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Mitglied im Pflegenetz
Autor: Cordula
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Geriatrie

Teil 1 / Teil 2

Probleme (in Bezug auf die Medikamente):

  • Höhere Erkrankungshäufigkeit / Multimorbidität
  • Eingeschränkte Funktionsweise der Nieren und Leber, z.B. Niereninsuffizienz           (Medis werden verzögert ausgeschieden= Kumulation) oder Leberzirrhose (Medis werden nicht genügend abgebaut) und Herzinsuffizienz

         -> dadurch Änderung der Verteilung des Flüssigkeitsvolumens im Körper

         -> Abnahme der Muskelmasse (dadurch verteilen sich die AZM anders als bei

             jungen Menschen

         -> eingeschränkte RR- Regulation (durch verringerte Flüssigkeitsaufnahme ist

             der intravasale Flüssigkeitsraum verringert)

         -> paradoxe Reaktion auf AZM (hauptsächlich bei Benzodiazepin, Hypnotika,

             Neuroleptika)

Folgen der Niereninsuffizienz

•  verzögerte Ausscheidung

     -> dadurch Kumulation und/oder Ödembildung = interstitieller Flüssigkeitsraum

         vergrößert sich -> wasserlösliche Medis gelangen in geringerem Ausmaß zum    

         Wirkort => Gefahr der Medikamentenvergiftung

Folgen der Herzinsuffizienz

•  Während beim gesunden älteren Pat. die Resorption von Medis aus dem Magen- Darm- Trakt nur bei wenigen Substanzen (z.B. Kalzium) beeinträchtigt ist, kann sie z.B. bei einer Rechtsherzinsuffizienz durch den Blutrückstau in den Körperkreislauf vermindert sein.

Folgen der Leberzirrhose

-> verzögerter Abbau der Medis: Kumulation

  • Durch eingeschränkte physiologische Regulationsmöglichkeiten erhöht sich die Empfindlichkeit auf bestimmte Medis, z.B. eingeschränkte RR- Regulation im Alter, besonders bei gleichzeitig bestehender Arteriosklerose.
  • Einige AZM wirken bei alten Menschen in paradoxer Weise, d.h. ihre Wirkung ist der ursprünglichen Wirkungsabsicht entgegengesetzt.
  • Oftmals treten unerwünschte NW bei alten Menschen auf, weil die Medis nicht nach Plan eingenommen werden.

Ursachen

  • Vergesslichkeit
  • Verwechslung
  • Zu kompliziertes Verordnungsschema
  • Sehprobleme
  • AZM - Interaktionen durch gleichzeitige Einnahme nicht bekannter AZM

Eiweißbindung an Medikamente         

  • Medis binden sich zur Verteilung/ Transport an Eiweiße (direkt dort wo sie verabreicht werden)
  • Bindung an die Eiweiße ist reversibel
  • Ausmaß der Bindung ist abhängig von Medis/Substanzen und vom Alter des Menschen
  • Plasmaalbuminkonzentration (Eiweißstoffe) ist häufig erniedrigt bei alten Menschen-> weniger Transporteiweiße
  • Es wirkt nur der Teil der Substanz, der abgegeben wird
  • Wenn der Wirkstoff in der Umgebung der Transporteiweiße weniger wird, dann wird

der Rest des Wirkstoffs vom Transporteiweiß abgegeben.

  • Alte Menschen nehmen viele Medis ein, haben aber nur wenige Transporteiweiße -> Konkurrenzkampf der Medis um die Eiweiße

-> verschiedene Medis können andere Medis vom T- Eiweiß "hinunterschubsen"

-> z.B. ASS kann Antidiabetika vertreiben => viel freier Wirkstoff => Hypoglykämie

Besonderheiten

-> niedrigere Eiweißbindungsfähigkeit

-> Verwirrtheit durch Medis

* Psychopharmaka (Tranquilizer)

* Diuretika

* Laxantien ( Flüssigkeit, E´lyte- hauptsächlich Kalium gehen verloren bei Daueran-

  wendung => Kaliummangelsyndrom)

-> Digitalis (rot- grün sehen)

Praktische Konsequenzen

-> sorgfältige Beobachtung/ Kontrolle (z.B. Hautturgor, Ein- Ausfuhr, Vitalzeichen,

    Atmung, NW)

-> bei Veränderungen oder Neueinstellungen immer nur ein Medi verändern um den

   "Verursacher" der NW leichter zu erkennen

-> Laborkontrollen

Arbeitsblatt: Pharmakotherapie bei alten Menschen

Arbeitsblatt: Pharmakologische Besonderheiten bei älteren Menschen (steht aber im

              Grunde genommen auch alles im Text "Eiweißbindung an Medikamente"

Skript: Skala zur Einschätzung des Sturzrisikos bei älteren Patienten

Skript: Grundsätzliches- Wickel und Auflagen (zur Info- das haben nur die bekommen,

die sich dafür interessierten- hat also vielleicht nicht jeder)

Pflege psychisch kranker alter Menschen

Beispiel: Demenz

Es gibt immer mehr alte Menschen, dadurch bedingt immer mehr alte demente Pat.

