AETL "Sich Bewegen"
Immobilität
- Sie kann teilweise oder komplett eingeschränkt sein, dann sprechen wir von der Immobilität eines Gelenkes, einer Gliedmaße oder des gesamten Körpers.
Folge:
- Beeinträchtigung der Wahrnehmung
- Mangelhafte Stimulation des Gleichgewichtsinnes
- Abnahme von Sozialenkontakten
- Abbau von Knochen und Muskelmasse
- Entwicklung von Kontrakturen
Risiko
- Dekubitus = Hautdefekte
- Kontrakturen = Verkürzung der Muskeln, Fehlstellung
- Thrombose
- Pneumonie
- Sturzgefahr
Ursache
- Neurologische Störungen
- Körperliche Bindungen
- Psychische Veränderungen
- Schmerzen
Multimobilität = es treten meistens Krankheiten gleichzeitig auf
Dekubitusprophylaxe
Dekubitus (Druckgeschwür)
- Eine durch länger andauernden Druck entstehende Schädigung der Haut und dessen darunter liegendem Gewebe.
Dekubitusentstehung
- Hierbei spielen 3 Faktoren eine große Rolle
- Der Druck = Auflagedruck (Kraft pro Fläche) als komprimierende Kräfte
- Druckdauer = Zeit und Druckstärke (Intensität)
- Gewebetoleranz für druck und Sauerstoff = Druckempfindlichkeit
1. Druck
- Durch Druckeinwirkung und Minderdurchblutung in den betroffenen Arealen kommt es zu Folge
das sie Versorgung des Gewebes mit Sauerstoff und Nährstoffen sowie die Entsorgungen von Kohlenstoffdioxid und Stoffwechselendprodukten wird unterbrochen
- Bleibt der Druck bestehen, entsteht ein Dekubitus
2 Formen von Druck die für die Entstehung es Dekubiti verantwortlich sind
a.) komprimierende Kräfte, sie wirken Senkrecht auf das Gewebe
- Von außen z.B. durch Matratze, Falten im Laken, Krümel im Bett, Schuhe
- Von innen z.B. durch Knochen, die ohne Muskeln oder Fett direkt auf der Haut liegen
b.) durch Scherkräfte, sie wirken parallel auf das Gewebe z.B. durch Herabrutschen des Bewohners im Bett.
2.) Druckdauer
- Bei kranken reichen weniger als 1-2 Stunden Druckeinwirkung zur Entstehung eines Dekubitus aus
- Durch längerem Sauerstoffmangel sterben Hautzellen ab, es entsteht eine Nekrose (Gewebstod)
Druckdauer werden von verschiedenen Faktoren bestimmt
a.) Unterlage: bei großen Maßen durch die härte der Unterlage
b.) Körperposition: bei der 90% Gradlagerung besteht ein deutlich größerer Auflagedruck als in flacher Rückenlage
c.) Mobilität: Veränderungen der Position führen zur Druckentlastung
d.) Hautfeuchtigkeit: Reibung zwischen Haut und Unterlage begünstigt die Entstehung von Scherkräften
3.) Gewebetoleranz:
Fähigkeit von Haut und Unterhautgewebe Druck ohne Schädigende zu ertragen
Faktoren die Gewebetoleranz beeinflussen
a.) Dehydration: unzureichende Flüssigkeitsaufnahme der Haut
b.) Glukokortikoidtherapie: lange Einnahme von Glukokortikoiden
c.) Krankheiten: z.B. Diabetes mellitus
Dekubitusgefährdete Körperpartien
In Rückenlage: Kreuz-Steißbein, Fersen, Schultern, Hinterkopf, Wirbelsäule, Ellenbogen
In Seitenlage: Ohrmuschel, Trochanter Major, Knie, Ellenbogen, Knöchel
In Sitzposition: Fersen, Fußballen, Hinterkopf, Sitzbeinhöcker, Wirbelsäule
In Bauchlage: Stirn, Ellenbogen, Beckenboden, Rippen, Kniescheiben, Zehen
Grad 1. 
Findet keine Druckentlastung statt, kommt es zur verstärkten Einlagerung von Flüssigkeit mit anschließender Blasenbildung. Beim Aufplatzen dieser Blasen entsteht eine nässende, sehr infektionsanfällige Schädigung der Epidermis und der Dermis.
Grad 2 
Findet keine Druckentlastung statt, kommt es zur verstärkten Einlagerung von Flüssigkeit mit anschließender Blasenbildung. Beim Aufplatzen dieser Blasen entsteht eine nässende, sehr infektionsanfällige Schädigung der Epidermis und der Dermis.
Grad 3: 
Nektroische Veränderungen der Hautschichten
Diese kann nach einer gewissen Zeit aufbrechen. Muskulatur, Bänder und Sehnen werden sichtbar; gelegentlich ist der noch intakte Knochen zu sehen
Grad 4: 
Die Wunde ist so tief, dass der Knochen betroffen ist. Das Knochengewebe weist nun eine Entzündung, Osteomyelitis, auf.
Maßnahmen zur Dekubitusprophylaxe
Da Druck Hauptursache für die Entstehung eines Dekubitus ist, hat die Entlastung gefährdeter Stellen oberste Priorität
z.B. Durch Mobilisation, Lagerung und Lagewechsel
Mobilisation:
- Jegliche Bewegungsübung
- Passive Übungen werden zu aktiven Übungen gesteigert (assistive Übungen)
Lagerung
- Ziel: Vergrößerung der Auflagefläche
- Gewicht es Bew. reduzieren
- Dadurch Druck auf Körperstellen verteilt.
Weichlagerung
- Mit Hilfe von speziellen Dekubitusmatratzen
- Druck auf kapillaren darf 30mmHg nicht übersteigen
Superweichlagerung
- Spezielle Matratze soll uneingeschränkte O2- Versorgung aller Hauptbezirke gewährleisten
Beide Lagerungen führen zur Mobilisationseinschränkung, deshalb Bewohner mit inimaler Bewegung nicht zu weich lagern.
Lagewechsel
- Wenn die 2 oben genannten Lagerungen nicht ausreichen , muss manuell gelagert werden.
- Sorgt zeitlich für völlige Entlastung
- Mindestens alle 2 Stunden
- Rücken- rechts- links keine Bauchlage.
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