Hygiene
Teil 1 / Teil 2
Merke :
- wenn erforderlich Rasur der betroffenen Hautregion
- Rasiermesser / feinste Hautverletzungen / seriöse ( dünnflüssig ) Flüssigkeit = Vermehrung der Hautbakterien !!!
- deshalb » nötige Rasur erst am OP - Tag durchführen, nicht am Vortag !!!
bei verschmutzter Haut » vor Desinfektion Reinigung, möglichst eine stunde vor Desinfektion ( Inkontinenz ! ) kritisch / erkrankter Haut z. B. Ekzeme
Abdeckung :
- soll Sterilität der Wundumgebung dienen
- Keimverschleppung aus anderen Körperregionen verhindern
- ( zur Sanierung von infizierten Hautbezirken, z. B. Nagelbettentzündung )
- je nach Lokalisation in Desinfektionslösung baden, z. B. Betaisodona
- steril abtrocknen, steril verbinden
Chemische Desinfektionsmethoden
Wirksamkeit wird beeinflusst durch :
- extreme ph - Wert Verschiebungen
- Vorhandensein von organischen Substanzen, z. B. Seife, Eiweiße
- Temperaturveränderung
Wirkungsspektum sehr unterschiedlich:
Hinweis : Gebrauchsanleitung lesen und beachten
Wirkstoffgruppen :
- Alkohole 60 % - 70 % z. B. Ätylakohl
Anwendung :
Hände -, Haut -, Flächendesinfektionsmittel
Wirkungsweise :
Gerinnung des Mikrobeneiweißes
Anwendung :
Haut -, Schleimhautdesinfektion, Wunddesinfektion
Beispiel :Betaisodona, Braunol
Wirkungsweise :
Oxidierend, zerstört Mikrobeneiweiß
Anwendung :
Flächen, Gegenstände, Wäsche
Wirkungsweise:
Gerinnung des Mikroeiweißes
- Oberflächenaktive Substanzen ( Quats )
Anwendung :
Flächen
Wirkungsweise :
Veränderung der Zellmembran von Bakterien
- Aldehyde : ( Krebsfördernd )
Anwendung :
Raum / Flächen - und Waschdesinfektion
Wirkungsweise :
Gerinnung des Mikroeiweißes
Anwendung :
Flächen, Wäsche, Fäkalien
Wirkungsweise :
Oxidationsmittel
Anwendung :
Instrumente
Anwendung :
Wasserstoffperoxyd
- Wundspülung
- Rachendesinfektion
Kaliumpermanganat
Chemische Methode
unter Einsatz von Desinfektionsmittel
- Allgemeines Vorgehen » siehe Richtlinien
Eintrag in der DGMM - Liste
» nur gelistete Präparate verwenden
- verfügen in der Regel über reinigende Wirkung
- Konzentration ist abhängig von Einwirkzeit
» je kürzer die Einwirkzeit desto höher die Konzentration
hohe Konzentration = Gesundheits - und Materialschädigend
Grundsätzliches :
- Desinfektionsmittel nie als Konzentrat anwenden » wässrige Lösung
- Dosiertabelle beachten » Dosierbecher
- Ansetzen der Lösung im kalten Wasser
- Instrumente direkt nach Gebrauch in Lösung einlegen » antrocknen der Verunreinigung erschwert Desinfektion
- Instrumente / Geräte in Einzelteile zerlegt
- Scheren / Klemmen, . geöffnet einlegen » vollständig bedecken
- Schläuche mit Spritze und Desinfektionsmittel durchspülen » Luftblasen vermeiden
- Behälter abdecken
» günstig : Behälter mit Siebeinsatz
» erleichtert Entnahme
- Lösung täglich neu » Datum
- Einwirkzeit beachten
- Reinigung
» Instrumente unter fließendem Wasser gründlich abspülen
» mit sauberen Tüchern abtrocknen / Luft trocknen lassen
» Teile nach trocknen zusammensetzen
» Funktion überprüfen
Verpackung / Aufbewahrung
Je nach Art der Instrumente / Geräte
» aufbewahren
sauberen / trockenen Ort bis Gebrauch
» sterilisieren
Heißluftsterilisation / Autoklav
- erst verpacken - dann sterilisieren
Grundregeln der chemischen Desinfektion
- nicht kontaminieren ist besser als desinfizieren !!!
- Gegenstände immer zuerst desinfizieren, dann reinigen
Desinfektionsgut vollständig eintauchen » Luftblasen !
- Handschuhe tragen, um Hautkontakt mit Desinfektionsmittel zu vermeiden
Vorsicht : Spritzer in die Augen vermeiden
Dosiertabelle ! » Einrichtungsspezifisch
In der Regel » kaltes Wasser !
Häufigste Fehlerquellen: Hände - und Hautdesinfektion
Reinigungsverstärker siehe Produkthinweis
Häufige fehlerhafte Anwendungen
- Unter - bzw. Überdosierung von Desinfektionsmittellösungen
- Nichteinhalten der Einwirkzeit
- Unspezifischer Einsatz von Desinfektionsmittel
- Kombination von Desinfektions - und Reinigungsmitteln
- Rekontamination von Wiederverwendung
Sachkenntnis schützt vor Fehlern !!!
Sterilisation
Alle Maßnahmen, die einen Gegenstand in einem absoluten Keimfreien zustand versetzt.
Ziel :
Völlige Keimfreiheit durch Vernichtung aller Mikroorganismen einschließlich ihrer Dauerformen ( Sporen ).
