Leben- und Krankheitsgeschichte eines
Pflegebedürftigen unter der Berücksichtigung des rehabilitativen
Konzeptes
Inhaltsverzeichnis
1. KRANKHEITSBESCHREIBUNG UND AUFGABENSTELLUNG
1.1. AKINESE
1.2. RIGOR
1.3. TREMOR
2. GRUND DER WAHL DES PATIENTEN
2.1. FAMILIENVORGESCHICHTE
3. DIE SOZIALE ANAMNESE
3.1. JETZIGE ANAMNESE
4. DIAGNOSEN
5. PFLEGEPLANUNG
6. PERSÖNLICHE BEMERKUNGEN
1. Krankheitsbeschreibung und Aufgabenstellung
Der Patient über den ich in meiner Arbeit berichte, bekommt schon
seit 4 Jahren ambulante Pflege. Für diese Pflege ist die Diakonie-Station
in Kassel-Nord zuständig. Herr L. ist seit 1974 an Morbus Parkinson
erkrankt. Es handelt sich dabei um eine degenerative Erkrankung des extrapyramidal-motorischen-Systems.
Bei dieser Erkrankung kommt es allmählich zum Untergang der Dopamin
bildenden "substantia nigra" (Schwarze Substanz). Dieser Mangel
an Dopamin und einem Überwiegen von Acetylcholin bewirkt die entsprechenden
Folgeerscheinungen. Die Krankheit ist durch einen chronischen Verlauf
und durch drei Hauptsymptome die besonders hervortreten geprägt.
1.1. Akinese
Die Akinese ist eine Verlangsamung aller Bewegungsvorgänge. Der
Impuls eine bestimmte Bewegung auszuführen kann erst nach längerer
Anlaufzeit verwirklicht werden. Auch die Geschwindigkeit des Bewegungsablaufes
ist vermindert. Als Frühsymptom äußert sich die Akinese
in einer zunehmenden Ungeschicklichkeit bei Alltagsaktivitäten.
Die Handschrift verändert sich in typischer Weise: Sie wird kleiner
und enger (Mikrobiographie). Bei der voll ausgeprägten Parkinson-Krankheit äußert
sich die Akinese besonders in einer Störung des Gangbildes. Die
Schritte werden immer kürzer, gelegentlich kommt es zum Schlürfen.
Beim Gehen pendeln die Arme vermindert oder überhaupt nicht mehr
mit. Dem Betroffenen fällt es schwer sich in Bewegung zu setzten
um den ersten Schritt zu machen. Einmal in Bewegung fällt Ihm aber
das Anhalten oder eine Richtungsänderung ebenfalls schwer. Besonders
beim Passieren von engen Stellen z.B. Türen oder bei zusätzlichen
emotionalen Stress kann es zu plötzlichen kurz andauernden Bewegungsblockaden
kommen. Der Patient fühlt sich wie festgefroren. Nach einigen Sekunden
lässt dieses Gefühl nach und der Patient kann weitergehen.
Da auch die Gang- und Standsicherheit beeinträchtigt sind, besteht
die Gefahr zu stürzen. Im Gesicht äußert sich die Akinese
in einem starren maskenhaften Gesichtsausdruck. Verstärkt wird dieser
Eindruck durch einen seltenen Lidschlag. Das Sprechen kann leiser, gelegentlich
auch heiser bis unverständlich, überhastet und monoton sein.
1.2. Rigor
Unter Rigor versteht man eine andauernde unwillkürliche Muskelspannung.
Er führt zu einer Steifheit im ganzen Körper. Da besonders
die Beugemuskeln betroffen sind kommt es zu der typischen Körperhaltung.
Diese drückt sich in den nach vorn übergebeugten Oberkörper
und den angewinkelten Armen aus. Bei passiver Bewegung der Gliedmaßen
lässt sich gelegentlich in den Gelenken das s.g. Zahnrad-Phänomen
auslösen. Hierbei erfolgt die Bewegung nicht gleichmäßig
sondern in mehreren kleinen ruckartigen Bewegungen. Durch die andauernde
Verkrampfung der Muskulatur werden die Gelenke stark belastet. Dabei
kann es vor allem in Schulter, Hüfte und Wirbelsäule zu Schmerzen
kommen.