-> höherer Pflegeaufwand

-> mehr Pflegepersonal

-> höhere Kosten

Die Häufigkeit dementieller Erkrankungen steigt mit zunehmendem Alter.

Die Demenz ist die häufigste Einzelursache von Pflegebedürftigkeit im Alter.

Ca. 7% der über 65jährigen und 30% der über 80jährigen leiden an einer Demenz.

Demenz: (= nicht bei Sinnen sein, Entgeistung)

•  Ist eine erworbene, in aller Regel eine organische Hirnschädigung         (Gefäßveränderungen, hirnatrophische Prozesse). Es kommt aufgrund der Gefäßver-

änderungen zu einer dauerhaften Geistesschwäche mit fortschreitender Persönlichkeitsveränderung.

Ursachen der Verwirrtheit


Akut (sind reversibel)

Chronisch (irreversibel

- Exsikkose

- Durchblutungsstörung

- verzögerter Abbau von Medis, z.B.

  Psychopharmaka

- Stoffwechselstörung im Gehirn

- plötzliche tiefgreifende, psycho-

  soziale Veränderungen (z.B. Tod des

  Partners, wenn jemand ins Heim

  muss, usw.)

- körperliche Ursachen, z.B. Blut-

  zuckerabfall, RR- Abfall bei hyper-

  tonen Pat.

- Alkohol (weil Alkoholtoleranz im

  Alter herabgesetzt ist


Man unterscheidet:

  • Akute Form mit Bewusstseinstrübung
  • Chron. Form ohne Bewusstseinstrübung

Demenz kann man einteilen in:

  • Senile Demenz        -> bei Alzheimer Erkrankung - kontinuierlicher Verlauf
  • Vaskuläre Demenz   -> z.B. nach Apoplex - schubweiser Verlauf

Weitere Einteilung in:

  • Leichte Demenz      -> es sind Defizite da, die das normale Leben nicht Beeinträchtigen
  • Mittlere Demenz     -> selbstständige Lebensführung nur schwierig möglich, Berufsausübung nicht mehr möglich, Aufsicht erforderlich
  • Schwere Demenz    -> komplette Desorientierung, Aufsicht ist erforderlich

Verlauf

-> Unterteilung in drei Stadien:

Frühstadium:      dauert 1 - 3 Jahre

Verlust des Kurzzeitgedächtnisses, u.U. Verhaltensauffälligkeiten wie z.B. Apathie, Verunsicherung und Ängstlichkeit, schwierige Satz konstruktionen werden immer problematischer oder sind nicht mehr möglich, das Denk- und Urteilsvermögen sowie die Orientierungsfähigkeit nehmen unmerklich ab.

Mittleres Stadium: kann bis zu 10 Jahren anhalten

Es treten deutliche Sprachstörungen auf, sowohl Sprechen wie Sprachverständnis nehmen ab, Störungen des Wiedererkennens und der visuellen Wahrnehmung, Bewegungsstörungen stellen sich ein.

Spätstadium:  kann bis ca. 10 - 15 Jahre nach Ausbruch der Krankheit anhalten

Alle intellektuellen Fähigkeiten sind betroffen, Verständigung ist fast nur noch auf der nonverbalen Ebene möglich, Urin- und Stuhlinkontinenz sowie eine zunehmende körperliche Immobilität runden das Bild ab.

Die Alzheimer Krankheit ist eine progressive und degenerative Erkrankung, d.h. es handelt sich um ein chronisches, sich ständig verschlimmerndes Leiden, bei dem die intellektuellen Grenzen immer bestimmender werden.

Störungen im intellektuellen und kognitiven Bereich

  • Merkfähigkeitsstörungen
  • Gedächtnisausfälle, verlangsamte Denkabläufe
  • Reduzierung von Kritik- und Urteilsvermögen
  • Beharren an gewohnten Dingen
  • Nachlassen der Initiative irgendetwas zu tun, z.B. dem Hobby nachgehen
  • Mangelnde Flexibilität

Störungen im emotionalen Bereich

  • Emotionale Labilität (von himmelhoch jauchzend zu Tode betrübt)
  • Aggressivität
  • Apathie
  • Distanzlosigkeit (Distanz zur Umwelt geht verloren)
  • Neigung zu Gewalttätigkeiten

-> 70% leiden an einer Alzheimer Demenz

-> Frauen sind häufiger betroffen als Männer

-> Krankheitsentstehung ist ungeklärt

-> Gehirn der Pat. wird im Laufe der Erkrankung atrophisch mit großen liquorgefüllten

    Hohlräumen

-> Im Zeitraum von 10 Jahren, max. 15 Jahren verstirbt der Pat.

