Autor/in: Teddy

Hygiene

hygceinios = gr. Gesund / heilsam

Göttin Hygalia ( Göttin des Wassers / der Sauberkeit )

Definition :

Hygiene ist die wissenschaftliche Lehre von der Verhütung der Krankheit und der Erhaltung und Festigung der Gesundheit.

Ziele der Hygiene :

  • Gesundheit zu erhalten ( körperlich, seelisch, geistig und sozial )
  • Krankheit vorzubeugen
  • sowie die Entstehung uns Ausbreitung von Krankheiten zu verhindern
  • Einflüsse der Umwelt auf die Gesundheit des Menschen zu prüfen und Maßnahmen zu ergreifen die ihr Wohlergehen fördern

Teilbereiche der Hygiene

  • Individualhygiene betrifft die Hygiene einzelner Personen und beinhaltet Körperpflege, Ernährung ( auch genussmittel und Drogen ), aber auch Kleidung und Wohnung.
  • Sozialhygiene umfasst die Hygiene der gesamten Bevölkerung, bzw. einer größeren Personengruppe. Hauptinhalt sind die Beziehungen der Menschen untereinander, sowie das Gesundheitswesen und die Arbeits – und Wohnbedingungen und Psychohygiene sind Teilbereiche.
  • Umwelthygiene beschäftigt sich mit den Einflüssen der Umwelt auf den Menschen. Dazu gehören Wetter und Klima, Luft, Boden, Gewässer sowie Wasserversorgung von Siedlungen, Abwasser und Abfallentsorgung, Lärm, .

Hygiene in med. Einrichtungen umfasst :

  • belange der persönlichen Hygiene des med. Personals ( nicht nur der Körperpflege, sondern z. B. auch Medikamenten – und Drogenmissbrauch )
  • bereich der Sozialhygiene ( Umgang mit Bew. / Pat., Unfallverhütung,.)
  • bereich der Umwelthygiene ( z. B. Abfallentsorgung )

Infektion ( lat.: inficere )

= “ etwas schädliches hineintun “ / beflecken

befall des Körpers ( = Wirt ) durch Mikroorganismen ( Bakterien, Vieren, Pilze, Parasiten ), die sich dort vermehren. Bei Krankheitsdispositionen ( – bereitschaft ) kommt es zu Symptome, erst jetzt liegt eine Infektionskrankheit vor.

Typische Infektionskrankheiten :

  • Calor ( Wärme )
  • Rubor ( Rötung )
  • Tumor ( Schwellung )
  • Dolor ( Schmerz )
  • Functiolaesa ( eingeschränkte Funktion des betroffenen Organs )

Nosokominale Infektion ( gr. Nosokomion = Krankenhaus )

= eine Infektion, die der Mensch im Krankenhaus erwirbt.

Definition : des Robert – Koch – Institut

Eine Krankenhausinfektion ist jede durch Mikroorganismen hervorgerufene Infektion, die im ursächlichen Zusammenhang mit dem Krankenhausauffenthalt steht, unabhängig davon, ob Krankheitssymptome bestehen oder nicht.

“ infektiöse Hospitalismus “

Berufsbekleidung muss :

  • eine Luftzirkulation erlauben
  • feuchtigkeitsaufsaugend wirken
  • desinfizierbar sein
  • unauffällig für eine elektrostatische Aufladung sein
  • kochbar sein

Schuhhygiene :

  • helles obermaterial
  • abwaschbares / desinfizierbares obermaterial ( kein Stoff / Wildleder )
  • rutschfeste Gummisohle
  • keine Verzierungen
  • orthopädische Gesichtspunkte berücksichtigen
  • Fersenriemen , vorne geschlossen
  • Holzsohlen sind aus Lärmgründen unzulässig

Schmuck und Armbanduhren :

  • ringe große Ohrringe, lange Halsketten, Armbanduhren = Schmuckverbot
  • Verkeimungsgefahr
  • Verletzungsverbot

Was umfasst Hygiene alles ?