1.3. Tremor
Der Tremor ist das typische Zittern. Er tritt überwiegend in Ruhe
mit einer Häufigkeit von fünf bis sieben Schlägen pro
Sekunde auf. Besonders bei Händen und Füssen. Bei emotionaler
Belastung nimmt das Zittern häufig stark zu, während es im
Schlaf meist zur Ruhe kommt. Häufig zu beobachten ist ein Tremor
der antagonistischen Beuge- und Streckmuskeln von Daumen und Zeigefinger
der zu typischen Bewegung führt. Diese erinnern an das Zählen
von Münzen oder das Drehen von Pillen (Pillendreher- oder Münzenzähler
- Tremor) .
Neben den Hauptsymptomen gibt es noch die vegetativen Symptome wie
die Störung der Wärmeregulation, ungezügelte Schweißausbrüche,
vermehrte Talkabsonderungen (Salbengesicht), hartnäckige Verstopfungen,
sowie Harnentlehrungsstörungen. Häufig besteht eine Neigung
zu niedrigem Blutdruck mit Schwindel und Schwarzwerden vor den Augen
beim Aufrichten. Auch wird über vermehrten Speichelfluss geklagt.
Bei den psychischen Symptomen können die geistigen und seelischen
Funktionen in Mitleidenschaft gezogen werden.
2. Grund der Wahl des Patienten
Morbus Parkinson ist eine Krankheit die mich sehr interessiert. Ich hatte
schon während meiner Praktika des öfteren mit dieser Krankheit
zu tun. Diese Krankheit hat wie kaum eine Andere verschiedene Auswirkungen.
Man kann täglich, stündlich oder sogar von einem Moment zum
Anderen unterschiedliche Zeichen, Fähigkeiten, Einschränkungen
und Stimmungen bei den Betroffenen erkennen. Deshalb erfordert dies besondere
Beobachtung und Wahrnehmung. Dieses entspricht sehr meinem Interesse.
Bei Herrn L. fällt die Erkrankung sofort auf. Bei ihm ist die
Akinese sehr ausgeprägt.
Herr L. war mir vom ersten Augenblick an sehr sympathisch. Durch die
tägliche Grundpflege war eine anfängliche Skepsis von seiner
Seite schnell aufgehoben (Bezugspflege). Herr L. erzählte mit sehr
häufig von seiner früheren Beschäftigung als Heilpraktiker.
Weiterhin war Herr L. war von der Idee, dass eine schriftliche Arbeit über
Ihn angefertigt werden sollte, sehr angetan. Er war sofort damit einverstanden,
nachdem ich Ihm gesagt hatte, dass sein Name nicht genannt werden würde
und ich mich an meine Schweigepflicht halten müsse.
2.1. Familienvorgeschichte
Herr L. wurde am 03.11.1924 in Kassel als Sohn eines Kaufmanns geboren.
Seine Mutter war Verkäuferin und arbeitete in einem "Tante
Emma Laden". Geschwister hatte er keine. Der Vater fiel 1943 im
Krieg. Seine Mutter starb 1968 an Altersschwäche. Mehr Angaben wollte
Herr L. dazu nicht machen, weil es Ihm sichtlich schwer fiel über
dieses Thema zu sprechen.
Herr L. ist in Kassel aufgewachsen. Er wurde mit "Notabitur" als
Sanitäter eingezogen, da sein Berufswunsch Arzt war. Nach Kriegsende
kam er in russische Gefangenschaft und wurde danach an Polen weitergegeben.
In Polen wurde er als Lagersanitäter vom polnischen Lagerarzt
eingesetzt. 1949 wurde Herr L. entlassen und kehrte in die Heimat
zurück.
