Autor/in: B. Pafel

Wachoma = apallisches Syndrom

Pallidem = Hirnmantel » Jemand lebt ohne

Hirnmantel

Das Wachkoma ist ein Zustand der Wachheit, bei der aber sämtliche geistigen Funktionen sowie zielgerichtete Handlungen und verbale Äußerungen fehlen.

Es liegt eine Störung im Bereich der Formatio reticularis vor.

Hierdurch können weder Sinnesempfindungen aus der Peripherie zur bewussten Wahrnehmung an das Großhirn weitergeleitet werden, noch Informationen vom Großhirn an die Peripherie.

Die Hirnstammfunktionen sind weitgehend intakt.

Ursachen:

  • Sauerstoffmangel im Gehirn, z.B. bei Atemstillstand
  • Hirnblutungen
  • Evtl. Gehirnentzündung / Enzephalitis

Symptome:

  • Komazustand mit offenen Augen. Die Augen können keinen Gegenstand fixieren, Aufforderungen werden nicht befolgt.
  • Spontane, sehr langsame Bewegungen der Extremitäten
  • Oft spastische Tetraparesen (Lähmung mit erhöhtem Muskeltonus in allen vier Extremitäten)
  • Orale Automatismen (Unbewusstes saugen, schmatzen oder lecken der Lippen)
  • Evtl. Zähneknirschen
  • Der Greifreflex ist auslösbar
  • Störung von vegetativen Funktionen, z.B. Blutdruckkrisen, Hyperthermie, Tachykardie
  • Verstärkter Speichelfluss
  • Salbengesicht
  • Harn- und Stuhlinkontinenz
  • Gestörter Schlaf- Wach- Rhythmus
  • Bei Schmerzreiz kann es zu Bewegung der Beine und Füße kommen. (Fluchtreflex)
  • Evtl. Störung der Herz- Kreislauffunktion

Diagnostik:

  • EEG
  • Überprüfung der Reflexe
  • CT
  • MRT

Therapie:

  • Grunderkrankung behandeln
  • Wenn möglich, Behandlung in einer Spezialklinik
  • Basale Stimulation
  • Intensive mitmenschliche Zuwendung
  • Prophylaxen

Prognose:

  • Sterblichkeit im ersten Jahr ca. 60 %
  • Wenn der Zustand länger als 3 Monate andauert erlangen nur 10 % das Bewusstsein wieder
  • Häufig bleiben Dauerdefekte zurück

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