Sozialhygiene

  • öffentliches
  • Gesundheitswesen
  • Gesetzgebung
  • Prävention
  • Gesundheitserziehung
  • soziale Sicherung im Gesundheitswesen
  • gesunde Lebensführung

Epidemiologie

  • Lehre von übertragbaren Infektionskrankheiten und deren Bekämpfung
  • Entstehung und Weiterverbreitung
  • Verhütung und Bekämpfung

Umwelthygiene

  • Wasser
  • Luft
  • Abfall
  • Strahlen
  • Lärm
  • Klima
  • Boden
  • Wohnen
  • Ernährung
  • Arbeitsplatz

H Y G I E N E

Krankenhaushygiene

  • Verhütung und Bekämpfung von Infektionen
  • Maßnahmen der Desinfektion und Sterilisation
  • Infektiologie
  • Mikrobiologie
  • Arzneimittel

Individualhygiene

  • Körperpflege
  • Psychohygiene
  • Infektionsprophylaxe = infektions- – und Übertragungswege

Warum ist Hygiene im Altenheim ( ambulante Pflege ) wichtig ?

Besondere Verantwortung tragen Pflegende bei der Verhütung von Infektionskrankheiten

  • sie sind selbst mögliche Träger und Überträger von Krankheiten
  • bei Missachtung hygienischer Maßnahmen werden die zu Pflegenden gefährdet
  • im Altenheim und ambulanter Pflege ist das Immunsystem herabgesetzt :
  • Alter
  • Krankheit
  • Multimorbidität
  • Medikamente die die Immunabwehr herabsetzt
  • schlechter Allgemeinzustand ( z. B. Bewegungsmangel )
  • Ernährung ( einseitige – oder Mangelernährung )
  • invasive Maßnahmen ( eine Maßnahme die direkt in den Körper führt, z. B. PEG, Spritze, Katheder, .)
  • daher sind Kenntnisse über die hygienischen Arbeitsweisen und über den Schutz der Umwelt vor gefährlichen keime eine wesentliche Vorraussetzung für die professionelle Pflege älterer Menschen.

INFEKTIONSQUELLE EMPFÄNGER

direkter Übertragungsweg

  • Kontakt – / Schmierfunktion

( fäkal / oral )

  • Tröpfcheninfektion

( aerogen )

  • nahrungsmittel und Wasser

( alimentär )

  • Blut

( hämatogen )

indirekter Übertragungsweg

  • Hände
  • Zwischenwirte
  • unbelebte Infektionsquellen

Beispiele :

  • Kontaktinfektion » nach dem Toilettengang nicht die Hände gewaschen
  • Schmierinfektion » falsche Wischtechnik bei der Intimpflege
  • Tröpfcheninfektion » feuchte Aussprache, husten oder niesen über offene wunden oder auf einen sterilen Untergrund
  • nahrungsmittel » Salmonellen belastete lebensmittel
  • Blut » Infektion durch eine beschmutzte Spritzennadel
  • Hände » durch die Hände verschleppte keime
  • Zwischenwirte » CC – Fliege, Zecke
  • Unbelebte Infektionsquellen » alle alltäglich benutzten Gegenstände

Direkte Übertragung :

Übertragung von Infektionsquelle direkt auf den Empfänger

Kontakt – / Schmierinfektion
Beispiel:
Harnwegsinfektion durch Darmbakterien
am Blasenkatheter,

( fäkal / oral ) Tröpfcheninfektion
Beispiel: Tuberkulose durch beim husten verbreitete Tuberkulbakterien

( alimentär ) Nahrungsmittel und Wasser
Beispiel: gastroenteritis infolge Salmonellen übertragung in Eiprodukten

( hämatogen ) Blut
Beispiel: Hepatitis B infolge Verletzung mit gebrauchter, infizierter Kanüle

Indirekte Übertragung :

Übertragung von Infektionsquelle direkt auf den Empfänger

Hände
Beispiel: Pneumonie durch Darmbakterien des Pflegepersonals bei ungenügender Händedesinfektion

Zwischenwirte
Beispiel: durch die Zecke übertragendes-frühsommer- Mengino – Enzephalitis – Virus

unbelebte Infektionsquellen
Beispiel: Pneumonie nach Inhalationstherapie mit Verneblerwasser, in dem sich Pseudomanden vermehren konnten

Infektionsvorbeugende Prinzipien

Antiseptik

Das heißt, antimikrobielle Maßnahmen am Ausgangsort oder an der Eintrittsstelle einer möglichen Infektion. z. B. – Hautdesinfektion von Injektionen

  • Präoperative Hautantiseptik ( Hautdesinfektion vor der Operation )
  • Schleimhautantiseptik vor Blasenkathederismus

Asepsis

das heißt, ein Prinzip der Keimfreiheit zur Vermeidung einer Infektion oder Kontamination

z. B.

