Thrombose mit ihren möglichen Ursachen, Thrombosearten und
Prophylaxen
Einleitung
Thrombose kommt aus dem griechischen Thrombosis und heißt Verschluss
des Gefäßvolumens durch ein Blutgerinnsel.
Bei ganz alltäglichen Verletzungen kann man Beobachten, wie
das Blut nach einer Weile gerinnt und die Wunde verschließt.
Findet dieselbe Gerinnung innerhalb der Adern statt, so spricht man
von einer Thrombose. In nur wenigen Stunden kann so ein kleines Gerinnsel
zu einem Blutpfropf heranwachsen, der die Adern verstopft. Bevorzugt
bilden sich solche Thrombosen in den Venen der Beine.
Damit kann eine dramatische Entwicklung beginnen. Löst sich
nämlich der Pfropfen aus den Beinen und wird über den Blutkreislauf
in die Lunge transportiert, so bleibt er dort stecken und führt
zu einer lebensgefährlichen Durchblutungsstörung der Lunge.
Man spricht dann von einer Lungenembolie. Sie setzt schlagartig mit
starken Brustschmerzen, Atemnot und einem Schockzustand ein und macht
sofortige ärztliche Hilfe notwendig.
Gefährlich ist eine Thrombose deshalb, weil sie zunächst
nur selten Beschwerden verursacht. Gelegentlich können ein Spannungsgefühl
in den Beinen, die sogenannten "schwere Beine", und leichte
ziehende Schmerzen in der Wade erste Hinweise für dieses lebensgefährlich
Krankheitsbild sein.
» Thromboseursachen
Es gibt eine Reihe von Faktoren, die sich begünstigend auf die Entstehung
einer Thrombose auswirken wie beispielsweise Krampfadern, Übergewicht,
Herzmuskelschwäche, Bettlägerigkeit, Geburten, Operationen,
Verletzungen, Verbrennungen, bösartige Erkrankungen, Verhütungsmittel,
andere Hormonpräparate, Nikotin, Alkohol, Langstreckenflüge
und Medikamente.
Die wichtigsten Entstehungsmöglichkeiten der Thrombose wurden
vor über 100 Jahren von dem Pathologen Rudolf Virchow (1821-1902)
beschrieben und sind in der Medizin als VIRCHOW-Trias bekannt.
Drei Faktoren sind für die
Entstehung einer Thrombose verantwortlich:
1. Verlangsamung des Blutstroms bei Venenerweiterung,
Abflussbehinderung durch mechanische Ursachen, Herzmuskelschwäche
u.s.w.
2. Änderung der Blutzusammensetzung
bei erhöhter Blutgerinnung in den Gefäßen
durch Änderung der blutgerinnungsbeteiligten
Körperchen und Faktoren z. B. bei Knochenbrüchen,
Operationen, Verletzungen, Verbrennungen u. s. w.
3. Veränderung an der Gefäßwand
diese entstehen vor allem durch ver-kalkungsbedingte
(arteriosklerotische) Ablagerungen und entzündliche
Gefäßwandveränderungen sowie durch
eine Sauerstoffverminderung oder auch Gefäßwandverletzung.
Thrombosearten
Je nach Entstehungsort, -art und Zusammensetzung unterscheidet man folgende
Thromben:
» Abscheidungsthromben oder Plättchenthromben
(weis) entstehen durch die Ablagerung von Thrombozyten an den durch
Verkalkung, Entzündung und andere Ursachen aufgeraute Arterienwände
oder auf den Herzklappen.
» Gerinnungsthromben (rot) entstehen bei
einer Blutstromverlangsamung sowie bei einer erhöhten Blutgerinnung.
Zwischen beiden kann ein Mittelteil aus weißen und roten Schichten
bestehen, wenn sich der Thrombus in Schüben gebildet hat.
Gemischte Thromben bestehen aus einem Abscheidungsthrombus als Kopfteil
und einem Gerinnungsthrombus als Schwanzteil.
» Sogenannte hyaline Thromben, gleichmäßig
aussehende, vermutlich vor allem aus Fibrin bestehende Thromben sind
in den Kleinstgefäßen zu finden.
Arterielle Thrombosen
Wie bereits erwähnt, entstehen arterielle Thrombosen bei Arterienwandschädigung
durch arteriosklerotischen Veränderungen, Entzündungen, Verletzungen,
sauerstoffmangelbedingte Schäden. Auch Infektionskrankheiten oder
beispielsweise bösartige Erkrankungen können zu arterielle
Thrombosen führen. Bevorzugte Stellen sind Becken- und Beinarterien,
die Körperschlagader (Aorta), linker Vorhof und linke Kammer des
Herzens sowie die Herzkranzgefäße. Krankhafte Arterienausbuchtungen
(Aneurysmen) sind ebenfalls von Thrombosen bedroht. Auch andere Organe
wie z. B. das Gehirn, die Nieren, der Darm können von Thrombosen
befallen werden. Beim Verschluss kleiner Arterien und bei sich langsam
entwickelnden Verschlüssen großer Arterien sind die Krankheitszeichen
(Symptome) häufig nicht ausgeprägt. Akute Verschlüsse
gehen mit schwerwiegenden Symptomen und oftmals auch Folgen einher. So
kommt es zu Abkühlung und Blässe der Haut sowie zu starken
Schmerzen. Die Arterienpulse können an den betreffenden Stellen
nicht getastet werden. Auch Empfindungsstörungen treten auf.