Definition Sporen :
Bedeutung : sind Überlebensformen von Stäbchenförmigen Bakterien ( der Gattungen Bazillus und Clostridium ). Bei ungünstigen Umweltbedingungen sind sie außerordentlich widerstandsfähig gegen Hitze, Trockenheit, Druck und Desinfektionsmitteln.
Bedeutung : Vermehrungsformen einiger Pilzarten
Was muss steril sein ?
- Gegenstände, mit denen beim Menschen Haut oder Schleimhaut durchbrochen wird, z. B. Skalpell
- Gegenstände, Lösungen und Zubereitungen, die unter die Haut oder Schleimhaut oder in Infektionsempfängliche Hohlräume eingebracht oder mit denen freiliegende Gewebsschichten berührt werden, z. B. Handschuhe, Kompressen, Wundauflagen, Tamponaden, Spüllösungen, Pinzetten
- Lösungen, die injiziert oder infundiert werden
- Analysegefäße und Kulturmedizin, die für die mikrobiologische Untersuchung gebraucht werden, z. B. Urintöpfchen
- Arbeiten unter sterilen Kautelen ( Bedingungen )
- Hygienische Händedesinfektion vor und während der Arbeit
- Desinfizierte, Kontaminationsfreie Arbeitsfläche ( frei von Erregern / Keimen )
- Haut - und Schleimhautdesinfektion mit aseptischen Mitteln
- über offene und sterilen Materialien darf nicht hantiert oder gesprochen werden ( Mundschutz nötig )
- sterile und unsterile Materialien strikt voneinander trennen
- sterile Materialien patientenfern bereitstellen, soweit notwendig unsterile Materialien patientennah richten / bereitstellen
- feuchte Arbeitsfläche vermeiden
- das aufreißen von Einmalverpackungen fachgerecht durchführen ( an den dafür vorgesehenen stellen )
- beschädigte Einmalverpackungen gelten als unsteril
- Zugluft vermeiden
Sterilisationsmethode
Physikalisch |
Chemisch - physikalisch |
- Hitze
a) trockene Hitze - Heißluftsterilisation
z. B. Glaswaren,
Instrumente, .
b) Dampfsterilisation
( Autoklaven )
- alle Materialien,
sofern sie
Temperaturen von
121 - 134°C
vertragen
z. B. Papier,
Textilien, Glas,
Gummi, Metall |
- ionisierende
Strahlen
Mit Gammastrahlen
- industrielle
Verpackungen von
Medikamenten und
Einwegartikeln |
a) Gassterilisation mit Äthylenoid oder
Formaldehyd ( Kaltsterilisation )
für Kunststoffeinmalartikel und alle Hitze - und feuchtigkeitsempfindliche Materialien
b) Tauch - und Sprühverfahren mit
mikrobizide Lösungen |
Vorbereitung von Materialien zur Sterilisation
4 Arbeitsgänge :
1. Desinfektion
2. Reinigung
3. Verpackung
4. Sterilisation
- Sterilgut sollte trocken und sauber sein, unter Schmutz, Eiweißresten oder auch Salzkristallen können sich Mikroorganismen der Sterilisation entziehen
- Sterilgut so weit wie möglich in seine einzelne Teile zerlegen bzw. öffnen
- eine Zweckmäßige Verpackung, die sterilisierbar ist, soll vor Rekontamination schützen und eine einwandfreie Entnahme der Materialien unter aseptischen Bedingungen ermöglichen, z. B. Mundpflegeset
- Sterilisationskammer nicht zu voll beladen
Regeln im Umgang mit Sterilgut
- auf Unversehrtheit achten ( Verpackung )
- vor gebrauch auf Verfallsdatum achten
- kurze Lagerhaltung durch angemessenen Bestand ( nicht horten )
- Sterilgut mit dem älteren Datum zuerst
Lagerung in trockenen und staubfreien Schränken
- Sachgemäßes öffnen
kein öffnen über dem Sterilgut
offenes Sterilgut » ablehnen
- Steriles Instrumentarium von unsterilen deutlich trennen
- Benutzung von Hilfsmitteln
z. B. sterile Handschuhe, Kornzange
Entnahme von sterilen Materialien » sterile Kornzange
- Trommeln nach Sterilgutentnahme sofort wieder schließen
- Ränder und Kanten von Trommel nicht berühren = kontaminiert ( verunreinigt )
- Trommel kühl und trocken lagern
- Greifzange in Standgefäßen mindestens 1x täglich sterilisieren
- Auslüftungszeiten ( Formaldehyd ) beachten
- Nicht über ausgebreitetem sterilisierten Material sprechen, niesen, .
- keine Luftzüge, die Staub aufwirbeln können, zulassen
- Reststerilisation von Einmalartikeln grundsätzlich zu vermeiden
- Verantwortung für Wiederaufbereitung = durchführende Person
Rechtliche Grundlagen
Es gibt verschiedene Quellen
- Infektionsschutzgesetz ( IFSG )
- Unfallverhütungsvorschriften der Berufsgenossenschaft ( BGVC8 )
- Empfehlende Richtlinien des Robert - Koch - Institut
- Empfehlende Richtlinien der WHO
- Medizingeräteverordnung
- Lebensmittelgesetz
- Heimmindestverordnung
- Arzneimittelgesetz
- .......
Rechtliche Verantwortung
- Durch Deligation kann Verantwortung verteilt werden
- Die Pflegekraft hat die Durchführungsverantwortung
- Strafrechtlich haftet die Person, die durch ihr Tun oder unterlassen den Schaden verursacht hat
- Die Pflegeperson muss sich Fortbilden, also auf dem neusten Stand der Wissenschaft sein
Hygiene
Teil 1 / Teil 2
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