  • das nutzen steriler Instrumente, Schutzhandschuhe, Schutzkleidung oder Verbandstoffe
  • Klimatisierung der OP – Räume

Distanzierung

Im Sinne eines Kontaminationsschutzes z. B. durch Berufs – oder Schutzkleidung, Maßnahmen zur Isolierung von infektiösen Kranken

z. B.

  • Schutzkleidung
  • außer Füßen und rollen befindet sich im Krankenhaus / Altenheim nichts auf dem Fußboden
  • kontaminiertes Material sofort verwerfen

Prinzip der Distanzierung

– Isolierung

unter Isolierung versteht man die Absonderung von Menschen. Die Isolierung ist die stärkste Maßnahme in der Verbreitung von pathogenen keimen aus einer bekannten Quelle zu verhindern.

Isolierung bedeutet für Patienten, Mitpatienten, Mitarbeiter, Besucher, angehörige und Umgebung. Isolierung hat einen erheblichen Mehraufwand in der pflegerischen und therapeutischen Arbeit.

Quellenisolierung

– bei verdacht oder vorliegen bestimmter übertragbarer Erkrankungen, erfolgt die Isolierung des erkrankten ( Quelle ). Zum Schutz von Mitpatienten, personal und Besuchern.

Schutzisolierung / Umkehrisolierung

– Patienten mit ausgeprägter Abwehrschwäche ( z. B. Leukämie, großflächigen Verbrennungen, Organtransplantation )sollen vor Infektion geschützt werden

Die Isolierung muss vom Arzt oder Amtsarzt verordnet werden.

Individualhygiene / persönliche Hygiene

Ziel der persönlichen Hygiene ist das vermeiden der Übertragung von Keimen ( Keimverschleppung ).

Körperhygiene:

Duschen / Waschen

  • Beseitigung von Anflugsschmutz, Hautausscheidungen, Abstoßungen
  • Duschen = idealer Reinigungsvorgang
  • ungünstig : waschhilfsmittel wie Bürsten uns schwämme, wegen der Besiedlung
  • von Bakterien
  • geeignet : Waschlappen, da sie durch regelmäßiges auskochen wieder keimfrei werden
  • Gemeinschaftshandtücher, wegen Keimübertragung abzulehnen

Zahnpflege

  • konsequente Durchführung = Verminderung der Karieshäufigkeit
  • keine zu harte Zahnbürste verwenden » Verletzungsgefahr des Zahnfleisches
  • regelmäßiges ersetzen der Zahnbürste / Veränderung der Borsten
  • Mundgeruch vermeiden ! ( Rauchen, Essen )

Haarhygiene

  • sauber und gepflegt
  • lange Haare zusammenbinden
  • nicht mit den Händen durch die Haare
  • Bartpflege

Bekleidungshygiene / Berufsbekleidung

  • häufig wechseln / täglich
  • schmutzige / saubere / private Kleidung getrennt
  • ausschließlich im Arbeitsbereich tragen !!!
  • Schutzkleidung

Nagelpflege

  • kurze, saubere, gefeilte Fingernägel
  • keinen Nagellack
  • Verletzungsgefahr
  • Verkeimungsgefahr

Fehler in der persönlichen Hygiene gefährden die Asepsis ( Verhinderung der Keimverschleppung ) im höchsten maße Auswirkungen auf Pflegende und zu Pflegende.

Desinfektion

Definition :

Desinfizieren heißt, die Zahl an Infektionserreger auf einer Fläche ( z. B. Haut ) oder einen Gegenstand so weit zu reduzieren, dass eine Infektion oder eine Übertragung von Infektionserregern nicht mehr davon ausgehen kann.

Ziel : gezielte Keimreduzierung

Notwendige Ausstattung :

  • Waschmittelspender ( leicht zu reinigen und zu desinfizieren )
  • Desinfektionsmittelspender ( leicht zu reinigen und zu desinfizieren )
  • Einmalhandtuchspender
  • Sammelbehälter für gebrauchte Handtücher
  • hautpflegemittel

Handschuhe

Grundsätzlich kein Ersatz für eine Händedesinfektion.

