trübung usw.)
  • Infusionsflasche mit Namen des Pat. Datum, Uhrzeit und Zusätzen beschriften

Allgemeine Probleme beim Zuspritzen von Medis

-> Verluste der Sterilität       => Vorbereitung max. 1 Std. vor Gebrauch

                               => max. Gesamtlaufzeit von 12 Std.

-> Erhöhung der Partikelzahl beim Zuspritzen

-> Veränderung des Wirkspiegels durch Verdünnung

-> Inkompatibilität der Medis => Embolie

-> falsche Dosierung des Medikamentes => veränderte Wirkung

-> Kontaminationsgefahr beim Zuspritzen

-> Unzureichende Kennzeichnung

Empfehlung für das Zuspritzen:

  • Zuspritzen über Dreiwegehahn => erzeugt weniger Partikel als Zuspritzen über den Schlauch
  • Zum Zuspritzen die Lösung vorher Abstellen => vorher und Nachher mit Kochsalz spülen

Anschließend Arbeitsblatt 1042 Infusionen, Transfusionen- Abb. 38.7 Zeichnung eines.

Gefahren und Fehlerquellen beim Wechsel von Infusionssystemen

  • Unsteriles arbeiten => Infektionsgefahr
  • Wenn kein Spiegel im Infusionssystem vorhanden ist => neues Infusionssystem nehmen (Gefahr von Luft im System)
  • Wenn ein Spiegel vorhanden ist kann das System weiter benutzt werden (max. 72 Std. lang)
  • Tropfenrate überprüfen

Anschließend:

  • Pat. über geplante Maßnahme informieren (auch über NW und Dauer der Infusion)
  • Pat. über Verhaltensregeln während der Infusion aufklären (z.B. Arm gerade halten)
  • Besucher evtl. aus dem Zimmer schicken
  • Störende Kleidungsstücke und Schmuck entfernen (Intimsphäre natürlich achten)
  • Pat. unterstützen sich bequem zu lagern
  • Infusion anschließen und Tropfengeschwindigkeit nach AO einstellen
  • Überleitsystem evtl. mit Pflaster am Unterarm fixieren um Abknickungen zu vermeiden
  • Überwachen der Infusionsgeschwindigkeit bzw. Reaktionen beobachten (Thrombophlebitis).
  • Pat. informieren, sich bei Veränderungen (z.B. Übelkeit) zu melden
  • Rufanlage in Reichweite bringen

Überwachung eines Patienten

  • Kontrolle der Infusionsgeschwindigkeit /Einlaufzeit
  • Auf evtl. NW der Medis achten
  • Vitalzeichenkontrolle
  • Darauf achten, dass die Infusion nicht para läuft
  • Auf Oedementwicklung achten
  • Reihenfolge der Infusionslösungen achten
  • Überwachung der Punktionsstelle
  • Bilanzierung
  • Genaue Doku: Menge, Pat., Zeit

Nachbereitung

  • Vor Verlassen des Zimmer nach Bedürfnissen fragen: Lagerung bequem? Getränk erwünscht? Fenster öffnen?
  • gebrauchte Materialen sachgerecht entsorgen (Mülltrennung beachten)
  • Nach Beendigung der Infusion kann der Einstichdorn am Gummistopfen abgebrochen werden, um die Gefahr einer Stichverletzung zu reduzieren
  • Abschließend Händedesinfektion
  • Maßnahme dokumentieren mit Handzeichen, Uhrzeit, evtl. Nebenwirkungen

Möglichkeiten, warum eine Infusion nicht läuft:

  • Höhendifferenz zwischen Pat. und Infusionslösung ist zu niedrig => zu niedrige Förderrate
  • Nicht ausreichende Belüftung des Infusionsbehälters => Infusionsbehälter zieht sich zusammen und entwickelt einen Unterdruck
  • Der Dreiwegehahn ist nicht in Flussrichtung gestellt
  • Infusionsleitung ist abgeknickt
  • Zuleitung ist möglicherweise aufgrund der Inkompatibilität der einzelnen Lösungen verstopft
  • Der venöse Zugang ist verlegt (Thrombosierung)
  • Höhendifferenz zwischen Pat. und Infusionsbehälter ist zu groß => zu hohe Förderrate

=> die Tröpfchengröße und somit die Gesamtmenge pro Tropfen nimmt zu

Komplikationen in der Infusionstherapie

  • Allergische Reaktionen
  • Blutverlust
  • Infektion durch den peripher- oder zentralvenösen Katheter
  • Ausflockung der Medis => Thrombusbildung in der Vene => Embolie
  • Glassplitterverletzung in der Vene durch zu große Aufziehkanüle
  • Fehlerhafte Dosierung
  • Luftembolie
  • Sepsis

Teil 1 / Teil 2

Autor: Cordula
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