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Ermittlung des Pflegebedarfs, AEDL Vitale Funktionen aufrechterhalten und Unterstützung bei der Körperpflege
Bewohner/Alter/Größe/Gewicht/in der Einrichtung seit/Angehörige
Bewohner: Fr. S.
Alter: 92 Jahre (geb. 14.02.1914)
Größe: 151cm
Gewicht: 60 Kg
In der Einrichtung seit: 24.03.2005
Angehörige: Neffe Günther G.; Sohn: Norbert S. (lebt in Amerika)
1.
Wenn Fr. S aus dem Bett (also aus liegender Position) aufsteht, ist ihr Schwindelig und manchmal auch Schwarz vor Augen. Dann muss sie erst einige Zeit (ca. 30 Sek. bis 2 Minuten) an der Bettkante sitzen und warten bis sich ihr Zustand normalisiert hat.
Fr. S. kann wegen ihrer Herzinsuffizienz nicht mehr ohne Unterstützung laufen. Sie benötigt einen Rollator sowie Unterstützung von PP da sie sonst unsicher ist. Nach einigen Schritten wird ihre Atmung schneller und es fällt ihr zunehmend schwerer Schritte zu machen, so dass sie kurz stehen bleiben muss um sich auszuruhen. Danach kann sie wieder ein paar Schritte machen. Wegen dieser Einschränkung sitzt Fr. S. im Rollstuhl.
Indikationen zur Überwachung der Vitalzeichen:
- Regelmäßig siehe Ärztliche Anordnungen.
- Regelmäßig nach Standart der Einrichtung
- bei Verschlechterung des Zustands von Fr. S. (Unwohl sein etc.)
- bei unerwarteten Komplikationen (Blutverlust, Bewusstlosigkeit…)
Diagnosen:
Herzschrittmacher Implantation 03/05 (wegen Bradykardie)
Globale Herzinsuffizienz:
Unzureichende Funktion des Herzens. Beide Herzhälften sind betroffen.
Hypertonie: Bluthochdruck
Bradyarrhythmia absoluta: Bradykardie ohne erkennbaren Grundrhythmus
Diabetes Melitus II: Zuckerkrankheit
Ärztliche Anordnungen:
- Puls und RR Kontrolle einmal die Woche
- BZ Kontrolle einmal im Monat
Medikamente: Mo-Mi-Ab-Na (Morgens – Mittags – Abends – Nachts )
Carbimazol: 2 – 0 – 0 – 0
Eryfer [Eisen II] : 1 – 0 – 0 – 0
Torem 5 [Torasimid] : ½ - 0 – 0 -0
Spasyt 5 [Oxybutyrintydrochlorid] : 1 – 1 – 1 – 0
ASS 100 : 1 – 0 – 0 – 0
Ramipril 25mg : ½ - 0 – 0 – 0
Clibenclamid 1,75mg : ½ - ½ - 0 – 0
Wirkungen und Nebenwirkungen der (Herz)-Medikamente:
ASS 100 (Wirkstoff: Acetylsalicylsäure):
Wirkung: Hemmt das Zusammenhaften und Verklumpen von Blutplättchen und beugt dadurch der Entstehung von Blutgerinnseln vor.
Wechselwirkungen:
- Verstärkt die Wirkung von Gerinnungshemmern
- Verstärkt das Risiko von Magen-Darm Blutungen in Verbindung mit Cortison
- Verstärkt die Wirkung von BZ-Senkenden Mitteln
- Verstärkt gewünschte und unerwünschte Wirkung von Methotrexat
- Kann Blutspiegel von Digoxin, Barbituraten sowie Lithum erhöhen.
- Verstärk gew. und unerw. Wirkung von Schmerz/Entzündungs- und Rheumamitteln.
- Vermindert Wirkung von harntreibenden Mitteln wie z.B. Schleifendiuretika
- Vermindert Wirkung von Blutdrucksenkenden Mitteln
- Vermindert Wirkung von harnsäureausscheidenden Mittel .z.B. gegen Gicht
Nebenwirkungen können sein:
- Magen-Darm-Beschwerden (Mikrobluten, Darmblutungen)
- Übelkeit, Erbrechen, Durchfälle
- Gichtanfälle (siehe Wechselwirkungen)
Torem 5 (Wirkstoff: Torasimid):
Wirkung: Hardtreibendes und blutdrucksenkendes Arzneimittel. Gehört zu den Schleifendiuretika.
Wechselwirkungen:
- Verstärkt Wirkung von andern Blutdrucksenkenden Mitteln, besonders von ACE-Hemmern.
- Vermindert Wirkung von Mitteln zur Behandlung von Zuckerkrankheiten
- Entzündungshemmende und Gichtbehandelnde Arzneimittel können die Wirkung von Torem abschwächen
Nebenwirkungen können sein:
- Herz-Kreislauf-System: Aufgrund von Bluteindickung thromboembolische Komplikationen, Verwirrtheit, Hypotonie, Durchblutungsstörungen und Minderdurchblutung des Herzmuskels sowie des Gehirns können auftreten.