Warnsignale:

  • Erinnerungsprobleme
  • Schwierigkeiten bei Routineaufgaben
  • Sprachprobleme
  • Orientierungslosigkeit in Bezug auf Ort und Zeit

Abgrenzung der Depression mit Hirnleistungsstörung (depressive Pseudodemenz) von der Demenz bei Alzheimer- Krankheit

Depression

Demenz

Krankheitsbeginn

erkennbar

schleichend

Krankheitsgefühl

Klagen über kognitive Ein-

schränkungen

Bagatellisierung

Affekte

Tagesschwankungen

(Morgentief) Hilflosigkeit

Versagensangst

Selbstabwertung

affektlabil

affektarm

ratlos

Aktivität

Patient versucht nicht

leistungsfähig zu bleiben

("Ich kann nicht")

Patient versucht Defizit auszu-

gleichen, scheitert an Aufgaben

Orientierung

ungestört

meist gestört

Schlafstörungen

frühmorgendliches Erwachen

Umkehrung des Schlaf- Wach-

Rhythmus


Umgang mit Verwirrten

  • Gleichmäßig freundliches Klima
  • Keine Anforderungen stellen , die nicht mehr erfüllt werden können
  • Beschäftigung vermitteln , keine Langeweile aufkommen lassen (-> richtet sich nach der Situation/ Stadium, in der der Pat. sich befindet)
  • Keine Erziehungsversuche
  • Biographiearbeit! (Zeit vor der Erkrankung des Pat. sollte das PP kennen, wie war der Lebensrhythmus, wichtige Personen im Leben des Pat.)
  • Realistische Ziele

Besonderheiten bei der Pflege bei der Alzheimer Krankheit


Realistische erreichbare Ziele

Unrealistische, nicht erreichbare Ziele

Das Leben mit der Krankheit kann

durch eine gute Pflege und

Betreuung erträglicher gestaltet

werden.

Die Krankheit kann durch eine gute Pflege

und Betreuung aufgehalten werden.

Kranke fühlen sich gut aufgehoben

Kranke werden wieder gesund

Dankbarkeit der Kranken zu

Beginn

Dankbarkeit der Kranken besonders bei

schwieriger Pflege in späten Stadien

Gefühlsmäßige Verständigung

Verständnismäßige Verständigung

Skript: Validation

Kommunikation und Umgang mit dem demenzkranken Pat.

  • Klare Anweisungen in einfachen, kurzen Sätzen geben
  • Deutlich und bestimmt sprechen
  • Sich um einen fürsorglichen, aber bestimmten Umgang bemühen
  • Wichtige Infos bei Bedarf wiederholen
  • Geduldig sein, dem Pat. Zeit geben für seine Reaktion
  • Bei richtiger Reaktion Pat. durch Worte, Berührung oder einem Lächeln loben, anstatt unerwünschte Reaktionen zu kritisieren
  • Anschuldigungen überhören und sinnlose Diskussionen vermeiden. Ablenken und Einlenken führen schneller zum Erfolg
  • Nicht den Leistungsmaßstab gesunder anwenden, Pat. nicht überfordern, sondern sanft aktivieren
  • Einfache Regeln und feste Gewohnheiten etablieren
  • Konkrete Angaben wie Zeit, Datum, Ort und Namen als Erinnerungshilfen einsetzen
  • Uhr, Kalender, Orientierungstafel zum Erhalt der Orientierung nutzen
  • Das Denken in der Vergangenheit akzeptieren und versuchen, davon ausgehend zur Gegenwart überzuleiten
  • Sinnvolle selbständige Aktivitäten des Pat. fördern
  • Bei nachlassendem Sprachverständnis des Pat. versuchen, ihn durch nonverbale Zuwendung, Bsp. Geste, Blicke oder Berührungen, zu erreichen und zu beruhigen

Arbeitsblatt: Die Welt der Alten

Forderungen an     -> die Pflege

                            -> die Betreuer

                            -> den Lebensraum

Realitätsorientierungstraining - ROT-

Dieses Training soll helfen, verwirrten Pat. eine Verbesserung der Orientierungsfähigkeit und der allgemeinen Gedächtnisleistung zu ermöglichen (unabhängig von der Entstehungsursache der Demenz).

-> Personal muss trainiert werden (gesamtes Pflegeteam)

-> 24 h Programm

-> ergänzende Gruppensitzungen

- ROT - ist eine konzentrierte gezielte Kommunikation, d.h. das jeder Mitarbeiter jedem Pat. jederzeit Grundinformationen vermittelt (eigener Name, Tag, Tageszeit, Uhrzeit usw.)

Pat. erfährt eine orientierende Stimulation

-> optische Orientierungshilfen (Namens- Türschilder, usw.)

-> persönliche Identifikationsobjekte (Familienbilder, eigenes Kissen, eigener Wecker, usw.)

-> Sinnestraining (benennen, erkennen, erinnern von Gegenständen, z.B. eine blühende Rose

    erinnert evtl. an den eigenen Garten und an Geschichten, die damit verbunden sind)

-> Sozialtraining (leben und beschäftigen in einer Gruppe, z.B. Singen

Regelmäßigkeit, Gewohnheit und ein fester Zeitplan sind ganz wichtig!

Ergänzung zum 24 H Programm:

-> Gruppensitzungen (=> Orientierungsübungen, vorstellen der Pat., Musik hören,

    vorlesen 15 - 20 min., Gespräche fördern)

Arbeitsblatt: Die Puppe im Arm holt verschüttete Erinnerungen zurück

Teil 1 / Teil 2

Autor: Cordula
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