Nach der Ausbildung zum Masseur war er später als Massagelehrer
an der Rohboldsschule in Kassel tätig. Nebenbei bereitete er sich
auf die Prüfung zum Heilpraktiker vor. Seit 1952 war Herr L. in
seiner eigenen Praxis als Heilpraktiker tätig. Sein Spezialgebiet
war die Ohrakupunktur. Auf diesem Gebiet hielt er sehr viele Vorträge
und Seminare. Anfang 1974 erkrankte er an Parkinson. Für besondere
Verdienste um die Ohrakupunktur in Lehre und Praxis, wurde im die Medaille
der Arbeitsgemeinschaft für klassische Akupunktur und traditionelle
chinesische Medizin am 16.06.1983 verliehen. Weiterhin erschien 1985
sein Buch "Akupunktur der Ohrmuschel Diagnostik und Therapie".
Am 24.05.1987 erhielt Herr L. die Prießnitz Medaille vom Fachverbund
deutscher Heilpraktiker e.V. in dankbarer Anerkennung der Verdienste
zur Erhaltung und Förderung der naturgemäßen Heilkunde.
Seit 1997 ist Herr L. durch den Fortschritt der Krankheit berufsunfähig.
Von der Stiftung deutscher Heilpraktiker erhielt Herr L. am 01.09.2000
die Goldmedaille für besondere Verdienste um den Berufsstand.
Auf Anfrage nach Erkrankungen die er hatte, sagte er mir, dass er nie
ernsthaft krank war und nur die üblichen Kinderkrankheiten hatte.
3. Die soziale Anamnese
1951 lernte Herr L. seine zukünftige Ehefrau kennen, die er 1959
heiratete. Aus dieser Ehe gingen zwei Töchter hervor. Seine Enkel,
die in Berlin wohnen, besuchen Ihn regelmäßig in den Ferien.
Herr L. hat auch im hohen Alter noch sehr viel Interesse an seinem erlernten
Beruf. Er therapiert sich so weit es geht zu Hause selbst. Es besteht
darüber hinaus enger Kontakt zu seinen ehemaligen Arbeitskollegen.
Früher ist Herr L. sehr oft mit seiner Frau verreist. Sie waren
in vielen Ländern und haben von jeder Reise einen Stein mit nach
Hause gebracht. Diese Steine zieren die ganze Wohnung und sind ein Hobby
von Herrn L., worauf er sehr stolz ist.
3.1. Jetzige Anamnese
Die Herkunft der Krankheit ist unbekannt, da in der Familie diese Krankheit
noch nie aufgetreten ist bzw. nicht bekannt geworden ist. Herr L. war
zur Behandlung schon mehrmals in der Paracelsius-Elena-Klinik in Kassel
gewesen. Die genauen Daten konnten mir leider nicht mitgeteilt werden.
Der letzte Besuch in der Klinik ist nach der Aussage von Herrn L. ein
Jahr her. Da das Krankheitsbild sich zunehmend verschlechterte wurden
seine Bewegungsabläufe immer gestörter. Aufgrund dieser Verschlechterung
wurde Herr L. wieder in die Klinik überwiesen, bevor ich mein Praktikum
beendet hatte.
1997 nahm Herr L. den ambulanten Dienst der ev. Diakonie-Station Kassel-Nord
in Anspruch. Diese Leistungen beinhalteten:
- Ganzkörperpflege, Duschen
- Ganzkörperwäsche
- An- und Auskleiden
- Kompressionsstrümpfe an- und ausziehen
- Verbandwechsel der Perkutan-endoskopische-Gastrostomie (PEG)
- Arzneimittelgabe durch die PEG
- Betreuung
Ich brauchte für Herrn L. sehr viel Geduld, da er noch einige
Dinge alleine ausführen wollte. Zu diesen Dingen gehört
z.B. das Gesicht waschen. Hierfür benötigt Herr L. mindestens
10 Minuten. Die Grundpflege dauerte im Schnitt 1 - 1½ Stunden.
4. Diagnosen
Herr L. leidet außer der bereits erwähnten Erkrankung noch
an orthostatischen Blutdruck (Orthostatische Dysregulation oder orthostatische
Hypotonie) Ò Wiederkehrender Blutdruckabfall beim Lagewechsel
vom Liegen zum Stehen. Durch die kurzzeitige Minderdurchblutung des Gehirns
wird dem Patienten schummrig und schwarz vor Augen, er kann stürzen
und Ohnmächtig werden. Von der Hypotonie abzugrenzen, aber oft zusammen
mit ihr auftretend.