Diese können zu Arrhythmien, Angina Pectoris, zu Synkopen und zu akuten Herzinfarkten führen.
- Blut: Verminderung des Thrombozyten, Erythrozyten und Leukozyten (Blutplättchen, rote Blutkörperchen und weiße Blutkörperchen)
- Allgemein: Kopfschmerzen, Schwindel, Müdigkeit und Schwindel
Ramipril Hexal comp. 5mg/25mg (Wirkstoff: Ramipril):
Wirkung: Blutdrucksenkendes Arzneimittel. Kombination aus ACE-Hemmer und Thiaziddiuretikum.
Wechselwirkungen:
- Verstärkt die Wirkung von blutdrucksenkenden und harntreibenden Mitteln
- Wirkungen und Nebenwirkungen von Herzglykosiden können verstärkt werden
- Hypnotika können die blutdrucksenkende Wirkung verstärken
- Kann in Verbindung mit kalium- und lithiumhaltigen Mitteln den Kalium- und Lithiumspiegel im Blut stark ansteigen lassen
- Vermindert die Wirkung von Antidiabetika
Nebenwirkungen können sein:
- Herz-Kreislauf-System: Blutdruckabfall, Synkopen, thromoembolische Komplikationen, Herzinfarkt, Herzklopfen, Arrhythmien, Tachkardie, Angina Pectoris, Raynaud Erkrankungen
- Atemwege: Husten, Entzündungen der Bronchien, Atemnot
2.
Fr. S. ist mit ihrer Situation zufrieden. Es geht ihr nach eigener Aussage im Heim viel besser als frührer zuhause. Das führt Sie auch auf die Medikamente sowie den Herzschrittmacher zurück.
Abweichungen von Normwerten nimmt sie wahr, körperliche Tätigkeiten strengen Sie sehr an. Nach einem Tag mit z.B. vielen Gehübungen oder Gymnastik fühlt sie sich am Abend erschöpft und müde.
Fr. S. erzählte, bevor sie den Herzschrittmacher bekam, fühlte sie sich oft sehr müde und ist oft im sitzen einfach eingeschlafen. Auch ihre geistigen Fähigkeiten litten offenbar unter dem zu langsamen Herzrhythmus und der daraus resultierenden schlechten Durchblutung des Gehirns. Sie berichtete von häufiger Verwirrtheit und Desorientierung.
Da Fr. S. immer einen niedrigen Blutdruck hat (aber sie fühlt sich wohl damit) bemerkt sie einen Blutdruckabfall sofort. Meist wird ihr nur Schwindelig, aber es kann auch vorkommen das ihr Schwarz vor Augen wird und in ganz seltenen Fällen kann es sogar zu kurzen Bewusstseinsverlust kommen.
Von Bluthochdruck kann Fr. S. nicht berichten, entweder weil es durch die Blutdrucksenkenden Medikamente zu keinem Hochdruck kommt, oder Fr. S. nimmt bei hohem Blutdruck keine Veränderung wahr (bzw. hat keine Veränderung wahrgenommen. Seit ihrem Heimaufenthalt ist ihr Blutdruck durchgehend niedrig.)
Bei Temperaturerhöhung fühlt sich Fr. S. meist schlapp und möchte nicht aufstehen.
Atemnot hatte Fr. S. noch keine.
3.
Fr. S. benötigt aufgrund ihrer verminderten Leistungsfähigkeit Unterstützung bei der Körperpflege. Das Pflegeproblem besteht darin, dass Fr. S. ohne Unterstützung nicht alleine ins Bad kann um sich zu Waschen. Fr. S. ist motiviert sich selbst zu Waschen und auch noch Körperlich in der Lage dazu, bei entsprechender Hilfestellung. Ziel ist das Fr. S. sich ,ihrer Fähigkeiten entsprechend, alleine Waschen kann. Sie möchte so viel wie ihr möglich ist alleine machen um Ihre Selbständigkeit zu erhalten.
Da sie alleine nicht laufen kann und auch das stehen ihr schwer fällt, wird sie auf den Toilettenstuhl gesetzt und dann zum Waschbecken geschoben. Dann müssen ihr die Pflegeutensilien bereitgestellt und in Reichweite gelegt werden, da sie wegen ihrer Einschränkung nicht alleine aufstehen kann um sich die Sachen zu holen. Fr. S. wäscht sich dann das Gesicht und den Oberkörper selber, bei der Intimpflege braucht sie Unterstützung vom PP, weil sie sich mit beiden Armen am Waschbecken festhalten muss um sicher stehen zu können. Der Intimbereich wird dann von PP gewaschen, Fr. S. nimmt diese Übernahme der Waschung aber gerne an, da ihr Sauberkeit auch sehr wichtig ist.
Durch diese Art der Hilfestellung kann Fr. S. sich alleine den Oberkörper waschen und ein Teil ihrer Selbständigkeit bleibt erhalten.
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