Zystitis Prohylaxe

1. Was ist eine Zystitis?

Unter einer Zystitis versteht man eine bakterielle Entzündung der Harnblase. Bakterien steigen in diesem Fall in der Harnröhre auf und verursachen diese aufsteigende Entzündung. Verursacher sind meist von E-Coli Bakterien. Sie ist meist bakteriell- selten viral oder parasitär bedingt. Betroffen können die Blase und ableitenden Harnwege sein. Besonders bei Frauen können durch die kurze Harnröhre Bakterien (meist E-Coli Bakterien, Staphylokokken oder Streptokokken) schneller in die Harnblase gelangen. Aber auch mechanische Reize, wie ein Blasenkatheder, Geschlechtsverkehr oder Mastrubation (Selbstbefriedigung) können eine Zystitis auslösen. Frauen leiden deshalb öfters darunter.

2. Ursachen und begünstigende Faktoren:

  • unzureichende oder falsche Intimpflege
  • schlechter Allgemeinzustand (z.B. Immunschwäche)
  • Inkontinenz
  • unzureichende Flüssigkeitszufuhr
  • Pflegefehler
  • Blasenverweilkatheder, die zu selten oder nicht korrekt gewechselt werden
  • Hygienische Fehler beim Legen eines Blasenverweilkatheders
  • Unterkühlung (z.B. Unterwäsche, die nicht den Umwelt-Temperaturen angepasst ist)
  • Nierenerkrankungen
  • Schwimmbadkeime
  • Harnabflussstörungen
  • Selbstbefriedigung mit verkeimten Hilfsmittel
  • Feuchtigkeit oder Keime durch z.B. Inkontinenz, Menstruation

3. Symptome, die eine Zystitis zur Ursache haben können:

  • Brennen / Schmerzen (Dysurie) bei der Miktion (Harnausscheidung)
  • Unterbauchschmerzen
  • Nierenstechen
  • Blutbeimengungen im Urin (Hämaturie)
  • verfärbter Urin, evtl. mit Flocken
  • vermehrter Harndrang
  • unwillkürlicher Harndrang
  • häufiger Harndrang etwa alle 10 – 20 Minuten mit jeweils nur geringer Urinmenge (Pollakisurie)
  • Harndrang, aber nur wenige Tropfen werden ausgeschieden (Strangurie). Harn tropft oder garnichtund mit Schmerzen
  • evtl. (krampfartigen) Schmerzen oberhalb des Schambeins
  • evtl. Fieber

3. Mögliche Therapie und mögliche Pflegemaßnahmen:

Grundsätzlich entscheidet der Arzt über eine medikamentöse Therapie. In der einschlägigen Literatur sind einige grundsätzliche die Behandlung unterstützende Maßnahmen beschrieben. Aber das Hinzuziehen eines Arztes zur Prüfung möglicher weiterer Ursachen, zur Diagnose, zur Abstimmung / bzw. Festlegung der medizinischen Behandlung und Therapiedauer sollte immer beachtet werden. Wichtig ist auch die Information des Bewohners / Patienten über Ursachen und deren Vermeidung.

Mögliche Pflegemaßnahmen sind z.B.:

  • Information des Bewohners / Patienten über Ursachen und deren Vermeidung der Zystitis
  • Harnblase warm halten
  • Viel und ausreichend Tee trinken, damit die Erreger ausgespült werden können. z.B .3 – 4ld.h. ausreichende Flüssigkeitszufuhr Wunschgetränke (keine stark Fruchtsäure haltigen Getränke) anreichen
  • angepasste Kleidung
  • auf regelmäßige Urinausscheidung achten
  • Blasen- und Nierentee in ausreichender Menge. Hohe Trinkmengen schwemmen Bakterien aus.
  • durch Arzt verordnete Medikamente über den vorgeschriebenen Zeitraum verabreichen und derenEinnahme überwachen, da viele Bewohner / Patienten diese nach Beschwerdebesserung eigenmächtig absetzen.
  • evtl. lokale Wärmeanwendungen (Wärmflasche)
  • angenehme Zimmertemperatur
  • auf gründliche und ordnungsgemäße Intimpflege, auch vor dem Geschlechtsverkehr hinweisen undachten
  • Intimpflege nach jeder Miktion und Wechsel von Inkontinenzmaterial
  • regelmäßiger Wechsel und Kontrolle von Inkontinenzmaterial
  • Flüssigkeitsbilanz falls vorgegeben führen und dokumentieren (Ausfuhrbilanzierung)
  • regelmäßige Temperaturkontrolle

4. Prophylaktische Maßnahmen:

  • Der Jahreszeit entsprechende Kleidung. (Intimbereich warm halten).
  • Viel und ausreichend trinken (1500 -2000 ml).
  • Vitamin C aus Zitrusfrüchten, Zwiebeln, Kohl, Kartoffeln) zur Stärkung des Allgemeinzustands.
  • Ausreichende und vitaminreiche und mineralreiche Ernährung.
  • Nicht auf kalte Sitzflächen setzen.
  • Toilettenbereich leicht heizen.
  • Einhaltung der Hygieneregeln.
  • Folgende Getränke: – Wasser, Nieren- und Blasentee (z.B. Zinnkrauttee, Kamillentee usw.).(speziell zubereitete Teesorten die die Harnausscheidung fördern)
  • Keine stark Fruchtsäure haltigen Säfte bzw. diese verdünnt reichen.
  • Wischrichtung bei Intimpflege beachten: „ Immer von vorn nach hinten „
  • Keine bzw. sehr wenig Seifen für die Intimpflege verwenden.Besser ist nur warmes Wasser.
  • Nach jeder Intimpflege gut abtrocken.
  • Wäsche regelmäßig (1x tgl.) wechseln.
  • Dauerkatheder (DK) regelmäßig und hygienisch einwandfrei wechseln.
  • DK aussen mit sterilen Kompressen bzw. mit klarem Wasser reinigen.(Wischrichtung: innen nach aussen) Reinigungsrichtung: von der Harnröhre nach aussen.
  • Grundsätzlich verordnet der Arzt den Dauerkatheder wenn er ihn für nötig erachtet.
  • Wechsel des Dauerkatheders nach Anordnung des Arztes (in der Regel alle 2 Wochen,Silikonkatheder nach 6 Wochen).