Ulcus Cruris
Teil 1 / Teil 2
11.6. Pflegemaßnahmen
Ernährung Abbau von Übergewicht
Körperl. Bewegung Gefäßtraining (siehe Seite 12), Gehtraining
Physikal. Therapie Wechselduschen, Kaltwasseranwendung,
Hochlagerung der Beine, Vermeidung von Stehen und Sitzen
Kleidung keine dicken Strümpfe, tragen von Kompressionsstrümpfen oder –Verbänden, keine hohen Absätze, keine einschnürende Wäsche
Verhütung von Schäden sorgfältige Hautpflege (trocken, sauber halten), Vorsicht
beim Nägelschneiden, kein Barfuss gehen

11.6.1. Vier wichtige Übungen zum Gefäßtraining
12. Patientenberatung
Was sollte der Betroffene wissen/ können?
- Zusammenhang zwischen Venenpumpe und Ulkus
- Bedeutung der dauerhaften Kompression
- Pflege und Haltbarkeit von Kompressionsstrümpfen und –binden
- „S-L“ Regel (Laufen und Liegen, statt Stehen und Sitzen)
- Beherrschen der Fußgymnastik
- Vermeidung von (direkter) Wärmer jeder Art
- Tragen geeigneter Schuhe
- Schuheinkauf am Nachmittag oder Abend
- Vermeidung von schwerem Heben und Tragen
- Hygienische Verbandswechsel
- Täglicher Spaziergang von ca. ½ Stunden
- Adressen von Selbsthilfegruppen, bzw. Gefäßgruppen
13. Prognose
Unter konsequenter Lokaltherapie und Kompression können praktisch alle Ulzera abheilen.
Die weitere Prognose hängt vorwiegend davon ab, ob der Patient lebenslang eine konsequente Kompression durchführt. Je mehr an diesem Punkt gesündigt wird, desto eher ist eine neue Entstehung eines Ulcus zu erwarten. Besonders bei behinderten und älteren Patienten ergeben sich oft Einschränkungen und Probleme, für die oft individuelle Lösungen gefunden werden müssen.
14. Neue Entwicklungen in der Therapie
In den vergangenen 10- 15 Jahren wurden so genannte Wachstumsfaktoren zur Wundbehandlung entwickelt.
In den Massenmedien sind diese Entwicklungen als Gewebeersatz aus der Retorte oder Haut aus der Tube bekannt geworden.
Körpereigene gesunde Hautzellen können in einer Gewebekultur außerhalb des Körpers vermehrt werden und anschließend in eine Gelmatrix eingearbeitet werden. Bei dieser Methode ist die Wirksamkeit bei Ulzera jedoch nur begrenzt, da das Gel häufig mit dem Wundsekret wieder ausgewaschen wird.
Mittlerweile werden auch Hautzellen aus Haarwurzeln entnommen und anschließend auf einer so genannten Silikon- Membran gezüchtet, dadurch entstehen mehr lagige, Hautzellverbände, die dadurch bereits eine größere mechanische Stabilität besitzen.
Bei manchen Patienten kann auch eine Therapie mit Fliegenmaden in Frage kommen. Das Speichelsekret der Fliegenlarve (Lucilia sericata) enthält Enzyme, die abgestorbenes Gewebe abbauen, es wirkt antibiotisch und fördert somit das Heilen der Wunde. Die Maden greifen kein gesundes Gewebe an!
Bisher mussten die Maden einzeln auf die Wunde gebracht werden, mittlerweile gibt es so genannte „Bio- Bags“ im Handel, dabei sind die steril aufgezogenen Maden in einem Gazestoff eingeschlossen. Pro Quadratzentimeter Wunde werden ca. 15 Maden benötigt.
15. Wunddokumentation
Dokumentationspflicht besteht im ärztlichen, als auch im pflegerischen Bereich. Sie ist aus rechtlichen Gründen unerlässlich, denn sie schützt vor der Beweislastumkehr zugunsten des Patienten bei ungeklärten Schadensfällen.
Durchführung der Dokumentation:
Die Dokumentation wird in jedem Haus mit unterschiedlichen Dokumentationssystemen durchgeführt. Gleich ist jedoch, dass alle Daten des Patienten in der Patientenakte mit Handzeichen dokumentiert werden, alle Wunden werden mit Foto dokumentiert (bei Aufnahme, bei Entstehung und danach).
Wundprotokolle sind zum Beispiel: (siehe Anschauungsmaterial ab Seite 16)
Wunddokumentation mit Braden- Skala
Norton- Skala
Wunderverlaufsprotokolle
Lagerungsprotokolle




Anhang
Begriffserklärungen
Polyneuropathie Störung der Nervenfunktion bei Diabetes mellitus,
Alkoholmissbrauch oder durch best. Medikamente
livid bläulich, verfärbt, fahl
Hyperpigmentierung verstärkte Bildung oder Ablagerung von
Hautfarbstoffen
mykotisch durch Pilze verursacht
Superinfektion neue Infektion mit den gleichen Erregern bei noch
bestehender Infektion
subfasziale Stauung Stauung unter einer Faszie
(kollagenbindegewebige Hülle)
Corona phlebectatica Stauung und Erweiterung der kleinen Venen,
typisch ist ein Kranz erweiterter kleiner Venen im
Bereich des Inneren Außenknöchels oder am
Fußrand
Induration krankhafte Verhärtung oder Verdichtung eines Organs, bzw. Gewebes aufgrund einer
Bindegewebsvermehrung
Poliferation Vermehrung von Gewebe durch Wucherung oder
Sprossung, meist im Rahmen von Entzündung,
Wundheilung oder Regeneration
Zellpoliferation Zellwucherung, ein Überwiegen der Zellvermehrungsrate
über Zellverlustrate, z.B. bei Entzündung, Regeneration Quellenangaben
www.pflegethemen.de
www.medizinfo.de
www.dwr.de
www.dgk.de
www.dermis.multimedica.de
www.cnhfi.de/Ulcus_cruris.htm
www.gesundheit.de/roche/
Pflege Heute 2. und 3. Auflage
Pschyrembel 257. Auflage
Ulcus Cruris
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