Autor/in: Robert Zimmer

Dieser Text stammt von Robert Zimmer

Herausgeber von

http://www.diewundeverbindet.de

Der ideale Wundverband sollte:

1.Überschüssiges Wundexsudat entfernen.

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Bei der gezeigten Meshgraftentnahmestelle wird erwartet, daß der Wundverband nach wenigen Stunden nicht durchweicht ist. Eine konventionelle Möglichkeit wäre, die   Wunde mit Salbenlappenverbänden zu versorgen und mit trockenen Kompressen und einem absorbierenden Verband zu verbinden. Hier läuft nun das Wundexsudat passiv in die Kompressen. Der Verbandswechsel erfolgt nun zweimal täglich und nach Bedarf.

Versorgt man diese Wunde mit einem hydrokolloiden Verband, ziehen Zellulosepartikel aktiv Wundexsudat an sich. Dies ist kein passiver, sondern ein aktiver Akt. Der Verbandswechsel erfolgt dann, wenn das Gel den Plattenrand zu erreichen droht. Das kann am Anfang täglich sein. Die Verbände halten später, während der Granulationsphase, mehrere Tage. Bei sehr feuchten Wunden, wie Meshgraftentnahmestellen am OP-Tag oder ersten Post-Op-Tag, rechnen sich hydrokolloide Verbände nur unter Zugabe einer Alginatkompresse . Ein hydrokolloider Verband muß 24 Stunden halten, damit man im wirtschaftlichen Bereich liegt

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2. Ein feuchtes Klima im Wundbereich halten

Hier ist ein Umdenken nötig. Die Verdunstungskälte feuchter Kompressen nutzt man gerne bei infizierten Wunden. Aber nichtinfizierte Wunden (z.B. Meshgraft, Dekubitus, Ulcus usw.) feucht zu verbinden, davon wird gerne Abstand genommen.

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Die Nachteile der trockenen Wundbehandlung, wie Austrocknen, Auskühlen der Wunde und ein Verkleben des Verbandsstoffes mit dem Granulationsgewebe wird durch das feuchte Wundmilieu der   hydrokolloiden Verbände verhindert. Mit einem hydrokolloiden Verband ahmt man das Wundmilieu einer geschlossen Wundblase nach. Sie imitieren die Natur!

3.Gasaustausch gewährleisten

Jeder konventionelle Verband gewährleistet dies.

Beim hydrokolloiden Verband gewährleistet eine Polyurethanfolie den Gasaustausch.

4. Die Wunde thermisch von der Umwelt isolieren

thermik

Unter 28°C Wundtemperatur findet keine Zellteilung statt. Die Wundheilung steht. Diesen Effekt macht man sich beim Kühlen von infizierten Wunden zunutz . Das wird gern damit erreicht, daß die infizierte Wunde viermal täglich mit feuchten Kochsalz-Kompressen verbunden wird.

Verdunstungskälte behindert Granulation!

Ein hydrokolloider Verband hält nicht nur ein feuchtes, sondern ein feucht warmes leicht saueres Wundmileu . Der Verbandswechsel erfolgt nicht täglich, sondern dann, wenn das Gelkissen den Plattenrand zu durchdringen droht. So bleibt eine ideale Wundtemperatur über lange Zeit erhalten.

5. Undurchlässig für Mikroorganismen sein

Mikroben

Der Schutz einer Wunde vor Keimen wird immer   wichtiger. Die Hospitalismuskeime greifen um sich. Bei durchweichten Verbänden kann es zu Kreuzinfektionen kommen.

Hydrokolloide Verbände sind keim- und bakterienabweisend . Duschen und Baden ist mit den Verbänden jederzeit möglich.

6. Keine Fasern oder Fremdstoffe abgeben

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Es ärgert jeden, wenn Verbandstoffreste im Wundbereich verbleiben und mühsam entfernt werden müssen.

7. Sich atraumatisch entfernen lassen.

Frustrierend ist es, wenn frisch gebildetes Granulationsgewebe mit dem Wundverband verklebt. Es schmerzt den Patienten und wirft seine Wundheilung zurück.

Hier schützt das Gel in allen Phasen der Wundheilung. Das Gel liegt als Schutzfilm zwischen dem Wundverband und dem frischen Granulationsgewebe.

Dieser Effekt ist gewünscht.

Das Gel besteht aus Zellulose, Wundexsudat und abgestorbenen Gewebspartikeln.

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