» Venenthrombose
Je nach Entstehungsort unterscheidet man auch hier verschiedene Thrombosen.
Dies kann z. B. bei Hirn-, Nieren- oder Darmvenen der Fall sein. Am häufigsten
kommen Thrombosen in den Venen des Beckens und der Beine vor.
Die Beinvenenthrombose werden in oberflächliche und tiefe Thrombosen
eingeteilt. Die oberflächliche Venenthrombose wird auch als
Thrombophlebitis bezeichnet (griech.: phlebitis= Venenentzündung),
weil sie infolge einer Venenwandentzündung entsteht. Außerdem
können Verletzungen, langangelegte Infusionsbestecke, auf Venen übergehende
Entzündungen von Nachbargebieten u. a. Ursachen sein. Bei Krampfadern
kommen Thrombosen häufiger vor. Da die oberflächliche Beinvenenthrombose
im Zusammenhang mit Entzündungen steht, wird sie sich durch
Symptome einer Entzündung bemerkbar machen: Rötung, Hitze,
Schmerz und durch einen tastbaren Venenstrang. Normalerweise heilt
die oberflächliche Venenthrombose ohne Folge ab. Sie kann sich
jedoch auch in tieferen Venen fortsetzen, was zu folgeschweren Komplikationen
führen kann.
Tiefe Venenthrombose (Phlebothrombosen) sind meistens Komplikationen
ver-schiedener Krankheiten wie Infektionen, Herzinfarkt, bösartige
Krankheiten u. s. w. sie kommen bei Operationen und bei bettlägerigen
Patienten gehäuft vor. Wie bereits erwähnt, können
sie auch Folge von oberflächlichen Beinvenenthrombosen sein.
Die tiefen Beinvenenthrombosen beginnen meistens in Wadenvenen, also
im Unterschenkel, und können sich in den Oberschenkel fortsetzen.
Krankheitszeichen sind nicht immer ausgeprägt
Thromboseprophylaxen
Ziel der Thromboseprophylaxe ist, den Blutrückfluss in den Venen
zu unterstützen und dadurch einer Thromboseentstehung entgegenzuwirken.
Die Mitarbeit des Erkrankten ist dabei sehr wichtig.
In der Langzeitbehandlung nach Thrombose, sollten regelmäßige
Gymnastik im Liegen mit Hochlagerung der Beine und sportliche Betätigung
(Wandern, Radfahren oder Schwimmen) einen festen Stellenwert einnehmen.
Eine Kompressionsbehandlung mit einem entsprechenden medizinischen
Kompressionsstrumpf oder Strumpfhose ist dauerhaft notwendig. Vor
längeren Reisen mit dem Auto oder Flugzeug kann die einmalige
Heparinspritze sinnvoll sein. Besondere Vorsicht in der Vorbeugung
von Thrombosen ist bei bettlägerigen Patienten und bei geplanten
Operationen geboten. Hier kann durch eine tägliche Thrombosespritze
(Heparin) am besten in Verbindung mit Kompressionsstrümpfen
die Thromboserate gesenkt werden. Diese Maßnahmen sind unumstritten.
Unterbleiben sie, wird von einem ärztlichen Kunstfehler ausgegangen.
Das tragen von Antithrombosestrümpfe, Kompressionsstrümpfen
und das Anlegen eines Kompressionsverbandes sind die häufigsten
prophylaktische Maßnahmen. Durch den Kompressionsdruck auf
die Venen wird der Rückfluss des Blutes zum Herzen unterstützt.
Nach Art und Erkrankung der Thrombose gibt es vier verschiedene Kompressionsklassen,
je höher diese sind, desto größer ist der Kompressionsdruck
(ca. 22 mmHg - 60 mmHg). Bei Bettlägerigen sind Bewegungsübungen
wie Fuß kreisen, Fuß strecken und beugen (Pedaltreten)
oder ein Bettfahrrad von großer Wirkung. Durch Verabreichung
von Antikoagulantien ist die intravasale Gerinnung gehemmt und die
Fibrinolyse gefördert. Auch das einfache Hochlagern der Beine
bewirkt einen besseren venösen Rückfluss.
Quellennachweis
- Seel Mechthild: Die Pflege des Menschen im Alter, Brigitte Kunz Verlag,
1997;
- Köther Ilka / Gnamm Else: Altenpflege in Ausbildung und Praxis,
Thieme Verlag, 2000;
- Pschyrembel Medizinisches Wörterbuch 257. Auflage 1994, Nikol
Verlagsgesellschaft mbH Hamburg
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