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Mitglied im Pflegenetz
Autor: Stephanie Mende
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Ulcus Cruris

Teil 1 / Teil 2

11.6. Pflegemaßnahmen

Ernährung Pfeil Abbau von Übergewicht

Körperl. Bewegung Pfeil Gefäßtraining (siehe Seite 12), Gehtraining

Physikal. Therapie Pfeil Wechselduschen, Kaltwasseranwendung,
Hochlagerung der Beine, Vermeidung von Stehen und Sitzen

Kleidung Pfeil keine dicken Strümpfe, tragen von Kompressionsstrümpfen oder –Verbänden, keine hohen Absätze, keine einschnürende Wäsche

Verhütung von Schäden Pfeil sorgfältige Hautpflege (trocken, sauber halten), Vorsicht
beim Nägelschneiden, kein Barfuss gehen

Möglichkeiten der Vorbeugung
11.6.1. Vier wichtige Übungen zum Gefäßtraining

12. Patientenberatung

Was sollte der Betroffene wissen/ können?

  • Zusammenhang zwischen Venenpumpe und Ulkus
  • Bedeutung der dauerhaften Kompression
  • Pflege und Haltbarkeit von Kompressionsstrümpfen und –binden
  • „S-L“ Regel (Laufen und Liegen, statt Stehen und Sitzen)
  • Beherrschen der Fußgymnastik
  • Vermeidung von (direkter) Wärmer jeder Art
  • Tragen geeigneter Schuhe
  • Schuheinkauf am Nachmittag oder Abend
  • Vermeidung von schwerem Heben und Tragen
  • Hygienische Verbandswechsel
  • Täglicher Spaziergang von ca. ½ Stunden
  • Adressen von Selbsthilfegruppen, bzw. Gefäßgruppen

13. Prognose

Unter konsequenter Lokaltherapie und Kompression können praktisch alle Ulzera abheilen.
Die weitere Prognose hängt vorwiegend davon ab, ob der Patient lebenslang eine konsequente Kompression durchführt. Je mehr an diesem Punkt gesündigt wird, desto eher ist eine neue Entstehung eines Ulcus zu erwarten. Besonders bei behinderten und älteren Patienten ergeben sich oft Einschränkungen und Probleme, für die oft individuelle Lösungen gefunden werden müssen.

14. Neue Entwicklungen in der Therapie

In den vergangenen 10- 15 Jahren wurden so genannte Wachstumsfaktoren zur Wundbehandlung entwickelt.
In den Massenmedien sind diese Entwicklungen als Gewebeersatz aus der Retorte oder Haut aus der Tube bekannt geworden.
Körpereigene gesunde Hautzellen können in einer Gewebekultur außerhalb des Körpers vermehrt werden und anschließend in eine Gelmatrix eingearbeitet werden. Bei dieser Methode ist die Wirksamkeit bei Ulzera jedoch nur begrenzt, da das Gel häufig mit dem Wundsekret wieder ausgewaschen wird.
Mittlerweile werden auch Hautzellen aus Haarwurzeln entnommen und anschließend auf einer so genannten Silikon- Membran gezüchtet, dadurch entstehen mehr lagige, Hautzellverbände, die dadurch bereits eine größere mechanische Stabilität besitzen.

Bei manchen Patienten kann auch eine Therapie mit Fliegenmaden in Frage kommen. Das Speichelsekret der Fliegenlarve (Lucilia sericata) enthält Enzyme, die abgestorbenes Gewebe abbauen, es wirkt antibiotisch und fördert somit das Heilen der Wunde. Die Maden greifen kein gesundes Gewebe an!
Bisher mussten die Maden einzeln auf die Wunde gebracht werden, mittlerweile gibt es so genannte „Bio- Bags“ im Handel, dabei sind die steril aufgezogenen Maden in einem Gazestoff eingeschlossen. Pro Quadratzentimeter Wunde werden ca. 15 Maden benötigt.

15. Wunddokumentation

Dokumentationspflicht besteht im ärztlichen, als auch im pflegerischen Bereich. Sie ist aus rechtlichen Gründen unerlässlich, denn sie schützt vor der Beweislastumkehr zugunsten des Patienten bei ungeklärten Schadensfällen.

Durchführung der Dokumentation:

Die Dokumentation wird in jedem Haus mit unterschiedlichen Dokumentationssystemen durchgeführt. Gleich ist jedoch, dass alle Daten des Patienten in der Patientenakte mit Handzeichen dokumentiert werden, alle Wunden werden mit Foto dokumentiert (bei Aufnahme, bei Entstehung und danach).
Wundprotokolle sind zum Beispiel: (siehe Anschauungsmaterial ab Seite 16)

Pfeil Wunddokumentation mit Braden- Skala
Pfeil Norton- Skala
Pfeil Wunderverlaufsprotokolle
Pfeil Lagerungsprotokolle

Dei Braden Skala

Lagerungs Protokoll

Wundverlauf

Anhang

Begriffserklärungen

Pfeil Polyneuropathie Störung der Nervenfunktion bei Diabetes mellitus, Alkoholmissbrauch oder durch best. Medikamente

Pfeil livid bläulich, verfärbt, fahl

Pfeil Hyperpigmentierung verstärkte Bildung oder Ablagerung von Hautfarbstoffen

Pfeil mykotisch durch Pilze verursacht

Pfeil Superinfektion neue Infektion mit den gleichen Erregern bei noch bestehender Infektion

Pfeil subfasziale Stauung Stauung unter einer Faszie (kollagenbindegewebige Hülle)

Pfeil Corona phlebectatica Stauung und Erweiterung der kleinen Venen, typisch ist ein Kranz erweiterter kleiner Venen im Bereich des Inneren Außenknöchels oder am Fußrand

Pfeil Induration krankhafte Verhärtung oder Verdichtung eines Organs, bzw. Gewebes aufgrund einer Bindegewebsvermehrung

Pfeil Poliferation Vermehrung von Gewebe durch Wucherung oder Sprossung, meist im Rahmen von Entzündung, Wundheilung oder Regeneration

Pfeil Zellpoliferation Zellwucherung, ein Überwiegen der Zellvermehrungsrate über Zellverlustrate, z.B. bei Entzündung, Regeneration Quellenangaben

www.pflegethemen.de
www.medizinfo.de
www.dwr.de
www.dgk.de
www.dermis.multimedica.de
www.cnhfi.de/Ulcus_cruris.htm
www.gesundheit.de/roche/

Pflege Heute 2. und 3. Auflage
Pschyrembel 257. Auflage

Ulcus Cruris

Teil 1 / Teil 2

Autor: Stephanie Mende
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