Herr L. kennt meiner Meinung nach seine Krankheit. Er hat mir erzählt,
dass er schon einige Bücher über Parkinson gelesen hat. Er
gab mir sogar Literatur darüber mit, welche mir bei meiner Jahresarbeit
sehr geholfen hat. Weiterhin denke ich, dass Herr L. ein sehr geduldiger
Mensch ist, der genau weis, dass seine Erkrankung nicht mehr besser wird.
Medikament Darreichungsform 800 1100 1400 1700 2000 2400
PK-Merz 100mg Filmtabletten 1 1 - - - -
Nacom 100 Tabletten ½ ½ ½ ½ ½ -
Nacom 200 Retard Tabletten - - - - - 1
Gutron Tabletten 1 - - - 1 -
Perivar Forte Filmtabletten 1 - 1 - 1 -
Piracetam 800 von ct Filmtabletten 1 - 1 - 1 -
Lanitop 0,1mg Tabletten 1 - ½ - - -
Atane 2mg Tabletten ½ ½ ½ - - -
Laxoberal Tropfen 5-10 Tr. - - - - -
PK-Merz 100mg
Wirkstoff: Amantadinsulfat
Wird zur Behandlung von Symptomen der Parkinsonschen Krankheit, wie z.B.
Steifheit (Rigor), Zittern (Tremor), und Bewegungsarmut bzw. Unbeweglichkeit
(Hypo- bzw. Akinese).
Nacom 100 und Nacom 200 Retard
Wirkstoffe: Levodopa und Carbidopa
Gehören zur Arzneimittelgruppe der Levodopa (L-Dopa) und Decarboxylasehemmer.
Da Dopamin nicht in der Lage ist die Blut-Hirn-Schranke zu passieren,
wird es in einer Vorstufe der Substanz L-Dopa verabreicht. Diese wird
in den Nervenzellen des Gehirns zu Dopamin umgewandelt. Der Prozess findet
auch außerhalb des Gehirns statt und führt dort zu erheblichen
Nebenwirkungen, die heute durch die Kombination mit einem Decarboxylasehemmer
weitgehend reduziert werden. Bei Herr L. können folgende Symptome
im Zusammenhang mit der Medikamenteneinnahme stehen.
- Übelkeit
- Erbrechen
- Schwindel
- Benommenheit
- Müdigkeit
- Diarrhöe
Gutron
Wirkstoff: Midodrinhydrochlorid
Es ist ein Mittel gegen Blutdruckabfall bei Lagewechsel ohne Veränderung
des autonomen Nervensystems.
Perivar Forte
Perivar Forte ist ein Venentherapeutikum. Angewendet wird es bei Beschwerden
wie Krampfadern oder Venenschwäche, Spannungsgefühl und Schweregefühl,
Schmerzen und Juckreiz, Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe und
Beschwerden bei Hämorrhoidal-Leiden.
Piracetam 800 von ct
Wirkstoff : Piracetam
Piracetam ist ein Mittel zur Beeinflussung von Hirnleistungsstörungen
(Nootropikum).
Nootropika ist ein Medikament das die zerebrale Durchblutung und den
Hirnstoffwechsel anregt in dem es v.a. den Glukoseumsatz erhöht.
Lanitop 0,1mg
Wirkstoff: Metildigoxin
Lanitop ist ein Herzwirksames Glykosid dessen Ausgangsstoff aus den Blättern
der Fingerhutpflanze (Digitalis lanata) gewonnen wird.
Artane 2mg
Wirkstoff: Trihexyphenidylhydrochlorid
Artane ist zur Behandlung und Dauerbehandlung von Morbus Parkinson und
Parkinsonismus.