Körperflüssigkeiten / Ausscheidungen sind so zu handhaben, als wären es infizierte Materialien.

Undichte Handschuhe schützen nicht !!!

  • unsterile Handschuhe
  • beim Umgang mit Abfällen
  • beim Umgang mit schmutziger / blutiger Wäsche
  • wenn Risse, Schnitte, Schürfwunden den Schutz der Hände nötig machen !
  • beim Umgang mit infektiösen material ( Blut / Ausscheidungen )
  • entleeren von Urhinbeuteln / – flaschen, .
  • bei Einläufen
  • beim Umgang mit Flächen – und Instrumentendesinfektionsmitteln
  • bei Blutentnahme
  • die häufigsten Körperausscheidungen sind :
  • Blut
  • Erbrochenes
  • Urin
  • Eiter
  • Speichel / Sputum
  • Schweiß
  • Kot
  • Liquor ( Rückenmarkflüssigkeit )

Blut ist die Körperflüssigkeit mit dem größten Infektionsrisiko !!!

  • Sterile Handschuhe
  • beim auflegen von sterilen Wundkompressen
  • Versorgung von Verbrennungen
  • beim legen eines Blasenkatheters

Die 3 häufigsten Nosokomiale Infektionen :

  • Harnwegsinfektion
  • Wundinfektion
  • Infektionen der unteren Atemwege ( z. B. Lungenentzündung )

Hautdesinfektion

Ziel : abtöten der transienten Flora ( = Kontakt – und Anflugskeime ) und Reduktion

der residenten Hautflora ( = normale Keimbesiedlung der Haut, z. B.

Staphylokoccus empidermidis )vor und nach medizinischen eingriffen.

Anwendungsgebiete :

  • präoperative Hautdesinfektion ( vor OP )

Ziel : Weitgehende Entkeimung der Haut im Wundbereich. Vermeidung von Wundinfektionen / Heilungsverlauf

Vorgehen : 2 maliges auftragen des Desinfektionsmittels / Gesamteinwirkungszeit 5 Minuten gefärbtes hautdesinfektionsmittel z. B. Cutasept, Kodan Tinktur forte. Mit desinfektionsmittel von innen nach außen reiben, damit Keime aus dem betroffenen gebiet entfernt werden !!!

Achtung : Benzin oder Äther haben keine desinfizierende, sondern lediglich entfettende Wirkung !!!

  • postoperative Wundversorgung ( z. B. bei aseptischen oder septischen Wunden = infektiösen Wunden )

  • post OP Wund – und Nahtversorgung » besprühen mit hautdesinfektionsmittel, z. B. Kodan – Forte farblos
  • bei aseptischen Wunden ( sauber / nicht infektiös ) von innen nach außen wischen, Vermeidung von Keimübertragung in das Wundgebiet.
  • Bei septischen Wunden in der Regel von außen nach innen wischen, Schutz der umliegenden Haut vor keimen.

Wundreinigung immer mit sterilen Tupfer, anschließend steril verbinden.

  • Hautdesinfektion vor Injektionen / Punktion

  • Reinigung der Haut an der Injektionsstelle mit desinfektionsmittel und sterilem Tupfer
  • Technik : sprühen – wischen – sprühen ( nicht trocken wischen )
  • Einwirkzeit beachten ( 1 Minute ) / Sofortwirkung 15 Sekunden
  • Desinfektionsmittelsee vermeiden !
  • Desinfektion vor Insulinverabreichung !
  • bei Punktion Desinfektionsvorgang zweimal durchführen
  • Schleimhautdesinfektion

  • problemreich, da Schleimhäute sehr empfindlich sind ( Alkohol schmerzhaft )
  • Betaisadona Lösung / Braunol ( nicht bei Jodallergie )
  • Einreibungsmethode mit sterilem Tupfer, z. B. vor dem Katheder legen
  • Sprühdesinfektion nicht ausreichend, da zu viele Falten
  • Einwirkzeit beachten
  • Wichtig : Desinfektion der Harnröhrenöffnung / Umgebung !!!

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