Laxoberal
Wirkstoff: Natriumpicosulfat
Laxoberal ist eine Laxantie mit peristaltikanregender Wirkung.
Für Herrn L. ist Morbus Parkinson die Krankheit die für
Ihn die meisten Probleme aufwirft. Er ist in fast allen Lebensbereichen
sehr stark eingeschränkt. Bei Ihm ist die Akinese und der Rigor
sehr gut zu beobachten. Die Akinese erkennt man bei Ihm durch den
typisch kleinschrittigen Gang und durch die stark verlangsamten Bewegungen.
Dem Patienten fällt es schwer die Bewegungen zu beginnen und zu
beenden. Gerade morgens fällt Ihm der Weg in das Bad schwer. An
manchen Tagen musste ich Ihn in den Rollstuhl setzen und fahren weil
das Laufen nicht möglich war. Die typische Körperhaltung des
Parkinson Erkrankten konnte ich bei Herr L. sehr gut wahrnehmen:
- Kopf und Rumpf sind nach vorn übergebeugt
- Schultern fallen nach vorn und nach innen
- Arme leicht nach innen gedreht und an den Oberkörper herangezogen
und im Ellenbogengelenk leicht gebeugt
- Handgelenke und Grundgelenke der Finger sind leicht gebeugt
- Hüft- und Kniegelenke sind leicht gebeugt
Der Rigor und die Akinese führen zu dieser Haltung. Das Verändern
dieser Haltung gelingt Herr L. nur teilweise und ist mit großer
Anstrengung verbunden. Er spricht sehr leise und undeutlich. Deshalb
fiel es mir nicht immer leicht ihn zu verstehen.
Therapien bekommt Herr L. von einem Krankengymnasten. Außerdem
macht seine Frau mit Ihm Sprachtraining. Leider konnte ich aus zeitlichen
Gründen nicht daran teilnehmen.
Als Hilfsmittel hat Herr L. einen Rollator den er aber nicht mehr so
oft nutzen kann, da die Bewegungsabläufe immer gestörter wurden.
Sehr zu seinem Bedauern. Er besitzt auch einen Rollstuhl der in letzter
Zeit häufig benutzt werden musste. Ansonsten gibt es da noch einen
Nachtstuhl, eine Toilettensitzerhöhung und einen Wannenlift mit
Drehscheibe.
Bei dem Laufen hilft es Ihm wenn ich laut das Kommando gebe indem ich
zähle wie beim Marschieren. Herr L. gibt sich dabei immer sehr viel
mühe.
Da seine Tagesverfassung sehr unterschiedlich ist musste ich Ihn jeden
morgen aufs Neue beobachten und ihn nach seiner Befindlichkeit fragen.
5. Pflegeplanung
Probleme Ressourcen Ziele Maßnahmen
Herr L. kann nur langsam und leise sprechen aufgrund der Parkinsonerkrankung
- Herr L. ist zugänglich für Ansprache
Vorhandene Fähigkeiten von Herr L. werden erhalten und gefördert
- Lob bei deutlicher Aussprache
- Freundliches Ansprechen
- Pflegemaßnahmen benennen
Herr L. kann nicht mehr alleine laufen aufgrund der Parkinsonerkrankung
Er macht Trippelschritte mit zeitweiligen Blockaden
- Herr L. kann mit Hilfe laufen
- Herr L. ist gewillt zu laufen
Die Fähigkeiten von Herr L. erhalten und fördern
- Mit beiden Händen Herr L. führen
- Kommando geben
Da Herr L. an Parkinson erkrankt ist, besteht die Gefahr zu stürzen
aufgrund des Rigors und der Akinese
- Herr L. kann sich äußern und ist geistig rege
Sturzgefahr ist minimiert bei Herr L.
- Einnahme der verordneten Medikamente
- Dabei auf genaue Uhrzeiten achten
- Kommandos geben um Bewegung anzuleiten
- Haltung- und Gleichgewichts-übungen durchführen
- Gefahrenquellen beseitigen (Teppichkanten, Licht einschalten...)
Probleme Ressourcen Ziele Maßnahmen
Herr L. kann seine Medikamente nicht selbstständig einnehmen
aufgrund der Parkinsonerkrankung
Sicherstellung der Medikamenteneinnahme
- Medikamentengabe über PEG
- Genaue Zeiten beachten
Herr L. leidet unter einem orthostatischen Blutdruck
Es besteht die Gefahr das er Plötzlich absinkt und Herr L. ohnmächtig
wird
Sturzgefahr ist minimiert bei Herr L. " Sicherheit beim Laufen geben
- Regelmäßig Blutdruck messen
- Regelmäßige Medikamenten-einnahme
Herr L. hat eine starke Schweißbildung aufgrund des Parkinson
Herr L. fühlt sich wohl
- Angemessene luftdurchlässige Kleidung
- Bei Bedarf Kleidungswechsel
- Deo anbieten
Herr L. hat Probleme aufgrund des Rigors beim selbstständigen
Anziehen
Herr L. hat ein gepflegtes äußeres
- Hilfestellung beim Anziehen geben
- Herr L. Soweit alleine machen lassen und ihm helfen wenn nötig
Probleme Ressourcen Ziele Maßnahmen
Herr L. kann sich nicht alleine waschen und eincremen aufgrund des
Parkinson
- Herr L. legt viel Wert auf ein gepflegtes äußeres
- Herr L. wäscht sich das Gesicht selber
- Er stellt sich die Wassertemperatur selbst ein
- Äußert wünsche über Körperpflegemittel
- Verreibt das Rasierwasser selbst im Gesicht
Herr L. fühlt sich wohl
Grundpflege sitzend auf Badewannenlift
- Dienstags und Donnerstags Oberkörper, Arme, Beine, Füße
und Genitalbereich waschen
- Mit Körperlotion einreiben
- Das Gesäß mit einem Ölgemisch einreiben
- Deo unter die Achseln sprühen
- Beide Unterschenkel mit Venalot- Mono einreiben
- Rasieren
- Kämmen
- Montag, Mittwoch und Freitag duschen wie oben
- Haare mit waschen
- Danach kalt abduschen
- Genitalbereich wird gepudert
- Nach dem Duschen Verbandswechsel der PEG durch Pflegefachkraft
- Sterile Kompressen abdecken
- Mit Fixomull abkleben
Herr L. hat oft während der Grundpflege Harn- oder Stuhldrang
und kommt nicht schnell genug zur toilette
- Herr L. meldet sich bei Harn- oder Stuhldrang
- Akzeptiert Inkontinenzmittel
- Herr L. fühlt sich gepflegt
- Inkontinematerial bereithalten
- Zur Toilette führen
- Vor Grundpflege nach Toilettengang fragen
Probleme Ressourcen Ziele Maßnahmen
Herr L. kann sich seine Kleidung und die anti Thrombose-strümpfe
nicht alleine anziehen
Saubere und gepflegte Kleidung
- Komplette Kleidung und ATS anziehen
- Ehefrau sucht Kleidung aus und legt sie am Abend raus
Herr L. kann seine Mahlzeiten nicht selbstständig zu sich nehmen
aufgrund des Parkinson
Die Nahrungs-aufnahme ist gesichert
- Essen wird durch Ehefrau bereitet und gereicht
- Getränke werden von Ehefrau durch PEG gegeben
6. Persönliche Bemerkungen
Diese Krankheit erfordert viel Geduld und Verständnis vom Betreuenden.
Außerdem ist es von Vorteil wenn man sich mit der Krankheit beschäftigt.
Ich kann jetzt besser damit umgehen da ich mich ausgiebig damit beschäftigt
habe. Konnte vieles Neues erlernen und schon mir Bekanntes festigen.
Zu der medikamentösen Behandlung möchte ich noch hinzufügen
das gerade bei den Parkinson Medikamenten eine zeitgenaue Einhaltung
der Einnahme sehr wichtig ist. Durch diese Arbeit ist ein freundschaftliches
Verhältnis zu Herrn L. entstanden.
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